Soziale Systeme - Ein Einblick in die Systemtheorie Niklas Luhmanns

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Details
Autor: Miriam Pähler
Fach: Soziologie - Klassiker, Grundlagen und Theorierichtungen
Institution/Hochschule: Universität Bielefeld
Jahr: 2004
Seiten: 19
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 245 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-35410-3
Ein gut zu verstehender Einblick in Niklas Luhmanns Systemtheorie und in seine Gesellschaftstheorie: Kommunikation, Autopoiesis, Systemdifferenzierung, etc.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Bielefeld
Fakultät für Soziologie
Übung: Grundbegriffe der Soziologie
3. FS
Soziale Systeme - Ein Einblick in die Systemtheorie
Niklas Luhmanns
von: Miriam Pähler
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S. 2-3
2. Die allgemeine Systemtheorie S. 4-6
3. Systemtheorie Niklas Luhmanns S. 6-12
3.1 Der funktional-strukturelle Aspekt S. 6-8
3.2 Der Autopoiesis-Begriff S. 8-9
3.3 Kommunikation – soziale und psychische Systeme S.9-11
3.4 Beobachtung S. 11-12
4. Die Gesellschaftstheorie S. 13-17
4.1 Komplexität und Systemdifferenzierung S. 13-14
4.2 Funktionale Differenzierung S. 14-15
4.2.1 Beispiel: Wirtschaftssystem S. 15-17
5. Fazit S. 17-18
6. Literaturverzeichnis S. 18-19
1. Einleitung
Der Soziologe Niklas Luhmann gilt als der deutsche Vertreter und Begründer der Systemtheorie. Er hat zahlreiche Forschungen nicht nur in der Soziologie, sondern auch in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, in der Theologie, der Geschichtswissenschaft, Kommunikationswissenschaft und in der Literaturwissenschaft angeregt. Grund hierfür ist sein Anspruch, alle gesellschaftlichen Teilbereiche mit denselben Kategorien beschreiben zu wollen. Dadurch, dass er seine Theorie aus der Sicht verschiedenster Wissensgebiete zu untermauern versuchte, wollte er seine Theorie unanfechtbar machen, um eine Art Universaltheorie1 daraus entstehen zu lassen. Doch was genau beinhaltet seine Theorie der sozialen Systeme? – Niklas Luhmann hat in seinen vielen Werken im Laufe seiner „Karriere als Soziologe“ die Handlungstheorie von Talcott Parsons zum Großteil auf Eis gelegt und sie zu einer neuen, seiner so genannten Kommunikationstheorie sozialer Systeme, verändert. Der frühe Luhmann war, wie auch Parsons, noch Handlungstheoretiker, doch nach gewaltiger Kritik an seiner Theorie Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts durch Jürgen Habermas, stellt er seine alten Ansichten um und seine aktuelle Kommunikationstheorie auf. In seinem aus dieser Umstellung der Theorien resultierenden Werk: „Soziale Systeme – Grundriß einer allgemeinen Theorie“ von 1984 stellt er seine neu entwickelte Theorie von sozialen Systemen dar. Er geht nun von Kommunikationen als kleinstem Element von Vergesellschaftungen aus.
Niklas Luhmanns veränderte Theorie basiert weiterhin, zumindest in ihren Grundzügen, auf der Theorie Talcott Parsons. Des weiteren knüpft er mit der Entwicklung seiner Theorie an das Konzept der beiden chilenischen Biologen und Neurophysiologen Humberto R. Maturana und Francisco J. Varela an, die schon in den sechziger und siebziger Jahren den Begriff der autopoietischen2 Systeme einführten, um hiermit die Eigenarten der Organisation von Lebewesen zu beschreiben. Luhmann verwendet den Begriff der Autopoiesis als eine der Hauptgrundlagen seiner Theorie und überträgt sie von lebenden Systemen, wie es bei den beiden Biologen ausschließlich beabsichtigt war, auf jegliche soziale Systeme. Genau genommen stellt Luhmann nicht nur eine, sondern zwei Theorien auf: zum einen die Theorie sozialer Systeme und zum anderen die darauf aufbauende Theorie der Gesellschaft, in der es um die Differenzierung zwischen den sozialen Systemen und deren Subsystemen unserer Gesellschaft geht.
Der Zugang zu seiner Theorie ist ungemein dadurch erschwert, dass Luhmann vielen Grundbegriffen eine neue Bedeutung zukommen lässt. Diese Tatsache führt dazu, dass man um einen seiner Begriffe zu erläutern, zwei weitere Begriffe gebrauchen muss, welche wiederum genauso erklärt werden müssen, wie der eigentlich zu erklärende Begriff. Es wird also offensichtlich, dass es für mich unmöglich ist, die komplette Luhmannsche Theorie, welche selbst er erst in einer Vielzahl von Werken zusammentragen konnte, im Rahmen dieser Hausarbeit en Detail darzustellen. Meine Arbeit soll also lediglich einen Einblick in die weit verzweigte Systemtheorie Niklas Luhmanns liefern und sich auf Neuerungen in Luhmanns Theorie im Vergleich zu vorherigen Systemtheorien konzentrieren.
2. Die allgemeine Systemtheorie
Um heraus zu finden, welche Aspekte der Luhmannschen Systemtheorie ausschließlich auf Niklas Luhmann zurück zu führen sind, stellt sich die Frage, aus welchen Gedanken und Überlegungen die Systemtheorie vor seiner Zeit bestand. In der allgemeinen Systemtheorie vor Niklas Luhmann hat der Begriff des Systems die Bedeutung, eine Gesamtheit zu sein, deren Elemente in einer bestimmten Relation zueinander stehen. Es wird also nicht Bezug auf isolierte Elemente, sondern auf deren Relation zueinander genommen. Der Aspekt der Gesamtheit ist in dieser Hinsicht von großer Bedeutung. (Vgl. Kneer/ Nassehi, 2000: 19 f.)
[...]
1 Die Systemtheorie „reklamiert für sich selbst nie: Widerspiegelung der kompletten Realität des Gegenstandes. Auch nicht: Ausschöpfung aller Möglichkeiten der Erkenntnis des Gegenstandes. Daher auch nicht: Ausschließlichkeit des Wahrheitsanspruchs im Verhältnis zu anderen, konkurrierenden Theorieunternehmungen. Wohl aber: Universalität der Gegenstandserfassung in dem Sinne, daß sie als soziologische Theorie alles Soziale behandelt und nicht nur Ausschnitte (wie zum Beispiel Schichtung und Mobilität, Besonderheiten der modernen Gesellschaft, Interaktionsmuster etc.).“ (Luhmann, 1984: 9)
2 Autopoiesis: Der Begriff setzt sich zusammen aus den griech. Worten autos (= selbst) und poiein (= machen)
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