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Leistungsmotivation in der Legasthenieförderung

Diploma Thesis, 2004, 45 Pages
Author: Michaela Wittich
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2004
Pages: 45
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 33  Entries
Language: German
Archive No.: V33400
ISBN (E-book): 978-3-638-33887-5

File size: 331 KB


Excerpt (computer-generated)

Institut des Rauhen Hauses für Soziale Praxis
Ev. Fachhochschule für Sozialpädagogik in Hamburg

„Leistungsmotivation in der Legasthenieförderung“

eingereicht von

Michaela Wittich

Abgabetermin: 15. Dezember 2004

INHALTSVERZEICHNIS

I. Einleitung ... 3-4

II. Motivation

1. Definition ... 5
2. Determinanten und ihre theoretischen Bezüge ... 5
a) Motive und die Maslowsche Bedürfnispyramide ... 5-7
b) Anreize und die Feldtheorie Lewins ... 8-9
c) Kognitive Prozesse und Weiners Attributionstheorie ... 10-11
3. Intrinsische und extrinsische Motivation
a) Intrinsische Motivation ... 12
b) Extrinsische Motivation ... 12
4. Leistungsmotiv und Leistungsmotivation
a) Definitionen ... 13
b) Gütemaßstab und Anspruchsniveau ... 14
c) Atkinsons Theorie der Leistungsmotivation ... 15

III. Legasthenie

1. Definition ... 16-17
2. Symptome ... 18
a) Lesestörungen ... 18
b) Rechtschreibstörungen ... 18
c) Vorausgehende oder begleitende Schwierigkeiten ... 19-20

IV. Förderkonzept nach C. Reuter-Liehr

1. Das Forschungsprojekt ... 21-22
2. Grundprinzipien ... 23-26
3. Rahmenbedingungen ... 27

V. Einflussflaktoren

1. Pubertät ... 28-30
2. Familie ... 31-32
3. Selbstwertgefühl und Emotionen ... 33-34
4. Motivation der Förderlehrer ... 35-37

VI. Fallbeispiel ... 38-41

VII. Schlusswort ... 42-43

VIII. Literatur ... 44-45

 

I. EINLEITUNG

In dieser letzten Arbeitsfeldanalyse des Kontaktstudienganges Soziale Arbeit möchte ich mich mit einem Thema auseinandersetzen, dem ich derzeit in meiner Arbeit eine sehr große Bedeutung zuschreibe: Die Leistungsmotivation der Schüler in der Legasthenieförderung.

Wie bereits in der vorherigen Arbeitsfeldanalyse beschrieben (s. Wittich 2004), arbeite ich in der Legasthenieförderung der Volkshochschule Henstedt-Ulzburg e.V.1 An drei Nachmittagen in der Woche unterrichte ich insgesamt 18 Schüler in fünf Kleingruppen mit zwei bis vier Schülern in jeweils 1 ½ Stunden und einen Schüler in einer Einzelförderung in 45 Minuten.

Das Konzept nach Carola Reuter-Liehr, nach dem an der VHS einheitlich gearbeitet wird, wurde in einem Forschungsprojekt u.a. hinsichtlich seiner Erfolgswahrscheinlichkeit untersucht und diese als gut eingestuft. Auch in meiner täglichen Arbeit mit diesem Konzept lassen sich deutliche Fortschritte bei den Schülern erkennen, allerdings nur dann, wenn sie aktiv an der Förderung teilnehmen. Diese Erkenntnis bewegte mich dazu, mich näher mit dem Thema der Leistungsmotivation auseinandersetzen.

In der Motivationsforschung geht es um die grundlegende Frage, was die Beweggründe menschlichen Verhaltens sind. So werde ich mich zunächst mit der Definition und den Determinanten von Motivation auseinandersetzen und dabei auf drei unterschiedliche theoretische Ansätze eingehen (Kap.II). Diese Theorien sind natürlich kritisierbar, dennoch wird sich in der von mir verwendeten Literatur immer wieder auf diese Ansätze bezogen, was ihre Bedeutsamkeit bestätigt. Da es nicht Ziel dieser Arbeit ist, die Ansätze auf ihre Wahrhaftigkeit zu überprüfen, sondern sie für die Verstehbarkeit von Motivation zu nutzen, werde ich auf ihre Kritisierbarkeit nicht weiter eingehen.

Im weiteren Verlauf werde ich dann auf die Definition und Aspekte der Leistungsmotivation eingehen und auch diese durch einen theoretischen Ansatz begründen.

Da ich die Erläuterungen zur Motivation im Allgemeinen und speziell zur Leistungsmotivation für grundlegend halte, werde ich erst im Anschluss an diese das Thema der Legasthenie konkretisieren. Dabei greife ich auf die Definition nach dem ICD-10 (s. III.1.) zurück, dessen Anwendung ebenfalls kritisierbar ist, jedoch international stattfindet und für meine Arbeit grundlegend ist, wenn beispielsweise die Förderung aufgrund dieser Diagnose durch das Jugendamt nach §35a SGB VIII finanziert wird. Um sich ein Bild von den Auswirkungen der Legasthenie machen zu können, werde ich ihre Symptomatik in einer kurzen Übersicht darstellen (Kap.III).

Im weiteren Verlauf werde ich dann auf die Entstehung, Grundprinzipien und Rahmenbedingungen des Förderkonzeptes eingehen. Dabei verzichte ich auf die Darstellung des sprachsystematischen Aufbaus, da sich dieser nicht direkt auf die Leistungsmotivation auswirkt und das Ausmaß dieser Arbeit übersteigen würde (Kap. IV).

Sowohl für die Entstehung, als auch für den Verlauf einer Lese-Rechtschreib-Schwäche sind verschiedene Einflussfaktoren verantwortlich. So unterliegt auch die Leistungsmotivation unterschiedlichen Einflüssen. Wie in Abb.7 ersichtlich gehören dazu u.a. die Einflüsse durch die Familie, die individuellen Lernvoraussetzungen, die ich hier hinsichtlich des emotionalen Bereiches und dem damit eng zusammenhängenden Thema der Pubertät fokussieren werde, und die Motivation durch den Lehrer und den Einfluss der Schülermotivation auf die des Lehrers. Mir ist es wichtig, diese bedeutenden Einflussfaktoren der Leistungsmotivation in der Legasthenieförderung anzusprechen, wenn dies auch nur in einem begrenzten Rahmen möglich ist, denn jeder dieser Faktoren wäre es wert, in einer eigenen Arbeit behandelt zu werden.

Zuletzt möchte ich die beschriebenen theoretischen Grundlagen anhand eines Fallbeispiels aus meiner Berufspraxis verdeutlichen (Kap.VI).

II. MOTIVATION

1. Definition
Der Begriff der Motivation stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „Summe der Beweggründe, die jemandes Entscheidung, Handlung beeinflussen“ (Duden 1990, S.516). Er ist in seinem ursprünglichen Sinn neutral. Ob diese „Bewegung“ in eine positive oder negative Richtung abzielt, ist dabei nicht entscheidend. Die Motivation ist durch vier Merkmale gekennzeichnet: Motivation bedeutet immer einen Prozess, der Verhalten in Gang setzt (Aktivierung). Dieses ist zielgerichtet und dauert an, bis das Ziel erreicht ist oder ein anderes Motiv Vorrang erhält (Richtung). Die Stärke und Gründlichkeit der Aktivität machen dabei die Intensität der Motivation aus. Bei der genannten Zielstrebigkeit bleibt die Aktivität (u.U. vermindert) beständig und wird meist auch bei auftretenden Schwierigkeiten fortgesetzt (Ausdauer) (vgl. Stangl 2004a).


„Motivation heißt Steuerung des Verhaltens oder Handelns durch den Personenfaktor Motiv in einer konkreten Situation mit spezifischem Aufforderungscharakter2. Auf diese Weise wird die Aktivität der Person auf ein ganz bestimmtes Ziel gelenkt, wobei andere Verhaltensmöglichkeiten ausgeschlossen werden.“ (Edelmann 2000, S.71)

2. Determinanten und ihre theoretischen Bezüge
Die Determinanten von Motivationsprozessen sind nach der o.g. Definition:

  • Motive
  • Anreize
  • kognitive Prozesse

a) Motive und die Maslowsche Bedürfnispyramide
Motive lassen sich in zwei Motivarten unterteilen. Zum einen besitzt jeder Mensch angeborene Bedürfnisse mit einer genetischen Grundlage und phylogenetischen Entwicklung (biogene oder primäre Motive), z.B. Hunger, Durst, Sexualität, Schlaf. Sie dienen „der Aufrechterhaltung der physiologischen Lebensbedingungen, dem Überleben der Gattung Mensch und dem physischen Wohlergehen“ (Wirsing 1993, S.94). Zum anderen besitzt er gelernte bzw. erworbene Dispositionen, wie z.B. Bedürfnis nach Leistung (soziogene, soziale oder sekundäre Motive), die sich v.a. in den ersten Lebensjahren ausprägen. Aktivität ist jedoch selten verursacht durch ein einzelnes Motiv, sondern vielmehr durch eine Vielzahl von Motiven beider Motivarten (vgl. Stangl 2004b).

[...]


1 Im Folgenden VHS benannt

2 s. II.2.b


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