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Autor: Katharina Tiedeken
Fach: Pädagogik - Heil- und Sonderpädagogik
Details
Institution/Hochschule: FernUniversität Hagen
Tags: Autismus, Betrachtung, Erklärungsmodelle, Symptommusters, Autistische, Störung, Autismus
Jahr: 2004
Seiten: 20
Note: sehr guter Kommentar
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 386 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-34894-2
Das ist eine Hausarbeit zum Thema Autismus. Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt darauf, neben der Beschreibung der Symptommuster den Umgang mit autistischen Störungen zu beschreiben, um daraus heilpädagogische Handlungsmuster abzuleiten. Die Zielsetzung meiner Arbeit ist es, die sozialen Schwierigkeiten von Kindern mit Autismus zu beschreiben und wie sie in soziales Geschehen integriert werden können.
Textauszug (computergeneriert)
Autismus unter differentialätiologischer Betrachtung:
Erklärungsmodelle des Symptommusters „Autistische Störung“
von: Katharina Tiedeken
1.Einleitung 2
2. Definitionen und Begriffsbestimmungen: 4
2.1 Kanner-Syndrom 5
2.2 Asperger-Syndrom 5
2.3 Zusammenfassender Vergleich von Kanner-Syndrom und Asperger-Syndrom 6
2.4. Weitere Ansätze 7
2.5 Zusammenfassung der Hauptsymptome autistischer Störung 8
3. Historiogenese der Erforschung 9
4. Diskussion der Ursachen. Unsicherheiten der Ursachen 10
5. Psychologische Erklärung: 10
5.1 Kognitive Theorie nach Baron-Cohen (1985) 10
5.1.1 Theory of Mind 11
5.1.2 Wahrnehmungsstörung 12
5.2 Handlungstheoretisches Modell 12
6. Bedeutung für den Umgang mit autistischen Kindern 13
6.1 Kommunikationshilfen 14
6.3 Die Rolle der Beobachtung 15
6.4 Veränderungsangst 16
7. Bedeutung des Spielens 16
8. Ausblick 18
9.Literaturverzeichnis 19
1.Einleitung
Nach Paul Watzlawick (Watzlawick, Beavin, Jackson 1996, Seite 51) kann man nicht nicht kommunizieren, aber es gibt Menschen, denen die Fähigkeit, mit anderen Menschen fühlend verbunden zu sein, auf besondere Art und Weise nicht möglich ist. Sie leiden unter dem, was in der Alltagssprache als „autistisch“ bezeichnet wird. Ausgehend von dem Gedanken, dass eine solche auf den sozialen Kontakt und die Empathie mit anderen Menschen bezogene Auffälligkeit auf Ablehnung der Umwelt stößt, möchte ich die These aufstellen, dass Aufklärung und Kenntnis über die Krankheit ein Schritt zu mehr Verständnisse und Integration sein kann.Walther (1999) schreibt zum Wissenstand über diese Krankheit: "Die Früherkennung gestaltet sich für viele Eltern schwierig, da das autistische Phänomen aufgrund seiner Seltenheit in der Allgemeinbevölkerung noch relativ unbekannt ist" (Walther 1999, Seite 13).
Zusätzlicher Handlungsbedarf in bezug auf eine Aufklärung über das Symptommuster Autismus findet seine Begründung darin, dass Kinder bei zunehmenden Ein-Kind-Familien häufig erst im Vorschulbereich im Kindergarten Kontakte zu anderen Kindern finden oder Eltern einen Vergleich zu anderen Kindern erleben.
Leitende These meiner Arbeit ist, dass ein Wissen über die Symptommuster der „autistischen Störung“ für im pädagogischen Bereich arbeitende Menschen wichtig ist, um den autistisch Behinderten und ihrem familiären Umfeld gerade am Anfang eines Lebensweges zum Beispiel im Vorschulbereich eine heilpädagogische Hilfe zu geben, mögliche autistische Kontaktstörungen zu erkennen und Kinder mit autistischen Zügen in einer heilpädagogischen Betreuung zu fördern. Die Vorschuleinrichtung ist dabei ein wichtiger Bereich und eine Chance zur wohnortnahen Hilfe für Betroffene. Dabei ist es von Anfang an auch wichtig, die Grenzen zu erkennen: Wilker (1989) schreibt dazu: "Das Therapieziel bei der Behandlung des frühkindlichen Autismus ist nicht "Heilung", denn man kann derzeit nicht erwarten, daß durch irgendeine wie auch immer geartete Therapieform der "Frühkindliche Autismus" geheilt werden kann" (Wilker 1989, Seite 34). Der Fokus der vorliegenden Arbeit liegt deshalb darauf, neben der Beschreibung der Symptommuster den Umgang mit autistischen Störungen zu beschreiben, um daraus heilpädagogische Handlungsmuster abzuleiten. Die Zielsetzung meiner Arbeit ist es, die sozialen Schwierigkeiten von Kindern mit Autismus zu beschreiben und wie sie in soziales Geschehen integriert werden können.
1.1. Aufbau der Arbeit
Der Aufbau meiner Arbeit setzt sich nach der Einleitung mit den Definitionen und Begriffsbestimmungen auseinander. Dabei ist es mir wichtig, auch die verschiedenen Arten von „Autismus“ zu beschreiben, da es verschiedene Ausprägungsformen gibt. Die Abgrenzungen der verschiedenen Zustände von „Autismus“ führen in die Geschichte der Erforschung dieses Krankheitsbildes. Deshalb beschreibe ich anschließend die wichtigsten Schritte der Historiogenese. Im darauffolgenden Gliederungspunkt greife ich die Frage nach der Epidemiologie, den Ursachen dieser rätselhaften Krankheit auf. Aus der Vielzahl von Erklärungsmodellen über Autismus werde ich die “Theory of Mind“ von Baron-Cohen (1985) darstellen, da sie entsprechend der oben beschriebenen Zielsetzung Verständnisshilfe für autistische Kinder bietet.
Nach dieser Darstellung werde ich Hilfsangebote für den Vorschulbereich beschreiben. Dabei werde ich im Schwerpunkt auf die Bedeutung des Spielens von autistischen Kindern eingehen. Beyer und Gammeltoft (2002) haben die Spielfähigkeit von autistischen Kindern untersucht und festgestellt: "Die Entwicklung des Spielens hat viele Verbindungen zur Förderung der Kommunikationsfähigkeit autistischer Kinder, um die wir uns viele Jahre bemüht haben" (Beyer, Gammeltoft 2002, Seite 12). Mir ist der Aspekt der Problemstellung wichtig, in wie weit das Wissen von Ursachen auch Möglichkeiten zur Behandlung einschließen kann. Es geht mir dabei um die Frage, ob bei einem rechtzeitigen Erkennen autistischer Störungen den Betroffenen bei ihrer Behinderung besser geholfen werden kann. Meine Arbeit schließt mit einem Ausblick auf ein verändertes Miteinander durch eine neue, ökosystemische Sicht von Menschen mit autistischer „Behinderung“.
2. Definitionen und Begriffsbestimmungen:
Autismus ist ein Sammelbegriff für verschiedene Ausprägungen einer schweren Behinderung. Nach dem Klinischen Wörterbuch „Pschyrembel“ (1994) ist Autismus „eine Kontaktstörung mit Rückzug auf die eigene Vorstellungs- und Gedankenwelt u.Isolation von der Umwelt“ (Pschyrembel 1994, Seite 142). Autismus ist etymologisch ein Wort mit seinen Wurzeln aus dem Griechischen. Es bedeutet in der Übersetzung „auf sich bezogen sein“. Walther (Walther 1999) weist auf die Begriffsverwirrung in der Fachwelt hin. So schreibt er: „Auf internationaler Ebene gibt es bis heute kein begriffliches Einvernehmen“ (Walther 1999, Seite 24). Das heißt, dass es ein weltweit unterschiedliches Begriffsverständnis darüber gibt, was Autismus ist. Der Begriff des Autismus hat jedenfalls schon in seiner über 50 jährigen Geschichte viele Veränderungen erfahren. Darauf weist ebenfalls Walther hin. Er bemerkt dazu kritisch: „Seit der Entdeckung von Bleuler, der mit Autismus die Selbstbezogenheit bei schizophrenen Patienten bezeichnete, hat sich der Begriff .... gewandelt und ausgeweitet, dass er sein Existenzrecht zu verlieren droht“ (Walther 1999, Seite 290). Bleuler selbst charakterisiert Autismus im Jahre 1911 wie folgt: „Diese Loslösung von der Wirklichkeit zusammen mit dem relativen Überwiegen des Innenlebens nennen wir Autismus“ (Bosch, 1962, Seite 45, in Walther 1999, Seite 19).
2.1 Kanner-Syndrom
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