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Master Thesis, 2008, 103 Pages
Author: Dipl.-Päd. Franz Eppinger
Subject: Pedagogy - Adult Education
Details
Tags: Gesundheitsförderung, Arbeit, Betrieb, Stressbewältigung, Mitarbeiter, betriebliche Gesundheitsförderung, Persönlichkeitsförderung, Laufen, Lauftherapie, Gesundheit, Bewegung, aerobe Bewegung, Fallstudie, Fallbericht, therapeutisches Laufen, Laufkurs, Planung, Evaluation, Gesundheitsbildung, Lauftherapeut, Gesundheitsmarkt
Year: 2008
Pages: 103
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 112 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-35226-0
ISBN (Book): 978-3-638-85344-6
File size: 374 KB
2., überarbeitete Auflage 2008
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Abstract
Um Wohlbefinden, Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Beschäftigten zu erhalten, setzen Unternehmen zunehmend auf gesundheitsfördernde Maßnahmen. Am Beispiel "aerober Bewegung" in Form des langsamen ausdauernden Laufens wird ein Weg zu körperlich-seelischem Wohlbefinden aufgezeigt. Die im Rahmen einer betrieblichen Laufgruppe erfahrenen Effekte werden exemplarisch an einer Fallstudie dokumentiert - ebenso damit einhergehende Persönlichkeitsentwicklungen und Einflüsse auf das berufliche Tätigkeitsfeld. Der Pilotstudie liegt der Ansatz des "Therapeutischen Laufens" (Lauftherapie) zugrunde, wie er vom Deutschen Lauftherapiezentrum (DLZ) propagiert wird. Die konkrete Umsetzung mit Hinweisen zur Planung, Durchführung und Evaluation eines Laufkurses als Maßnahme betrieblicher Gesundheitsförderung ist in einem "Leitfaden" dargestellt. Das Konzept lässt sich mit wenigen Modifikationen auch auf die Arbeit in der Rehabilitation, in der sozialen Arbeit, in Therapieeinrichtungen, Kliniken, Schulen und anderen Institutionen übertragen - vorausgesetzt, der Kursleiter besitzt eine entsprechende sportpädagogische bzw. sporttherapeutische Qualifikation.
Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Kaiserslautern
Fachbereich Sozialwissenschaften
Master-Fernstudiengang Erwachsenenbildung
Masterarbeit zum Thema:
Persönlichkeits- und Gesundheitsförderung durch aerobe Bewegung
Planung, Durchführung und Evaluation eines Kurskonzeptes für Mitarbeiter/innen eines Bildungsunternehmens
zur Erlangung des akademischen Grades
Master of Arts (M.A.)
Franz Eppinger
2. überarbeitete Auflage 2008
Inhaltsverzeichnis
Abstract... I
Inhaltsverzeichnis ... II
Abbildungs-/Tabellenverzeichnis...V
Abkürzungsverzeichnis...VI
1 Einleitung ... 1
2 Arbeit und Gesundheit... 5
2.1 Gesundheit und Gesundheitsförderung ... .5
2.2 Gesundheitsbildung und Persönlichkeitsförderung... 7
2.3 Prävention in der Arbeitswelt... 8
2.4 Evaluation von Gesundheitsprogrammen ... 9
3 Bewegungsprogramme im betrieblichen Kontext... .12
3.1 Coopers "Pionierarbeit" ... 12
3.2 Evidenzbasierte Ergebnisse: Effekte körperlicher Aktivität ... 13
3.3 Laufspezifische Auswirkungen auf berufliche Tätigkeit... 13
3.4 "Lauf-Coaching"... 15
4 Aerobe Bewegung und "Therapeutisches Laufen"... 17
4.1 Aerobe vs. anaerobe Bewegung... 17
4.2 Medizinische Forderungen an Präventionsmaßnahmen... 19
4.3 Effekte des langsamen Dauerlaufs ... 20
4.3.1 Körperliche Wirkungen ... 20
4.3.2 Einflüsse auf die Psyche ... 23
4.3.3 Veränderung von Persönlichkeitseigenschaften ... 24
4.4 Ansatz des therapeutischen Laufens ("Lauftherapie") ... 25
4.5 Exkurs: Laufen - eine Therapie? ... 27
5 Projektbeschreibung "Betriebliche Laufgruppe"... 29
5.1 Betriebliche Rahmenbedingungen ... 29
5.2 Belastungen im Gesundheits-, Sozial- und Erziehungssektor ... 29
5.3 Zielgruppe und Teilnehmer/innen... 31
5.4 Fragestellung/Zielsetzungen ... 31
5.5 Kursablauf und Laufparameter... 32
5.5.1 Zeitrahmen und Gelände... 33
5.5.2 Laufprogramm ... 33
5.5.3 Belastungspuls ... 34
5.5.4 Unterstützende Maßnahmen... 37
6 Untersuchungsdesign... 38
6.1 Instrumente und Verfahren - Übersicht ... 38
6.2 Anmeldegespräch und Anamnesebogen ... 39
6.3 Messinstrumente - halbstandardisierte Verfahren ... 40
6.4 Interview ... 40
6.5 Physiologische Parameter... 41
6.6 Dokumentenauswertung ... 42
7 Fallbericht... 44
7.1 Fallbeispiel Frau N. ... 44
7.1.1 Angaben zur Person - Motive und Ziele... 44
7.1.2 Erfolgsmessung... 45
7.1.3 Interviewaussagen ... 47
7.2 Bewertung des Laufprozesses ... 48
7.2.1 Physio-psychische Wirkungen ... 48
7.2.2 Auswirkungen auf Berufssituation... 49
7.2.3 Lebensstiländerungen ... 49
7.3 Einschub: Lauf-Effekte bei weiteren Kursteilnehmerinnen... 50
8 Diskussion und Kritik... 53
8.1 Gesamtbetrachtung der Ergebnisse... 53
8.2 Möglichkeiten und Grenzen der Fallstudienarbeit... 54
8.3 Gütekriterien und "Fallen" der Ergebnisinterpretation... 56
8.4 Qualitätssicherung und Transfer ... 58
9 Implementierung des therapeutischen Laufens... 61
9.1 Projektmanagement und Gesundheitsförderung... ... 61
9.2 Laufen als Projekt... 62
9.3 Leitfaden Kurs "Therapeutisches Laufen"... 64
9.4 Grenzen der Planbarkeit und didaktische Kompetenz ... 69
9.5 Laufen als Angebot auf dem Gesundheitsmarkt ... 70
10 Laufen - unspektakulär, kostengünstig und effektiv ... 72
Literaturverzeichnis... 76
Internetquellen ... 84
Anhang ... 86
1. Einleitung
Der Wettbewerb auf dem (globalen) Markt setzt Unternehmen einem permanenten Anpassungsdruck aus, was für die Beschäftigten nicht folgenlos bleibt: Personalabbau, Zeit- und Leistungsdruck, Überlastung und die Vorgabe, hohe Qualität bei sinkenden Kosten zu liefern, führen im täglichen Arbeitsprozess bei immer mehr Menschen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, deren Ausmaß und Wirkungen noch nicht abzuschätzen sind.
Es sind nicht mehr schwere körperliche Arbeit oder negative Umgebungseinflüsse, welche die Gesundheit am Arbeitsplatz beeinflussen, es sind vielmehr „unspezifische“ Belastungskonstellationen, die als psychosozialer Stress ganz unterschiedliche Beschwerdebilder hervorrufen, für die keine naturwissenschaftlich bestimmbaren Schädigungsgrenzen angegeben werden können (Lenhardt 1994, 23).
Statistiken der Rentenversicherungsträger belegen, dass etwa zwei Drittel aller Beschäftigten – und davon wieder ein großer Teil aus gesundheitlichen Gründen – vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze in den Ruhestand treten. Diese Angaben spiegeln zwar Auswirkungen aller Lebensbereiche, Arbeits- und Umweltbedingungen wider, der beruflichen Tätigkeit kommt jedoch eine besondere Bedeutung zu, immerhin verbringt der erwachsene Mensch im Schnitt ein Drittel seines Lebens am Arbeitsplatz.
Eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt sich bei den Ursachen der „Frühberentung“:
Psychische Erkrankungen infolge von Arbeitsstress sind in den letzten Jahren exponentiell gestiegen. Ihr Anteil an den Rentenfällen erhöhtesich von 8 Prozent im Jahr 1983 auf rund 24 Prozent in 2003. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern sind psychische Erkrankungen inzwischen Hauptursache für den frühen Eintritt in den Ruhestand (RKI 2006, 15; vgl. Anhang 1).
Auch Daten der Krankenkassen sprechen eine deutliche Sprache. Auf Deutschland bezogen ergibt sich für 2006 ein Ausfall von acht Millionen Arbeitstagen, weil sich Beschäftigte überfordert, unwohl und müde fühlten. Dies ist ein Plus von zehn Prozent bei den psychisch bedingten Fehlzeiten gegenüber dem Vorjahr.
Die Kosten für die Allgemeinheit, um Angststörungen, Depressionen, Herzinfarkte oder Hörstürze zu kurieren, verdoppelten sich nahezu binnen eines Jahrzehnts (Sueddeutsche vom 09.09.2007). Als Indikator bilden diese Zahlen die sich ausweitenden psychosozialen Belastungen in Arbeitswelt und Gesellschaft ab. Dennoch sinken Krankenstände in den Betrieben auf das niedrigste Niveau seit Einführung der Lohnfortzahlung. Das Phänomen des Präsentismus ist jedoch nicht als Zeichen besserer Gesundheit zu werten, es weist darauf hin, dass viele Arbeitnehmer immer öfter krank zur Arbeit gehen, aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren.
Neben der Zunahme psychischer Anspannungen stellt der zunehmende Bewegungsmangel ein weiteres Kennzeichen unserer Zivilisation dar.
Gesundheitliche Beeinträchtigungen aufgrund mangelnder Bewegung sind schon bei unseren Schulkindern weit verbreitet; außerhalb des Unterrichts bringen sie im Schnitt 3,4 Stunden täglich vor Fernseher und Computer zu – für viele von ihnen wird Sitzen zur dominierenden Körpererfahrung. Auch Menschen, die im Arbeitsprozess stehen, sind in ihrem Bewegungsspielraum oft so eingeschränkt, dass die Fähigkeit verkümmert, den Körper als Grundlage gesunder Lebensführunganzusehen. Insgesamt verbringen Frauen am Tag durchschnittlich 6,7 Stunden und Männer 7,1 Stunden im Sitzen (vgl. BMG 2005, Nr. 190). Bereits jeder zweite Erwerbstätige arbeitet vorwiegend am Computer, Muskelkraft und Bewegung sind in der Arbeitswelt immer seltener gefragt.
Die Entfremdung des Menschen von seinem Körper verlangt geradezu danach, den Körper wieder neu wahrzunehmen. Entfremdung heißt nämlich in letzter Konsequenz, dass der Mensch den Kontakt zu sich selbst verliert. A. Lowen umschreibt dies so: „Das Gefühl der Identität wurzelt in einem bestimmten Körpergefühl. Um zu wissen, wer man eigentlich ist, muss man sich dessen bewusst sein, was man fühlt. Man muss wissen ... wie man sich bewegt“ (1985, 10). Die Forderung, die sich daraus ableitet: Arbeit mit dem Körper – also Bewegung – muss wieder stärker in den Alltag der Menschen integriert werden.
Wie ernst das Problem eingeschätzt wird dokumentiert eine gemeinsame Erklärung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Weltverbandes der Sportmedizin (FIMS), in der das Gesundheitsrisiko durch Bewegungsmangel mit dem Risiko durch Nikotinmissbrauch verglichen wird.
Den Anstoß zu vorliegender Pilotstudie gab eine Ausbildung zum Kursleiter für „Therapeutisches Laufen“ (Lauftherapie) am Deutschen Lauftherapiezentrum (DLZ). Dem Vorhaben liegt die Absicht zugrunde, im Rahmen betrieblicher Gesundheitsförderung ein Angebot „aerobe Bewegung“ zu konzipieren und umzusetzen (vgl. Eppinger 1995). Eine Gruppe von Beschäftigten des „bfw – Unternehmen für Bildung“ konnte für die Teilnahme an einem Laufkurs gewonnen werden. Die daran Beteiligten stimmten zu, über persönliche Veränderungen im Kurszeitraum zu berichten sowie in Gesprächen Auskunft darüber zu geben, welche Einflüsse das Laufen auf ihr Leben genommen hat und welche Wirkungen damit verbunden waren.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die konkrete Praxis des therapeutischen Laufens. Die Effekte langsamer ausdauernder Bewegung werden exemplarisch an einer Fallstudie dargestellt. Ergänzend sind Einflüsse erober Bewegung auf Gesundheit und persönliche Entwicklung weiterer Teilnehmer/innen am Laufprogramm dokumentiert.
Es wird aufgezeigt, wie Laufen als Maßnahme der Gesundheits- und Persönlichkeitsförderung im Unternehmen erfolgreich implementiert werden kann. Theoretischer Bezug, Planungs-, Durchführungs- und Auswertungsschritte sind dabei beschrieben. Erfahrungen bei der Projektrealisation und Evaluationsergebnisse zeigen schließlich Konsequenzen für ein Kurskonzept auf, das modellhaft in einem Leitfaden zusammengefasst ist. Dabei wird zum Teil auf frühere Studien des Autors zurückgegriffen.
[...]
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