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Autoren: Sven Schätzl, Anett Ebstein
Fach: Informatik - Internet, neue Technologien
Details
Institution/Hochschule: Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Standort Emden
Tags: E-Learning, Unternehmen, Formen, Verbreitung, Studienfach
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 1.0
Literaturverzeichnis: ~ 23 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 667 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-35183-6
Stand des E-Learning in der Wirtschaft in Deutschland im Jahre 2005, Vorbedingungen, Zukunftsaussichten, Statistiken und vieles mehr. Bei den Autoren (sven.schaetzl@schaetzls.net) ist ausserdem eine äußerst umfangreiche Stoffsammlung zum Thema sowie eine multimediale PowerPoint-Präsentation (Umfang für ca. 30 Minuten) abrufbar.
Textauszug (computergeneriert)
E-Learning in Unternehmen –
Formen und Verbreitung im Überblick
von: Sven Schätzl
1 Einleitung
2 Entstehungsbedingungen für E-Learning
2.1 Grund-Ausbildung
2.2 Weiterbildung
2.3 Lernende Unternehmen
2.4 Vermischung von akademischen und betrieblichen Bildungsb ereichen
2.5 E-Learning statt Rente
3 Begriff und Formen des E-Learning
3.1 Begriff „E-Learning“
3.2 Einige Begriffe der E-Learning-Landschaft
3.3 Blended Learning
3.4 Aktuelle Entwicklungen
3.5 Lernen im Verbund, Lernende Regionen
3.6 Corporate Universities
3.7 E-Learning-Beispiel
4 Verbreitung des E-Learning
4.1 Integrationsbedarf bei Grossunternehmen
4.2 Internetnutzung in „KMU“ (kleinen und mittleren Unternehmen)
4.3 E-Learning nach Unternehmensgröße
4.4 Weiterbildungsformen der KMU
4.5 E-Learning Verbreitung in KMU nach Branchen
4.6 Formen des E-Learning (M+E)
4.7 E-Learning nach Unternehmensbereich
4.8 Lernorte des E-Learning (Metall u. Elektroindustrie)
5 Zukunftsaussichten für E-Learning
6 Fazit
7 Quellen
8 Abbildungsverzeichnis
1 Einleitung
Bei unseren Recherchen zum Thema „E-Learning in Unternehmen“ haben wir einen Schwerpunkt auf möglichst aktuelles Material gelegt. Gerade in so innovativen Bereichen veralten Informationen sehr schnell. Es gibt nur sehr wenig aktuelle Bücher zum Thema und nicht alle waren uns in der verfügbaren Zeit zugänglich. So waren wir gezwungen uns auf ausgedehnte Internetrecherchen zu stützen. Dabei haben sich besonders Fachkonferenzen als wertvolle Informationsquelle herauskristallisiert. Obwohl das Thema alle Grenzen sprengt wagen wir den Versuch eines möglichst umfassenden Überblicks über die E-Learning-Landschaft, wie sie sich uns darstellt.
2 Entstehungsbedingungen für E-Learning
Bevor man sich dem Begriff E-Learning zuwenden kann erscheint es unabdingbar, den größeren Kontext darzustellen in den dieses Thema sich einschreibt. „Viele haben noch nicht verstanden, dass in der Informationsgesellschaft ohnehin der Gegensatz von Arbeiten und Lernen verschwinden wird.“ (Hans-Lorenz Reiff-Schoenfeld)1 Das „lebenslange Lernen“ als Grundsatz und der Nutzen „lernender Organisationen“ sind unbestreitbar. Lern- und Arbeitswelt wachsen immer mehr zusammen. Viele Lehraufgaben, die Unternehmen in der Vergangenheit vollständig an externe Veranstalter weitergaben, werden heute in den Betrieben selbst wahrgenommen. Lernprozesse konzentrieren sich wieder mehr auf den Arbeitsplatz. Dadurch nimmt die Bedeutung des selbstgesteuerten Lernens zu, bei dem die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen selbst die Inhalte des Lernens wählen, um dadurch in einer immer komplexeren Arbeitswelt Beschäftigungsfähig zu bleiben.2
2.1 Grund-Ausbildung
Der einmal erlernte Beruf hat auf die weitere berufliche Karriere immer kleinere Auswirkungen. Die „klassische“ Biographie – Schule, berufliche Ausbildung, Übernahme im Ausbildungsbetrieb, langfristige Beschäftigung, Ruhestand –wird immer seltener. Der neue Begriff „Patchworkbiografie“ beschreibt diese Form, die Unterbrechungen im Lebenslauf, Zweitausbildung oder Ausbildungsabbrüche, Umschulungen und sogar zeitweise Arbeitslosigkeit aufweist. Dies trifft auf immer mehr Lebensläufe zu.3 Bereits im Berufsbildungsbericht 2001 wurde mehr Flexibilität und Durchlässigkeit des Berufsbildungssystems (mittels modularer Ansätze), Qualifizierungsmöglichkeiten sowie die möglichen Zertifizierung von Ausbildungsteilen bzw. Teilen von berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen gefordert.4 Für neue Berufe müssen die erforderlichen fachlichen und überfachlichen Kompetenzen erworben werden. Schließlich bringt eine Veränderung des beruflichen Umfeldes meistens eine erheblichen Informations- und Weiterbildungsbedarf mit sich. Langfristige Kurse wie bisher sind hier fehl am Platz. E-Learning bietet sich hier zur Lösung dieses Problems geradezu an.5 In großen Unternehmen (wie z. B. der Deutschen Bahn AG) wird E-Learning bereits heute im Rahmen der Erstausbildung erfolgreich angewandt. Teile des Ausbildungsrahmenplans, meist einfach aufgebaut, werden den Auszubildenden dazu zur persönlichen Nutzung im Intra- oder Internet zur Verfügung gestellt. Für auf die Zwischen- oder Abschlussprüfungsvorbereitung können Auszubildende sich ebenfalls des „Lernortes Internet“ bedienen.
Seit Neuestem wird der „virtuellen Lernortes“ auch in die schulische Berufsausbildung mitintegriert. Es gibt bereits erfolgreiche Beispiele. So sieht z. B. ein von „Siemens Professional Education“ und „Myeducation“ konzipiertes Projekt vor, dass IT-Auszubildende sich das theoretische Hintergrundwissen morgens per direkter Online-Schulung am Arbeitsplatz aneignen, anstatt in der Berufsschule. Zitat eines Personalchefs dazu: „Damit verbringen die Lehrlinge rund 33 Wochen an ihrem Ausbildungsplatz“6
2.2 Weiterbildung
Die Beteiligung an traditioneller beruflicher Weiterbildung stagniert zum ersten Mal in der Geschichte Deutschlands, in den neuen Bundesländern nimmt sie sogar ab. Dies ist einerseits durch momentane wirtschaftliche Situation bedingt, andererseits gibt es viele Anzeichen dafür, dass die Gründe tiefer reichen. Es zeigt sich, dass die traditionelle Weiterbildung (mit festem Lehrplan usw.) zunehmend nicht mehr den wachsenden Anforderungen der Unternehmen wie der Teilnehmer an eine flexible und effiziente Qualifizierung zu entsprechen vermag. Der Bedarf nach kürzeren Kursen, die innerhalb von modularen Lernkonzepten angeboten werden, nimmt zu, während Langzeitkurse nur noch mäßig ausgelastet sind. Ebenso nimmt das informelle Lernen zu. Dabei nehmen die Arbeitnehmer nicht mehr die offiziellen Lernangebote war (z.B. Seminare an Akademien oder auch interne Schulungen), sondern erkundigen sich bei ihren Kollegen, bedienen sich der Datenbanken des Unternehmens oder bemühen das Internet. Gleichzeitig wird das Lernen am Arbeitsplatz in engem Bezug zu den derzeitigen Arbeitsaufgaben immer häufiger. Dies wird unter dem Stichwort „Lernen im Prozess der Arbeit“ zusammengefasst. Die Notwendigkeit, sich ständig neben der beruflichen Arbeit weiterzubilden, begann mit Beginn der industriellen Entwicklung und verstärkte sich durch das Aufkommen des Informationszeitalters Ende des 20. Jahrhunderts. Durch die rasante technologische Weiterentwicklung müssen Kenntnisse und Fähigkeiten ständig aktualisiert und ergänzt werden. Dies gilt für Unternehmen und Angestellte zugleich.
Lebenslanges Lernen wird unabdingbar. In diesem Zusammenhang findet ein Wandel der Ausbildungsformen und der damit verbundenen Medien und Kommunikationsformen statt. Durch den Einsatz von E-Learning kann dieses Lernen billiger, flexibler und eben arbeitsplatznäher strukturiert werden.8 Weiterbildung war bisher für die Unternehmen nicht unbedingt erforderlich. Wenn sie vorkam, dann häufig aufgrund von Eigeninitiativen einzelner Mitarbeiter und die Genehmigung hing sehr vom Wohlwollen des Vorgesetzten bzw. des Firmenchefs ab. „Formen gezielter gesteuerter beruflicher Weiterbildung etwa als integrale Bestandteile von Personalentwicklungsstrategien war – zumindest in den kleineren und mittleren Unternehmen – in der Regel kaum zu finden. Konnte man früher davon ausgehen, dass es ein aus Erfahrungswerten aufgebautes, fest definierbares Wissen gab, das, einmal vermittelt die Grundlage eines 30jährigen Berufslebens garantierte, so weiß man heute, dass wir definitiv nicht wissen können, welche Anforderungen schon in den nächsten 5 Jahren Berufsprofile massiv verändern werden.“ 9 Die berufliche Erstausbildung wird so zu einer reinen Einstiegsqualifikation. 10 Auch die Notwendigkeit der Kostensenkung in der betrieblichen Weiterbildung hat dazu geführt, dass mehr interne Schulungen durchgeführt werden.11 Während bei Großunternehmen die notwendigen Strukturen für eine qualitativ hochwertige interne Weiterbildung meist vorhanden sind, ist dies bei den kleinen und mittleren Unternehmen (hier besonders die Gruppe derer, die weniger als 50 Mitarbeiter hat – also das Mehrheit der deutschen Wirtschaft) oft nicht der Fall. Mit E-Learning kann man hier erreichen, dass die kompetenten Mitarbeiter mit einfachen Mitteln ihr Wissen weitergeben können.12 „Das APO-IT-Konzept einer arbeitsplatzorientierten und personenzertifizierten Weiterbildung ist als Lernform hochinnovativ, da mit diesem neuen Verfahren erstmals ungeregeltes Lernen zu einem geregelten Abschluss geführt wird.“ 13 Es scheint so, also ob dieses erfolgreiche Modell auch von anderen Branchen aufgegriffen werden wird. Dieses Modell will nicht zuletzt eine stärkere Durchlässigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung fördern.
Allerdings sind im Lernort Betrieb, der durch dieses Konzept stark aufgewertet wird, nicht für jeden Auszubildenden genügend Möglichkeiten zur Ausbildung der nötigen Fähigkeiten vorhanden. In der Regel wird eine Unterstützung durch externe Bildungseinrichtungen unvermeidbar sein. Durch den angepassten Einsatz von E-Learning könnte gerade in kleinen und mittleren Unternehmen der Erfolg dieses Konzeptes gefördert werden.14
2.3 Lernende Unternehmen
[...]
1 Vgl. E-Learning u. E-Cooperation in der Praxis, Luchterhand, 2002, S. 19
2 Vgl. Hamburg, Lindecke, 2004
3 Vgl. mmb Expertise, 2004
4 Vgl. mmb Expertise, 2004
5 Vgl. mmb Expertise, 2004
6 My-education Consulting 2003 in mmb Expertise 2004, S. 30
7 Vgl. mmb Expertise, 2004, S. 8
8 Vgl. Seufert/Mayr, 2002
9 nordmedia, 2004, S. 6
10 Vgl. nordmedia, 2004, S. 26
11 Vgl. Graf, J. 2003, Weiterbildungsszene Deutschland 2003, S. 139 in mmb Expertise, 2004, S. 27
12 Vgl. mmb Expertise, 2004, S. 27
13 mmb Expertise, 2004, S. 25
14 Vgl. mmb Expertise, 2004, S. 25
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