Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 23 Pages
Author: Dinah Stratenwerth
Subject: Romance Languages - Latin American Studies
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Lateinamerika Institut)
Tags: Amalia, Titelheldin, Josè, Marmols, Roman, Amalia, Identifikationsfigur, Titelheldinnen, Gründungsroman
Year: 2003
Pages: 23
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-34490-6
File size: 250 KB
Die Arbeit analysiert die Erzaehlerstruktur des Romans "Amalia", den der argentinische Schriftsteller Jose Marmol Mitte des 18. Jahrhunderts schuf. Zerrissen im Konflikt zwischen Foederalisten und Unitariern, suchte die junge Nation damals nach Identitaet. Marmol behandelt die Ereignisse in seinem Land anhand einer Liebesgeschichte, deren Protagonistin Amalia ist- obwohl sie kaum etwas tut. Warum der Leser dennoch mit ihr mitfiebert, ist die Frage, die der Arbeit zugrunde liegt.
Other users also were interested in the following titles:
Excerpt (computer-generated)
„Amalia estaba aturdida“ - Die Titelheldin in
Josè Marmols Roman "Amalia" als Identifikationsfigur
von: Dinah Stratenwerth
Inhalt
1) Einleitung 4
2) Der Roman 5
1. Einführung 5
2. Theoretische Grundlage der Arbeit 8
3. Forschungsstand 9
3) Textanalyse 12
1. Der Erzähler 12
2. Die Funktion Amalias für den Fortgang der Geschichte 15
3. Kurze Zusammenfassung und Wiederholung der Fragestellung 17
4. Analyse relevanter Textstellen mit Blick auf die Positionierung des Erzählers 18
4) Schluss 22
Literatur 24
1) Einleitung
Oft ist klar, wer der Held oder die Heldin einer Geschichte ist und mit wem der Leser mitfiebert. Manchmal ist das Mitgefühl des Lesers auch auf mehrere Hauptfiguren verteilt. Wodurch wird dieses Mitgefühl hervorgerufen? Ich denke, es ist der Erzähler, der seine Leser bestimmten Figuren mit mehr Anteilnahme folgen lässt als anderen. Auf der Rezipientenseite lassen sich Thesen bezüglich der Identifikationsfiguren methodisch schwer belegen, weil man eine empirische Studie machen müsste, und das liegt meist nicht im Möglichkeitsbereich eines Studenten. Aber die andere Seite kann erforscht werden: der Erzähler der Geschichte. Damit ist nicht der reale Autor gemeint, sondern die Erzählstimme, die die Geschichte wiedergibt, also den eigentlichen Akt der Narration vollbringt.
Der Roman, der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist, hat mit der Figur des Daniel Bello einen Helden, wie er heldenhafter kaum sein könnte: Schön, gebildet, gewandt, mutig, liebevoll seinen Freunden gegenüber, seiner Geliebten treu ergeben- und ein bisschen skrupellos, wenn er andere ausnutzt oder erpresst, um seine Ziele zu erreichen. Immer im Dienste der guten Sache natürlich. Es handelt sich um den Roman „Amalia“, geschrieben in den 1850er Jahren von José Marmol unter dem Eindruck der Diktatur von Juan Manuel de Rosas in Argentinien. Die gute Sache ist es, gegen diesen Tyrannen und die Barbarei, die ihn umgeben und stützen, zu kämpfen. Und wer ist Amalia? Laut meiner These ist sie eine wichtige Identifikationsfigur, da der Erzähler sie benutzt, um dem Leser besonders deutlich zu machen, wer „gut“ und „böse“ innerhalb des Wertesystems des Romans ist. Daniel ist dem Leser stets einen Schritt voraus, dieser folgt dem Helden staunend und versteht nicht immer die Intrigen, die Daniel ersinnt. Amalia hingegen fühlt, was der Leser auch fühlt, und bietet ihm daher die Möglichkeit, sich wiederzufinden, sich mit ihr zu identifizieren. Ich möchte in dieser Arbeit versuchen, zu zeigen, wie durch die Sichtweise des Erzählers diese Identifikation geschaffen wird. Ich werde untersuchen, wie die Figur Amalias den Verlauf der Geschichte beeinflusst und wie die Erzählperspektive in Szenen, in deren Mittelpunkt sie steht, konstruiert ist.
Zunächst werde ich den Roman und seinen politischen Hintergrund kurz vorstellen. Als theoretische Grundlage dient mir die Erzählerkonzeption von Gerard Genette, der zwei verschiedene Erzählerpositionen und drei verschiedene Sichtweisen- er nennt sie Fokalisierungen- definiert hat. Da Genette davon ausgeht, dass Fokalisierungen sich innerhalb eines Textes häufig ändern, können auch kleine Abschnitte genau untersucht werden. Im folgenden Kapitel zeige ich, was andere Autoren zur Funktion der Figur Amalia gesagt haben. Mit der Frage nach der Identifikation hat sich keiner von ihnen beschäftigt. Dann beschreibe ich die Eigenschaften des Erzählers in dem Roman sowie, in einem weiteren Kapitel, die Funktion Amalias für den Verlauf der Handlung. Nach einer kurzen Zusammenfassung analysiere ich schließlich wichtige Textstellen, in denen Amalia vorkommt, bezüglich der Fokalisierung des Erzählers. Ich denke, die Identifikation wird hergestellt über Werturteile, die abgegeben werden in dem Moment, wenn die Erzählung auf Amalias Figur intern fokalisiert ist. Dies geschieht meist, wenn sie mit den „Bösen“ des Romans, also den Anhängern des Diktators, konfrontiert ist. Durch diese Wertung in der internen Fokalisierung hat der Leser die Möglichkeit, mit ihren Augen zu sehen und ihre Angst oder Abscheu mitzuempfinden.
2) Der Roman
1. Einführung
Der politische Hintergrund der Entstehung des Romans ist sehr wichtig. Jose Marmol schrieb ihn unter dem Eindruck der Diktatur Juan Manuel de Rosas` (1836-1852). 1840 war Marmol selbst für drei Wochen wegen antirossistischer Aktivitäten inhaftiert, danach emigrierte er nach Montevideo, wo er als Journalist und Autor weiter gegen das Regime von Rosas arbeitete. Mit Gedichten fand er erste Anerkennung als Schriftsteller. Wie in der Vorbemerkung des Buches (Marmol 1976: 9) erwähnt, haben viele der im Roman vorkommenden Figuren wirklich gelebt, so der Diktator selbst, sein Außenminister oder Mitglieder der Partei der Unitarier.
Historischer Hintergrund des Romans ist die Auseinandersetzung zwischen der Partei der Unitarier und der der Föderalisten im Verfassungskonflikt während und nach der Loslösung von der spanischen Kolonialmacht. Beide Parteien gründeten sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich traten die Föderalisten für eine größere Autonomie der Provinzen ein und befürworteten ökonomischen Protektionismus. Die Unitarier hingegen waren für wirtschaftlichen Liberalismus und politischen Zentralismus. Mit der Machtübernahme Rosas´ als Gouverneur von Buenos Aires 1835 verschoben sich diese Interessen jedoch. Rosas gehörte zur Partei der Föderalisten. Dennoch verfolgte er eine liberale Wirtschaftspolitik vor allem im Handel mit den Briten, die jedoch im Gegensatz zu seinem sozialen, politischen und religiösen Wertkonservativismus stand. Zu Beginn der 40er Jahre hatten sich die Begriffe „unitaristisch“ und „föderalistisch“ hin zu „antirossistisch“ und „rossistisch“ verschoben, wie Jochen Heymann bemerkt (Heymann 1992: 59). Dementsprechend werden die Begriffe auch im Roman verwendet.
Weiterhin weist Heymann darauf hin, dass die Opposition der 40er Jahre, im Gegensatz zu den historischen Unitariern der ersten Generation, mit den Romantikern verbunden war. (ebd.). Rössner spricht im Zusammenhang mit dem romantischen Denken von einer „geschichtsteleologischen Rolle der nationalen Identitäten“ (Rössner 1995: 177). Die Romantiker verstanden den Identitätskonflikt der neu entstehenden Staaten als einen Konflikt zwischen Zivilisation und Barbarei. Diese Dichotomie findet sich auch in Marmols Roman immer wieder. Marmol stand dem Kreis der Romantiker der „Generation 37“ um Alberdi und Echeverria nahe. Jochen Heymann bezeichnet seine Stellung innerhalb dieser Gruppe allerdings als „peripher“ (ebd.: 53). Hernán Vidal weist auf die widersprüchliche Haltung Marmols gegenüber einigen wichtigen unitaristischen bzw. romantischen Persönlichkeiten hin. So sei der Schriftsteller eher unitaristisch- monarchistisch eingestellt gewesen, im Gegensatz zu Echeverria, der liberalrepublikanische Ansichten vertrat. Hier zeigt sich, dass sich unter dem Begriff „unitaristisch“ verschiedene politische Ideen vereinigten. Das einzige, was alle gemein hatten, war die Opposition gegen Rosas. Marmol versuchte Echeverria trotz der Verschiedenheit ihrer politischen Grundsätze mit seinem Schaffen zu beeindrucken. Ihm war daran gelegen, einen Ausgleich zwischen dem republikanischen und dem monarchistischen Lager zu schaffen, da er sozusagen „zwischen den Stühlen saß“ (Vidal 1977: 49). Vidal sieht in der Ambivalenz der Figur Daniels diese Zerrissenheit Marmols widergespiegelt. Daniel als einsamer Held und Amalia als idealisierte, gottgleiche Heldin sind auch im literarischen Sinne romantische Motive.
[...]
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Geistesgeschichte
Author: Paula HesseGerman Studies - Modern German Literature, 2002 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: