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Aufgabe der Zensurbehörde im Zusammenhang mit ihrer Bedeutung zur Verbreitung und Unterstützung von aufgeklärter Literatur in Frankreich im 18. Jahrhundert

Autor: Master of Arts Alexander Monagas
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit

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Details

Veranstaltung: Aufklärung und Gegenaufklärung
Institution/Hochschule: Universität Mannheim
Tags: Aufgabe, Zensurbehörde, Zusammenhang, Bedeutung, Verbreitung, Unterstützung, Literatur, Frankreich, Jahrhundert, Aufklärung, Gegenaufklärung
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 17
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 267 KB
Archivnummer: V35282
ISBN (E-Book): 978-3-638-35251-2
ISBN (Buch): 978-3-638-87970-5

Zusammenfassung / Abstract

Die Zensur war im 18. Jahrhundert in Frankreich allgegenwärtig und sehr streng. Zeitgenössische Schriftsteller und Autoren empfanden sie häufig als tyrannisch und repressiv. Doch verdanken viele aufgeklärte Werke gerade dem Oberzensor Malesherbes ihre Zulassung. Wurde durch literaturinteressierte und intellektuelle Zensoren die Verbreitung aufgeklärter Literatur bedeutend gefördert? Die Institution der Zensur war ein Kontrollorgan der Monarchie. Der König strebte mit der staatlichen Zensur eine Monopolstellung an, um Schriftsteller und Autoren durch Repression oder Förderung in den Dienst der Krone zu stellen. Vom 17. zum 18. Jahrhundert gelang der Zensur tatsächlich für kurze Zeit die totalitäre Verfügbarkeit über Mensch und Material. In dieser Zeit verlor die Kirche ihren Anspruch über die Bücherkontrolle. Es ist auf Grund der komplexen und divergenten Handhabung der Zensur kaum möglich, eine vollständige Entwicklung der Zensurgeschichte darzustellen. Darum soll in dieser Arbeit auf einige wesentliche Entwicklungen eingegangen werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Oberzensor Malesherbes und den verschiedenen Druckerlaubnissen. Da die permission tacite eine ungewöhnliche Druckerlaubnis war, wird diese Genehmigung ausführlicher untersucht. Die Frage ist zudem, ob belegt werden kann, dass die Librairie nicht gegen, sondern für die aufgeklärte Literatur arbeitete. Wie die Institutionen strukturiert waren und wie es um die Publizierungsmöglichkeiten stand, wird die Betrachtung der Druckerlaubnisse zeigen. Trotz aller positiven Verhaltensweisen einzelner Zensoren, war die Zensurbehörde gleichermaßen für ihre Willkürlichkeit bekannt. Oftmals wurde die Machtstellung zur materiellen Bereicherung oder zur Austragung persönlicher Differenzen missbraucht. Dennoch war das Amt des Zensor nicht automatisch ein besonders sicheres. Durchaus konnten selbst Zensoren in die Schusslinie der Kritik geraten. Durch diesen Umstand werfen weitere Fragen auf: Wie wurde zensiert? Was und warum wurde zensiert? Riskierten Zensoren für manche Werke ihre Stellung?

Textauszug (computergeneriert)

Aufgabe der Zensurbehörde im Zusammenhang mit ihrer
Bedeutung zur Verbreitung und Unterstützung von
aufgeklärter Literatur in Frankreich im 18. Jahrhundert

von: Alexander Monagas

 


Inhalt

EINLEITUNG 4

1. GESCHICHTE DER ZENSUR IN FRANKREICH 5

1.1 WARUM EINE ZENSUR?  6
1.2 OBERZENSOR MALESHERBES  7
1.3 ZENSUR ALS MITTEL DER POLITIK 9

2. SYSTEM UND STRUKTUR DER ZENSURBEHÖRDEN 10

2.1 DIE VORZENSUR 11

2.1.1 Le Bureau contentieux de la librairie  11
2.1.2 Le Bureau gracieux de la librairie  11

2.2. NACHZENSUR: LA POLICE DES LIVRES  12
2.3 SELBSTZENSUR  13

3. DRUCKERLAUBNISSE UND EINHALTUNG 13

3.1 LE PRIVILÈGE GÉNÉRAL 13
3.2 LA PERMISSION TACITE 14
3.3 LA SIMPLE TOLÉRANCE 15
3.4 NICHT ERLAUBT UND NICHT VERBOTEN  16
3.5 LES LIVRES DÉFENDUS  16

4. FAZIT: DIE ZENSUR STEHT IM ZEICHEN DER AUFKLÄRUNG 16

5. LITERATURVERZEICHNIS 18


 

I. Einleitung

Die Zensur war im 18. Jahrhundert in Frankreich allgegenwärtig und sehr streng. Zeitgenössische Schriftsteller und Autoren empfanden sie häufig als tyrannisch und repressiv. Doch verdanken viele aufgeklärte Werke gerade dem Oberzensor Malesherbes ihre Zulassung. Wurde durch literaturinteressierte und intellektuelle Zensoren die Verbreitung aufgeklärter Literatur bedeutend gefördert? Die Institution der Zensur war ein Kontrollorgan der Monarchie. Der König strebte mit der staatlichen Zensur eine Monopolstellung an, um Schriftsteller und Autoren durch Repression oder Förderung in den Dienst der Krone zu stellen. Vom 17. zum 18. Jahrhundert gelang der Zensur tatsächlich für kurze Zeit die totalitäre Verfügbarkeit über Mensch und Material. In dieser Zeit verlor die Kirche ihren Anspruch über die Bücherkontrolle.

Es ist auf Grund der komplexen und divergenten Handhabung der Zensur kaum möglich, eine vollständige Entwicklung der Zensurgeschichte darzustellen. Darum soll in dieser Arbeit auf einige wesentliche Entwicklungen eingegangen werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Oberzensor Malesherbes und den verschiedenen Druckerlaubnissen. Da die permission tacite eine ungewöhnliche Druckerlaubnis war, wird diese Genehmigung ausführlicher untersucht.

Die Frage ist zudem, ob belegt werden kann, dass die Librairie nicht gegen, sondern für die aufgeklärte Literatur arbeitete. Wie die Institutionen strukturiert waren und wie es um die Publizierungsmöglichkeiten stand, wird die Betrachtung der Druckerlaubnisse zeigen. Trotz aller positiven Verhaltensweisen einzelner Zensoren, war die Zensurbehörde gleichermaßen für ihre Willkürlichkeit bekannt. Oftmals wurde die Machtstellung zur materiellen Bereicherung oder zur Austragung persönlicher Differenzen missbraucht. Dennoch war das Amt des Zensor nicht automatisch ein besonders sicheres. Durchaus konnten selbst Zensoren in die Schusslinie der Kritik geraten. Durch diesen Umstand werfen weitere Fragen auf: Wie wurde zensiert? Was und warum wurde zensiert? Riskierten Zensoren für manche Werke ihre Stellung? Ziel dieser Hausarbeit ist es, einen Eindruck über die Institution der Zensur in Frankreich im 18. Jahrhundert zu vermitteln.

1. Geschichte der Zensur in Frankreich

Jede Veröffentlichung im Ancien Régime musste die staatliche Zensurkontrolle durchlaufen. Diese wurde durch die Angestellten der obersten Zensurbehörde, der Direction de la Librairie, durchgeführt. Erfüllte ein Werk nicht die strengen Zensuranforderungen, drohte dessen Verbot oder sogar eine öffentliche Buchverbrennung. Am stärksten waren davon die Jahre von der absolutistischen Herrschaft König Ludwig XIV bis zur Französischen Revolution1 betroffen. Die Autoren von staats-, kirchen- oder gesellschaftskritischen Schriften mussten während dieser Zeit stets mit einer Internierung2 rechnen.

Die Ursprünge der Zensur finden sich bereits im Mittelalter: Philip der Kühne ermächtigte im Jahr 1275 die Pariser Universität Sorbonne, die Buchhändler in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Die Kirche behielt sich das Zensurrecht vor, als der Buchdruck in Frankreich Einzug erhielt. Im 16. Jahrhundert stellte neben der Universität und der Kirche auch der oberste Gerichtshof in Paris Druckprivilegien aus. 3 Gegen Ende des 17. Jahrhunderts beanspruchte der König von Frankreich das alleinige Zensurrecht. Diesen Anspruch setzte er konsequent um. Er entzog den Universitäten, dem Klerus und dem Pariser Parlament die Rechtsgrundlage ihrer Buchkontrollen. Trotz der Monopolstellung des Monarchen, intervenierten Klerus und Parlament immer wieder in den Zensuralltag.

Ein Beispiel stellte Mitte des 18. Jahrhunderts das berühmte Buch De l′Esprit von Hélvetius dar. Obwohl das Werk das Siegel privilège général im Namen des Königs erhalten hatte, protestierten der Pariser Erzbischof und Vertreter des obersten Gerichtshofs gegen diesen Beschluss. Schließlich musste der Oberzensor Malesherbes die Druckgenehmigung revidieren. Um ein Exempel zu statuieren wurden daraufhin alle Ausgaben öffentlich verbrannt. 4 Die Kontrolle des Buchmarktes blieb weiterhin in der Hand des französischen Königs. Erst 1791 wurde durch die Erklärung der Menschenrechte die Zensur während der Französischen Revolution abgeschafft. Warum aber sahen die Könige im Absolutismus die unbedingte Notwendigkeit einer Zensurbehörde?

1.1 Warum eine Zensur?

[...]


1 Dies entspricht dem Zeitraum 1715 bis 1799.

2 Viele Aufklärer verbrachten auf Grund ihrer staatskritischen Schriften einige Zeit in Gefängnissen.

3 Vgl. Edgar Mass: Literatur und Zensur in der frühen Aufklärung. Produktion, Distribution und Rezeption der Lettres Persanes . Analecta Romanica; H. 46. Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann Verlag 1981. S. 8

4 Vgl. Gudrun Gersmann: Im Schatten der Bastille. Die Welt der Schriftsteller, Kolporteure und Buchhändler am Vorabend der Französischen Revolution. Stuttgart: Klett-Cotta Verlag 1993. S. 27 f

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