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Was ist Literatur an Netzliteratur?

Hauptseminararbeit, 2002, 20 Seiten
Autor: Stefanie Mißling
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Veranstaltung: Literatur und Theatralität in digitalen Medien aus sprach- und literaturwissenschaftlicher Sicht
Institution/Hochschule: Universität Dortmund (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Tags: Literatur, Netzliteratur, Literatur, Theatralität, Medien, Sicht
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 20
Note: ohne Benotung
Literaturverzeichnis: ~ 15  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V35272
ISBN (E-Book): 978-3-638-35242-0
ISBN (Buch): 978-3-638-77230-3
Dateigröße: 361 KB

Zusammenfassung / Abstract

STRORRER fragt: „Was ist ΄hyper΄ am Hypertext?“ In ihrem Aufsatz stellt sie die wesentlichen Eigenschaften von Hypertexten dar und grenzt diese von anderen Texten ab. Der vorliegenden Arbeit liegen die Fragen: „Was ist Literatur an Netzliteratur?“ und „Was ist Netz an Netzliteratur?“ zu Grunde. Es werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Netzliteratur / digitale Literatur und herkömmlicher Literatur herausgearbeitet. Ebenso wird Netzliteratur von Netzkunst und Literatur im Netz abgegrenzt. Ein Hauptaugenmerk in dieser Arbeit liegt auf verschiedenen Begriffsbestimmungen, da viele Begriffe, die im Zusammenhang mit Literatur und Internet auftreten auf Grund der Neuheit der Thematik nicht immer einheitlich verwendet werden. Schließlich sollen zwei Beiträge eines Wettbewerbs vorgestellt und anhand der vorausgegangenen Ergebnisse untersucht werden.


Textauszug (computergeneriert)

Was ist Literatur an Netzliteratur?

von: Stefanie Mißling

 


Inhalt

1 Einleitung 1

2 Literatur und Medien  1

2.1 Text und Literatur im Medium Computer / Internet 3

3 Begriffsklärungen 4

3.1 Hypertext 4
3.2 Multimedia / Hypermedia  5
3.3 Hyperfiction 6
3.4 Digitale Literatur vs. Netzliteratur  9

4 Das Verhältnis von Literatur zu Digitaler Literatur 10

5 Betrachtung zweier Wettbewerbsbeiträge  12

5.1 btong 12
5.2 blackbox 14

6 Fazit 16

7 Literaturverzeichnis  17


 

1 Einleitung

STRORRER fragt: „Was ist ?hyper? am Hypertext?“1 In ihrem Aufsatz stellt sie die wesentlichen Eigenschaften von Hypertexten dar und grenzt diese von anderen Texten ab. Der vorliegenden Arbeit liegen die Fragen: „Was ist Literatur an Netzliteratur?“ und „Was ist Netz an Netzliteratur?“ zu Grunde. Es werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Netzliteratur / digitale Literatur und herkömmlicher Literatur herausgearbeitet. Ebenso wird Netzliteratur von Netzkunst und Literatur im Netz abgegrenzt. Ein Hauptaugenmerk in dieser Arbeit liegt auf verschiedenen Begriffsbestimmungen, da viele Begriffe, die im Zusammenhang mit Literatur und Internet auftreten auf Grund der Neuheit der Thematik nicht immer einheitlich verwendet werden. Schließlich sollen zwei Beiträge eines Wettbewerbs vorgestellt und anhand der vorausgegangenen Ergebnisse untersucht werden.

2 Literatur und Medien

Um digitale Literatur mit herkömmlicher Literatur vergleichen zu können, bedarf es zunächst einer Definition von Literatur. An dieser Stelle soll die Definition von LINK aufgegriffen werden: „Als literarische Rede kann im strikten nur die Menge aller Texte definiert werden, die die in einer gegebenen Kultur und für einen gegebenen sozialen Träger institutionalisiert gültigen Vorstellungen von ?Literatur? deutlich konnotieren.“2 Was also als Literatur bezeichnet wird, unterliegt einem ständigen Wandel und wird je nach sozialem Träger unterschiedlich verstanden. LINK3 führt weiter das Kriterium der literarischen Verfremdung an, durch das literarische Texte gekennzeichnet sind. Dem hinzufügen kann man als typische, im weiteren Sinne auf Verfremdung beruhende literarische Verfahren Mehrdeutigkeit, Selbstreferenz, Rekurrenz und Vorherrschen von Symbolik. Die Bindung an ein Medium wird in dieser Definition nicht erwähnt. Allerdings bezeichnet LINK4 die literarische Rede als ein sekundäres semiologisches System, womit Bilder oder Bilderfolgen nicht zur Literatur zu zählen sind. In den Fokus der Literaturwissenschaft sind jedoch immer weitere Elemente, wie die Trivialliteratur, der Film und das Fernsehen, Comics, digitale Literatur, Netzliteratur etc. getreten. - Die beiden letzteren Begriffe müssen im Folgenden noch näher beleuchtet werden. - Literatur kann nicht losgelöst von einem Medium betrachtet werden, da sie eines benötigt, um sich darzustellen. Dieses muss nicht zwangsläufig das Buch sein; jedoch werden diese Erscheinungen eher als literarisch bezeichnet, die weiterhin zentrale Kriterien der Buchliteratur erfüllen. Auffallend ist, dass es sich bei der Kombination von Literatur und Medien nicht immer um ein einzelnes Medium handelt, sondern Vermischungen auftreten. So kann es zu einer literarischen Vorlage ein Hörbuch und eine Verfilmung geben; es gibt Foren im Internet und Fernsehen zum Thema Literatur etc. Eine Vermischung ist auch in der Weise möglich, dass verschiedene Medien in einem Text auf unterschiedliche Weise thematisiert werden. Beispiele hierfür sind: „Am Parktor“ von Klaus Modick oder „Soloalbum“ und „Blackbox“ von Benjamin von Stuckrad-Barre. Die unterschiedlichen Medien stehen in einer Wechselwirkung zueinander. Man kann hier von Intermedialität sprechen und die Literatur steht in diesem Spannungsfeld der Intermedialität. Sie wird von den Medien beeinflusst und wirkt ihrerseits auf die Medien. Es findet eine parallele Entwicklung, Koevolution, statt.5

(Abb. 1: Literatur im Spannungsfeld der Intermedialität) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Eine Vermischung der Medienlandschaft, die auch Auswirkungen auf die Literatur hat, ist unbestreitbar. Mittlerweile hat die Literatur ebenso Einzug in den Bereich Computer / Internet gehalten. Dieser Bereich ist für diese Arbeit von entscheidender Bedeutung; deshalb soll im Folgenden untersucht werden, wie sich Literatur zum Medium Computer / Internet verhält.

2.1 Text und Literatur im Medium Computer / Internet

Literatur als geschriebener Text ist schon deshalb stark mit dem Computer verbunden als dass dieser die Schreibmaschine als ?Textverarbeitungsmittel? abgelöst hat. Dabei bietet der Computer zusätzliche Möglichkeiten. Eine schnellere und einfachere Be- und Verarbeitung, Aktualisierung, Speicherung, Weiterleitung, sowie zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten, wie Veränderung des Layouts, das Einbinden von Bildern und Grafiken etc. Problematisch ist hier die Frage nach dem Endprodukt. Existiert noch ein Endprodukt? Der Text, der schwarz auf weiß auf dem Papier festgehalten ist, ist ebenfalls in digitaler Form im Computer abgelegt. Auf diesen kann jederzeit zugegriffen werden und es bleibt die Möglichkeit der Veränderung, genauso kann er problemlos jeder Zeit gelöscht werden. Vom Computer zum Internet ist es nur ein kleiner Schritt. Das Internet bietet eine neue Möglichkeit der Distribution. Gemeint ist hier nicht nur der Vertrieb von Print-Produkten über das Internet, sondern vielmehr die Möglichkeit, Texte ins Internet zu stellen und einer großen Masse zugänglich zu machen. Mit der notwendigen Software ist dies im Grunde jedem möglich. Deshalb verwundert es nicht, dass die Produkte, die im Internet zu finden sind, sehr zahlreich aber auch sehr unterschiedlich sind und so häufig kein Anspruch auf Qualität erhoben werden kann. Durch das Veröffentlichen auf einer eigenen Homepage umgehen die Produzenten die Qualitätskontrolle eines Lektors.6 Jeder kann zum ?Verleger? werden. Dies ist ein großer Unterschied zum gedruckten Buch; ebenso die Tatsache, dass die Texte im Internet nicht beständig sind. Sie können „jederzeit wieder geändert, verschoben oder aus dem Netz genommen werden.“7

So vielfältig die Texte im Internet sind, genauso vielfältig sind auch die Begriffe, die die Phänomene, die im Zusammenhang von Literatur und Internet (Computer) auftreten, beschreiben bzw. diese von anderen Phänomenen abgrenzen wollen. Hyperfiction, Hypertext, Hypermedia, Multimedia, Netzliteratur, Literatur im Netz, digitale Literatur, netart fordern Begriffsklärungen und -erläuterungen, die im nächsten Kapitel folgen sollen.

3 Begriffsklärungen

3.1 Hypertext

[...]


1 Storrer, Angelika: Was ist ?hyper? am Hypertext? In: Sprache und neue Medien. Jahrbuch des Instituts für deutsche Sprache 1999. Hrsg.: Kallmeyer, Werner. Berlin, New York 2000. S. 222-249.

2 Link, Jürgen: Literaturwissenschaftliche Grundbegriffe, eine programmierte Einführung auf strukturalistischer Basis. 6., unveränderte Auflage. Fink. München 1997. S. 102.

3 Vgl. Ebd.

4 Vgl. Ebd.

5 Vgl. Wermke, Jutta: Literatur- und Medienunterricht. In: Grundzüge der Literaturdidaktik. Hrsg.: Bogdal, Klaus-Michael / Korte, Hermann. dtv. München 2002. S. 95f.

6 Vgl. Simanowski, Roberto: Digitale Literatur. Anmerkungen zu Spielarten elektronischer Belletristik. Online-Publikation: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=949 (Stand: 15.02.2004).

7 Simanowski, Roberto: Digitale Literatur? Der Essay zum Wettbewerb. In: Literatur.digital. Formen und Wege einer neuen Literatur. Hrsg.: Simanowski, Roberto. München 2002. S. 12.


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