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Autor: Tamara Oberhauser
Fach: Pädagogik - Allgemein
Details
Institution/Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Tags: Kinderrechtekonvention, Menschenrecht, Bildung, Aspekt, Kinderarbeit, Entwicklungsländern, Pädagogik, Menschenrechte
Jahr: 2004
Seiten: 17
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 284 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-35255-0
Textauszug (computergeneriert)
Kinderrechtekonvention und das Menschenrecht auf Bildung
unter dem Aspekt von Kinderarbeit in Entwicklungsländern
von: Tamara Oberhauser
Gliederung
Einleitung 1
1. Menschenrechte und die Konvention über die Rechte des Kindes 2
1.1 Die Menschenrechte und ihre Bedeutung für die Pädagogik 2
1.2 Das Menschenrecht auf Bildung 4
1.3 Die Konvention über die Rechte des Kindes 5
1.4 Verwirklichung 7
2. Kinderarbeit 8
2.1 Kinderarbeit und Armut 8
2.2 Die ILO als Akteur gegen Kinderarbeit 9
2.3 Terres des Hommes und MANTOC 10
3. Projekte zur Verbesserung der Lage arbeitender Kinder 12
3.1 Indien 13
3.2 Mali 13
4. Fazit 14
Anhang: Literatur/Internetquellen
Einleitung
„Lippenbekenntnisse von nahezu allen Regierungen der Welt, dass Kinder eines besonderen Schutzes und einer besonderen Fürsorge bedürfen, gibt es genug. Tatsache aber ist, dass rund um den Erdball Kinder vielfach nicht nur die gleichen Menschenrechtsverstöße wie Erwachsene erleiden, sondern dass sie oftmals gerade aufgrund ihrer Verletzlichkeit und Abhängigkeit zur Zielscheibe von Übergriffen werden.“1 Diese bei der Menschenrechtsorganisation amnesty international auffindbare Aussage soll den Anstoß bieten, in der vorliegenden Arbeit im Kern das Verhältnis von Menschenrechts- und Kinderrechtskonvention zum Problemfeld der Kinderarbeit in sogenannten Entwicklungsländern näher zu untersuchen und zu beschreiben. Die mediale Berichterstattung führt uns immer wieder vor Augen, wie weit das Spektrum der Menschenrechtsverletzungen und –übergriffe bzw. die dadurch angetriebene Diskussion reicht, selbst wenn gleichzeitig stets betont wird, wie enorm wichtig und unabdingbar die Einhaltung von Menschenrechtsstandards ist. Insbesondere die Vereinten Nationen (UN), die International Labour Organization (ILO) und zahlreiche Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) setzen sich erstrangig für eine Verwirklichung der Menschenrechte unter Berücksichtigung ökonomischer und sozialer Randbedingungen ein.
Die Arbeit orientiert sich an der Fragestellung, inwieweit der Problembereich von Kinderarbeit menschen- und kinderrechtlich einzuordnen ist und welche Konsequenzen sich daraus für die Pädagogik sowohl in der nördlichen als auch in der südlichen Hemisphäre der Welt ergeben. Das Phänomen der Kinderarbeit muss in erster Betrachtung sowohl aus ökonomischer und sozialer als auch politischer und rechtlicher Perspektive angegangen werden, da eine Darstellung ohne Berücksichtigung äußerer Faktoren, wie z. B. die wirtschaftliche Lage einer bestimmten Region, die Sozialstruktur einer bestimmten Gesellschaft oder Kultur sowie die gesetzlichen Standards, nicht möglich ist. Gerade die Globalisierung der Weltwirtschaft sowie ein immer weiter voranschreitendes Nord-Süd-Gefälle dürfen in ihrer Bedeutung nicht vernachlässigt werden.
In der vorliegenden Arbeit soll versucht werden, das Phänomen der Kinderarbeit unter verschiedenen Aspekten zu beschreiben. Zunächst geht es in Kapitel 1 darum, die menschenrechtliche sowie kinderrechtliche Dimension aufzuzeigen und darzulegen, welche Relevanz sich daraus für die Betrachtung von Kinderarbeit ergibt. Insbesondere soll näher auf das Menschenrecht auf Bildung eingegangen werden. Im zweiten Kapitel soll die Problematik der Kinderarbeit in Entwicklungsländern diskutiert werden, um abschließend die Bedeutsamkeit von Bildung im Sinne formaler und informaler Bildung aufzuzeigen und auf konkrete Projekte von Organisationen einzugehen. Wichtig hierbei ist es, eine globale Perspektive einzunehmen, die versucht, die Komplexität der Problematik zu berücksichtigen und nicht allein aus einer westlichen Perspektive zu argumentieren. Methodisch stützt sich die Arbeit in erster Linie auf eine internetbasierte Recherche, um auch aktuelle Entwicklungen einbeziehen zu können, insbesondere, wenn es darum geht Projekte darzustellen. Zudem orientiert sich die Arbeit an dem von Volker Lenhart verfassten Buch „Pädagogik der Menschenrechte“ aus dem Jahre 2003.
1. Menschenrechte und die Konvention über die Rechte des Kindes
Will man das Problemfeld der Kinderarbeit näher untersuchen, ist es zunächst entscheidend, sich die völkerrechtlichen Bestimmungen vor Augen zu führen. Hierbei ist sowohl an Menschenrechte als auch an Kinderrechte zu denken, denen einzelne handlungsweisende Dokumente zugrunde liegen.
1.1 Die Menschenrechte und ihre Bedeutung für die Pädagogik
Die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahre 1948 beschlossen und bildet die Grundlage für verschiedene internationale Konventionen. Im Jahre 1993 wurden auf der Wiener Weltkonferenz für Menschenrechte die jüngste Standard-Setzung vollzogen, in der die „Universalität und Unteilbarkeit der Menschenrechte herausgestellt“ wird.2 Innerhalb des Menschenrechtskataloges finden sich klassische Freiheits- und Schutzrechte, politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Teilhaberechte sowie Rechte auf Ansprüche auf Hilfeleistungen und Unterstützung. Obwohl im Vordergrund der einzelne Mensch als Rechteträger steht, wurden ebenso Rechte für einzelne Gruppen, wie Frauen, Kinder, Flüchtlinge, Behinderte oder besonders verwundbar Gemachte, benannt.
Menschenrechte sind völkerrechtlich verankert und werden durch Menschenrechtspakte zu Völkervertragsrecht, das heißt, sie werden erst dann bindend für Staaten, wenn diese die Pakte unterzeichnen und ratifizieren.
[...]
1 Vgl. http://www2.amnesty.de/internet/ai-theme.nsf/WAlleDok?OpenView&Start=1&Count=30&Expand=6#6
2 Lenhart 2003, 12
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