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Referat (Ausarbeitung), 2005, 19 Seiten
Autoren: Nina Stoll, Vera Schirghofer, Melanie Pelka
Fach: Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Details
Tags: Definition, Armut
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: 11 Punkte
Literaturverzeichnis: ~ 3 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-34509-5
Dateigröße: 214 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Die Definition von Armut
von: Nina Stoll
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Begriffsdefinition 1
2.1 Absolute Armut 1
2.2 Relative Armut 2
3 Sichtbare Armut: Wohnungs- und Obdachlosigkeit 2
3.1 Obdachlosigkeit 2
3.1.1 Manifeste (Offene) Obdachlosigkeit 3
3.1.2 Latente (Verdeckte) Obdachlosigkeit 3
3.2 Wohnungslosigkeit 3
4 Ansätze zur Messung 4
4.1 Ressourcenansatz 4
4.2 Lebenslagenansatz 7
4.3 Bekämpfte und Verdeckte Armut 8
4.3.1 Sozialhilfe 8
4.3.2 Bekämpfte Armut 8
4.3.3 Verdeckte Armut 9
5 Risikogruppen in der Gesellschaft 10
5.1 Alleinerziehende 11
5.2 Kinderreiche Familien 11
5.3 Kinder und Jugendliche 11
5.4 Ausländer 11
5.5 Arbeitslose 11
5.6 Working poor 12
6 Psychische und soziale Auswirkungen der Armut 12
6.1 Kinder- und Jugendliche 12
6.2 Langzeitarbeitslose 12
6.3 Obdachlose und Wohnungslose 13
7 Armutsbilder 14
7.1 Armut als dauerhafte Lebenslage 14
7.2 Armut als Einzelschicksal 14
7.3 Neue Armut 14
7.4 Verzeitlichte Armut 14
8 Wachsende Armutskluft 15
8.1 Zunehmende Polarisierung zwischen Arm und Reich 15
9 Schlussteil 16
9.1 Zusammenfassung 16
Literaturverzeichnis 17
1 Einleitung
In den letzten Jahren hat man in der öffentlichen Diskussion in Deutschland aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs den Eindruck, es würde „uns“ immer schlechter gehen und wir würden alle verarmen. Die steigende Zahl Arbeitsloser und Sozialhilfeempfänger trägt ein Übriges dazu bei. Doch die Frage, wann eine Person oder gar eine Gesellschaft als arm zu bezeichnen ist, ist nicht einfach zu beantworten. Dieses Referat soll daher versuchen einen Einblick in die Armutsdefinition und die Armutsforschung zu geben. Hierbei soll vor allem auf drei Aspekte eingegangen werden. Zum einen wäre da der Aspekt der räumlichen und zeitlichen Bedingung von Armut zu nennen. Dieser bedeutet, dass Armut von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich ausgelegt wird, in Entwicklungsländern versteht man daher etwas anderes unter Armut als in Industrieländern, wie es zum Bespiel in Deutschland der Fall ist. Außerdem verändert sich das Verständnis von Armut von Zeit zu Zeit, so dass sich die Definition an die gesellschaftlichen Veränderungen anpasst.
Ein weiterer Aspekt auf den wir eingehen möchten, ist Armut als ein relatives Problem. In Deutschland ist nicht die Frage des Überlebens entscheidend, sondern die Frage des menschenwürdigen Lebens. Armut steht also in Relation zu gesamtgesellschaftlichen Lebensgewohnheiten. Der dritte hier zu nennende Aspekt ist, dass Armut ein umfassender Begriff ist, es also nicht nur um monetäre Ressourcen (Mindesteinkommen) geht, sondern auch um Unterversorgung in zentralen Bereichen wie Bildung und Gesundheit. Des weiteren werden wir die verschiedenen Ansätze der Messung von Armut vorstellen, bevor wir uns den Risikogruppen, welche von Armut betroffen sein können, und die psychischen Auswirkungen auf diese zuwenden.
2 Begriffsdefinition
2.1 Absolute Armut
Hierunter wird Armut als Existenzminimum definiert, das entweder nur der Lebenserhaltung dient, also dem physischem Existenzminimum, oder in einem erweiterten Sinn auf ein menschenwürdiges Dasein innerhalb einer Gesellschaft , das so genannte soziokulturelle/konventionelle Existenzminimum, abzielt. Das physische Existenzminimum gesteht nur jenen Bedarf an Nahrung, Kleidung usw. der das dauerhafte Überleben sichert zu. Dies ist die Absolute Armutsdefinition im strengeren Sinn. Diese ist jedoch für die Bundesrepublik Deutschland, als industrialisierter Staat, von untergeordnetem Interesse. Von weit größerer Bedeutung sind jedoch erweiterte Existenzminima, die über das physische Existenzminimum hinausgehen.
Das sogenannte soziokulturelle/konventionelle Existenzminimum berücksichtigt jenes Minimum an Bedürfnisbefriedungsmitteln, das nach Anschauung der Gesellschaft für eine menschenwürdige Existenz erforderlich ist. Dies ist auch für die Sozialhilfe, die in Deutschland das staatliche Instrument zur Armutsbekämpfung darstellt und worauf jeder Bürger einen Rechtsanspruch besitzt, die Basis. Gem. § 1 BSHG und ab 01.01.2005 neu § 1 SGB XII hat sie die Aufgabe, einkommensschwachen Personen ein Leben zu ermöglichen, „das der Würde des Menschen entspricht“. Die Sozialhilfe soll also nicht nur die physische Existenz sichern, sondern auch die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben ermöglichen.
2.2 Relative Armut
Nach dem Konzept der sozialen Ungleichheit wird bei der Relativen Armutsdefinition Armut als eine externe und nicht gewollte Ausprägung dieser Angesehen. Hierbei wird Armut relativ zu einem gesellschaftlichen Standard definiert z.B. dem durchschnittlichen Einkommen oder den durchschnittlichen Ausgaben eines Haushaltes wie es bei der Sozialhilfe der Fall ist. Als Arm wird man vor allem dann bezeichnet wenn man am so genannten „unteren Ende“ einer ein- bzw. mehrdimensionalen Verteilung liegt. Die Dimension hierbei ergibt sich aus der Anzahl der berücksichtigten Merkmale z.B. Einkommen, Vermögen, Wohnsituation usw., die zur Analyse von Benachteiligung herangezogen werden.
3 Sichtbare Armut: Wohnungs- und Obdachlosigkeit
3.1 Obdachlosigkeit
Bei der Obdachlosigkeit muss zwischen zwei Formen unterschieden werden. Zum einen gibt es die manifeste oder auch offene Obdachlosigkeit genannt und zum anderen die latente oder auch verdeckte Obdachlosigkeit. Bevor wir jedoch näher auf diese Formen der Obdachlosigkeit eingehen werden, muss zu erst ein Überblick auf die Entstehung und die Ursachen von Obdachlosigkeit erfolgen. Der Rückgang der Wohnungsnot in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ist in den 70er Jahren zum Stillstand gekommen. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt seit Ende der 80er Jahre spitzte sich aufgrund der sprunghaft angestiegenen Ost-West-Wanderung krisenhaft zu, was zur Folge hatte, dass auch die Zahl der (manifest) Obdachlosen zunächst erheblich zu nahm und schließlich 1996 mit ca. 930.000 Menschen – davon gut 50.000 in den neuen Ländern – ihren Gipfel erreichte. Danach halbierte sich diese Zahl fast jedoch wieder. Insbesondere viele Aussiedler konnten ihre Notunterkünfte verlassen, aber auch Westdeutschen gelang es besser als vorher, auf dem Mietwohnungsmarkt Wohnungen zu finden. Grund dafür waren viele durch den Abzug der alliierten Truppen freigewordene Neubauten und preisgünstige Wohnungen sowie die Anstrengungen der Kommunen und freien Trägern der Wohnungslosenhilfe durch z.B. Übernahme von Mietschulden und vermehrten Beratungsangeboten.
Vordergründige Ursachen der Obdachlosigkeit sind in der Regel Mietschulden. Obwohl die Mehrheit der deutschen Bevölkerung meint Obdachlosigkeit wäre selbstverschuldet, ist dies nur sehr selten der Fall. Strukturelle Hintergründe der Notlage, die in Mietschulden offenbar wird, sind Armut und Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit einer angespannten Situation am lokalen Wohnungsmarkt. Arbeitslosigkeit und unverschuldete Notlagen, z.B. durch Krankheit, haben bei der Entstehung von Obdachlosigkeit eine große Bedeutung, familiäre Ereignisse wie Scheidungen oder Geburten spielen ebenfalls eine Rolle, sind aber von minderem Gewicht.
3.1.1 Manifeste (Offene) Obdachlosigkeit
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