Die Bedeutung der Gast-Gastgeberbeziehungen für touristische Destinationen in Deutschland

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Details
Autor: Thomas Heim
Fach: Touristik / Tourismus
Institut: Fachhochschule Heilbronn
Jahr: 2004
Seiten: 25
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 246 KB
ISBN: 978-3-638-35108-9
Textauszug
Die Bedeutung der Gast-Gastgeberbeziehungen für
touristische Destinationen in Deutschland
von: Thomas Heim
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Die Herausforderung Gast-Gastgeberbeziehungen 1
2.1 Der menschliche Faktor 1
2.2 Ambivalenz der Gast-Gastgeberbeziehungen 3
2.3 Kontaktchancen zwischen Gast und Gastgeber 4
2.4 Determinanten der Gast-Gastgeberbeziehungen 6
2.4.1 Erwartungen, Klischees und Vorurteile 6
2.4.2 Einstellungen und Identität 6
2.4.3 Kontakt und Sozialdistanz 7
2.4.4 Gastfreundschaft und Gefühlsarbeit 7
2.5 Die „richtige“ Form des Gästekontakts 7
3 Die Bedeutung der Kundeninteraktion im deutschen Fremdenverkehr 9
3.1 Personalintensität und –qualität 9
3.2 Materielle und immaterielle Leistungen 9
3.2.1 Interaktionspartner 10
3.2.2 Interaktionsumfeld 10
3.2.3 Interaktionsprozess und –ergebnis 10
4 Möglichkeiten der Einflussnahme auf Gast-Gastgeberbeziehungen 12
4.1 Servicegeist als Voraussetzung für gelingende Gast-Gastgeberbeziehungen 12
4.2 Mitarbeitermotivation und Personalentwicklung 13
4.3 Konstruktives Beschwerdemanagement 15
4.4 Gästebefragungen 18
4.5 Stammgastmarketing 19
5 Beispiel: Hotel Bareiss, Baiersbronn 21
6 Abschließende Bewertung 22
Literaturverzeichnis 23
1 Einleitung
In der Dienstleistungsbranche muss Gefühlsarbeit geleistet werden, also Einfühlungsvermögen und Wärme zu Arbeitszwecken eingesetzt werden. Gerade im Fremdenverkehr leisten alle Mitarbeiter, die in irgendeiner Form in Beziehung zu Gästen stehen, Gefühlsarbeit, da sie in den Gästen bestimmte Gefühlszustände hervorrufen sollen, wie z. B. Dankbarkeit oder Zufriedenheit mit ihrer Reiseentscheidung. Ziel eines jeden touristischen Dienstleisters ist es, seine Kunden zufrieden zu stellen, ja sogar deren Erwartungen zu übertreffen. Dafür erforderlich ist ein hohes Maß an Dienstleistungsqualität. Die Beziehungen zwischen Kunden und Dienstleistern, also die Kundenkontaktsituationen, bilden hierfür die Basis. Auf den deutschen Fremdenverkehr übertragen also die Beziehungen zwischen Gast und Gastgeber, zwischen Reisendem und Einheimischen. Die Bedeutung dieser für den deutschen Incoming-Tourismus wichtigen Beziehungen zwischen Gast und Gastgebern und die Einfluss- und Verbesserungsmöglichkeiten dieser Beziehungen sollen Thema dieser Arbeit sein.
2 Die Herausforderung Gast-Gastgeberbeziehungen
2.1 Der menschliche Faktor
Im Fremdenverkehr spielt der Mensch die zentrale Rolle, sowohl als Nachfrager als auch als Anbieter. Der Anbieter versucht, dem Nachfrager ein Angebot zu verkaufen. Die menschliche Seite des Angebots in einer touristischen Destination ist bei der Anbahnung des Geschäfts auf eine freundliche Stimme der Mitarbeiterin des Fremdenverkehrsbüros am Telefon oder einen freundlichen Antwortbrief beschränkt. Und schon das kann die Reiseentscheidung wesentlich beeinflussen.
Im Urlaubsort angelangt, haben die Bereisten einen wesentlichen Anteil daran, ob die Entscheidung zu diesem Urlaub richtig war. Denn eine zuvorkommende, freundliche Begrüßung lässt sogar das schlechteste Wetter und die größten Pannen während der Anreise vergessen. Der Mensch ist Wettbewerbsfaktor Nummer eins. Die Differenzierung über das Produkt oder den Preis wird immer schwieriger, so bleibt nur noch der Mensch, der durch souveränen Kundenkontakt, durch intakte Beziehungen zu den Gästen zur entscheidenden Differenzierungsgröße wird. Da sich der Incoming-Tourismus zunehmend zu einer hochkommerzialisierten Branche entwickelt, werden Fachkräfte und Spezialisten unerlässlich. Ein allgemeingültiges Ausbildungsprofil lässt sich jedoch wegen der Vielfalt an unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen nicht erstellen. Im deutschen Incoming-Tourismus herrscht ein Mangel an Dienstleistungsmentalität und gerade im Fremdenverkehr ist Freundlichkeit oft wichtiger als Perfektion. Die folgenden Anhaltspunkte sind für ein im Incoming -Tourismus erfolgreich agierendes Team von Wichtigkeit:
· Hochkarätige Mitarbeiter suchen. Aber auch ein bescheidenes Team kann durch die richtige Führung hochkarätig werden.
· Begeisterung und Vertrauen erzeugen.
· Führungsfertigkeiten des Managers zum Aufbau eines kooperativ arbeitenden Teams.
· Hohe Normen setzen.
· Sicherstellen des Pflichtbewusstseins des Teams und der Mitarbeiter.
· Erfolge bekannt machen.
· Beziehungen zu einflussreichen Personen aufbauen.
· Leere Publizität, der keine soliden Leistungen folgen, vermeiden.
· An sich selbst und seine Mitarbeiter glauben.
Wichtig ist das Innenmarketing einer touristischen Destination. D. h. dass die Vielfalt der touristischen Tätigkeiten in einer Destination auf die gemeinsame Aufgabe abgestimmt werden muss. Miteinbezogen werden sollten deshalb auch die Einheimischen eines Ortes, die zwangsläufig mit den Touristen Kontakt haben und deshalb einen großen Anteil der Gast-Gastgeberbeziehungen ausma- chen. Denkbar sind Themenabende von Bildungseinrichtungen, Feste von Musikvereinen oder Konzerte von örtlichen Chören.2
2.2 Ambivalenz der Gast-Gastgeberbeziehungen
Das Verhältnis von Einheimischen zu Fremden, von Gastgebern zu Gästen ist eine der widersprüchlichsten Beziehungen überhaupt. Die Ambivalenz der Gast-Gastgeberbeziehungen liegt schon allein in der Herleitung des Wortes „Gast“ begründet. In seiner gemeingermanischen Bedeutung war das Wort „Gast“ nicht positiv gemeint, sondern bedeutete Fremder, Unbekannter und sogar Feind, Gegner. Einen Schritt weiter lässt sich das englische Wort für Gastgeber, „host“ gar auf „hostile“, feindlich oder „hostage“, Geisel zurückleiten. Der Begriff „Gast“ bekam erst im 17. Jahrhundert eine positive Bedeutung, wä hrend das Wort „fremd“ seine ausgrenzende Konnotation behalten hat. Die Beziehung zwischen Gast und Gastgeber führt zu einer doppelten Entfremdung. Da Tourismus als Wirtschaftstätigkeit eine Form des Handels ist, nämlich Handel von Eindrücken und Dienstleistungen, muss sich der Nachfrager des Tourismus’ direkt an den Ort seiner Nachfrage begeben und kann sich seine nachgefragte Ware nicht vom Händler bringen lassen. Dadurch wird der Tourist automatisch zum Fremden. Der Einheimische auf der anderen Seite muss in seiner Rolle als Gastgeber und Betreuer ganz spezielle berufliche Fertigkeiten aufweisen und wird vom Gast auch nur in dieser Rolle wahrgenommen. Der im Fremdenverkehr in direktem Kundenkontakt stehende Mitarbeiter soll seine Dienstleistungen ausführen, als hätte seine Beziehung zu den Gästen eine emotionale Grundlage und wäre kooperativ solidarisch. Der persönliche, emotionale Input des Mita rbeiters wird jedoch kommerziell genutzt. Andererseits ist sich der Gast natürlich bewusst, dass die Freundlichkeit des Personals in einer touristischen Destination nicht auf persönlicher Sympathie oder Gefühlen beruht, sondern das Personal über ein professionelles Verständnis von Dienstleistung motiviert ist.3 Die Bedeutung der Gast-Gastgeberbeziehungen für touristische Destinationen in Deutschland
2.3 Kontaktchancen zwischen Gast und Gastgeber
[...]
1 Vgl. Hochschild A. R.: Das gekaufte Herz, Zur Kommerzialisierung der Gefühle, Campus Verlag, Frankfurt/Main 1990, S. 120
2 Vgl. Althof, W.: Incoming-Tourismus, Oldenbourg Verlag GmbH, München 1996, S. 142ff
3 Vgl. Mundt, J.: Einführung in den Tourismus, Oldenbourg Verlag, München 1998, S. 209ff
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