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Eddische Heldendichtung

Hausarbeit, 2005, 14 Seiten
Autor: Daniela Rabe
Fach: Skandinavistik

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 14
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V33788
ISBN (E-Book): 978-3-638-34180-6
ISBN (Buch): 978-3-640-13729-9
Dateigröße: 65 KB

Zusammenfassung / Abstract

Das Thema der nun folgenden Darlegung soll die Heldendichtung des Codex Regius sein, insbesondere die „Atlakviða in groenlenzka“ und das „Hamðismál“. Zuerst möchte ich der Frage nachgehen, wie Heldendichtung überhaupt zu definieren ist. Dafür werde ich erst versuchen, die Begriffe „Heldendichtung“ und „Held“ im allgemeinen, anhand von verschiedenen Beispielen der europäischen Heldendichtung, zu erläutern. Danach möchte ich die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der isländischen Heldendichtung zur europäischen herausfinden. Im zweiten Teil der Arbeit will ich die Ergebnisse auf zwei Heldenlieder des Codex Regius anwenden, nämlich die „Atlakviða in groenlenzka“ und das „Hamðismál“. Diese beiden Lieder scheinen mir hierfür besonders gut geeignet, da sie ein etwas unterschiedliches Heldenbild liefern. [...]


Textauszug (computergeneriert)

Eddische Heldendichtung

von: Daniela Rabe

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 1

1 Was ist Heldendichtung? 2

1.1 Definition 2
1.2 Das Heldenbild 3
1.3 Die Heldenlieder des Codex Regius 4

2 Analyse 6

2.1 Hamðismál 6
2.2 Atlakviða in gr(?)nlenzka 8

Abschließender Vergleich 10

Literaturverzeichnis 11

 

 

Einleitung

Das Thema der nun folgenden Darlegung soll die Heldendichtung des Codex Regius sein, insbesondere die „Atlakviða in gr(?)nlenzka“ und das „Hamðismál“. Zuerst möchte ich der Frage nachgehen, wie Heldendichtung überhaupt zu definieren ist. Dafür werde ich erst versuchen, die Begriffe „Heldendichtung“ und „Held“ im allgemeinen, anhand von verschiedenen Beispielen der europäischen Heldendichtung, zu erläutern. Danach möchte ich die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der isländischen Heldendichtung zur europäischen herausfinden. Im zweiten Teil der Arbeit will ich die Ergebnisse auf zwei Heldenlieder des Codex Regius anwenden, nämlich die „Atlakviða in gr(?)nlenzka“ und das „Hamðismál“. Diese beiden Lieder scheinen mir hierfür besonders gut geeignet, da sie ein etwas unterschiedliches Heldenbild liefern.

1 Was ist Heldendichtung?

1.1 Definition

Heldendichtung entstand vermutlich in den meisten Fällen aus der sogenannten „oral poetry“, also aus der mündlichen Überlieferung von Heldensagen. „Die mutmaßlichen Wurzeln des Heldenliedes [liegen] in Preislied und Totenklage“1. Das Besondere an der „oral poetry“ ist, dass sie bei jedem Vortrag neu entstand. Allerdings gab es einen feststehenden Handlungsrahmen, sowie bestimmte feste Begriffe und Wendungen, die dem Vortragenden als Gerüst dienten.2

Das „heroic age“, eine Epoche die für den Volksstamm besonders wichtig war3, liefert die Stoffe, zumindest was den Kern, wie Orte und Personen, betrifft. Diese Epoche ist in der Regel eine Zeit großer Veränderungen und einschneidender sozialer Umstrukturierungen in der Gesellschaft. Für die germanische Heldendichtung war dies die Zeit der Völkerwanderung, „die man mit der Zerstörung des südrussischen Ostgotenreiches durch die zentralasiatischen Hunnen 375 beginnen und mit der Niederlassung der Langobarden in Norditalien 568 enden lässt“4. Fehlt eine solche Epoche, wie es im Antiken Rom der Fall war, entsteht keine Heldendichtung. Die historischen Ereignisse, aus denen die Heldenlieder hervorgehen, werden in der Dichtung zum Familienkonflikt. Allerdings kann man nicht davon sprechen, dass diese Lieder stammes- oder sogar familiengebunden wären, da „die langen Wanderungen einzelner Heldensagen [. . . ] eher die Vermutung nahelegen, daß die Rezipienten in Stoff und Gehalt der Sagen etwas erkannt haben, was mit ethnischer und familiärer Tradition durchaus nichts zu tun hat: Die Faszination des „Helden“ scheint – seit Achills Zeiten – gerade darin zu liegen, daß er nicht als Vollstrecker irgendeines Gemeinschaftswillens handelt, sondern als Einzelner, wenn nicht gar als Außenseiter.“5

1.2 Das Heldenbild

Eine genaue Definition für „den Helden“ zu finden ist sicherlich nicht möglich, da sich zu jeder der im folgenden genannten Kriterien irgendeine Ausnahme finden wird. Trotzdem gibt es einiges, das auf fast alle Helden der europäischen Heldendichtung zutrifft, und damit als ungefährer Maßstab für einen Helden dienen kann.

[...]


1 Dieter Kartschoke: Geschichte der deutschen Literatur im frühen Mittelalter. München 2000, S. 124.

2 Der Begriff „oral poetry“ und seine Anwendbarkeit auf die Heldendichtung, besonders die eddische, ist in der Forschung umstritten. Mehr dazu im Kapitel 1.3.

3 Arnulf Krause (Hrsg.): Die Heldenlieder der Älteren Edda. Stuttgart 2001, S. 284.

4 ebd., S.285.

5 Klaus von See: Das Frühmittelalter als Epoche der Literaturgeschichte. In: Ders.: Europa und der Norden im Mittelalter. Heidelberg 1999, S. 31.


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