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Das Baskenland und die ETA - Geschichte, Identität, Unterdrückung und Terror eines Volkes

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 24 Pages
Author: Ann-Katrin Kutzner
Subject: Romance Languages - Spanish Studies

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 24
Grade: 1-
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V33282
ISBN (E-book): 978-3-638-33801-1
ISBN (Book): 978-3-638-90194-9
File size: 410 KB

Abstract

Die Entwicklung des Baskenlandes von einer ruhigen zu der aufständigsten Zone Spaniens fing 1937 an, erreichte 1970 ihren Höhepunkt und dauert bis heute an. 1 Das Baskenland, von dem Josef Lang behauptet, es sei „eine der höchst industrialisierten und am dichtesten bevölkerten Zonen Europas“2, ist in 7 Provinzen eingeteilt, von denen vier in Spanien liegen: Viskaya, Guipuzcoa und Alava, die die Autonome Region Baskenland bilden, und Navarra, welches eine eigene autonome Region bildet. In Frankreich liegen drei Provinzen: Soule, Basse-Navarre und Labourd. Im Folgenden werde ich mich auf die Entwicklung des spanischen Teils des Baskenlandes beschränken, da die Provinzen Spaniens in den letzten Jahrzehnten besonders im Kreuzverhör standen. Mit deren geographischen Isolation am Rande Spaniens verfestigte sich über die Jahre auch ihre markante „soziale, kulturelle und politische Sonderentwicklung“.


Excerpt (computer-generated)

Das Baskenland und die ETA - Geschichte, Identität,
Untersrückung und Terror eines Volkes

von: Ann-Katrin Kutzner

 


1. EINLEITUNG  4

1.1 SONDERFALL BASKENLAND  4

2. DAS BASKENLAND: EIN GESCHICHTLICHER RÜCKBLICK 5

2.1 VON DEN ANFÄNGEN BIS INS 19.JHR.  5

2.1.1 Die Gründung des ersten eigenständigen Baskenstaates 5
2.1.2 Die Eingliederung in den zentralistisch-spanischen Nationalstaat  5
2.1.3 Die national-baskische Renaissance  7

2.2 DIE ZWEITE REPUBLIK 1931-1936  7
2.3 DER SPANISCHE BÜRGERKRIEG 1936-1939 7

3. DIE BASKEN UNTER DER DIKTATUR FRANCOS 1939-1975 8

3.1 DIE UNTERDRÜCKUNG AUF WIRTSCHAFTLICH-POLITISCHER EBENE 8
3.2 DIE UNTERDRÜCKUNG AUF SPRACHLICH-KULTURELLER EBENE 8
3.3 DAS GEFÄLLE INNERHALB DER BEVÖLKERUNG 9
3.4 DIE FOLGEN DER UNTERDRÜCKUNG DURCH FRANCO  9
3.5 DIE HOFFNUNG AUF DIE ALLIIERTEN  9
3.6 DIE ZEIT DER MOBILISIERUNG  10

4. DIE ETA 11

4.1 DIE GESCHICHTE DER ETA IN 4 PHASEN  11

4.1.1 Die Vorgeschichte der ETA 1952-1959  11
4.1.2 Die Frühgeschichte der ETA 1960-1969  11
4.1.3 Der Höhepunkt der Geschichte der ETA 1967-1970  12
4.1.4 Die Spätphase der ETA  12

4.2 DIE IDEOLOGIE DER ETA  13

4.2.1 Die ETA und die Jugend 13
4.2.2 Die sprachlich-kulturelle Entwicklung 14

5. ENDE DES FRANCO REGIMES, MONARCHIE UND TRANSICIÓN 1975-1982 14

5.1 DER TOD FRANCOS 1975 14
5.2 DER FRANQUISMUS BLEIBT  15
5.3 DIE ETA BLEIBT 15
5.4 DIE NEUE VERFASSUNG 16

5.4.1 Ein Statut für das Baskenland  16

6. DAS BASKENPROBLEM WÄHREND DER SOZIALISTISCHEN ÄRA 1982-1996 17

6.1 DIE REGIERUNG UNTER GONZÁLEZ  17
6.2 DER KAMPF GEGEN DEN ETA-TERROR  18

7. DAS BASKENPROBLEM WÄHREND DER KONSERVATIVEN ÄRA 1996- HEUTE 18

7.1 DIE REGIERUNG UNTER AZNAR 18
7.2 DIE VERFOLGUNG DER ETA 18

7.2.1 Der Umgang mit Herri Batasuna 19

7.3 DER PROTEST DES VOLKES  20

8. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBETRACHTUNG: FEHLER UND LÖSUNGEN  21

8.1 HISTORISCHE FEHLER IM UMGANG MIT DEM BASKENLAND 21
8.2 FRAGWÜRDIGES VORGEHEN DER SOZIALISTEN UND DER KONSERVATIVEN  22
8.3 PROBLEMLÖSUNG INTERN  23

9. HEUTE 24


 

1. Einleitung

1.1 Sonderfall Baskenland

Die Entwicklung des Baskenlandes von einer ruhigen zu der aufständigsten Zone Spaniens fing 1937 an, erreichte 1970 ihren Höhepunkt und dauert bis heute an. 1 Das Baskenland, von dem Josef Lang behauptet, es sei „eine der höchst industrialisierten und am dichtesten bevölkerten Zonen Europas“2, ist in 7 Provinzen eingeteilt, von denen vier in Spanien liegen: Viskaya, Guipuzcoa und Alava, die die Autonome Region Baskenland bilden, und Navarra, welches eine eigene autonome Region bildet. In Frankreich liegen drei Provinzen: Soule, Basse-Navarre und Labourd. Im Folgenden werde ich mich auf die Entwicklung des spanischen Teils des Baskenlandes beschränken, da die Provinzen Spaniens in den letzten Jahrzehnten besonders im Kreuzverhör standen. Mit deren geographischen Isolation am Rande Spaniens verfestigte sich über die Jahre auch ihre markante „soziale, kulturelle und politische Sonderentwicklung“. 3 Die Regionen im Norden Spaniens litten alle lange Zeit stark unter der Vormachtstellung des Zentrums Madrid. Das Baskenland trat jedoch als Sonderfall hervor, da es seinen Wunsch nach Unabhängigkeit bis heute nie aufgab. Der aufkommende baskische Nationalismus hat zwei Hauptgründe: Der erste Grund liegt in den kulturellen und sprachlichen Eigenheiten der Region. Der zweite liegt in der wirtschaftlichen Entwicklung des Baskenlandes. Die Region verfügt aufgrund ihres Eisenerzes über eine wirtschaftlich große Bedeutung und der Hafen macht sie zu einem wichtigen Handelszentrum. Im Gegensatz dazu stand, dass das Baskenland politisch lange Zeit keinen Einfluss gewinnen konnte, was als den Ursprung der konfliktreichen und langen Zeit des Blutvergießens einzuschätzen ist.

In dieser Arbeit soll anhand der Geschichte Spaniens die Sonderentwicklung des Baskenlandes aufgezeigt, und die „baskische Problematik“ von den ersten Anfängen bis zum heutigen Tage nachvollzogen werden. Die Ausführungen lehnen sich insgesamt im Wesentlichen an die 1983 publizierte Dissertation von Josef Lang. Zur Einbeziehung der aktuellen Geschehnisse, wurden u.a. die Texte zur spanischen Geschichte von Walther Bernecker hinzugezogen. Im Zentrum der Fragestellung der vorliegenden Arbeit stehen die Forderungen eines Volkes, dessen nationalen Bestrebungen sich bis heute zu extremen Formen des Terrorismus zugespitzt und radikalisiert haben. Wie konnte es zu einer solchen Radikalisierung der endemischen Nationalbedürfnisse kommen? Und wie wird mit nationalistischen Bestrebungen in einem westeuropäischen Land umgegangen? Es ist selbstverständlich, dass der kulturell-sprachliche Aspekt hierbei eine, die politischen Entwicklungen tragende, Rolle spielt. Die baskische Sprache, die sieben verschiedene Dialekte umfasst, darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Das Baskische weist keinerlei Verwandtschaft mit dem Spanischen auf; es ist eine einzigartige Sprache, deren Herkunft nicht genau ermittelt werden kann. Es handelt sich um die ,,einzige überlebende vor-indoeuropäische Sprache Europas“, die aufgrund ihrer komplexen Struktur für Nicht-Muttersprachler extrem schwierig zu erlernen ist.4

2. Das Baskenland: Ein geschichtlicher Rückblick

2.1 Von den Anfängen bis ins 19.Jhr.

2.1.1 Die Gründung des ersten eigenständigen Baskenstaates

Das römische Besatzungsinteresse für das wegen seiner Wildheit und Stammeszersplitterung unregierbare Baskenland war gering. Die arabische Besetzung befreite die Basken vom Germanischen Druck, welche die auf der Iberischen Halbinsel bestehenden Konflikte nutzten, um ihre Eigenständigkeit zu behaupten. Die Kämpfe gegen die Goten schufen dann die Notwendigkeit eines militärischen Zusammenschlusses der zersplitterten Stämme. Mit der Gründung des Fürstentums Pamplona entstand der erste eigenständige Baskenstaat. Die baskischen Grafschaften, die sich der maurischen und fränkischen Herrschaft widersetzten, bildeten 905 das Königreich Navarra.5

2.1.2 Die Eingliederung in den zentralistisch-spanischen Nationalstaat

„Die neuen Königshäuser von Aragón und Kastilien erhoben sich bald gegen die Souveränität Navarras.“ Damit legten sie den Grundstein für die Königreiche von Kastilien und Aragonien, die vereinigt die Welt beherrschen sollten. 6 Die Basken waren dadurch, dass sie sich keine eigenständige politische Macht aufbauten, gezwungen, sich mit dem Herzogtum und späteren Königreich Kastilien zu arrangieren. Die gegenseitigen Rechte und Pflichten zwischen der Krone und den Baskenprovinzen regelte sich über die sog. fueros – eine allgemeine rechtliche Einrichtung im mittelalterlichen Spanien. „Dank diesen fueros war die Souveränität der Basken über ihre Provinzen fast unbeschränkt.“7 Diese institutionellen Privilegien waren es, (die nach den Bürgerkriegen 1834-40 und 1873-76 im Wesentlichen aufgehoben wurden) auf die sich bis heute noch der ethnische Nationalismus beruft: „El nacionalismo vasco fue principalmente caracterizado por una reacción de una identidad cultural tradicionalista amenazada por la abolición de los fueros.”8 Nach der missglückten Eroberung Madrids, der Karlistenkriege des 19.Jhr., wurde ein Kapitulationsfriede geschlossen, der die baskischen fueros einschränkte, die nationalspanische Souveränität über das Baskenland beschloss, und die Grenzen zum Norden hin verschob, so dass Navarra seine Stellung als eigenständiges Königreich verlor. Im Zuge der militärischen Eroberung des Baskenlandes durch Diktator Primo de Rivera wurden die fueros gänzlich aufgehoben. Die endgültige Eingliederung in den zentralistisch-spanischen Nationalstaat brachte antiliberale und antizentralistische Massenbewegungen im Baskenland mit sich. Die Unterdrückung aller baskischer Eigengesetzte und Eigenarten, um den seit Jahrhunderten schwelenden Regionalismus auszurotten, lies den baskischen Nationalismus reifen. 9 „Parece ser que la transformación de la sencilla idea de una identidad entre los vascos en la ideología d un movimiento nacionalista encuntra sus orígenes en los profundos cambios sociales y económicos que experimentó Vizvaya a lo largo de la década de 1880-1890.“10

1895 wurde die Baskisch Nationalistische Partei, el Partido Nacionalista Vasco, kurz PNV, gegründet. Der Gründer, Sabino Arana (1865-1903), gilt heute als der Gründer der Bewegung, die man später den baskischen Nationalismus nannte: „La definición de los rasgos diferenciados de la identidad vasca (lengua, fueros) con la nacionalidad vasca fueron prácticamente elaborados por Sabino Arana. (...) Su discurso dominaba el nacionalismo vasco hasta la Guerra Civil.“11 Um die einheimische Arbeiterschaft politisch binden zu können, gründete die PNV im Zuge der um sich greifenden Industrialisierung mit deren ambivalenten Folgen eine Gewerkschaft. Bilbao verzeichnete damals neben Petersburg die höchste Sterblichkeitsrate aller damaliger Großstädte.12

2.1.3 Die national-baskische Renaissance

[...]


1 Lang, Josef: Das baskische Labyrinth. Frankfurt a..M., 1983. S.11.

2 Ebenda. S.255.

3 Ebenda. S.19.

4 Mahlau in Wandler, 1999. S.138f.

5 Lang, 1983. S.19 f.

6 Ebenda. S.21.

7 Ebenda.

8 Fox, Inman: La invención de España. Madrid, 1997. S.93.

9 Lang, 1983. S.25.

10 Ebenda. S.91.

11 Ebenda. S.93.

12 Ebenda.


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