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Examination Thesis, 2004, 63 Pages
Author: Stella Asch
Subject: English Language and Literature Studies - Literature
Details
Tags: Darstellung, Zeit, Raum, John, Miltons, Paradise, Lost
Year: 2004
Pages: 63
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-34034-2
ISBN (Book): 978-3-638-70416-8
File size: 280 KB
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Abstract
Dieses Buch befasst sich mit Miltons Darstellung von Zeit und Raum in seinem Werk Paradise Lost. Untersuchungsgegenstände sind unter anderem die Existenz zweier verschiedener Zeitkonzepte (das des linearen Zeitverlaufs und das der Zeitlosigkeit) und ihre Funktion sowie die Beschreibung der Welten, symbolische Elemente und der Zusammenhang zwischen Bewohner und Umwelt, was die Veränderungen der Erde und insbesondere ihre wechselnde Ähnlichkeit zu Himmel und Hölle im zeitlichen Verlauf mit einschließt. Außerdem wird die Verwendung der eigentlich lokal definierten Begriffe Paradies, Himmel und Hölle als Zustand behandelt.
Excerpt (computer-generated)
Ruhr-Universität Bochum
Die Darstellung von Zeit und Raum in John Miltons "Paradise Lost"
Examensarbeit
eingereicht von
Stella Asch
2004
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 2
2. Die Darstellung der zeitlichen Dimension ... 2
2.1 Das Konzept des linearen Zeitverlaufes ... 2
2.2 Das Konzept der Zeitlosigkeit ... 6
2.3 Die Nacht ... 8
2.4 Der Morgen ... 9
3. Die Darstellung der räumlichen Dimension ... 11
3.1 Der Kosmos ... 11
3.1.1 Zur Entstehung ... 11
3.1.2 Zur relativen Lage in Verbindung mit der Hierarchie ... 12
3.2 Der Himmel ... 14
3.2.1 Der Himmel als Ort ... 14
3.2.2 Die Himmelsbewohner ... 23
3.2.3 Der Himmel als Symbol / Zustand ... 27
3.3 Das Chaos ... 30
3.4 Das Universum ... 34
3.4.1 Die Erde ... 35
3.4.2 Das Paradies und Eden ... 36
3.4.2.1 Das Paradies als Ort ... 37
3.4.2.2 Das Paradies als Zustand ... 42
3.5 Die Hölle ... 44
3.5.1 Die Hölle als Ort ... 45
3.5.2 Die Hölle als Zustand ... 53
3.5.3 Transfer der Hölle auf die Erde ... 59
4. Schlussteil ... 61
5. Literaturverzeichnis ... 63
1. Einleitung
Der folgende Text befasst sich mit Miltons Darstellung von Zeit und Raum in seinem Werk Paradise Lost. Zuerst möchte ich die Darstellung der zeitlichen Dimension genauer betrachten und die Existenz zweier verschiedener Zeitkonzepte, nämlich das des linearen Zeitverlaufes und das der Zeitlosigkeit belegen und ihre Funktion im Textzusammenhang erläutern. Bei der Darstellung der räumlichen Dimension gehe ich auf die Beschreibung der einzelnen Welten, einige symbolische Elemente und den Zusammenhang zwischen Umwelt und Bewohner näher ein. Dies schließt die Veränderungen der Erde und insbesondere ihre wechselnde Ähnlichkeit zu Himmel und Hölle im zeitlichen Verlauf mit ein. Ein weiterer Untersuchungspunkt bei der Darstellung der räumlichen Dimension ist die Verwendung der eigentlich lokal definierten Begriffe Paradies, Himmel und Hölle als Zustand.
Auf zeitliche Aspekte, die mehr die Qualität der Umgebung charakterisieren als einen Beitrag zum zeitlichen Konzept zu leisten, gehe ich nicht im zweiten Kapitel, sondern im entsprechenden Teil des dritten Kapitels ein, da es leider nicht immer möglich ist, beide Aspekte voneinander zu trennen (wie z. B. bei der Beschreibung des dauerhaften Frühlings im Paradies).
Viele Betrachtungen werden unter Berücksichtigung der Symbolik vorgenommen. Miltons Werk enthält eine Vielzahl von Vorstellungen, die ihren Ursprung lange vor der Entstehung von Paradise Lost nehmen und deren symbolische Bedeutungen schon zu Miltons Zeit lange feststanden. Milton übernimmt diese Vorstellungen, oft um Charaktere und Orte eindrücklicher zu beschreiben und ihre Bedeutung zu betonen.
2. Die Darstellung der zeitlichen Dimension
2.1 Das Konzept des linearen Zeitverlaufes
Der lineare Zeitverlauf ist in großen Teilen des Werkes und insbesondere bei der Darlegung des Sündenfalls vorherrschend, wenn Milton auch selbst sein Werk mit einigen Sprüngen in der Reihenfolge präsentiert. Die ursprüngliche Reihenfolge der Ereignisse ist jedoch eindeutig nachzuvollziehen. Um die Vertreibung des Menschen aus dem Paradies als Konsequenz seines Handelns zu begründen, ist der chronologische Zeitverlauf als Basis für die Implikation der Wirkung aus der Ursache (cause and effect) sogar zwingend notwendig, genauso wie bei anderen kausalen Zusammenhängen, z. B. in folgender Textstelle: „powers that erst in heaven sat on thrones; / Though of their names in heav’nly records now / Be no memorial, blotted out and razed / By their rebellion, from the Books of Life“ (Milton, S. 19) . Ebenso wichtig ist dieser Verlauf für das Sammeln von Erfahrungen, die eine Weiterentwicklung oder Erkenntnis erst ermöglichen, z. B. bei Satan, der nach Zweifeln an Gottes Allmacht und dem Krieg im Himmel zu folgender Erkenntnis gelangt: „whom I now / Of force believe almighty“ (Milton, S. 12), „by experience taught“ (Milton, S. 135) oder der erste Kontakt der rebellischen Engel mit den negativen Gefühlen Furcht und Schmerz: „then Satan first knew pain“ (Milton, S. 146), „the faint Satanic host [...] Then first with fear surprised and sense of pain [...] till that hour / Not liable to fear or flight or pain“ (Milton, S. 148).
Für Gott jedoch ist Entwicklung irrelevant, da er in sich schon perfekt ist. Dieses chronologisch lineare Konzept trifft daher auf ihn nicht zu; Näheres hierzu findet sich in Kapitel 2.2.
Mit diesem linearen Zeitverlauf geht nicht nur eine Veränderung der Charaktere, basierend auf dem Erkenntnisgewinn, sondern im Falle Satans, seiner Gefolgschaft und auch Adam und Evas zusätzlich eine Veränderung des Status einher. Da in Miltons Werk das Elisabethanische Weltbild mit seiner strengen Hierarchie vorherrscht, die die Stellung eines Menschen oder Wesens durch Höhe und Tiefe ausdrückt, lässt sich die Entwicklung von Satans Status mit der Zeit als monoton fallende Funktion darstellen: „That golden scepter which thou didst reject / Is now an iron rod to bruise and break / Thy disobedience“ (Milton, S. 136) und „so much hath hell debased, and pain / Enfeebled me, to what I was in heav’n“ (Milton, S. 211). Auch der Gefühlszustand oder die Befindlichkeit Satans hat sich über die Zeit hinweg verändert: „had with thee in heav’n, and joys / Then sweet, now sad to mention“ (Milton, S. 55). Eine ähnliche Veränderung findet auch bezüglich des Status von Adam und Eva statt: zuerst nehmen sie einen sehr hohen Stand ein; dieser ändert sich jedoch rapide nach ihrem Vergehen: „Eve yet sinless“ (Milton, S. 215), „But fall’n he is“ (Milton, S. 231).
Der zukünftig weitere Verlauf wird von Gott vorhergesagt: Satan, der Tod, die Sünde und die rebellischen Engel sollen einst vernichtet werden; Adam und Eva, bzw. ihren Nachkommen, wird jedoch ein Wiederaufstieg möglich gemacht.
Die chronologische Reihenfolge der Ereignisse ist wie folgt: Erschaffung des Himmels sowie der Engel, Vorstellung Jesu als Oberhaupt aller Engel, Revolte unter Satans Führung (wobei die Erschaffung der Hölle zeitlich mit dem Krieg im Himmel zusammenfällt), Vertreibung der Aufständischen in die Hölle, Schöpfung der Erde, Reise Satans zur Erde und Verführung Evas, Bestrafung der Höllenbewohner und Veränderungen an der Erde und ihren umliegenden Planeten, Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies und Vorausschau auf einzelne geschichtliche Ereignisse. Milton beginnt jedoch in medias res, nach dem Fall Satans und vor dem Fall des Menschen. Die zeitlich früher liegenden Ereignisse erfährt der Leser später durch Raphaels Erzählung. Der Schwerpunkt seiner Erzählung liegt auch nicht auf den Ereignissen selbst, da die Geschichte an sich dem Leser schon bekannt sein sollte, sondern auf den Umständen, die zu diesen Ereignissen führten, eine ausführliche Beschreibung der auftretenden Charaktere sowie die Rechtfertigung Gottes, wie Milton es selbst im ersten Buch seines Werkes erwähnt: „justify the ways of God to men“ (Milton, S. 9). Auf zukünftige Ereignisse wird immer wieder hingewiesen; einerseits durch den Erzähler, andererseits in Form von göttlichen Vorhersagen. Schon im Argument zum ersten Buch wird auf die Zukunft angespielt: „according to the idols known afterwards in Canaan“ (Milton, S. 7) oder „Nor had they yet among the sons of Eve / Got them new names [...] By falsities and lies the greatest part / Of mankind they corrupted to forsake / God their Creator“ (Milton, S. 19).
Durch die Sterblichkeit wird die Zeitlinie oder –gerade sogar für die einzelne irdische Kreatur auf eine Zeitspanne, oder mathematisch gesprochen, eine Strecke reduziert. Hierdurch ergibt sich ein subjektives, individuelles Zeitkonzept, da sich die Lebensspannen bezüglich des Start- und Endpunktes sowie der Länge stark voneinander unterscheiden können. Andererseits wird die Zeit durch die Sterblichkeit erst zu einer relevanten Dimension, aber auch zu einer andauernden Mahnung, da der Endpunkt, also der Todestag, den meisten Menschen und insbesondere Adam und Eva unbekannt ist: „And death ensue? Then I shall be no more [...] I extinct“ (Milton, S. 220), „from death released / Some days; how long, and what till then our life, / Who knows“ (Milton, S. 265). Michael zeigt Adam aber die Möglichkeit auf, durch eine mäßige Lebensweise, d. h. das Nichtbegehen der Todsünde der Völlerei, sein Leben zu verlängern:
if thou well observe
The rule of not too much, by temperance taught
In what thou eat’st and drink’st, seeking from thence
Due nourishment, not gluttonous delight,
Till many years over thy head return:
So may’st thou live, till like ripe fruit thou drop
Into thy mother’s lap, or be with ease
Gathered, not harshly plucked, for death mature (Milton, S. 273-274).
Angaben konkreter Zeitpunkte oder Zeitspannen finden sich sehr selten; Zeitangaben sind, wenn sie überhaupt auftreten, eher von unspezifischer Natur, z. B. „after a certain space“ (Milton, S. 7), „Defeated of his seizure many days“ (Milton, S. 266).
[...]
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