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Potenziale elektronischer Marktplätze für die Beschaffung des Einzelhandels

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 44 Pages
Author: Matthias Steiner
Subject: Economics / Business: Supply, Production, Logistics

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 44
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V3473
ISBN (E-book): 978-3-638-12137-8

File size: 3295 KB


Excerpt (computer-generated)

Potenziale elektronischer Marktplätze für die Beschaffung des Einzelhandels

von Matthias Steiner


I. Inhaltsverzeichnis I
III. Abbildungsverzeichnis III
IV. Abkürzungsverzeichnis IV

1 Einleitung 1

2 Beschaffung im Handel 2
2.1 Der traditionelle Beschaffungsprozess 2
2.1.1 Überblick 2
2.1.2 Strategische Beschaffung 2
2.1.3 Operative Beschaffung 3
2.2 Schwächen der traditionellen Beschaffung 4
2.3 Traditionelle Lieferantenbeziehung 5

3 Neue Entwicklungen und Trends in der Beschaffung 5
3.1 Efficient Consumer Response 5
3.2 Supply Chain Management 6
3.3 Continuous Replenishment (CRP) 7
3.4 Vendor Managed Inventory (VMI) 7
3.5 Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) 8

4 Elektronische Marktplätze 9
4.1 Definition 9
4.2 Formen von Business-to-Business Marktplätzen 9
4.2.1 Überblick 9
4.2.2 Horizontale Marktplätze 9
4.2.3 Vertikale Marktplätze 10
4.3 Ausgewählte elektronische Marktplätze 10
4.4 Produkte und Dienstleistungen auf Marktplätzen 13
4.4.1 Überblick 13
4.4.2 Community 14
4.4.3 Content 14
4.4.4 Commerce 15
4.4.4.1 Überblick und Nutzenpotenziale 15
4.4.4.2 Kataloge 16
4.4.4.3 Auktionen 17
4.4.4.4 Ausschreibungen 18
4.4.5 Collaboration 19
4.4.5.1 Überblick und Nutzenpotenziale 19
4.4.5.2 CPFR 20
4.4.5.2.1 Entstehung und Entwicklung 20
4.4.5.2.2 Zielsetzung 20
4.4.5.2.3 Geschäftsmodell 21
4.4.5.2.4 Vorteile 21
4.4.5.3 Supply Chain Visibility 22
4.4.5.4 Product Development 23

5 Chancen für den Einzelhandel 23

6 Fallbeispiel Karstadt-Quelle AG / Textilbranche 28

7 Fazit 31

V. Literaturverzeichnis VI
VI. Verzeichnis der Gesprächspartner: X

1 Einleitung

"B2B-Marktplätze werden in drei, vier Jahren eine ähnliche Bedeutung haben, wie unsere internen Warenwirtschaftssysteme."
Dr. Ulf Kalmbach, Leiter Strategische Organisation Rewe Zentral AG
Seit Anfang des vergangenen Jahres haben die großen Einzelhändler mehr als 300 Mio. US-Dollar in den Aufbau elektronischer Marktplätze investiert. Erste Erkenntnisse und Erfolge aus Pilotprojekten haben gezeigt, dass die Einzelhändler die Vision von Dr. Kalmbach durchaus in die Tat umsetzen könnten, die Gesamtheit aller potenziellen Nutzeneffekte elektronischer Marktplätze stellt sich dagegen weitaus vielfältiger dar.
Im Folgenden sollen alle auf elektronischen Marktplätzen verfügbaren Dienste vorgestellt werden. Im Anschluss daran soll aufgezeigt werden, wie Einzelhändler durch den Einsatz der jeweiligen Dienste ihren Beschaffungsprozess bereits optimieren konnten und welche langfristigen Potenziale die elektronischen Marktplätze darüber hinaus beinhalten. Anhand eines Fallbeispiels wird deutlich werden, wie ein konkretes Unternehmen durch den Einsatz elektronischer Marktplätze seinen Beschaffungsprozess optimieren konnte und wo unausgeschöpfte Potenziale liegen.
Im abschließenden Fazit soll die Frage beantwortet werden, ob den elektronischen Marktplätzen tatsächlich die von Dr. Kalmbach prognostizierte Bedeutung zukommen wird.

2 Beschaffung im Handel

2.1 Der traditionelle Beschaffungsprozess

2.1.1 Überblick
Müller-Hagedorn beschreibt den Beschaffungsprozess des Einzelhandels als den Prozess der Suche von Lieferanten, der anschließenden Kontaktaufnahme und Verhandlungen. Am Ende dieses Prozesses steht der Vertragsabschluss sowie dessen Abwicklung.
Der dieser Arbeit zugrunde liegende Beschaffungsprozess vereint diverse wissenschaftliche Theorien und Ansätze. Der in Abbildung 1 abgebildete Prozess erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt lediglich ein abstraktes, allgemeines Modell dar, das je nach Handelsform oder zu beschaffender Warengruppe entsprechender Modifizierungen bedarf. Aufgrund der groben Übereinstimmung der Prozesse wurde auf eine Differenzierung zwischen Direktbeschaffung und Beschaffung über einen Großhandel verzichtet.
Der Beschaffungsprozess lässt sich allgemein in einen strategischen und einen operativen Teil gliedern.
Abbildung 1: Beschaffungsprozess

2.1.2 Strategische Beschaffung
Sortimentspolitik: Im Rahmen der Sortimentspolitik legt das Handelsunternehmen anhand, vorher festgelegter, absatzseitiger Warenpläne, die im Lieferantenmarkt zu beschaffenden Produktgruppen und Produkte fest. Diese strategische Entscheidung determiniert im Wesentlichen den groben Sortimentsaufbau.
Produktpolitik: Hauptaufgabe der Produktpolitik ist die Festlegung der genauen physischen Eigenschaften der zu beschaffenden Artikel, beispielsweise die Verpackung und Markierung oder die Farbe bestimmter Produkte. Handelt es sich bei den zu beschaffenden Waren um Eigenmarken, kann zudem die Entwicklung und Gestaltung der Produkte Ansatzpunkt produktpolitischer Aktivitäten sein.
Einkaufsgestaltung: Der Schwerpunkt der Einkaufsgestaltung liegt in der Lieferantenauswahl, deren primäres Ziel die Erschließung günstiger und gesicherter Beschaffungsquellen ist. Dies beinhaltet die Suche und Auswahl entsprechender geeigneter Lieferanten, die anschließende Kontaktanbahnung und die vertragliche Gestaltung des Beschaffungsweges.
Preispolitik: Ziel der Beschaffungspreispolitik ist die Minimierung der Einstandspreise gehandelter Waren, da die Einstandspreise die Rentabilität des Einzelhandels in erheblichem Maße beeinflussen. Preis- und Bestellmengenpolitik sind unmittelbar miteinander verbunden, da die Bestellmengen als Bezugsbasis bei der Beurteilung der Preishöhe fungieren.
Im vereinfachten Beschaffungsmodell dieser Arbeit soll jedoch nicht näher auf die Komplexität dieser Interdependenz zwischen Preis- und Bestellmengenpolitik eingegangen werden. Das Ziel der Preispolitik kann folglich auf die Minimierung der Einstandspreise für einmalige Bestellvorgänge, bzw. das Abschließen möglichst günstiger Rahmenverträge bei mehrmaligen Bestellvorgängen, reduziert werden.

2.1.3 Operative Beschaffung
Bestellmengenpolitik: Somit ergibt sich für die Bestellmengenpolitik die Hauptaufgabe, für die in bestimmten Rhythmen anfallenden Bedarfe optimale, d. h. bestellkostenminimierende Bestellmengen zu ermitteln. Berücksichtigt werden sollten dabei nicht nur die Lagerhaltungs- und Beschaffungskosten, sondern auch die prognostizierte Abverkaufsmenge des jeweiligen Produktes.
Durchführung: Die Durchführung beschreibt den Vorgang der Übermittlung eines Bestellauftrags. Im Rahmen bereits bestehender Verträge kann dies auch lediglich die Absendung eines Abrufs bedeuten.
Logistik: Hauptaufgabe der Logistik ist die Sicherstellung des Flusses von Waren, Transportmitteln und Verpackungsmaterialien vom Herkunftsort zum Zielort. Die Aktionsparameter der Logistik umfassen dabei das Bestandsmanagement, das Lagerhausmanagement, den Transport und die Auftragsabwicklung. Da eine detaillierte Betrachtung aller anfallenden Logistikaspekte den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, sollen lediglich die Lagerhaus- und Transportlogistik behandelt werden.
Im Rahmen der Lagerhauslogistik stellt sich für Handelsunternehmen die Frage, ob sie Waren vom Lieferanten direkt an die Verkaufsstellen zuleiten lassen oder ob sie über ein Zentrallager, bzw. ein mehrstufiges Lagersystem bedient werden wollen.
Die Transportlogistik beschreibt den, meist von externen Dienstleistungsunternehmen durchgeführten, Prozess des Transports von Waren zwischen den einzelnen Mitgliedern der Wertschöpfungskette.
Service: Hier sei lediglich die Versorgung von Herstellern mit Marktentwicklungs- bzw. Abverkaufsdaten ihrer Produkte erwähnt, da sonstige Serviceleistungen aufgrund ihrer geringen Bedeutung vernachlässigt werden können.

2.2 Schwächen der traditionellen Beschaffung
Aufwendige Informationsbeschaffung, komplexe Prozessketten und manuelle Tätigkeiten kennzeichnen im Wesentlichen die Schwachstellen des traditionellen Beschaffungsprozesses.
Aufgrund häufig global verteilter, unstrukturierter und in heterogener Form vorliegender Informationen und der dadurch bedingten geringen Transparenz ist eine optimale Lieferanten- bzw. Produktauswahl nur schwer realisierbar. Lange Prozessketten und redundante Bearbeitungsschritte erhöhen die Prozesskosten. Manuelle Tätigkeiten sowie lange Beschaffungs- und Durchlaufzeiten beeinträchtigen die Flexibilität der Handelsunternehmungen, auf veränderte Marktbedingungen und Kundenanforderungen zu reagieren.

[...]


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