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Termpaper, 2002, 17 Pages
Author: Stephanie Pick
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Tags: Frau, Jahrhundert, Einbeziehung, Autorin, Marie, Calm
Year: 2002
Pages: 17
Grade: 2+
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-34032-8
File size: 242 KB
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Abstract
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll das Leben der Frau im 19. Jahrhundert untersucht werden. Die Autorin und Aktivistin der Frauenbewegung Marie Calm wird ebenfalls eine wichtige Rolle in dieser Hausarbeit spielen. Es soll zunächst erläutert werden, wie die Frauen und besonders die Töchter im 19. Jahrhundert lebten und wie die zunehmend stärker werdende Leselust der weiblichen Jugend zustande kam. Weiterhin werden einige Mädchenratgeber und Gattungen vorgestellt. Abschließend wird über das Leben und über ein Werk der Autorin Marie Calm berichtet.
Excerpt (computer-generated)
Die bürgerliche Frau im 19. Jahrhundert unter
Einbeziehung der Autorin Marie Calm
von: Steffi Pick
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Zur allgemeinen Situation der bürgerlichen Frauen und Töchter im 19.Jahrhundert unter besonderer Einbeziehung des steigenden Leseverhaltens
2.2 Bürgerliche Töchter und Eheprobleme
2.3 Mädchenratgeber und Gattungen
2.4 Erzähltheorie
2.5 Berufsbildung
2.6 Marie Calm
2.6.1 Das Leben der Marie Calm
2.6.2 Marie Calm: „Ein Blick ins Lebens“
2.7 bürgerliche Frauenbewegung
3. Schluss
1. Einleitung
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll das Leben der Frau im 19. Jahrhundert untersucht werden. Die Autorin und Aktivistin der Frauenbewegung Marie Calm wird ebenfalls eine wichtige Rolle in dieser Hausarbeit spielen. Es soll zunächst erläutert werden, wie die Frauen und besonders die Töchter im 19. Jahrhundert lebten und wie die zunehmend stärker werdende Leselust der weiblichen Jugend zustande kam. Weiterhin werden einige Mädchenratgeber und Gattungen vorgestellt. Abschließend wird über das Leben und über ein Werk der Autorin Marie Calm berichtet.
2. Hauptteil
2.1 Zur allgemeinen Situation der bürgerlichen Frauen und Töchter im 19.Jahrhundert unter besonderer Einbeziehung des steigenden Leseverhaltens
Schon immer herrschten Ungleichheiten zwischen Mann und Frau. Der Mann galt stets als der Versorger der Familie, er war der strenge Vater und das allwissende Familienoberhaupt. Ihm wurden Eigenschaften wie männliche Aktivität, Energie, Willenskraft und Stärke zugesprochen. Die Frau hingegen galt als treusorgende Ehefrau und Mutter, war sittsam, ehrlich und höflich. Ihre Eigenschaften bestanden aus Passivität, Schwäche, Hingebung, Bescheidenheit, Geduld, Nachgiebigkeit und Demut.
Die Töchter wurden in eben dieses Familiengebilde hineingeboren und streng nach dem Idealbild der bürgerlichen Frau erzogen. Ihre Aufgaben in der Familie lagen darin, sittsam, gehorsam und aufmerksam zu sein, kleine Handarbeiten zu verrichten und möglichst schnell einen Ehemann zu finden, der sie in seine Obhut nehmen konnte. An diese Art Töchter wendet sich die Literatur. Das hat mehrere Gründe: Zunächst soll kurz erläutert werden, warum die Unterschicht als Träger einer literarischen Kultur nie in Frage kam. In der Unterschicht konnte bereits der Büchererwerb als eine schwere Aufgabe angesehen werden. Mangelnde Bildung, niedrige Existenzbedingungen, schlechte Wohnverhältnisse und teilweise sogar Analphabetentum verhinderten von vornherein die literarischen Sozialisation dieser Schicht, die Ende des 19. Jahrhunderts immerhin 43,7% der Gesamtbevölkerung ausmachte. Zudem mussten die Frauen in den unteren Schichten ihren Mann beim Erwerb des Lebensunterhalts unterstützen, um ihren Lebensstandard auf dem Minimum halten zu können. Sie hätten also selbst mit erforderlicher Bildung keine freie Zeit zum Lesen gehabt. Ganz andere Verhältnisse hingegen herrschten in dem oberen Mittelstand, in dem sogenannten Bürgertum, mit dem sich diese Hausarbeit näher befassen wird. Zu dieser wohlhabenden und gebildeten Schicht gehörten unter anderem Grundbesitzer, Unternehmer, höhere Kaufleute, Pfarrer, Juristen, Ärzte und höhere Beamte. Es sei anzumerken, dass die hier vermehrt vorhandene Bildung der Frauen sowie ihr größerer zeitlicher Freiraum auch das Bewusstsein der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen geschärft hat.
Während also die Frauen in den unteren Schichten, beispielsweise bei den Bauern oder Handwerkern, in ihrer Funktion als „Hausmutter“ trotz der rechtlichen Unterordnung unter dem Mann ökonomische Macht und Eigenständigkeit innehatten, hatten die bürgerlichen Frauen aufgrund der Industrialisierung viel freie Zeit zur Verfügung. Infolge der wirtschaftlichen Entwicklung zogen viele Familien von zeit- und arbeitsaufwendigen Anwesen in kleinere und bequemere Etagenwohnungen. Mehrere Dienstboten wurden zur Entlastung der Hausfrau angestellt. Auch die Erziehung der Kinder beanspruchte weniger Zeit und Energie, da nicht nur die Jungen die Gymnasien, sondern zudem auch die Mädchen die höheren Töchterschulen besuchten. Je vermögender die Familien waren, desto mehr Entlastungen gab es für die Frauen. Doch waren diese Frauen der oberen bürgerlichen Schicht im Allgemeinen nicht in der Lage, ihre abnehmenden Funktionen durch neue zu ersetzen. An das elterliche Haus gebunden und von beruflicher Tätigkeit in der Regel ausgeschlossen, gewährte ihnen das verhältnismäßig große Potential an freier Zeit kaum Anregungen und Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung. Ihre geistigen Anlagen mussten oft verkümmern. Interessen für neue Tätigkeitsgebiete konnten infolge der Monotonie der alltäglichen Lebensweise nur schwer geweckt werden. Solange die Töchter im Hause der Eltern verweilten, hatten sie lediglich die Aufgabe „den Vater zu erfreuen, die Mutter zu unterstützen, den Geschwistern ein lichtes Vorbild zu sein“1 Es wird deutlich, wie sinnentleert ihr Dasein in der Familie geworden war.
So ist es zu erklären, dass die bürgerlichen Frauen im besonderen Maße Trost, Rat und Orientierungshilfe oder wenigstens Ablenkung, Bildungsanleitungen und Vorschläge für eine sinnvolle Gestaltung ihres Lebens bedurften und diese in Mädchenratgebern zu finden hofften.
2.2 Bürgerliche Töchter und Eheprobleme
[...]
1 Burow, Julie: Mitgabe auf den Lebensweg, Deutschlands Töchtern gewidmet.
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