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Autor: Till Zier
Fach: Medien / Kommunikation - Sonstiges
Details
Tags: Hip-Hop, Kommerzialisierung, Authentizität
Jahr: 2005
Seiten: 29
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 57 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 423 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-34772-3
ISBN (Buch): 978-3-638-65278-0
Zusammenfassung / Abstract
"I live wireless", erzählt Russell Simmons, Vorstandsvorsitzender und Hauptgeschäftsführer von Rush Communications, sowie Mitbegründer und Aufsichtsratsvorsitzender von Def Jam Records, dem Auditorium der CITA Wireless 2004, "right now I've got a phone in my ear, a phone in my lap and a BlackBerry in my left hand. That's just what I do." Wer Russell Simmons genauer kennt, wird sich mit Verwunderung fragen, warum einer der Hip-Hop-Pioniere auf der weltweit größten und bekanntesten Messe für drahtlose Informationstechnologie und Kommunikation referiert. Simmons, der mit Rick Rubin 1984 Def Jam Records gegründet hat, hatte schon immer das richtige Gespür für profitable Geschäfte. Sein Label hat u.a. Run-DMC, Public Enemy, LL Cool J, Jay-Z, DMX und die Beastie-Boys vermarktet und ist das erfolgreichste Hip-Hop-Label der Musikgeschichte. Dabei hat Russell Simmons Hip-Hop von Anfang an begleitet und zu "America's most compelling cultural explosion of the latter 20th century" gemacht. Heute ist Hip-Hop ein milliardenschwerer Teil der Unterhaltungsbranche, der sich nicht nur in der Musik, sondern auch in Fernsehen, Kino, Kleidung, Printmedien, gesellschaftlichen Vereinigungen, etc. äußert. In diesem Kontext lassen sich berechtigter Weise einige Fragen stellen: Was macht Hip-Hop als kulturelle Ausdrucksform einer ethnischen Minderheit so einzigartig und faszinierend? Nach welchen Prinzipien ist Hip-Hop beschaffen? Welche Strukturen hat Hip-Hop und welche sozialen, wirtschaftlichen und politischen Konstellationen hat er durchlaufen? Besteht Hip-Hop in seiner heutigen Form überhaupt noch als die Kultur, die einst aus größtenteils afro-amerikanischen Einflüssen entstanden ist - oder ist Hip-Hop längst einer kommerziellen Maschinerie einverleibt worden?
Textauszug (computergeneriert)
Hip-Hop zwischen Kommerzialisierung und Authentizität
von: Till Zier
Inhaltsverzeichnis
1 Zwischen Kommerzialisierung und Authentizität 2
2 Versuch einer Definition 4
3 Die vier Elemente 5
3.1 MC′ ing 5
3.2 DJ′ ing 6
3.3 Breakdance 7
3.4 Graffiti 8
4 Die kulturellen Wurzeln 8
4.1 Signifying am Beispiel des Signifying Monkey 9
4.2 Toasts am Beispiel des Stagolee und The Dozens 11
4.3 Gospel am Beispiel der afro-amerikanischen Kirche 14
5 Die begleitenden Faktoren 16
5.1 Soziales Milieu der Hip-Hop Generation 16
5.2 Einflussnahme der Musikindustrie 19
6 Perspektiven 23
Bibliographie
1 Zwischen Kommerzialisierung und Authentizität
"I live wireless", erzählt Russell Simmons, Vorstandsvorsitzender und Hauptgeschäftsführer von Rush Communications, sowie Mitbegründer und Aufsichtsratsvorsitzender von Def Jam Records, dem Auditorium der CITA Wireless 2004, "right now I′ve got a phone in my ear, a phone in my lap and a BlackBerry in my left hand. That′s just what I do." 1 (Simmons zit.n. Ankeny, 2004a, o.S.). Wer Russell Simmons genauer kennt, wird sich mit Verwunderung fragen, warum einer der Hip-Hop-Pioniere auf der weltweit größten und bekanntesten Messe für drahtlose Informationstechnologie und Kommunikation referiert. Simmons, der mit Rick Rubin 1984 Def Jam Records gegründet hat, hatte schon immer das richtige Gespür für profitable Geschäfte. Sein Label hat u.a. Run-DMC, Public Enemy, LL Cool J, Jay-Z, DMX und die Beastie-Boys vermarktet und ist das erfolgreichste Hip-Hop-Label der Musikgeschichte. Dabei hat Russell Simmons Hip-Hop von Anfang an begleitet und zu "America′s most compelling cultural explosion of the latter 20th century" 2 (brooklyniteOne, 2004, o.S.) gemacht (Ankeny, 2004a; Ankeny 2004b; brooklyniteOne, 2004). Heute ist Hip-Hop ein milliardenschwerer Teil der Unterhaltungsbranche, der sich nicht nur in der Musik, sondern auch in Fernsehen, Kino, Kleidung, Printmedien, gesellschaftlichen Vereinigungen, etc. äußert (Ankeny, 2004b; IGN Music, 2004; Kitwana, 2002; Negus, 1999). In diesem Kontext lassen sich berechtigter Weise einige Fragen stellen: Was macht Hip-Hop als kulturelle Ausdrucksform einer ethnischen Minderheit so einzigartig und faszinierend? Nach welchen Prinzipien ist Hip-Hop beschaffen? Welche Strukturen hat Hip-Hop und welche sozialen, wirtschaftlichen und politischen Konstellationen hat er durchlaufen? Besteht Hip-Hop in seiner heutigen Form überhaupt noch als die Kultur, die einst aus größtenteils afro-amerikanischen Einflüssen entstanden ist - oder ist Hip-Hop längst einer kommerziellen Maschinerie einverleibt worden?
2 Versuch einer Definition
Die Suche nach einer griffigen Definition für den Begriff Hip-Hop erweist sich als schwierig, da dieses Genre nur mit vagen Formulierungen in der Literatur umrissen wird. Dabei haben sich zwei generelle Betrachtungstendenzen herauskristallisiert, die Hip-Hop zum einen als Musikrichtung interpretieren, zum anderen als "Black youth culture" (Kitwana, 2002, S. 7), "black popular culture" (Dyson, 1996, S. 177) oder "cultural practice" (Negus, 1999, S. 83). Aufgrund der zentralen Stellung, die Musik und mündlicher Ausdruck3 in der Kultur des Hip-Hop haben, ist eine Differenzierung dieser beiden Sichtweisen wenig sinnvoll. Vielmehr liegt eine wechselseitige Beziehung vor4. Da die kulturelle Darstellung des Begriffes Hip-Hop die musikalische Ausprägung impliziert, sind beide Betrachtungsweisen kombinierbar und Hip-Hop kann als kultureller Ober- bzw. Sammelbegriff verwendet werden, der wiederum in seine jeweiligen Elemente untergliedert werden kann, verwendet werden.
As I sit and demand my pen to write scriptures
I look on the other hand, raps are all fixtures
Like lookin @ artist pictures - all have different meanings.
Religions with different believings, its deceving
Rap as a God to some, and Satanic to others
Brothers, and whites.. come together for one
From a notepad, to a mic, to a net-cee
And a Emcee... one family.
(Can I Buss - Rap As A Life, 2004)
Verschiedene Beschreibungen von Hip-Hop lassen eine exakte Definition schwierig werden. Hip-Hop ist ein kultureller Prozess, der den Zeitgeist einer Gesellschaftsschicht widerspiegelt und dabei einer stetigen Wandlung unterzogen ist. So unterscheidet sich zum Beispiel in New York City die Auffassung und Umsetzung von Hip-Hop von Stadtteil zu Stadtteil, ja sogar von Hood zu Hood5. Eine Frage, die in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist, inwiefern Hip-Hop noch authentisch, d.h. in den Traditionen afro-amerikanischer Kultur zu sehen ist oder aufgrund seiner Kommerzialisierung jenseits dieser Tradition anzusiedeln ist6 (Grimm, 1998).
Die Gründe für die regionalen Disparitäten und die ständigen Veränderungen in der Hip-Hop-Kultur sind Einflüsse aus vielen Kulturkreisen, die sich im Hip-Hop entfalten und deren Auslegung, Annahme und Integration individuell variiert. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da im US-amerikanischen Raum, der auch Melting Pot genannt wird, eine Vielzahl von ethnischen Gruppen vertreten ist, die zwar ihren jeweiligen kulturellen Habitus aufrecht erhalten, sich aber zugleich an vorhandenen Gesellschaftsnormen orientieren (vgl. Booth, 1998). Das Resultat ist eine Kulturenvielfalt, die sich auch im Hip-Hop manifestiert und durch Kleidung, Musik, Tanz und Sprache zum Ausdruck gebracht wird (Grimm, 1998). Dennoch lassen sich grundlegende Elemente des Hip-Hop aufzeigen (Kapitel 3) und in einen kulturellen und historischen Kontext stellen (siehe Kapitel 4 und 5), "who may now be seen as parts of one whole but each one (...) developed separately and was assimilated into Hip Hop culture"7 (JHBlive, 2004, o.S.).
3 Die vier Elemente
Hip-Hop wird in vier grundlegende Elemente – „MC′ ing“, „DJ′ ing“, „Breakdance“ und „Graffiti““8 - aufgeteilt, welche alles Essentielle seines Wesens umfassen sollen. Leider sind in der verfügbaren Literatur noch keine Alternativen zu diesem Modell aufgeführt, die seiner Komplexität gerechter werden. Um diesem entgegenzuwirken, werden vor allem im vierten und fünften Kapitel kulturelle Ursprünge und Begleitumstände der Hip-Hop-Kultur beschrieben, die maßgeblich zu seiner Form beigetragen haben und zum tiefergehenden Verständnis dienen. Trotzdem sollen im Folgenden diese vier Bestandteile des Hip- Hop kurz beschrieben werden, da sie einen ersten Überblick über einige Formen dieser Kultur geben.
3.1 MC′ ing
[...]
1 Ü.d.V.: "Ich lebe kabellos. Genau jetzt habe ich ein Telefon im Ohr, in meinem Schoß und einen BlackBerry in meiner linken Hand. Genau das mache ich."
2 Ü.d.V.: "Amerikas bedeutendster kulturellen Entwicklung des späten 20. Jh."
3 A.d.V.: Ab dem 4. Kapitel wird ausführlich auf diese Thematik eingegangen.
4 A.d.V.: Hip-Hop hat einerseits seine Ursprünge in der Rap-Musik und der Oral Culture Afrikas, andererseits ist die Musik Hip-Hop / Rap auch aus bzw. innerhalb der kulturellen Bewegung selbst entstanden (vgl. Conyers, 2001; Grimm, 1998).
5 A.d.V.: Hood sollte im US-amerikanischen Raum als soziologische Gemeinschaft nach Tönnies & Weber interpretiert werden (vgl. Cahnman, Maler, Marcus & Tarr, 1995).
6 A.d.V.: Dieser Gedankengang wird in den folgenden Kapiteln wieder aufgegriffen und weiter vertieft.
7 Ü.d.V.: "die heutzutage vielleicht als Teile eines Ganzen angesehen werden könnten, sich aber separat voneinander entwickelt haben und im Laufe der Zeit in die Hip-Hop- Kultur mit eingeflossen sind"
8 A.d.V.: Die Zulu Nation erweitert Hip-Hop um ein fünftes Element: Knowledge (Bambaataa, 1986).
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