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Matthias Ehrenfried. Bischof von Würzburg

Scholary Paper (Seminar), 2003, 25 Pages
Author: Irina Seifert
Subject: History - National Socialism, World War II

Details

Event: Proseminar: Deutscher Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Institution/College: University of Würzburg (Institut für Geschichte, Lehrstuhl für Neueste Geschichte)
Tags: Matthias, Ehrenfried, Bischof, Würzburg, Proseminar, Deutscher, Widerstand, Nationalsozialismus
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 25
Grade: 1
Bibliography: ~ 38  Entries
Language: German
Archive No.: V33942
ISBN (E-book): 978-3-638-34287-2
ISBN (Book): 978-3-640-40701-9
File size: 188 KB

Abstract

In der Zeit des Nationalsozialismus hatte die Stadt Würzburg einen Bischof, der zwar nicht an bedeutender Stelle innerhalb des deutschen und bayerischen Episkopats stand und dem es nicht bestimmt war, die bischöflichen Gremien zu repräsentieren oder diplomatische Verhandlungen mit der Reichsregierung zu führen, der jedoch im Kleinen in den unmittelbaren Auseinandersetzungen der Zeit wahre Größe in der Verteidigung von Kirche und Volk, von Wahrheit und Gerechtigkeit bewies. So gilt für ihn, laut Dr. Theodor Kramer: „Er ist der Widerstandsbischof ebenso wie die Kardinäle Graf Galen in Münster und Graf Preysing in Berlin. Darum sind auch die Auseinandersetzungen in der Diözese Würzburg härter gewesen als anderswo." Die 24-jährige Amtszeit des Bischofs von Würzburg, Dr. theol. et phil. Matthias Ehrenfried, war insbesondere durch die Konflikte mit dem nationalsozialistischen Regime und die Zerstörung der Bischofsstadt sowie durch deren Wiederaufbau gekennzeichnet. Eine großen Einblick in die Persönlichkeit Matthias Ehrenfrieds geben die von ihm eigenhändig verfassten Hirtenbriefe. Vor allem in den Jahren 1935-1940 hat der Bischof in seinen Hirtenbriefen immer wieder die Grundsätze des Christentums angesichts des nationalsozialistischen Druckes dargelegt und in seinen Predigten mutig die Rechte der Kirche verteidigt. Generell setzen sich die meisten Hirtenbriefe Ehrenfrieds in den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft mit dessen Prinzipien und der Gefährdung christlicher Normen durch ihn auseinander. In dieser Arbeit werden daher die wichtigsten Hirtenworte kurz vorgestellt. Die wichtigsten Verfasser von Texten und Büchern zum Thema Bischof Matthias Ehrenfried waren vor allem Theodor Kramer, Max Domarus und Klaus Wittstadt.


Fulltext (computer-generated)

Bayrische Julius-Maximilian-Universität Würzburg
Institut für Geschichte
Lehrstuhl für Neueste Geschichte
Proseminar: Deutscher Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Fachsemester: 1

Matthias Ehrenfried. Bischof von Würzburg

von: Irina Seifert

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung S. 2

1. Vor dem Nationalsozialismus S. 3

1.2 Der Werdegang des Bischofs S. 3

1.2.1 Studien in Rom S. 4
1.2.2 Lehrtätigkeit S. 4
1.2.3 Bischofsweihe S. 4

1.3 Sein Wirken als Bischof S. 5
1.4 Hirtenbriefe S. 6

2. Verhältnis zum Nationalsozialismus vor der Machtergreifung Hitlers 1930-1933 S. 7

2.1 Die Haltung des Bischofs S. 7
2.2 Die pastoralen Anweisungen S. 7
2.3 Hirtenbriefe S. 8

3. Während des Nationalsozialismus S. 9

3.1 Der Beginn der Auseinandersetzungen S. 9
3.3 Die Zweideutigkeit seiner Haltung S. 9
3.4 Die Verteid igung der Kirchenrechte durch die Kirche S. 10
3.5 Weitere Beispiele der Auseinandersetzungen zwischen den Nationalsozialisten und der Katholischen Kirche in Würzburg S. 11
3.4 Der Abschluss des Reichskonkordats S. 13
3.5 Schikanen S. 13
3.6 Oppositionelles Verhalten S. 15
3.7. Hirtenbriefe S. 15

4. Während des 2. Weltkrieges S. 16

4.1 Direkte Angriffe S. 16
4.2 Hirtenbriefe S. 16
4.3 Zerstörung der Stadt Würzburg S. 17

4.3.1 Der Großangriff auf Würzburg und seine Folgen S. 17
4.3.2 Hirtenwort S. 17

5. Nach dem 2. Weltkrieg S. 18

5.1 Hirtenbriefe S. 18
5.2 Sein letztes Wirken S. 18

Schlussbetrachtungen S. 19

Literaturliste S. 20


 

Einleitung

In der Zeit des Nationalsozialismus hatte die Stadt Würzburg einen Bischof, der zwar nicht an bedeutender Stelle innerhalb des deutschen und bayerischen Episkopats stand und dem es nicht bestimmt war, die bischöflichen Gremien zu repräsentieren oder diplomatische Verhandlungen mit der Reichsregierung zu führen, der jedoch im Kleinen in den unmittelbaren Auseinandersetzungen der Zeit wahre Größe in der Verteidigung von Kirche und Volk, von Wahrheit und Gerechtigkeit bewies. So gilt für ihn, laut Dr. Theodor Kramer: „Er ist der Widerstandsbischof ebenso wie die Kardinäle Graf Galen in Münster und Graf Preysing in Berlin. Darum sind auch die Auseinandersetzungen in der Diözese Würzburg härter gewesen als anderswo.“1

Die 24-jährige Amtszeit des Bischofs von Würzburg, Dr. theol. et phil. Matthias Ehrenfried, war insbesondere durch die Konflikte mit dem nationalsozialistischen Regime und die Zerstörung der Bischofsstadt sowie durch deren Wiederaufbau gekennzeichnet. Eine großen Einblick in die Persönlichkeit Matthias Ehrenfrieds geben die von ihm eigenhändig verfassten Hirtenbriefe. Vor allem in den Jahren 1935-1940 hat der Bischof in seinen Hirtenbriefen immer wieder die Grundsätze des Christentums angesichts des nationalsozialistischen Druckes dargelegt und in seinen Predigten mutig die Rechte der Kirche verteidigt. Generell setzen sich die meisten Hirtenbriefe Ehrenfrieds in den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft mit dessen Prinzipien und der Gefährdung christlicher Normen durch ihn auseinander. In dieser Arbeit werden daher die wichtigsten Hirtenworte kurz vorgestellt. Die wichtigsten Verfasser von Texten und Büchern zum Thema Bischof Matthias Ehrenfried waren vor allem Theodor Kramer, Max Domarus und Klaus Wittstadt.

1. Vor dem Nationalsozialismus

1.1 Herkunft und Persönlichkeit

Matthias Ehrenfried wurde am 3. August 1871 in der ländlichen Gemeinde Absberg bei Gunzenhausen in Mittelfranken als Sohn des Landwirtes Anton Ehrenfried und dessen Ehefrau Anna Maria Gruber geboren. Er war ein Nachkomme der Deutschherren, die aus dem Gebiet um Mergentheim eingewandert waren. Der elterliche Bauernhof hatte sich früher im Besitz des Deutschen Ordens befunden. 2 Matthias Ehrenfried war sehr stolz auf seine bäuerliche Abstammung und konnte es bis zu seinem Tode nicht verwinden, dass all seine Brüder in die Stadt weggezogen waren und keiner den Familienhof übernommen hatte.3 Die Grundlagen seiner Weltanschauung verdankt er seiner Herkunft.4 Die Abstammung aus einem „festverwurzeltem Bauerngeschlecht“5 hat Matthias Ehrenfried zutiefst geprägt und hat ihn bei aller Aufgeschlossenheit dem Fortschritt gegenüber an seiner konservativen Ideologie festhalten lassen. 6

Abgesehen von dem Stolz auf die bäuerliche Abstammung bildete eine „soldatischpatriotische Haltung einen weiteren Zug seines Wesens“7. Auch diese Einstellung entstammte der Tradition der Familie. „Patriot zu sein, für das Vaterland einzutreten und, wenn es sein musste, zu kämpfen, war für ihn kein Gegensatz zum Glauben an Jesus Christus und die christliche Lehre.“ 8 Die hervorstechendste Charaktereigenschaft Matthias Ehrenfrieds aber war sein „unerschütterliches Gottvertrauen und seine treue Verbundenheit mit der Kirche Jesu Christi“9, so dass ihm Glaubenszweifel nichts anhaben konnten. In den 24 Jahren als Professor in Eichstätt, und in den folgenden 24 Jahren als Bischof von Würzburg, behielt er stets seine gerade Linie bei. 10

1.2 Der Werdegang des Bischofs

1.2.1 Studien in Rom

Nach dem Abitur, das Matthias Ehrenfried im Bischöflichen Knabenseminar Eichstätt abgelegt hatte, wurde er von Bischof Leonrod nach Rom als Alumnus11 des Deutsch- Ungarischen Kollegs geschickt, wo er sich ab 1891 den philosophischen und theologischen Studien widmete und diese mit Auszeichnung beendete.12 Hierbei wurde er besonders von dem Dogmatiker Louis Billot geprägt.13 Am Tag der Apostel Simon und Judas, am 28. Oktober 1898, erhielt er in der Kirche des Germanicums in Rom die Priesterweihe. Dort wurde Matthias Ehrenfried 1899 auch zum Doktor der Philosophie und der Theologie promoviert. Die Jahre in der Vatikanstadt haben den künftigen Professor und Bischof geprägt. Zeitlebens blieb Matthias Ehrenfried mit Rom, der römischen Kirche und dem Vatikan eng verbunden.

1.2.2 Lehrtätigkeit

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm er eine Stelle als Kaplan in Hilpoltstein, und schon nach kurzer Seelsorgetätigkeit wurde er 1900 als Professor für Dogmatik14 an die Bischöfliche Hochschule Eichstätt berufen. 15 Bereits ein Jahr später beauftragte Bischof Leonrod ihn jedoch mit der Lehrtätigkeit in Fundamentaltheologie, Apologetik 16, der neutestamentlichen Exegese17 und der Homiletik 18. Daneben stand er stets auch stark im öffentlichen Leben und widmete sich auch als Professor noch in hohem Maße der seelsorgerischen Tätigkeit. 1912 bis 1919 war er Redakteur der „Katholischen Schule“, 1920 bis 1924 des „Klerusblattes“. Ebenso gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des bayerischen Priestervereins.19

1.2.3 Bischofsweihe

[...]


1 Kramer, Theodor: Matthias Ehrenfried, Bischof von Würzburg (1871-1948), (Sonderdruck aus Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte, Siebente Re ihe: Lebensläufe aus Franken, Bd. 6), Würzburg 1958, S. 11.

2 Vgl.: Wittstadt, Klaus: Ehrenfried, Matthias, in: Gatz, Erwin (Hg.): Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder 1785/ 1803 bis 1945. Ein biographisches Lexikon, Berlin 1983, S. 164 – S. 165.

3 Vgl.: Kramer, Theodor: Ehrenfried, 1960, S. 3.

4 Vgl.: Ebd.

5 Domarus, Max: Bischof Matthias Ehrenfried und das Dritte Reich, Würzburg 1975.

6 Vgl.: Wittstadt, Klaus: Ehrenfried, 1983.

7 Domarus, Max: Ehrenfried, 1975, S. 16.

8 Ebd.

9 Ebd.

10 Vgl.: Ebd.

11 = A lumnatszögling; Alumnat = österreich. veraltet für: Einrichtung zur Ausbildung von Geistlichen.

12 Vgl. Kramer, Theodor: Ehrenfried, in: Neue Deutsche Biographie, hrsg. von der historischen Kommission bei der bayerischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 4 ( Dittel – Falck), Berlin 1959, S. 354.

13 Wittstadt, Klaus: Ehrenfried, 1983.

14 = Glaubenslehre.

15 Vgl.: Domarus, Max: Ehrenfried, 1975.

16 = Verteidigung, Rechtfertigung der christlichen Lehren.

17 = Bibelerklärung; Wissenschaft von der Bibelauslegung.

18 = Geschichte und Theorie der Predigt.

19 Vgl.: Wittstadt, Klaus: Ehrenfried, 1983.


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