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Hyperaktivität - Erscheinungsbild und Therapiemöglichkeiten

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2000, 21 Pages
Author: Daniel Reichelt
Subject: Pedagogy - Pedagogic Psychology

Details

Event: Hauptseminar: Pädagogische Psychologie - Verhaltensauffälligkeiten im Kindesalter
Institution/College: University of Education Ludwigsburg (Fachbereich Sonderpädagogik)
Tags: Hyperaktivität, Erscheinungsbild, Therapiemöglichkeiten, Hauptseminar, Pädagogische, Psychologie, Verhaltensauffälligkeiten, Kindesalter
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2000
Pages: 21
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V3329
ISBN (E-book): 978-3-638-12033-3
ISBN (Book): 978-3-638-77711-7
File size: 198 KB

Abstract

"Die Lehrerin der dritten Grundschulklasse kommt mit dem acht Jahre alten Philipp überhaupt nicht zurecht. Währen des Unterrichts kann dieser keine Minute still sitzen, wie die anderen zuhören, sich melden, in Ruhe seinen Arbeitsauftrag erledigen. Philipp ist immer in Bewegung. Er wechselt ständig seine Sitzposition, oft kniet er auf dem Stuhl, manchmal fällt er vor lauter zappeln herunter. Sei Tisch ist ein wahres Chaos, weil er es nicht schafft, Ordnung zu halten. Immer wieder läuft er von seinem Platz weg, zur Lehrerin nach vorn, zu anderen Kindern hin, womit Konflikte vorprogrammiert sind. Er kann sich kaum einige Augenblicke auf eine Arbeit konzentrieren, schon wird er wieder durch irgend etwas abgelenkt und in Bewegung versetzt. Besonders im Sportunterricht und in der Pause gibt es immer wieder Zusammenstöße mit anderen Schülern, weil er sich in seinem Bewegungsdrang nicht bremsen lässt und andere übersieht. Die Mitschüler halten Philipp für verrückt. Die Lehrerin ist deshalb so verzweifelt, weil ihre Erziehungsmittel, die bei anderen Kindern erfolgreich sind, bei Philipp versagen. Er scheint weder durch Ermahnung, Zurechtweisungen, Strafen, noch durch positive Zuwendungen beeinflußbar zu sein. In Gesprächen beteuert er, sich zu bessern, sich zusammenzunehmen; ein Versprechen, das gerade fünf Minuten durchhält...." (Rausch/Schlegel S.2) Ein solches unruhiges, unkonzentriertes Verhalten wird unter dem Begriff der Hyperaktivität zusammengefasst. Die vielfältigen Variationen der Hyperaktivität erfordern eine differenzierte Betrachtung. Das Erscheinungsbild wird in dieser Arbeit differenziert dargestellt, woran sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten anschließen.


Excerpt (computer-generated)

Hyperaktivität

von Daniel Reichelt

Inhaltsverzeichnis:

1. Fallbeispiel Seite 1

2. Begriffserklärung Seite 1

3. Erscheinungsbild Seite 2


3.1. Übertriebener Tätigkeitsdrang Seite 2
3.2. Konzentrationsschwierigkeiten Seite 3
3.3. In Anspruch nehmendes Verhalten und Mangel an Zärtlichkeit Seite 3
3.4. Impulsivität Seite 4
3.5. Wahrnehmungs- und Lernschwierigkeiten Seite 5
3.6. Koordinationsschwierigkeiten Seite 5
3.7. Widerspenstiges und herrschsüchtiges Verhalten Seite 6

4. Vorkommen Seite 6

5. Diagnose Seite 7


5.1. Klassifikationssysteme Seite 7
5.2. Medizinische Diagnostik Seite 9
5.3. Psychologisch Diagnostik Seite 9

6. Erklärungsmodelle Seite 10

7. Intervention Seite 11


7.1. Medizinische Ansätze Seite 11
7.1.1. Stimulantien Seite 12
7.1.2. Neuroleptika Seite 12
7.1.3. Antidepressiva Seite 12
7.2. Diät Seite 13
7.2.1. Feingolds Hypothese Seite 13
7.2.2. Phosphat-Hypothese Seite 13
7.2.3. Allergie-Hypothese Seite 13
7.3. Psychologisch Ansätze Seite 14

8. Möglichkeiten der Lehrer Seite 15

9. Schlußgedanke Seite 16

10. Literatur Seite 17

1. Fallbeispiel:

"Die Lehrerin der dritten Grundschulklasse kommt mit dem acht Jahre alten Philipp überhaupt nicht zurecht. Währen des Unterrichts kann dieser keine Minute still sitzen, wie die anderen zuhören, sich melden, in Ruhe seinen Arbeitsauftrag erledigen. Philipp ist immer in Bewegung. Er wechselt ständig seine Sitzposition, oft kniet er auf dem Stuhl, manchmal fällt er vor lauter zappeln herunter.
Sei Tisch ist ein wahres Chaos, weil er es nicht schafft, Ordnung zu halten. Immer wieder läuft er von seinem Platz weg, zur Lehrerin nach vorn, zu anderen Kindern hin, womit Konflikte vorprogrammiert sind. Er kann sich kaum einige Augenblicke auf eine Arbeit konzentrieren, schon wird er wieder durch irgend etwas abgelenkt und in Bewegung versetzt. Besonders im Sportunterricht und in der Pause gibt es immer wieder Zusammenstöße mit anderen Schülern, weil er sich in seinem Bewegungsdrang nicht bremsen lässt und andere übersieht.
Die Mitschüler halten Philipp für verrückt. Die Lehrerin ist deshalb so verzweifelt, weil ihre Erziehungsmittel, die bei anderen Kindern erfolgreich sind, bei Philipp versagen. Er scheint weder durch Ermahnung, Zurechtweisungen, Strafen, noch durch positive Zuwendungen beeinflußbar zu sein. In Gesprächen beteuert er, sich zu bessern, sich zusammenzunehmen; ein Versprechen, das gerade fünf Minuten durchhält...." (Rausch/Schlegel S.2)
Ein solches unruhiges, unkonzentriertes Verhalten wird unter dem Begriff der Hyperaktivität zusammengefasst. Die vielfältigen Variationen der Hyperaktivität erfordern eine differenzierte Betrachtung. Das Erscheinungsbild wird in dieser Arbeit differenziert dargestellt, woran sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten anschließen.

2. Begriffserklärung:

Für den Begriff Hyperaktivität gibt es eine Vielzahl von anderen Bezeichnungen. Die Betonung unterschiedlicher Gesichtspunkte der Hyperaktivität hängt von der wissenschaftlichen Orientierung der damit befaßten Fachleute ab. Durch die begriffliche Vielfalt ergaben sich auch unterschiedliche Erklärungsansätze.
So ist eine andere Bezeichnung für die Hyperaktivität das Aufmerksamkeits- Defizit- Syndrom (ADS). Das ADS ist eine Verhaltensdiagnose für einen medizinischen Zustand, der eine gemischte Gruppe von störenden Verhaltensmustern beschreibt (vgl. Holowenko, S 19)
In den letzten Jahrzehnten kam vor allem durch den entwicklungsgeschichtlichen Begriffswechsel das Krankheitsbild der Hyperkinesie ( motorischer Reizzustand des Körpers mit Muskelzuckungen und unkontrollierten Bewegungen) auf (vgl. Rausch/Schlegel. S.3)

3. Erscheinungsbild:

3.1. Übertriebener Tätigkeitsdrang:
Der übertriebene Tätigkeitsdrang ist das auffallendste Merkmal der Hyperaktivität. Schon von frühester Kindheit an, sind solche Kinder außergewöhnlich aktiv. Sie wirken nie entspannt, sondern es scheint, als seien sie von einer ständigen Unruhe besessen. Es wird berichtet, dass diese Kinder nach einer aktiven Säuglingszeit das Laufen früher erlernen. So können manche Kinder schon mit neun oder zehn Monaten laufen und schon mit 1 ¼ Jahren gut sprechen. Es gibt aber auch langsame Kinder, die erst mit 14 bis 16 Monaten zu laufen beginnen und erst mit zwei bis drei Jahren das Sprechen lernen. Meist besteht eine ausgeprägte Trotzphase.

[...]


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