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Autor: Kristina Beisel
Fach: Wirtschaft - Wirtschaftspolitik
Details
Tags: Migration, Mobilität
Jahr: 2004
Seiten: 29
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 21 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 265 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-35167-6
ISBN (Buch): 978-3-638-65296-4
Zusammenfassung / Abstract
Um von einer erfolgreichen Sozialisation bzw. Integration von Migranten sprechen zu können, müssen soziale Aufstiegschancen in einer Gesellschaft für Einwanderer und Einheimische gleich sein. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit der Frage, wie es um die soziale Mobilität von Immigranten in Deutschland bestellt ist. Von Interesse ist dabei insbesondere, wie sich der soziale Status im Einwanderungsland im Vergleich zum Herkunftsland entwickelt (hat) und ob Zugewanderte vergleichbar sozial mobil sind wie Einheimische, und wenn nicht, ob sich Mobilitätsunterschiede im Zeitablauf verringert haben.
Textauszug (computergeneriert)
Migration und soziale Mobilität
von: Kristina Beisel
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG 1
1.2 GANG DER UNTERSUCHUNG 1
2. Begriffliche Abgrenzungen 2
2.1 MIGRATION 2
2.2 SOZIALE MOBILITÄT 3
3. Typologisierung der Migranten 5
4. Indikatoren der sozialen Mobilität 6
4.1 BILDUNG DER IMMIGRANTEN 7
4.2 BERUFSLAGE DER IMMIGRANTEN 7
4.3 ERWERBSLAGE DER IMMIGRANTEN 7
4.4 WOHNVERHÄLTNISSE DER IMMIGRANTEN 8
4.5 KULTURELLE UND FAMILIÄRE EINFLÜSSE 8
4.6 ZUSAMMENHANG DER INDIKATOREN 9
5. Empirische Evidenz in Deutschland 10
5.1 BERUFLICHE, ÖKONOMISCHE UND SOZIALE MOBILITÄT VON ARBEITSMIGRANTEN (UNTERSUCHUNG VON SEIFERT 1995) 11
5.2 BERUFLICHE MOBILITÄT ETHNISCHER MIGRANTEN (UNTERSUCHUNG VON BAUER/ZIMMERMANN 1999) 14
5.3 DER BILDUNGSERFOLG VON AUSLÄNDERN DER ZWEITEN GENERATION IM VERGLEICH ZU DEUTSCHEN ALTERSGENOSSEN (STUDIE VON RIPHAHN 2001) 18
5.3.1 Entwicklung bei den Bildungsabschlüssen 19
5.3.2 Entwicklung bei den Schultypen 20
5.4 DIE RELATIVE EINKOMMENSPOSITION VON IMMIGRANTEN IN DEUTSCHLAND (STUDIE VON BIEWEN/SCHMIDT 1999) 21
6. Schlussbetrachtung 22
Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
[...]
[...]
[...]
GSOEP = German Socio-Economic Panel
[...]
OECD = Organization of Economic Cooperation and Development
[...]
[...]
[...]
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
Ungeachtet zahlreicher Diskussionen, die darüber geführt wurden, ob Deutschland ein Einwanderungsland sei oder nicht, sind Migranten unterschiedlicher Herkunft objektiv zu einem wachsenden Teil der Bevölkerung geworden. Lebten 1974 bereits über 4 Millionen ausländische Staatsangehörige im Bundesgebiet, stieg ihre Zahl zu Beginn des Jahres 1999 auf über 7,4 Millionen an (vgl. Beger 2000, S. 42). Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht stellt sich nun die Frage, ob sich die Zuwanderer zu unintegrierten Minderheiten entwickeln oder ob sich ein sozialer Annährungsprozess zwischen einheimischer und zugewanderter Bevölkerung vollzieht. In diesem Zusammenhang werden zum einen von familialen, in der ethnischen Herkunftsgruppe liegenden Voraussetzungen und zum anderen von außerfamilialen, in der Gesellschaft liegenden Einflussfaktoren die Weichen gestellt. Zur letztgenannten Gruppe zählen die sozialen Aufstiegschancen in einer Gesellschaft, die für Immigranten und Einheimische gleich sein müssen, um von einer erfolgreichen Sozialisation bzw. Integration sprechen zu können. Diese Arbeit beschäftigt sich nun damit, wie es um die soziale Mobilität der Immigranten in Deutschland bestellt ist. Anders ausgedrückt: Von Interesse ist, wie sich der soziale Status im Einwanderungsland im Vergleich zum Herkunftsland entwickelt und ob Zugewanderte vergleichbar sozial mobil sind wie Einheimische, und wenn nicht, ob sich Mobilitätsunterschiede im Zeitablauf verringert haben.
1.2 Gang der Untersuchung
Um den oben genannten Fragen nachzugehen, wurde für diese Arbeit der folgende Aufbau gewählt: Kapitel 2 zeigt definitorisch auf, welche Art der Migration und sozialen Mobilität betrachtet werden soll, bevor Kapitel 3 kurz die verschiedenen Migrantentypen vorstellt. Kapitel 4 beschäftigt sich anschließend mit fünf Faktoren, die eine Untersuchung der sozialen Mobilität ermöglichen. In Kapitel 5 werden ausgewählte Ergebnisse aus Deutschland zusammengefasst. Kapitel 6 zieht ein Fazit und gibt Hinweise auf zukünftige Entwicklungen. Begriffliche Abgrenzungen
2. Begriffliche Abgrenzungen
2.1 Migration
In den Sozialwissenschaften meint der Begriff der Migration allgemein solche Bewegungen von Einzelpersonen und Gruppen, die einen dauerhaften Wohnortwechsel bedingen. In Bezug auf die Dauerhaftigkeit wird seit 1960 ein Wohnortwechsel, der länger als fünf Jahre anhält, als Migrationsbewegung registriert (vgl. Petersen 1972, S. 286). In Deutschland ist das Kriterium der Dauerhaftigkeit dann erfüllt, wenn eine Person ihren Wohnsitz gemeindeübergreifend verlagert, der neue Wohnort also in einer anderen politischen Wohngemeinde liegt. Dabei ist unerheblich, ob die räumliche Bewegung freiwillig oder unfreiwillig erfolgt (vgl. Mälich 1995, S. 875). In Bezug auf die (Un-) Freiwilligkeit muss erwähnt werden, dass die individuelle Migrationsentscheidung von einer Vielzahl zusammenhängender Ursachen und Zwänge kultureller, politischer, wirtschaftlicher, religiöser, demographischer, ökologischer, ethnischer und sozialer Art abhängt. Daher lassen sich die Umstände, die eine Person dazu bewegen, zu emigrieren bzw. immigrieren, in die zwei Gruppen der Push- und Pull-Faktoren einteilen (vgl. Esser 1980, S. 26ff.). Unter den Push-Faktoren (Druckfaktoren) fasst man alle Bedingungen des Herkunftsortes der Migranten zusammen, die diese zur unfreiwilligen Emigration zwingen. Emigrationszwänge bestehen beispielsweise dann, wenn sich Menschen durch politische oder religiöse Verfolgungen, wirtschaftliche Krisen, zwischenstaatliche Kriege, Bürgerkriege, Umwelt- und Naturkatastrophen in ihrer Existenz bedroht sehen. Die Pull-Faktoren (Anziehungsfaktoren) gehen vom Einwanderungsland aus und motivieren zur freiwilligen Immigration. Anziehend wirken beispielsweise politische Stabilität, demokratische Sozialstrukturen, religiöse Glaubensfreiheit, wirtschaftliche Prosperität und vor allem bessere Ausbildungs- und Verdienstmöglichkeiten. Oft spielen auch familiäre Gründe eine Rolle, bei denen emotionale Sicherheit und soziale Einbindung im Einwanderungsland im Vordergrund stehen. Rationale, ökonomische Vorteile sind weniger wichtig als die Gemeinschaft mit Verwandten und Bekannten, denen nachgezogen wird. Dieses Phänomen ist unter dem Begriff der Kettenmigration bekannt und verringert durch Netzwerksysteme sämtliche Risiken, die mit der Aus- bzw. Einwanderung verbunden sind (vgl. Pries 2001, S. 34f.).
Das Zusammenspiel der Push- und Pull-Faktoren bedeutet, dass neben der räumlichen und zeitlichen Dimension des Migrationsprozessesmotivationale und soziokulturelle Faktoren eine Rolle spielen, die die eindeutige Differenzierung zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Migration erschweren. Leicht fällt dagegen die Zuordnung zur Art der Migrationsbewegung: Wenn der permanente Wohnsitz innerhalb gleicher nationalstaatlicher Grenzen gewechselt wird, spricht man von Binnenmigration, bei grenzüberschreitendem Wohnortwechsel von internationaler bzw. transnationaler Migration, die zwischen Emigration und Immigration unterscheidet (vgl. Giddens 2001, S. 258). Für diese Arbeit ist nur die transnationale Migration von Bedeutung, da untersucht werden soll, ob sozialer Aufstieg für Migranten im Einwanderungsland möglich ist. Zusammenfassend können Wanderungen also danach typologisiert werden, ob sie kollektiv oder individuell erfolgen, freiwillig oder erzwungen sowie temporär oder dauerhaft beabsichtigt sind. Ferner können sie nach ihrer Reichweite oder danach unterschieden werden, ob sie in Stufen erfolgen oder an Wanderungstraditionen anknüpfen. Schließlich können sie als Kettenmigration auftreten und multifaktorielle Ursachen haben.
2.2 Soziale Mobilität
Während Migrationen Formen räumlicher bzw. geographischer Mobilität sind (vgl. Wagner 1989, S. 25), versteht man unter dem Begriff der soziale n Mobilität allgemein die Bewegung von Individuen zwischen sozialen Positionen innerhalb eines sozialen Raumes, also Bewegungen oder Wechsel innerhalb des gesellschaftlichen Schichtungsgefüges, wobei die vertikale Bewegungsrichtung im Vordergrund steht. Bei einer positiven vertikalen Positionsverschiebung spricht man von einem sozialen Aufstieg, im umgekehrten Falle von einem sozialen Abstieg (vgl. Fürstenberg 1969, S. 45). Eine Gesellschaft kann folglich als sozial mobil bezeichnet werden, wenn individuelle oder kollektive Positionsverschiebungen möglich sind. Der Status des Individuums innerhalb einer Gesellschaft wird durch die Gesamtheit seiner Beziehungen zu anderen Menschen bestimmt. Diese vielfältigen Beziehungen lassen sich auf horizontale und vertikale Dimensionen reduzieren. Das bedeutet, dass Menschen auf der vertikalen Ebene auf- und absteigen können, wodurch sie die Möglichkeit haben, ihre sozialen Positionen zu verbessern oder zu verschlechtern (oben sozialer Aufstieg bzw. Abstieg genannt).
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