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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 41 Pages
Author: Henrike Weßeler
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: Leuphana Universität Lüneburg
Tags: Adipositas, Kindern, Jugendlichen, Therapeutische, Ansätze, Interventionsmöglichkeiten, Sozialen, Arbeit, Gesundheit, Krankheit, Kindes-, Jugendalter
Year: 2004
Pages: 41
Grade: sehr gut (1,0)
Bibliography: ~ 38 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-34722-8
File size: 534 KB
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Excerpt (computer-generated)
Adipositas bei Kindern und Jugendlichen -
Therapeutische Ansätze und Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit
von: Henrike Weßeler
1 Einleitung 4
2 Adipositas 5
2.1 Was bedeutet Adipositas? (Definition) 5
2.2 Prävalenzzahlen 5
2.3 Ursachen und Entstehung von Adipositas 6
2.3.1 Genetische Faktoren 7
2.3.2 Psychische Faktoren 8
2.3.3 Soziale und familiäre Faktoren 9
2.3.4 Andere Einflussfaktoren 11
2.4 Diagnostik 11
2.5 Adipositasformen 13
2.6 Folgen und Konsequenzen von Adipoistas 13
2.6.1 Medizinische Konsequenzen 13
2.6.1.1 Unmittelbare Konsequenzen 13
2.6.1.2 Langzeitfolgen 14
2.6.2 Psychosoziale Folgen 15
2.6.3 Gesellschaftliche Folgen/ Auswirkungen 16
3 Wie kann Adipositas behandelt werden? (Therapieformen und -möglichkeiten) 17
3.1 Ansatzpunkte und Grundelemente der Adipositasbehandlung 18
3.2 Therapieziele 22
3.3 Therapieformen 23
3.3.1 Gruppen- oder Einzeltherapie? 23
3.3.2 Stationäre Adipositasbehandlung 23
3.3.3 Ambulante Adipositasbehandlung 25
3.4 Qualität und Quantität von Therapieangeboten und –konzepten in Deutschland 28
4 Prävention 30
4.1 Früherkennung einer Entwicklung zu Adipositas 31
4.2 Primäre Prävention 32
4.3 Sekundäre Prävention 33
5 Begründung und Darstellung sozialpädagogischer Interventionsmöglichkeiten 34
6 Schlussbetrachtung 39
Literatur 40
1 Einleitung
Adipositas ist derzeit ein sehr aktuelles Thema im Gesundheitssektor. In vielen Zeitschriften findet man Artikel mit Überschriften wie beispielsweise: „Hilfe, mein Kind ist zu dick....“ . Lebensbedrohliche Erkrankungen und andere Folgen von Adipositas sind fatal, deshalb zählt Übergewicht/ Adipositas zu den erheblichen gesundheitlichen Risikofaktoren, die zu vermeiden bzw. zu reduzieren möglich sind. „In einer Konferenz im Juni 1997 hat die WHO dem Problem der Adipositas einen Stellenwert eingeräumt, der in seiner Wichtigkeit dem Tabakrauchen gleichkommt“ (Roberts et al., 1988 in Zwiauer, 1998:88). Bisher wird dem Thema Übergewicht/ Adipositas im Bereich der Sozialen Arbeit noch nicht ausreichend Bedeutung beigemessen, obwohl es dort in der alltäglichen Arbeit mit vielen betroffenen Kindern und Jugendlichen Berührungspunkte gibt. Dies gab mir Anlass, in Form einer Hausarbeit mich ausführlicher mit dem Thema und die daraus folgenden Aufgaben für unser Arbeitsfeld auseinander zusetzen. Da es noch nicht viel Literatur gibt, die sich mit diesem Thema im Hinblick auf das soziale Arbeitsfeld beschäftigt, habe ich zur Bearbeitung dieser Hausarbeit überwiegend mit Artikeln und Literatur aus dem pädiatrischen und medizinischen Bereich gearbeitet.
Zu Beginn stelle ich grundlegende Informationen über Adipositas da, wie die Definition, die Prävalenzzahlen, Ursachen und Entstehung von Adipositas, die Diagnostik und Adipositasformen, sowie die Folgen und Konsequenzen von Adipositas. In einem weiteren Schritt beschreibe ich die Therapieformen und –möglichkeiten, wie Adipositas behandelt werden kann, und gehe auf die Verbreitung der Therapieangebote in Deutschland ein. Damit die Prävalenzzahlen, wie unter Punkt 2.2 dargestellt, nicht enorm weiter ansteigen, ist es wichtig, dass auch in der Sozialen Arbeit im alltäglichen Umgang mit den Kindern und Jugendlichen präventiv gehandelt wird. Mögliche Formen der Prävention werden in einem weiteren Kapitel erläutert. Die Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit werden in Kapitel 5 ausführlicher beschrieben.
2 Adipositas
2.1 Was bedeutet Adipositas? (Definition)
Im Roche Lexikon Medizin wird Adipositas wie folgt definiert: Adipositas (im Englischen obesity) heißt Fettleibigkeit, d. h. „die generalisierte Vermehrung des Fettgewebes infolge positiver Energiebilanz; meist unterschieden als reine Folge übermäßiger Nahrungsaufnahme, als psychosomatisches Symptom, bei Stoffwechselerkrankungen sowie bei seltenen angeborenen Syndromen“ (Roche Lexikon Medizin, 1998:21). Eine exaktere, konkretere und handbarere Definition ist in den Texten zu finden, die sich mit Adipositas beschäftigen. Ich habe entschieden, mich an den Leitlinien der AGA zu orientieren. In den Leitlinien der AGA (Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter), die in Deutschland maßgebend für den Umgang mit Adipositas sein sollen, wurde folgende Definition festgelegt: „Eine Adipositas liegt vor, wenn der Körperfettanteil an der Gesamtkörpermasse pathologisch erhöht ist“ (Leitlinien der AGA, 2003: 11). Wie der Körperfettanteil berechnet wird, um Adipositas zu diagnostizieren, ist im Punkt 2.4 Diagnostik beschrieben.
In der Literatur ist keine einheitliche Verwendung der Begrifflichkeiten Adipositas, Übergewicht, Fettsucht und Fettleibigkeit zu finden. Häufig werden sie synonym verwendet. Oft ist mit Übergewicht die Vorstufe zu Adipositas gemeint. Dies ist nach den eben aufgeführten Definitionswerten in den Leitlinien der AGA nachvollziehbar. So werde ich auch die Begriffe im Verlauf meiner Arbeit verwenden. Zu der Frage, ob Übergewicht/ Adipositas eine Krankheit ist oder nicht, äußert sich die WHO dazu wie folgt: „Übergewicht an sich ist zunächst nicht als Krankheit anzusehen. Wenn es jedoch ein bestimmtes Maß überschreitet, wird es als Adipositas bezeichnet und als Krankheit eingestuft“ (Weltgesundheitsorganisation (WHO), 1997 zit. n. Robert Koch Institut, 2003: 7).
2.2 Prävalenzzahlen
In der Literatur wird von einer besorgniserregenden Epidemie gesprochen; so auch die Weltgesundheitsorganisation (vgl. WHO, 2001). Zahlen aus den USA belegen, dass 58% der US-Amerikaner als übergewichtig bzw. 21% als adipös anzusehen sind, wobei diese Zahlen ständig weiter ansteigen. Des weiteren fand man heraus, dass jeder 3. von den Betroffenen schon als Kind übergewichtig war (vgl. Leitlinien der AGA, 2003). Diese Tatsachen unterstreichen die Dringlichkeit, etwas gegen diese Entwicklung zu unternehmen. In Deutschland geht man derzeit je nach Definition davon aus, dass 10-20 % aller Schulkinder und Jugendlicher übergewichtig sind. Eine Adipositas haben 7- 8 % aller Kinder in Deutschland (vgl. M. Wabitsch, 2003). Ein enormer Anstieg bis hin zu einer Verdoppelung ist seit Anfang der 80-iger Jahre zu beobachten (vgl. DGE, 2003). Genauso wie diese Verdoppelung des Auftretens von Adipositas und Übergewicht weltweit wahrzunehmen ist (vgl. Roth et al., 2002).
Dr. Wabitsch, Uniklinik Ulm, betont, man könne davon ausgehen, dass „jedes 5. Kind und jeder 3. Jugendliche übergewichtig ist“. Bei der Hälfte der Betroffenen kann man eine weitere Begleiterkrankung oder Risikofaktoren feststellen (vgl. M.Wabitsch et al., 2004: 251). Bundesweit liegen verschiedene regionale Untersuchungen vor. Die Kiel Obesity Prevention Study (KOPS) hat eine Quer- und Längsschnittsstudie durchgeführt bei der Erstuntersuchung von Schulanfängern. Nachuntersuchungen folgten 4 und 8 Jahre später, die ebenfalls eine Verdoppelung des Auftretens von Übergewicht und Adipositas verzeichneten. Auch das Weiterbestehen der Adipositas bei schon betroffenen Kindern zeigte sehr hohe Zahlen, so blieben 87,5% der 6 bis 7-jährigen über den Beobachtungszeitraum übergewichtig (vgl. Kromeyer- Hausschild et al., 2001 in: DGE, 2003). Aufgrund dieser Zahlen soll die Brisanz und Bedeutung dieses Themas auch für den Bereich der sozialen Arbeit verdeutlicht werden.
2.3 Ursachen und Entstehung von Adipositas
Die Ursachen für den extremen Anstieg von Adipositas in den letzten 20 Jahren können laut DGE nicht genau erklärt werden. Bewegung und Ernährung beeinflussen das Körpergewicht, aber auch die genetische Veranlagung muss beachtet werden(vgl. DGE, 2003). So spricht Roth nach Warden von einer komplexen „Krankheit mit genetischen, verhaltens- und umweltbezogenen Ursachen“ (Roth, 2002: 330). In der Monatschrift Kinderheilkunde schreibt Holub: „Übergewicht entsteht durch eine über längere Zeit bestehende positive Energiebilanz. Das bedeutet, die Energieaufnahme übersteigt den Energieverbrauch, wobei der Energieverbrauch durch Grundumsatz, Thermogenese und Aktivität bestimmt wird“( Holub, 2003: 227). In den folgenden Abschnitten werden die einzelnen Faktoren wie psychische, genetische, soziale und familiäre ausführlicher beschrieben. Trotz der Einzeldarstellung stehen sie miteinander in Wechselwirkung und sind als ein Gesamtes für mögliche Ursachen zu betrachten.
2.3.1 Genetische Faktoren
[...]
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