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Kontrastive Untersuchung linguistischer Besonderheiten in der Jugendsprache

Examination Thesis, 2003, 165 Pages
Author: Ewa Stock
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2003
Pages: 165
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 92  Entries
Language: German
Archive No.: V34160
ISBN (E-book): 978-3-638-34464-7

File size: 1206 KB


Excerpt (computer-generated)

Kontrastive Untersuchung
zu linguistischen Besonderheiten in der Jugendsprache

EXAMENSARBEIT

am Institut für Germanistik
der Universität Koblenz- Landau
Abteilung Landau

vorgelegt von: 

Ewa Stock

 23.10.2003

 

INHALTSVERZEICHNIS

Inhaltsverzeichnis ... I
Auszeichnungsverzeichnis  ... IV
Abbildungsverzeichnis  ... V

1. Einleitung  ... 1

2. Abgrenzung von Begriffen, Einflussfaktoren und Genese  ... 3
2.1. Begriffsbestimmungen  ... 4
2.1.1. Die Begriffe „Jugend“ - „Jugendkultur“  ... 4
2.1.2. Der Begriff „Jugendsprache“  ... 6
2.1.3. Zusammenfassung  ... 10
2.2. Funktionen des jugendspezifischen Sprachgebrauchs  ... 11
2.2.1. Zusammenfassung  ... 15
2.3. Geschichte des jugendspezifischen Sprachgebrauchs  ... 16
2.3.1. Die Studentensprache  ... 17
2.3.2. Die Pennälersprache  ... 20
2.3.3. Die Wandervogelbewegung  ... 20
2.3.4. Zusammenfassung  ... 21
2.4. Einflüsse des jugendspezifischen Sprachgebrauchs  ... 22
2.4.1. Medien  ... 22
2.4.2. Fach- und Sondersprachen  ... 27
2.4.3. Dialekte  ... 28
2.4.4. Fremdsprachen  ... 30
2.4.5. Vulgärer Wortschatz  ... 31
2.4.6. Zusammenfassung  ... 33
2.5. Forschungsübersicht  ... 34
2.5.1. Sprachsystematische Untersuchungen  ... 36
2.5.1.1. Hennes Modell des jugendspezifischen Sprachgebrauchs  ... 36
2.5.1.2. Ehmanns Untersuchungen zu jugendspezifischem Sprachgebrauch und Dialekt  ...  38
2.5.2. Sprachpragmatische Untersuchungen  ... 42
2.5.2.1. Schlobinskis Paradigmenwechsel der Jugendsprachforschung  ... 42
2.5.2.2. Androutsopoulos Untersuchungen  ... 44

3. Linguistische Untersuchung/ Exemplarische Analyse  ... 45
3.1. Ausgangsproblematik ...  45
3.1.1. Erhebungsziel  ... 46
3.2. Korpus ...  47
3.2.1. Eigene methodische Vorgehensweise ...  48
3.2.1.1. Auswahl des Befragungsortes  ... 48
3.2.1.2. Auswahl der Probanden  ... 48
3.2.1.3. Auswahl und Problematik der methodischen Vorgehensweise  ... 49
3.2.1.4. Konzipierung des Fragebogens  ... 50
3.2.1.5. Vorbereitung der Fragebogenaktion  ... 52
3.2.1.6. Durchführung der Fragebogenaktion  ... 52
3.2.1.7. Auswertung der Fragebögen  ... 53
3.2.1.8. Problematik der Fragebogenaktion  ... 54
3.2.1.9. Vorgehensweise bei der Darstellung und Analyse des gewonnenen Sprachmaterials  ... 56
3.3. Beschreibung des Sprachraums der Befragungsorte Alzey und Landau  ... 59
3.3.1. Die Sprachräume Rheinhessen und Pfalz  ... 60
3.3.2. Der Sprachraum Pfalz  ... 60
3.3.2.2. Der pfälzische Dialekt  ... 61
3.3.2.3. Die Stadt Landau  ... 63
3.3.2.4. Die KARS  ... 64
3.3.3. Der Sprachraum Rheinhessen  ... 64
3.3.3.2. Der rheinhessische Dialekt  ... 65
3.3.3.3. Die Stadt Alzey  ... 68
3.3.3.4. Die Realschule des Gustav- Heinemann- Schulzentrums ...  69
3.4. Analyse und Darstellung der Ergebnisse  ... 69
3.4.1. „Ortsvokabular“  ... 70
3.4.1.1. Bezeichnungen für ‚Diskothek’  ... 70
3.4.1.2. Bezeichnungen für ‚Kino’  ... 71
3.4.1.3. Bezeichnungen für ‚Schule’  ... 73
3.4.1.4. Zusammenfassung  ... 76
3.4.2. „Partnervokabular“  ... 76
3.4.2.1. Bezeichnungen für einen attraktiven Geschlechtspartner  ... 76
3.4.2.1.1. Jungenliste  ... 76
3.4.2.1.2. Mädchenliste  ... 79
3.4.2.2. Bezeichnungen für einen unsympathische Altersgenossen ...  81
3.4.2.2.1. Mädchenliste  ... 81
3.4.2.2.2. Jungenliste  ... 87
3.4.2.2.3. Bezeichnungen für ‚FreundInnen’  ... 90
3.4.2.2.4. Zusammenfassung  ... 93
3.4.3. „Autoritätenvokabular“  ... 97
3.4.3.1. Bezeichnungen für ‚LehrerInnen’  ... 97
3.4.3.2. Bezeichnungen für ‚Eltern’ ... 99
3.4.4. „Bewertungsvokabular“  ... 101
3.4.4.1. Positives Bewertungsvokabular ...  101
3.4.4.2. Negatives Bewertungsvokabular  ... 104
3.4.4.3. Zusammenfassung  ... 107
3.4.5. „Beziehungsvokabular“  ... 107
3.4.5.1. Bezeichnungen für ‚verliebt sein’ ...  107
3.4.5.2. Zusammenfassung  ... 108
3.4.6. „Randgruppenvokabular“  ... 108
3.4.6.1. Bezeichnungen für ‚Obdachlose/ Bettler’  ... 108
3.4.6.2. Bezeichnungen für ‚Homosexuelle/ Lesben’  ... 110
3.4.6.3. Bezeichnungen für ‚Straffällige’  ... 111
3.4.6.4. Bezeichnungen für ‚Behinderte’  ... 113
3.4.6.5. Zusammenfassung ...  114
3.4.7. „Tabuvokabular“  ... 114
3.4.7.1. Bezeichnungen für ‚sterben’  ... 114
3.4.7.2. Zusammenfassung  ... 116
3.4.8. „Begrüßungsvokabular“  ... 116
3.4.8.1. Begrüßung von Freunden  ... 117
3.4.8.2. Begrüßung von Erwachsenen/ LehrerInnen  ... 121
3.4.8.3. Zusammenfassung  ... 123

4. Resümee  ... 124

Literaturverzeichnis  ... 129

Anhang A: Darstellung der Untersuchungsergebnisse  ... 134
Anhang B: Darstellung des Fragebogens  ... 156
Anhang C: Genehmigungsschreiben des ADD  ... 160

Auszeichnungsverzeichnis
kursiv Auszeichnung für ein sprachliches Beispiel
‚ Eltern’ Auszeichnung für die Bedeutung
„Jugendsprache“ Auszeichnung für Termini

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1) Kontextbedingungen für die Entfaltung kreativer Sprechstile ... 44
Abbildung 2) Der pfälzische Sprachraum  ... 61
Abbildung 3) Binnendifferenzierung des pfälzischen Dialekts  ... 63
Abbildung 4) Die Sprachtrennungslinien des Rheinhessischen  ... 65
Abbildung 5) Die nördliche und südliche Binnenstrukturierung des Rheinhessischen  ... 66
Abbildung 6) Die westliche und östliche Binnenstrukturierung Des Rheinhessischen ... 67
Abbildung 7) Weitere Sprachtrennungslinien des Rheinhessischen  ... 68

 

Einleitung

Das ist total megahip! Hey Alter, was geht ab? Diese Ausdrücke würden viele Erwachsene als eindeutig „jugendsprachlich“ identifizieren. Was ist eigentlich Jugendsprache? Handelt es sich dabei um eine Sprache, die alle Jugendlichen sprechen? Und, wenn ja, zeichnet sie sich dann durch bestimmte Merkmale und regionale Unterschiede aus? Inwieweit besteht ein Zusammenhang zur Standardsprache? Auf welche kulturellen Ressourcen greifen Jugendliche bei der Bildung ihres Sprachgebrauchs zurück?

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen „Jugendsprache“ und seinen regionalen Besonderheiten. Dem Umgang mit diesem Thema liegen verschiedene Motive zugrunde. Einerseits ist der Forschungsstand zu den regionalen Aspekten der Jugendsprache sehr gering. Aus diesem Grund kann man nur schwer auf wissenschaftlich fundiertes Material zurückgreifen. Andererseits geht es darum, festzustellen, ob alle Jugendlichen sich sprachlich anders ausdrücken. Dabei ist mein eigentliches Ziel, dem „Mythos von der Jugendsprache“ (Schlobinski u.a. 1993: 7) auf den Grund zu gehen.

Untersuchungen zum Thema „Jugendsprache“ stimmen darin überein, „dass sich der Sprachgebrauch im sozialen Alter der Jugend von dem Sprachgebrauch anderer Altersgruppen“ (Androutsopoulos 1998: 1) und der Standardsprache unterscheidet. Die Anfänge der Erforschung des Phänomens „Jugendsprache“ liegen in den achtziger Jahren. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung, längerer Ausbildungszeiten und einer damit verbundenen längeren Jugendphase weitet sich der Gebrauch der Jugendsprache hinsichtlich des Alters seiner Benutzer zunehmend aus. Des Weiteren hat das Thema „Jugend“ und „Jugendsprache“ in den letzten zehn Jahren eine zunehmende Popularisierung erfahren. Eine große Rolle spielen dabei auch die Medien, da sie einerseits Jugendsprache überregional vermitteln und andererseits in der Jugendsprache verbal aufgegriffen werden. Im Rahmen unserer „Spaß- und Freizeitgesellschaft“ orientieren sich zunehmend Erwachsene am jugendlichen Ideal. Dies äußert sich u.a. auch darin, dass sie in bestimmten Kommunikationssituationen Jugendsprache imitieren. Durch die Medien entwickelte sich in den letzten fünfzig Jahren eine Jugendkultur nach amerikanischem Vorbild, die sich auf drei Ebenen abspielt. Darüber hinaus manifestiert sie sich in Kleidung, Musik und sprachlichem Ausdruck. Mit der Verbreitung des Phänomens Jugendsprache durch die Medien geht die Kritik am zunehmenden Sprachverfall einher. Dabei wird den Jugendlichen vorgeworfen, ihr sprachliches Ausdrucksvermögen sei fehlerhaft.

Im Sinne Davids hoffe ich, mit dieser Arbeit einen Beitrag dazu leisten zu können, dass Jugendsprache vorurteilsfreier bewertet wird. Bei meiner Untersuchung zum Thema der regionalen Besonderheiten des jugendspezifischen Sprachgebrauchs werde ich in zwei Schritten vorgehen. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus theoretischer und praktischer Untersuchung, in der die Strukturen heutiger Jugendsprache dargestellt werden.

Im Rahmen des ersten Teils stelle ich die theoretischen Grundlagen der Jugendsprache dar. Dabei gehe ich im Sinne einer Einführung auf die Begriffsbestimmungen von „Jugend“ und „Jugendsprache“ ein, untersuche deren Funktionen und Genese. Darüber hinaus stelle ich die externen und internen Einflussfaktoren dar und erläutere die verschiedenen Strömungen der Jugendsprachforschung. Im zweiten Teil dieser Arbeit führe ich schwerpunktmäßig eine praktische Untersuchung der Jugendsprache durch. Dabei beschreibe ich die Ausgangsproblematik, mein Erhebungsziel sowie das methodische Vorgehen. Als weitere theoretische Grundlage stelle ich darüber hinaus die beiden Sprachräume, in denen die Befragungsorte liegen, sowie deren Historie, dar. Bei meiner Analyse der Ergebnisse, die ich aus dem gewonnenen Sprachmaterial erhalten habe, werde ich die Ergebnisse mit der größten Häufigkeit von beiden Befragungsorten kontrastiv gegenüberstellen und vergleichen, indem ich auf deren Form, Bedeutung und Funktion eingehe. Im Vordergrund steht dabei, die strukturellen Merkmale und regionale Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten des jugendspezifischen Sprachgebrauchs der Probanden herauszustellen und zu analysieren. Um dies feststellen zu können, führte ich meine Umfrageaktion in Alzey und Landau durch, die ca. 100 Kilometer voneinander getrennt sind. Die Probanden sind die Schülerschaft zweier Realschulen der Befragungsorte.

Als Grundlage zum weiterführenden Lesen kläre ich an dieser Stelle die Begriffe „Umgangssprache“, „Standardsprache“, „Mundart“ und „Dialekt“, die im Folgenden mehrfach auftreten.

Nach Fleischer u.a. (2001) unterscheidet man die Standardsprache von Dialekten, Mundarten und Umgangssprachen (vgl. Fleischer u.a. 2001: 90). Sie ist überlandschaftlich, sozial unbegrenzt und polyfunktional (vgl. ebd.). Mundarten dagegen existieren in zwei Formen: als dörfliche bzw. kleinräumige Mundarten und als Stadtmundarten (vgl. a.a.O.: 91). Ein Zusammenhang zwischen Mundart und Standardsprache besteht dahingehend, dass die Mundarten standardsprachliches Material aufnehmen und es „phonologisch/ phonetisch“ (ebd.) integrieren. Als Umgangssprachen bezeichnen Fleischer, Helbig und Lerchner die Stadtsprachen, welche heute als regionale Varianten der Standardsprache gelten. Sie sind stilistisch als „Alltagsrede markiert“ (Fleischer u.a. 2001: 91). Nach Schippan werden sie durch die Mundarten beeinflusst (vgl. Schippan 1992: 12). „Das Verhältnis der Mundarten und Umgangssprachen“ zur Standardsprache „unterscheidet sich regional, sozial und funktional“ (ebd.). Aufgrund der aktuellen Mobilität und Kommunikationsbedürfnisse dringen immer mehr standardsprachliche Lexeme in die Umgangssprachen und Mundarten ein. Dieser Prozess vollzieht sich, indem das standardsprachliche Lexem der Mundart oder Umgangssprache lautlich angeglichen wird. Eine andere Form, in der sich regionale Unterschiede niederschlagen, sind die Dialekte. Löffler fasst es folgendermaßen zusammen: „Dialekte sind areal auf bestimmte Geltungszonen und personal auf bestimmte Personengruppen festgelegt und haben somit durch die geographische und soziale Verteilung einen unterschiedlichen Gebrauchswert in Abhängigkeit von den kommunikativen Bedürfnissen und Gepflogenheiten der Sprecher“ (Löffler 1985: 161). Auf weitere Aspekte und Funktionen der Dialekte, besonders hinsichtlich der Befragungsorte, wird unten eingegangen.

[....]


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