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Exemplarische Jugendbuchanalyse des Buches: 'Katie.com. Katherine Tarbox - meine Geschichte'. Zum Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Termpaper, 2004, 27 Pages
Author: Sonja Thele
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 27
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V35497
ISBN (E-book): 978-3-638-35391-5

File size: 298 KB


Excerpt (computer-generated)

Westfälische Wilhelms- Universität Münster
Institut für Deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik
Seminar: Gewalt gegen Kinder als Thema in Kinder- und Jugendbüchern
Fachsemester: 05

Exemplarische Jugendbuchanalyse des Buches: „Katie.com.
Katherine Tarbox - meine Geschichte“. Zum Thema sexuelle
Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

von: Sonja Thele

 


1. Einleitung  1

2. Inhalt des Buches „katie.com“  2

3. Sexueller Missbrauch von Kindern 3

4. Prävention 13

5. Analyse des Buches „katie.com“  14

6. Zusammenfassende Bewertung 25

Literaturverzeichnis 26


 

1. Einleitung

Das Ausmaß der, vor allem innerfamiliären sexuellen Ausbeutung von Jungen und Mädchen, wurde erst Anfang der 80er Jahre bekannt, als besonders Fraue n, die in ihrer Kindheit Missbrauch erleben mussten, damit an die Öffentlichkeit gingen. Deshalb müssen es sich unter anderem Eltern, Erzieher und Lehrer1 zur Aufgabe machen, sich zu informieren, um anhand von schon vorliegenden Ratgebern und präventiven Arbeitsmaterialien, Kindern zu helfen sich vor sexuellen Übergriffen schützen zu können und zu versuchen bei Verdacht oder Gewissheit, Missbrauch aufzudecken und zur Anzeige zu bringen. Die große Popularität des Internets, besonders auch für Kinder und Jugendliche, ermöglicht es Männern und Frauen, durch einen neuen einfachen Weg mit ihren (potentiellen) Opfern in Kontakt zu treten, perverseste Pornographie zu publizieren oder anzuschauen und dabei völlig unerkannt zu bleiben. Es ist daher wichtig, die vorherrschenden Formen zur Prävention und Erkenntnisse auf der Täterebene aufzuarbeiten und der neuen Gefahrenquelle anzupassen. In dem Jugendbuch „Kathie.com. Katherine Tarbox – meine Geschichte“ werden die Leser durch eine wahre Begebenheit, mit der schockierenden Wahrheit, wer sich hinter einem „Internet-Freund“ verstecken kann, konfrontiert.

2. Inhalt des Buches „katie.com“

Die Autorin Katherine Tarbox erzählt in dem Buch „katie.com“, wie sie als 13- jährige in einem Chatroom im Internet einen Mann kennen lernt, der sich mit Hilfe von Lügen ihr Vertrauen erschleicht, um sich schließlich sexuell an ihr zu vergehen. Katie ist ein 13 jähriges Mädchen, dass mit allen Problemen eines Teenagers belastet ist: Aussehen, Klamotten, Jungs, Freundinnen, Familie, etc. Damit ist sie in der amerikanischen Kleinstadt New Canaan, Connecticut, und sicherlich auch weltweit, nicht die Einzige. Katie fühlt sich in ihrer Familie und auch in der Schule missverstanden und allein, denn ihre Mutter und ihr Stiefvater David sind Workaholics, zu der jüngeren Schwester Carrie hat sie kein gutes Verhältnis, ihre ältere Schwester, Abby, ist auf dem College in New Hampshire und ihren leiblichen Vater hat sie nur einmal gesehen.

Das Schwimmen nimmt in Katies Leben großen Raum ein, sie trainiert viele Stunden in der Woche und beteiligt sich an Wettkämpfen und Turnieren. Als ihre Schwester Abby in den Sommerferien nach Hause kommt und einen Computer mitbringt, findet Katie nicht nur einen neuen Zeitvertreib, für sie öffnet sich eine neue grenzenlose Welt, das World Wide Web. In einem Online- Chatroom lernt Katie „Valleguy“, alias Mark, 23 Jahre alt, blond und blauäugig aus LA, kennen. Über das Telefon und Internet entwickelt sich, über Monate hinweg, eine enge Freundschaft, aus der schließlich Liebe wird. Ihrer Familie erzählt sie nichts von ihrem Freund, da sie befürchtet, sie würden sie nicht verstehen und den Kontakt womöglich verbieten. Auch Mark mahnt Katie immer wieder keinem etwas von ihm zu erzählen. Als sie sich nur einmal Ashley, einer Freundin aus dem Schwimmverein anvertraut, reagiert diese entsetzt und warnt vor „solchen Männern“. Katie verteidigt ihren Freund und fühlt sich missverstanden. Die Landesjuniorenwettkämpfe in Dallas, Texas, bieten den beiden die Gelegenheit für ein erstes Treffen. Sie verabreden, dass Mark im gleichen Hotel übernachten soll, wie Katie. Trotz erneuter Warnungen von Ashley, die in Dallas das Hotelzimmer mit Katie teilt, geht sie zu ihm.

Die Begegnung verläuft anders, als Katie es sich vorgestellt hat. Mark ist auf einmal nicht mehr so lieb und fürsorglich, wie am Telefon, sondern fordert sexuell mehr von ihr, als sie bereit ist zu geben und missachtet ihren Widerstand. Durch das Auftauchen ihrer Mutter, die sie nach Dallas begleitet hat, und der Polizei vor Marks Zimmertür kann eine Vergewaltigung verhindert werden. Wie Mark es von ihr fordert, beteuert Katie zunächst immer wieder, dass in dem Zimmer nichts Schlimmes geschehen sei. Von den Beamten erfährt sie, dass Mark eigentlich Frank John Kufrovich heißt, 41 Jahre alt und nicht in LA wohnhaft ist. Katie leidet unter dem Verhalten der Teammitglieder und Eltern, die ihr Handeln und den Verstoß gegen die Regeln missbilligen und vor allem unter dem Geheimnis, über das, was wirklich in der Nacht geschah. Schließlich vertraut sie sich ihrer Mutter an und muss daraufhin ihre Aussage bei der Polizei ändern. Gegen Mark bzw. Frank Kufrovich wird Anzeige erstattet. Auf Katie kommen in den nächsten zwei Jahren Anhörungen vom FBI und sogar ein Test am Lügendetektor zu, doch schlimmer sind für sie die unerklärlichen Gefühle für Mark, die Schuld, die sie sich einredet und die Scham vor ihrer Familie, den Mitschülern, den Teamkollegen und den Nachbarn. Ihr seelisches Leiden hat sogar Auswirkungen auf den physischen Zustand. Die Therapien, zu denen ihre Eltern sie überreden, schaffen ihr keine Erleichterung. Erst ein Schulwechsel, Freunde und die Schultherapeutin helfen Katie langsam wieder Selbstbewusstsein aufzubauen. In ihrer Familie findet Katie neuen Halt, begreift, dass das was passiert ist nicht ihre Schuld ist, sondern nur die des Erwachsenen, und schafft es zwischen Frank Kufrovich und dem fiktiven Freund Mark zu unterscheiden. Frank Kufrovich wird zu einer Gefängnisstrafe von achtzehn Monaten verurteilt.

3. Sexueller Missbrauch von Kindern

3.1 Was ist sexueller Missbrauch?

Unter Wissenschaftlern gibt es bis heute noch keine Einigkeit über die Definition von sexuellem Missbrauch. Zur Bestimmung sexuellen Missbrauchs gibt es verschiedene Kriterien, die von Autoren als Schwerpunkte gesetzt werden. Hierunter fallen zum Beispiel der Altersunterschied zwischen Täter und Opfer, die Folgen hierfür, die Art und Dauer der Handlung, das Machtungleichgewicht, der Gewaltaspekt und der kulturelle Hintergrund (Enders 2003:21). Sexueller Missbrauch ist nicht auf eine spezielle Altersgruppe von Kindern festgelegt, sondern wird an Kindern jedes Alters verübt, auch Kleinkinder und Säuglinge sind davon betroffen. Da der sexuelle Missbrauch einen so großen Bereich umfasst und so viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, ist es jedoch fast unmöglich eine allgemeingültige Definition aufzustellen. Es fängt bei kleinen zufälligen Berührungen an und kann bis hin zur Vergewaltigung führen. Der sexuelle Missbrauch läuft meistens versteckt ab, wie zum Beispiel durch waschen oder aufklären, doch es kann auch dazu kommen, dass er direkt und brutal erzwungen wird (Hane 1996:32).

Um eine Definition aufzustellen, sollte man das Gebiet einzugrenzen versuchen und beispielsweise zwischen Missbrauch mit und ohne Berührung unterscheiden. Missbrauch ohne Berührung bezieht sich vornehmlich auf verbale Kontakte, wie zum Beispiel obszöne Anrufe oder Voyeurismus, während der andere Bereich hingegen den allgemein bekannten Teil von Missbrauch umfasst, der von Exhibitionismus, streicheln, genitalen Berührungen, Masturbation - durch den Täter oder durch das Opfer beim Täter - über vaginalen, oralen oder analen Verkehr bis hin zur Vergewaltigung gehen kann.

[...]


1 Die maskuline Form wird aus textökonomischen Gründen für die Gesamtheit des jeweils angesprochenen Personenkreises benutzt.


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