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Akustische Umwelt

Termpaper, 2003, 24 Pages
Author: Peter Lissner
Subject: Musicology

Details

Event: Musikpsychologische und musiksoziologische Grundlagen der Vermittlung und Aneignung von Musik
Institution/College: University of Bamberg
Tags: Akustische, Umwelt, Musikpsychologische, Grundlagen, Vermittlung, Aneignung, Musik
Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 24
Bibliography: ~ 20  Entries
Language: German
Archive No.: V34283
ISBN (E-book): 978-3-638-34555-2
ISBN (Book): 978-3-638-65268-1
File size: 171 KB
Notes :
Inkl. 9 Seiten Anhang (Handout, Folien)


Abstract

Der Artikel „Akustische Umwelt“ (a. U.) ist in vier Abschnitte gegliedert. Im ersten Teil wird der Begriff und die Bedeutung der a. U. näher erläutert. Forschungsgegenstand sind in der Regel jegliche Formen von Geräuschen und Klängen. Die Bedeutungsqualität der Sounds für das Individuum spielt hierbei die entscheidende Rolle. Im zweiten Teil wird die a. U. aus historischer Perspektive betrachtet. Für Murray Schafer, dem bedeutendsten Forscher auf diesem Gebiet, sind diesbezüglich Unterwassergeräusche und die Lautsphäre der Tierwelt von besonderem Interesse. Aus heutiger Sicht bedeutete die Nutzbarmachung des elektrischen Stromes die stärkste Veränderung in der a. U., denn dadurch wurde es möglich den „Sound“ von seinem Ursprung zu trennen. Weltweit hat sich die Lautsphäre in den letzten hundert Jahren sehr stark verändert, wobei ein starker Lautstärkezuwachs besonders ins Gewicht fällt. Im dritten Kapitel wird näher auf den Begriff der Lautsphäre und ihrer Analyse eingegangen. Als Lautsphäre bezeichnet man eine Klanglandschaft oder die Schallumwelt. Häufig wird auch der Begriff „Soundscape“ verwendet, der als akustisches Pendant zum visuell verwendeten Wort „Landscape“ geprägt wurde. Von großer Bedeutung für einen Soundscape ist die Tonalität eines Ortes, die durch Grundtöne, Signallaute und Orientierungslaute bestimmt wird. Erschwert wird die Festlegung jedoch durch verschiedene und individuelle Hörperspektiven. Im vierten Teil werden Ansätze zur besseren Gestaltung der a. U. erörtert. Zentraler Aspekt ist hier die Bekämpfung von Lärm. Der moderne Mensch wird immer mehr gezwungen, sein Hörverhalten zu spalten, nämlich in ein wertvolles „Zu-Hören“ (z.B. Konzert- und Theaterbesuche) und ein lästiges „Weg-Hören“ (z.B. Verkehrs- und Maschinenlärm). Weitere Themenpunkte in diesem Abschnitt sind Hintergrundsmusik, wie sie z.B. bei „Muzak“ eingesetzt wird, sowie die Aufgaben und Ziele von „Akustikdesign“.


Excerpt (computer-generated)

OTTO-FRIEDRICH-UNIVERSITÄT BAMBERG
Seminar: „Musikpsychologische und musiksoziologische
Semester: 02

Akustische Umwelt

von: Peter Lissner

 


INHALTSÜBERSICHT

Einleitung 3

1. Begriff und Bedeutung der akustisch Umwelt (a.U.) 3

2. Historische Perspektive der a.U. 6

3. Lautsphäre und Analyse der a.U. 7

4. Ansätze zur besseren Gestaltung der a.U. 10

Schluss 12

Literaturverzeichnis 13


 

Einleitung

Im Rahmen des Seminars „Musikpsychologische und musiksoziologische Grundlagen der Vermittlung und Aneignung von Musik“ unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Hörmann stand zu Beginn des Semesters der Themenpunkt „Akustische Umwelt“ (a.U.) auf dem Programm. Hierbei handelt es sich um ein vielschichtiges und vor allem sehr umfangreiches Themengebiet. So kann in dieser Seminararbeit nur ein grober Überblick über a.U. gegeben werden. Die Arbeit gliedert sich nach folgenden Gesichtspunkten:

1. Begriff und Bedeutung
2. Historische Perspektive
3. Lautsphäre und Analyse
4. Ansätze zur besseren Gestaltung

Die meisten und wertvollsten Informationen für diese Arbeit stammen aus R. Murray Schafer`s Buch „Klang und Krach“, welches mir schon im Rahmen meines Ethnomusikologiestudiums von großem Wert war. Fast alle Autoren, die ich zur Recherche heranzog, beziehen sich auf Schafer. Der Bereich Musik spielt für die a.U. nur eine untergeordnete Rolle, jedoch kann die Beschäftigung mit dem Gebiet der a.U. von unschätzbarem Wert für das Studium der Musik sein, da man m.E. sehr stark für eigene Hörfähigkeiten und Hörgewohnheiten sensibilisiert wird. Man beginnt, seine Umwelt mit offeneren Ohren wahrzunehmen und ihr mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

1. Begriff und Bedeutung der a.U.

Was meint der Begriff a.U. eigentlich? Akustisch: All das, was hörbar ist. Umwelt: Die Umgebung, das Milieu, die Summe aller äußeren Lebens- und Entwicklungsbedingungen, die ein Lebewesen prägen. (Vgl. Helms/ Schneider/ Weber 1994, S. 282) Forschungsgegenstand der a. U. sind jegliche Formen von Geräuschen und Klängen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch häufig von der Erforschung der globalen Lautsphäre. Die a.U. ist ein Teilbereich des sozialen Umfelds eines Lebewesens, der durchaus eine Rolle in der Persönlichkeitsentwicklung spielt und für die Prägung eines Lebewesens mitverantwortlich ist. Ein großer Teil der a.U. besteht aus Naturgeräuschen, Menschenlauten, Schall von Werkzeugen, Maschinen, Verkehrsmitteln u.v.m.(Vgl. Helms/Schneider/Weber 1994, S. 282) Für ein Individuum haben alle Geräusche irgendeine Bedeutungsqualität. So können Geräusche z.B. Erinnerungen hervorrufen, Warnsignale darstellen oder Störungen verursachen. Sie können beruhigende oder stimulierende Wirkung haben u.v.m. (Vgl. Helms/Schneider/Weber 1994, S. 282) Diese Geräusche oder Sounds sind aber nicht nur gehörter Schall, nicht nur Klangmaterial, sondern auch Umwelterfahrung und deren Interpretation.(Vgl. Werner 1995, S. 3) Schafer bezeichnet die Welt sogar als eine „makrokosmische musikalische Komposition“.(Schafer 1988, S. 9) Sabine Breitsamer nennt u.a. folgende drei Gründe, warum es wichtig geworden ist, sich mit dieser „Komposition“ näher zu befassen:

• Allgemeiner Verlust der Hörwelt, Hörerfahrungen und Hörenswürdigkeiten.
• Der moderne Mensch hat oft das Gehör der Einseitigkeit visueller Reize geopfert.
• Unsere akustische Realität besteht fast nur noch aus dem, was sich in der Nähe abspielt (Verlust des Fernhörens).

(Vgl. Breitsamer 1991, S. 9) Aber die soziale und kulturelle Entwicklung des Menschen ist entscheidend von den „Fernsinnen“ Sehen und Hören abhängig. Die restlichen drei der fünf Sinne, nämlich das Riechen, Schmecken und Tasten, sind „Nahsinne“ und für die vitale Entwicklung sowie für die Fortpflanzung wichtig. (Vgl. Faust 1995, S. 13) Bei der Beschäftigung mit a.U. stößt man früher oder später auf den Namen R. Murray Schafer. Der Kanadier ist einer der bekanntesten Fachleute auf dem Gebiet der a.U. Er ist Komponist, Klangökologe, Schriftsteller und Pädagoge in einem. Berühmt geworden ist er vor allem durch seine Schule des Hörens in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts und das World Soundscape Project (WSP) in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Schafer hat ein Klavierstudium absolviert und sich autodidaktisch großes Wissen in Bereichen der Philosophie, Literatur und Journalistik angeeignet. Ein Blick in die Inhaltsangabe seines Buches „Klang und Krach“ von 1977 gibt Aufschluss darüber, welche Themengebiete bei der Erforschung der a.U. eine Schlüsselrolle einnehmen. Der Originaltitel des Buches lautet „The tuning of the world“ bzw. in einer späteren Ausgabe „The soundscape; our sonic environment and the tuning of the world”.

[...]


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