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Autor: Martin Hugel
Fach: Wirtschaft - Personal und Organisation
Details
Tags: Theoretische, Ansätze, Erklärung, Fehlzeiten, Unternehmen
Jahr: 2004
Seiten: 24
Note: 1,75
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 493 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-35114-0
ISBN (Buch): 978-3-638-81603-8
Zusammenfassung / Abstract
So gut wie jedes Unternehmen wird von der Höhe seines betrieblichen Krankenstandes beeinflußt. Eine hoher Grad an Fehlzeiten verursacht für ein Unternehmen nicht nur Kosten, sondern kann auch innerbetriebliche Konflikte im Kollegen-, Vorgesetzten- oder Organisationsleitungskreis hervorrufen. Ein daraus resultierendes schlechtes Betriebsklima wird neben geringerer Arbeitsproduktivität auch noch zu sinkender Arbeitsmotivation führen, was wiederum einen Beschäftigten dazu veranlassen könnte, statt zur Arbeit zu gehen im Hause zu bleiben und sich „krank“ zu melden. Betrachtet man die Entwicklung des Krankenstandes in Deutschland in den Jahren seit ca. 1990, erkennt man einen steten Rückgang der Zahlen , was sicher nicht nur damit zu begründen ist, daß die Bevölkerung seltener erkrankt oder von verbesserter medizinischer Versorgung profitiert. Insofern ist es interessant, die Gründe, die Individuen haben und Einflußfaktoren, die auf sie wirken, näher zu betrachten. In dieser Arbeit soll zunächst der Begriff Fehlzeiten definiert und näher umschrieben und weitere mögliche Folgen in Betrieben bzw. für Betriebe aufgezeigt werden. Einem Überblick über die Ausprägung der Höhe und Entwicklung des Krankenstandes schließt sich die Unterscheidung zwischen krankheitsbedingten und motivationsbedingten Fehlzeiten an. Anschließend werden Faktoren genannt, die die Höhe von Fehlzeiten beeinflussen können. In dem Hauptteil meiner Arbeit sollen nun ausgewählte Theorien näher erläutert werden, um so verschiedene Gründe und Erklärungen für Fehlzeiten zu finden. Dabei soll das Anwesenheitsmodell nach Steers und Rhodes als Einstieg zum ersten Überblick der Einflußfaktoren hilfreich sein. Als weitere erklärungswürdige Theorie habe ich mich für streß- und belastungsorientierte Ansätze entschieden, weil diese mehr auf physische und psychische Belastungen von Beschäftigten eingehen. Im kommenden Abschnitt sollen ausgewählte ökonomische Theorien erläutert werden, deren Ansatzpunkte durchaus unterschiedlich sind: in der Effizienzlohntheorie ist die Höhe der Löhne entscheidend, in der agenturtheoretischen Denkweise die Informationsasymmetrien und im neoklassischen Modell des Arbeitsangebotes spielen Freizeit und Konsumgüter ein wichtige Rolle. Daran folgen im Anschluß einige kritische Bemerkungen zu den ökonomischen Theorien. Als Abschluß meiner Arbeit ziehe ich ein Fazit.
Textauszug (computergeneriert)
Theoretische Ansätze zur Erklärung von
Fehlzeiten in Unternehmen
von: Martin Hugel
Gliederung
1. Einleitung 1
2. Fehlzeiten in Unternehmen 2
2.1. Höhe und Entwicklung von Fehlzeiten 3
2.2. Krankheitsbedingte Fehlzeiten 4
2.3. Motivationsbedingte Fehlzeiten 6
2.4. Einflussfaktoren auf Fehlzeiten 8
3. Theoretische Ansätze und Modelle 10
3.1. Psychologische Modelle 10
3.1.1. Anwesenheitsmodell nach Steers & Rhodes 10
3.1.2. Streß- und Belastungsorientierte Ansätze 12
3.2. Ökonomische Theorien 13
3.2.1. Effizienzlohntheorie 13
3.2.2. Agenturtheoretischer Ansatz (Informationsasymmetrien) 14
3.2.3. Neoklassische Modell des Arbeitsangebotes 16
3.2.4. Kritik an ökonomischen Theorien 18
4. Fazit 20
5. Literatur 21
1. Einleitung
So gut wie jedes Unternehmen wird von der Höhe seines betrieblichen Krankenstandes beeinflußt. Eine hoher Grad an Fehlzeiten verursacht für ein Unternehmen nicht nur Kosten, sondern kann auch innerbetriebliche Konflikte im Kollegen-, Vorgesetzten- oder Organisationsleitungskreis hervorrufen. Ein daraus resultierendes schlechtes Betriebsklima wird neben geringerer Arbeitsproduktivität auch noch zu sinkender Arbeitsmotivation führen, was wiederum einen Beschäftigten dazu veranlassen könnte, statt zur Arbeit zu gehen im Hause zu bleiben und sich „krank“ zu melden. Betrachtet man die Entwicklung des Krankenstandes in Deutschland in den Jahren seit ca. 1990, erkennt man einen steten Rückgang der Zahlen1, was sicher nicht nur damit zu begründen ist, daß die Bevölkerung seltener erkrankt oder von verbesserter medizinischer Versorgung profitiert. Insofern ist es interessant, die Gründe, die Individuen haben und Einflußfaktoren, die auf sie wirken, näher zu betrachten.
In dieser Arbeit soll zunächst der Begriff Fehlzeiten definiert und näher umschrieben und weitere mögliche Folgen in Betrieben bzw. für Betriebe aufgezeigt werden. Einem Überblick über die Ausprägung der Höhe und Entwicklung des Krankenstandes schließt sich die Unterscheidung zwischen krankheitsbedingten und motivationsbedingten Fehlzeiten an. Anschließend werd en Faktoren genannt, die die Höhe von Fehlzeiten beeinflussen können. In dem Hauptteil meiner Arbeit sollen nun ausgewählte Theorien näher erläutert werden, um so verschiedene Gründe und Erklärungen für Fehlzeiten zu finden. Dabei soll das Anwesenheitsmodell nach Steers und Rhodes als Einstieg zum ersten Überblick der Einflußfaktoren hilfreich sein. Als weitere erklärungswürdige Theorie habe ich mich für streß - und belastungsorientierte Ansätze entschieden, weil diese mehr auf physische und psychische Belastungen von Beschäftigten eingehen. Im kommenden Abschnitt sollen ausgewählte ökonomische Theorien erläutert werden, deren Ansatzpunkte durchaus unterschiedlich sind: in der Effizienzlohntheorie ist die Höhe der Löhne entscheidend, in der agenturtheoretischen Denkweise die Informationsasymmetrien und im neoklassischen Modell des Arbeitsangebotes spielen Freizeit und Konsumgüter ein wichtige Rolle. Daran folgen im Anschluß einige kritische Bemerkungen zu den ökonomischen Theorien. Als Abschluß meiner Arbeit ziehe ich ein Fazit.
Andere Ansätze aus dem psychologischen oder ökonomischen Bereich oder z.B. aus dem Gebiet der Soziologie werden aus Platzgründen in dieser Arbeit nicht berücksichtigt. Des weiteren möchte ich anfügen, daß sämtliche Bezeichnungen für Personen (Beschäftigter, Arbeitnehmer o.ä.) der Einfachheit halber in der männlichen Form geschrieben sind, wobei stets auch Frauen gemeint sein können.
2. Fehlzeiten in Unternehmen
Unter Fehlzeiten versteht man alle Zeiten, in denen ein Mitarbeiter fehlt , und auf die das Unternehmen einen Anspruch hat. Der Anspruch des Unternehmens ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag mit dem Mitarbeiter, durch den die Soll-Arbeitszeit bestimmt wird. Die Zeiten, die davon ausfallen, werden als Fehlzeiten bezeichnet. 2 Sie stellen Unternehmen vor hohe Kostenfaktoren, da beträchtliche Produktionsausfälle entstehen können und hohe Lohnfortzahlungen geleistet werden. Doch nicht nur finanzielle Belastungen kommen durch Fehlzeiten auf die Unternehmen zu. Andere Mitarbeiter müssen die anfallende Arbeit der erkrankten Kollegen übernehmen und eventuell Überstunden oder Mehrarbeit in Kauf nehmen. Besonders kleinere Unternehmen sind davon betroffen und bedürfen sogar der (befristeten) Einstellung neuer Mitarbeiter, um den Arbeitsausfall zu kompensieren. Neben Stress und Zusatzbelastungen sowie schlechterem Betriebsklima und sinkender Arbeitsmotivation durch die zu übernehmende Mehrarbeit kommt Planungs- und Organisationsaufwand auf die Unternehmen zu, um letztlich Qualitätsvorgaben sowie Lieferzeiten nicht zu vernachlässigen.3
2.1. Höhe und Entwicklung von Fehlzeiten
Krankheitsbedingte Fehlzeiten verursachen für deutsche Unternehmen beträchtliche Kosten. Der enorme Betrag von über 30 Milliarden Euro mußte im Jahr 2000 von den Unternehmen in Deutschland aufgebracht werden, um für die Lohnersatzleistungen aufzukommen. Diese setzen sich zusammen aus Entgeltfortzahlungen in Höhe von knapp 27 Milliarden Euro sowie dem ab der siebten Krankheitswoche zu zahlenden Krankengeld in Höhe von 3,5 Milliarden Euro. Der Betrag für das Krankengeld liegt eigentlich bei 7 Milliarden Euro, wird jedoch je zur Hälfte von der gesetzlichen Krankenversicherung sowie den Unternehmen getragen. Weiterhin verursachen Fehlzeiten Kosten durch Produktionsausfälle: diese beliefen sich im Jahr 2000 insgesamt auf umgerechnet ca. 47 Milliarden Euro. 4
Die Entwicklung der Fehlzeiten ist in Deutschland seit 1990 sehr positiv. Es ist ein kontinuierlicher Rückgang der Fehlzeiten zu erkennen von 5,5 Prozent damals auf nur noch 3,6 Prozent im Jahr 2003. Auch in diesem Jahr wird regelmäßig vermeldet, daß die Zahl der Fehlzeiten von Monat zu Monat auf Rekordtiefstände fällt, und es ist zu erwarten, daß die Zahl noch weiter sinken und bis Jahresende deutlich unter 3 Prozent liegen wird. Im August 2004 erreichte der betriebliche Krankenstand mit 2,67 Prozent den niedrigsten Stand seit der Einführung der Lohnfortzahlung im Jahr 1970.5
[...]
1 Kohler, Hans: „Krankenstand – Ein beachtlicher Kostenfaktor mit fallender Tendenz“ in: Werkstattbericht des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit, Ausgabe Nr.1 / 30.1.2002, siehe Tabelle S. 4
2 Nieder, Peter:“Grundlagen der Reduzierung der Fehlzeiten“ in: Nieder,P.: Fehlzeiten wirksam reduzieren, Wiesbaden 1998, S.12
3 Küsgens, I./ Vetter, C./ Yoldas, B.: „Krankheitsbedingte Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft“, in: Badura, B./ Litsch, M./ Vetter, C.: Fehlzeitenreport 2001, Berlin/Heidelberg 2002, S.257f
4 Küsgens, I./ Vetter, C./ Yoldas, B., a.a.O., S.257f
5 „Fehlzeiten: Weiterer historischer Tiefstand bei den Krankmeldungen“, in: Handwerk Magazin, 27.08.04
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