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Hauptseminararbeit, 2004, 25 Seiten
Autor: Michael Gierth
Fach: Wirtschaft - Industriebetriebslehre
Details
Tags: Trends, Entsorgungslogistik
Jahr: 2004
Seiten: 25
Note: 1.3
Literaturverzeichnis: ~ 37 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-34879-9
ISBN (Buch): 978-3-638-64739-7
Dateigröße: 194 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die Bedeutung der Entsorgung hat in den letzten Jahren in den Unternehmen stark zugenommen. Durch die Verknappung der Ressourcen bei gleichzeitiger Abnahme der Ressourcenqualität sind die Marktteilnehmer mit ökologischen Problemen konfrontiert worden. Hinzu kommt eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit gegenüber Umweltproblemen, verbunden mit einem Wertewandel in der Gesellschaft zugunsten ökologischer Verantwortung. Gleichzeitig erfährt der Wettbewerb eine Verschärfung in Form von Gesetzesänderungen. Die erweiterte Produktverantwortung für den Hersteller bzw. Verteiler im Rahmen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) führt zu einer Internalisierung der Umwelt- und Entsorgungskosten. Verändertes Kundenverhalten und veränderte Kundenanforderungen, z.B. infolge der Einführung des Pflichtpfands auf Einwegverpackungen im Rahmen der Verpackungsverordnung, zwingen den Unternehmer, sich an die Gegebenheiten anzupassen, wenn er seine Wettbewerbsposition nicht verlieren will. Die frühzeitige Entwicklung von ganzheitlichen Entsorgungskonzepten kann zum einen einer Gesetzesverschärfung vorbeugen und zum anderen Wettbewerbsvorteile gegenüber den Konkurrenten erzielen. Durch die kostenoptimale Gestaltung von Entsorgungslogistiknetzwerken kann zusätzlich dem Kreislaufprinzip Rechnung getragen werden. Die Umsetzung wird durch neuere Technologien wie E-Logistics unterstützt, wodurch auch eine bessere Kundenintegration und eine vertiefte Kunden-Hersteller-Beziehung erreicht werden kann. Diese Arbeit stellt zunächst die Aufgaben, Objekte und Ziele der Entsorgungslogistik vor und grenzt sie von der Beschaffungs-, Produktions- und Distributionslogistik ab. Anschließend werden die rechtlichen Grundlagen in Form von europäischen und nationalen Gesetzen und Verordnungen dargestellt. Die funktionalen Aspekte der Entsorgungslogistik werden im Rahmen der Kreislaufwirtschaft betrachtet. Abschließend wird auf die Möglichkeit der Umweltverantwortung durch den Aufbau von Umweltmanagementsystemen eingegangen.
Textauszug (computergeneriert)
UNIVERSITÄT DORTMUND
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Seminar zur Industriebetriebslehre
9. Semester
Ökologische Trends in der Entsorgungslogistik
von: Michael Gierth
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Entsorgungslogistik 2
3 Rechtliche Grundlagen 3
3.1 EG-Umweltpolitik 3
3.2 Nationale Gesetze und Verordnungen 4
3.2.1 Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetz 4
3.2.2 Verpackungsverordnung 6
4 Kreislaufwirtschaft 8
4.1 Erfassung, Sammlung, Transport und Umschlag 9
4.2 Das Duale System Deutschland (DSD) 11
4.3 Gebührensysteme 12
4.4 Recycling, Behandlung und Beseitigung 15
5 Umweltmanagement 16
6 Ausblick 19
Literaturverzeichnis 20
1 Einleitung
Die Bedeutung der Entsorgung hat in den letzten Jahren in den Unternehmen stark zugenommen. Durch die Verknappung der Ressourcen bei gleichzeitiger Abnahme der Ressourcenqualität sind die Marktteilnehmer mit ökologischen Problemen konfrontiert worden.1 Hinzu kommt eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit gegenüber Umweltproblemen, verbunden mit einem Wertewandel in der Gesellschaft zugunsten ökologischer Verantwortung. Gleichzeitig erfährt der Wettbewerb eine Verschärfung in Form von Gesetzesänderungen. Die erweiterte Produktverantwortung für den Hersteller bzw. Verteiler im Rahmen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) führt zu einer Internalisierung der Umwelt- und Entsorgungskosten. 2 Verändertes Kundenverhalten und veränderte Kundenanforderungen, z.B. infolge der Einführung des Pflichtpfands auf Einwegverpackungen im Rahmen der Verpackungsverordnung, zwingen den Unternehmer, sich an die Gegebenheiten anzupassen, wenn er seine Wettbewerbsposition nicht verlieren will. Die frühzeitige Entwicklung vo n ganzheitlichen Entsorgungskonzepten kann zum einen einer Gesetzesverschärfung vorbeugen und zum anderen Wettbewerbsvorteile gegenüber den Konkurrenten erzielen. 3 Durch die kostenoptimale Gestaltung von Entsorgungslogistiknetzwerken kann zusätzlich dem Kreislaufprinzip Rechnung getragen werden. Die Umsetzung wird durch neuere Technologien wie E-Logistics unterstützt, wodurch auch eine bessere Kundenintegration und eine vertiefte Kunden-Hersteller-Beziehung erreicht werden kann.4
Diese Arbeit stellt zunächst die Aufgaben, Objekte und Ziele der Entsorgungslogistik vor und grenzt sie von der Beschaffungs-, Produktions- und Distributionslogistik ab (Kapitel 2). Anschließend werden die rechtlichen Grundlagen in Form von europäischen und nationalen Gesetzen und Verordnungen dargestellt (Kapitel 3). Die funktionalen Aspekte der Entsorgungslogistik werden im Rahmen der Kreislaufwirtschaft betrachtet (Kapitel 4). Abschließend wird auf die Möglichkeit der Umweltverantwortung durch den Aufbau von Umweltmanagementsystemen eingegangen (Kapitel 5).
2 Entsorgungslogistik
Unter Entsorgung versteht man alle planenden und ausführenden Tätigkeiten, die sich auf die Verwendung, Verwertung und geordneten Beseitigung der Entsorgungsobjekte beziehen. 5 Der gesamte Entsorgungsprozess beinhaltet neben den oben schon erwähnten Aufgaben noch Aufbereitungsprozesse wie die Trennung und Umwandlung von Reststoffen und die eigentlichen entsorgungslogistischen Prozesse wie Lagerung, Transport, Umschlag, Sammlung, Sortierung, Verpackung und Auftragsabwicklung. 6 Die Ziele der Entsorgungslogistik sind sowohl ökonomischer als auch ökologischer Natur. Die ökonomischen Ziele sind die Minimierung der Logistikkosten und die Verbesserung des Serviceniveaus in Bezug auf Entsorgungszeit, Termintreue und einer anforderungsgerechten Abnahme der Rückstände.7 Dadurch wird auch eine Verbesserung des Corporate Identity angestrebt.8 Die ökologischen Ziele setzen sich zusammen aus der Schonung der natürlichen Ressourcen, der Reduzierung der Emissionen im Rahmen entsorgungslogistischer Prozesse und einer Erhöhung der Entsorgungsquote.9
Der Aufgabenbereich der Entsorgungslogistik wurde schon durch die am Entsorgungsprozess beteiligten Tätigkeiten dargestellt. Zusammengefasst besteht die Aufgabe in der raum-zeitlichen Transformation von Rückständen. 10 Unter Rückständen versteht man den Teil des betrieblichen Outputs, der bei den jeweiligen Prozessen zwangsläufig anfällt und keinen Sachzielbezug aufweist.11 Der Objektbereich wird bestimmt durch die Zielprodukte als Output im Bereich der Produktion, Distribution und Konsumtion und den dabei anfallenden Rückständen. Diese gliedern sich nach ihrer Wiedereinsetzbarkeit in Abfälle und Wertstoffe. Die Abfälle untergliedern sich bezüglich ihres Aggregatzustandes in feste, pastöse und flüssige Stoffe.12 Zu den Rückständen in der Produktion zählen zum Beispiel nicht mehr verwendete Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, aussortierte Potentialfaktoren und unerwünschte Kuppelprodukte. Im Rahmen der Distribution zählen dazu Transport- und Umverpackungen oder Retouren. Konsumrückstände fallen dagegen beim Güterverzehr an.13
Die Entsorgungslogistik grenzt sich von den anderen logistischen Subsystemen durch mehrere Kriterien ab. Dies ist zunächst einmal der Objektbereich. Während sich die Beschaffungs-, Produktions- und Distributionslogistik auf Versorgungsgüter konzentriert, beschäftigt sich die Entsorgungslogistik mit den bei Produktions-, Distributions- und Konsumtionsprozessen anfallenden Rückständen. Ein weiteres Abgrenzungskriterium ist die Flussrichtung der Objekte. Die Rückstandsflüsse laufen in umgekehrter Richtung wie die Material- und Produktströme der Versorgungslogistik. Der letzte Unterschied liegt im Zielbezug. Die Entsorgungslogistik orientiert sich dabei sowohl an ökonomischen als auch an ökologischen Zielen, während in der Versorgungslogistik die Ökologie in der Befolgung von Umweltschutzzielen Beachtung findet.14 Die Aufgaben und ökologischen Zielsetzungen der Entsorgungslogistik werden durch gesetzliche Bestimmungen vorgegeben. Insbesondere die Prioritätenreihenfolge der Rückstandsbehandlung lässt sich an der Gesetzgebung festmachen. Das folgende Kapitel beschäftigt sich somit mit den rechtlichen Rahmenbedingungen.
3 Rechtliche Grundlagen
[...]
1 Vgl. Schulte 1999, S.415
2 Vgl. Wildemann 1996, S.15
3 Vgl. Baumgarten 2001, S.28
4 Vgl. Straube 2001, S.187
5 Vgl. Schulte 1999, S.415
6 Vgl. Schulte 1999, S.416
7 Vgl. Pfohl 2000, S.237
8 Vgl. Wildemann 1997, S.53
9 Vgl. Pfohl 2000, S.237
10 Vgl. Pfohl 2000, S.234
11 Vgl. Stölzle 1993, S.165
12 Vgl. Pfohl 2000, S. 235
13 Vgl. Schulte 1999, S.420
14 Vgl. Stölzle 1993, S.199
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