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Scholary Paper (Seminar), 2004, 22 Pages
Author: Matthias Voss
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Institution/College: University of Hagen
Tags: Mindestlöhne, Seminar
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-35214-7
File size: 336 KB
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Excerpt (computer-generated)
FernUniversität in Hagen
Fachbereich Wirtschaftswissenschaft
Ökonomik der Mindestlöhne
Seminar: Seminar zur Volkswirtschaftslehre
Ökonomik der Mindestlöhne
von: Matthias Voss
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 1
2 MINDESTLÖHNE IN DER THEORIE 2
2.1 WIRKUNGEN DER MINDESTLÖHNE AUF DIE BESCHÄFTIGUNG 2
2.1.1 Neoklassischer Arbeitsmarkt 2
2.1.2 Heterogene Arbeit 3
2.1.3 Zweisektormodelle 4
2.1.4 Monopson 6
2.2 ANDERE WIRKUNGEN DER MINDESTLÖHNE 8
2.2.1 Auswirkungen auf die Lohnverteilung 8
2.2.2 Auswirkungen auf die Einkommensverteilung 9
2.2.3 Mindestlöhne zur Armutsbekämpfung 9
2.3 ZUSAMMENFASSENDE BEMERKUNGEN 10
3 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNGEN 11
3.1 VORBEMERKUNGEN 11
3.2 EINE FALLSTUDIE VON CARD/KRUEGER 12
4 RESÜMEE 15
LITERATURVERZEICHNIS 16
Abstract
Mindestlöhne führen im neoklassischen Grundmodell des Arbeitsmarktes zu einem Beschäftigungsrückgang und wären daher eigentlich abzulehnen. Trotzdem sind Mindestlöhne immer wieder Gegenstand politischer und wirtschaftswissenschaftlicher Diskussionen. In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, warum diese Thematik nach wie vor so umstritten ist und wie Befürworter und Gegner der Einführung von Mindestlöhnen ihre Argumentation begründen. Zunächst erfolgt eine Darstellung einiger auf dem Grundmodell basierenden Alternativmodelle und ihrer Auswirkungen auf Beschäftigung und (Lohn-)Einkommen. Anschließend soll ein kurzer Einblick in die Vielzahl der empirischen Studien gegeben werden. Gerade neuere Studien weisen darauf hin, dass Mindestlöhne keine oder sogar leicht positive Beschäftigungswirkungen haben können.
1 Einleitung
Das zentrale Argument der Befürworter der Mindestlöhne ist die Wirkung auf die personelle Einkommensverteilung. Mindestlöhne sollen Armut vermindern und die Einkommensverteilung egalisieren. Da jedoch im neoklassischen Arbeitsmarktmodell mit der Erhebung eines Mindestlohnes ein Beschäftigungsrückgang verbunden ist, sind gesetzliche Mindestlöhne in vielen Staaten quer durch fast alle politischen Gruppen sehr umstritten. Auch in Deutschland gab es jüngst erneute Diskussionen um die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes. Vor dem Hintergrund einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit ist es verständlich, dass vor allem in Bezug auf einen weiteren Beschäftigungsrückgang große Ängste geäußert wurden. Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit liegt daher auch auf der Betrachtung der Auswirkungen von Mindestlöhnen auf dem Arbeitsmarkt. Unter einem Mindestlohn ist dabei ein durch den Staat oder Tarifverhandlungen festgesetzter Lohn zu verstehen, der vollbeschäftigten Arbeitnehmern als Minimum zusteht.
Zu Anfang der Ausführungen werden zunächst verschiedene Arbeitsmarktmodelle in der Theorie behandelt. Ausgehend vom neoklassischen Modell und der Variierung seiner Grundannahmen, wie etwa homogene Arbeit oder eine flächendeckende Einführung des Mindestlohns, folgt eine detailliertere Darstellung des Falles eines Monopsons. Das Monopson stellt einen Spezialfall dar, in dem der vom Arbeitergeber zu zahlende Lohn nicht mehr exogen gegeben ist, sondern von ihm selbst mit beeinflusst wird. Unter dieser Voraussetzung ist auch in der Theorie ein Anstieg der Beschäftigung bei Einführung eines Mindestlohns erklärbar. Nach der Darstellung der Auswirkungen von Mindestlöhnen jenseits des Arbeitsmarktes soll auf empirische Studien zur Thematik eingegangen werden. In der Literatur finden sich zahlreiche Untersuchungen, mit denen sich die Meinungen von Befürwortern und Gegnern von Mindestlöhnen untermauern lassen. Exemplarisch wird in dieser Arbeit eine Studie von Card und Krueger, zu Beginn der 90er Jahre in den USA durchgeführt, etwas näher vorgestellt. Diese Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass entgegen der klassischen Theorie von der Einführung bzw. Erhöhung eines Mindestlohnes durchaus positive Impulse für den Arbeitsmarkt ausgehen können. Die vorliegende Arbeit soll einen knappen und dennoch möglicht breiten Überblick über die komplexe Thematik der Ökonomik der Mindestlöhne geben und abschließend eine kritische Würdigung der Ergebnisse aus Theorie und Praxis versuchen.
2 Mindestlöhne in der Theorie
2.1 Wirkungen der Mindestlöhne auf die Beschäftigung
2.1.1 Neoklassischer Arbeitsmarkt
Zunächst sollen das neoklassische Grundmodell, wie es vielerorts in der Literatur dargestellt wird1, und seine Prämissen näher skizziert werden. Ausgangspunkt ist ein Modell mit identischen Haushalten, identischen Firmen und einem Konsumgut C. Mit Hilfe des einzigen Inputfaktors, der Arbeit L, wird der Output Y produziert. Es sei vollkommener Wettbewerb unterstellt, Haushalte und Unternehmen sind Preisnehmer, sodass Nominallohn W und Güterpreis P für die hergestellten Produkte exogen gegeben, also nicht durch die Haushalte oder Unternehmen selbst beeinflussbar sind. Zudem wird angenommen, der Mindestlohn gelte für alle Beschäftigten und die Arbeit L sei homogen, d.h. die Beschäftigten sind von ihren Fähigkeiten und ihrer Ausbildung her gleichermaßen geeignet, die Arbeiten auszuführen.
Befindet sich der Arbeitsmarkt zunächst in einem Gleichgewicht, in Abbildung 1 gekennzeichnet durch den Punkt (L*; W*/P), so bewirkt die Einführung eines Mindestlohnes WM/P oberhalb des gleichgewichtigen Lohnes W*/P folgendes: Die Arbeitnehmer werden bereit sein, bei einem höheren Lohn mehr Arbeit anzubieten (Kurve LS). Die Arbeitgeber fragen jedoch, unter der den Normalfall darstellenden Annahme sinkender Grenzerträge in der Produktions funktion Y = Y(L), weniger Arbeit nach (Kurve LD). Es entsteht mindestlohnbedingte Arbeitslosigkeit in Höhe von M L L L - = D 1 (vgl. Abb. 1). Je höher der Mindestlohn gewählt wird, desto größer ist die Abnahme der Beschäftigung.
Abb. 1: Klassischer Arbeitsmarkt (leicht modifiziert übernommen aus: Beck (2000), S. 227) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Zwar liefert dieses Grundmodell erste Anhaltspunkte für die Auswirkungen eines Mindestlohnes auf die Beschäftigung, es geht jedoch von sehr restriktiven Annahmen aus, die in der Realität nicht immer gerechtfertigt scheinen. So dürfte eine flächendeckende Einführung ebenso die Ausnahme sein, wie die Annahme homogener Arbeit. In den folgenden Kapiteln sollen daher das klassische Arbeitsmarktmodell in einigen Punkten verändert und die zu erwartenden Auswirkungen betrachtet werden.
2.1.2 Heterogene Arbeit
[...]
1 vgl. Brown (1999), Beck (2000), Ragacs (2002)
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