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Behandlung und Bilanzierung von Leasing nach deutschem Recht und IAS

Scholarly Research Paper, 2004, 43 Pages
Author: Waldemar Scheller
Subject: Economics / Business: Accounting and Taxes

Details

Category: Scholarly Research Paper
Year: 2004
Pages: 43
Grade: 2,8
Bibliography: ~ 25  Entries
Language: German
Archive No.: V35519
ISBN (E-book): 978-3-638-35412-7
ISBN (Book): 978-3-638-67942-8
File size: 341 KB

Abstract

Für deutsche Unternehmen gelten grundsätzlich nur die nationalen Rechnungslegungsvorschriften. Trotzdem gewinnen internationale Rechnungslegungsvorschriften immer mehr an Bedeutung. Die Auslöser dieser Entwicklung sind die zunehmende Globalisierung der unternehmerischer Tätigkeiten und die daraus folgende Notierung der Aktien an ausländischen Wertpapierbörsen, die Globalisierung der Waren- und Dienstleistungsmärkte, die Konzentration der internationalen Kapitalmärkte. Während HGB (Handelsgesetzbuch) eine nationale Rechnungslegungsvorschrift ist, handelt es sich bei IAS (International Accounting Standards) um eine internationale Vorschrift. Es verfolgt das Ziel internationale, einheitliche und somit vergleichbare Abschlüsse zu erstellen. Aufgrund unterschiedlicher Regeln und Ansätze bei IAS und HGB, kann es beim Jahresabschluss zu deutlichen Unterschieden führen. Während bei HGB der Schutz des Gläubigers eine entscheidende Rolle spielt, steht bei IAS der Investor im Mittelpunkt. Die Differenzen kommen insbesondere durch die umfangreichen Bewertungs- und Bilanzierungswahlrechte nach HGB, durch die steuerlichen Einflüsse auf die deutschen Abschlüsse und der aufgrund des Vorsichtsprinzips gebildeten stillen Reserven, zustande. Am 14.09.02 ist die Verordnung der Europäischen Union „betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards“ in Kraft getreten. Diese hatte zufolge, dass kapitalmarktorientierte Gesellschaften mit Sitz in der EU ihre konsolidierten Abschlüsse, für die Geschäftsjahre die am oder nach 1.1.05 beginnen, gem. IAS erstellen müssen . Ob IAS auch bei Einzelabschlüssen angewandt werden soll, dürfen die Mitgliedsstaaten selber entscheiden . Bis zum 31.12.04 können solche Unternehmen den § 292a in HGB in Anspruch nehmen und dadurch den Konzernabschluss nach US-GAAP (United States - Generally Accepted Accounting Principles) oder IAS statt HGB machen. Man sieht, dass der Einfluss von HGB aufgrund dieser Entwicklungen immer mehr schwindet. Es ist abzusehen, dass langfristig auch mittlere und kleinere Unternehmen nach IAS bilanzieren müssen.


Excerpt (computer-generated)

Behandlung und Bilanzierung von Leasing nach
deutschem Recht und IAS

von: Waldemar Scheller

 


Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung  1

1.1 Bedeutung der internationaler Rechnungslegung für deutsche Unternehmen 1
1.2 Ziel und Vorgehen 2

2 Vergleich der Grundsätze zwischen HGB und IAS  3

3 Leasinggrundlagen 6

3.1 Definition 6
3.2 Vorteile von Leasing 7
3.3 Nachteile von Leasing 8

4 Bilanzierung von Leasing nach deutschem Recht 9

4.1 Rechtliche Einordnung  9
4.2 Operating Leasing 10
4.3 Finanzierungsleasing 10
4.4 Einteilung von Leasing nach Leasingerlassen 11

4.4.1 Vollamortisationserlass für Mobilien 12
4.4.2 Teilamortisationserlass für Mobilien 13
4.4.3 Bilanzierung bei Mobilienleasing 14
4.4.4 Vollamortisationserlass für Immobilien 16
4.4.5 Teilamortisationserlass für Immobilien 16
4.4.6 Bilanzierung bei Immobilienleasing 18

4.5 Sale-and- lease-back 18

5 Leasing nach IAS  20

5.1 Einführung 20
5.2 Finanzierungsleasing 20
5.3 Bilanzierung von Finanzierungsleasing 22
5.4 Operating Leasing 24
5.5 Bilanzierung von Operating Leasing 24
5.6 Sale-and- lease-back 25

6 Vergleich zwischen deutschem Recht und IAS  26

7 Fazit 28

Quellenverzeichnis

Anhang


Abkürzungsverzeichnis

[...]
AfA = Absetzung für Abnutzung
BGB = Bürgerliches Gesetzbuch
BFH = Bundesfinanzhof
BGH = Bundesgerichtshof
[...]
[...]
EStG = Einkommenssteuergesetz
EU = Europäische Union
[...]
[...]
[...]
[...]
GewStG = Gewerbesteuergesetz
GMZ = Grundmietzeit
GoB = Grundsätze ordnungsmässiger Buchführung
HGB = Handelsgesetzbuch
IAS = International Accounting Standards
[...]
LG = Leasinggeber
LN = Leasingnehmer
[...]
ND = Nutzungsdauer
[...]
[...]
[...]
SLB = Sale-and-lease-back
[...]
[...]
US-GAAP = United States – Generally Accepted Accounting Principles
[...]
[...]


 

1 Einleitung

1.1 Bedeutung der internationaler Rechnungslegung für deutsche Unternehmen1

Für deutsche Unternehmen gelten grundsätzlich nur die nationalen Rechnungslegungsvorschriften. Trotzdem gewinnen internationale Rechnungslegungsvorschriften immer mehr an Bedeutung. Die Auslöser dieser Entwicklung sind die zunehmende Globalisierung der unternehmerischer Tätigkeiten und die daraus folgende Notierung der Aktien an ausländischen Wertpapierbörsen, die Globalisierung der Waren- und Dienstleistungsmärkte, die Konzentration der internationa len Kapitalmärkte. Während HGB (Handelsgesetzbuch) eine nationale Rechnungslegungsvorschrift ist, handelt es sich bei IAS (International Accounting Standards) um eine internationale Vorschrift. Es verfolgt das Ziel internationale, einheitliche und somit vergleichbare Abschlüsse zu erstellen.

Aufgrund unterschiedlicher Regeln und Ansätze bei IAS und HGB, kann es beim Jahresabschluss zu deutlichen Unterschieden führen. Während bei HGB der Schutz des Gläubigers eine entscheidende Rolle spielt, steht bei IAS der Investor im Mittelpunkt. Die Differenzen kommen insbesondere durch die umfangreichen Bewertungs- und Bilanzierungswahlrechte nach HGB, durch die steuerlichen Einflüsse auf die deutschen Abschlüsse und der aufgrund des Vorsichtsprinzips gebildeten stillen Reserven, zustande. Am 14.09.02 ist die Verordnung der Europäischen Union „betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards“ in Kraft getreten. Diese hatte zufolge, dass kapitalmarktorientierte Gesellschaften mit Sitz in der EU ihre konsolidierten Abschlüsse, für die Geschäftsjahre die am oder nach 1.1.05 beginnen, gem. IAS erstellen müssen2. Ob IAS auch bei Einzelabschlüssen angewandt werden soll, dürfen die Mitgliedsstaaten selber ent- scheiden3. Bis zum 31.12.04 können solche Unternehmen den § 292a in HGB in Anspruch nehmen und dadurch den Konzernabschluss nach USGAAP (United States - Generally Accepted Accounting Principles) oder IAS statt HGB machen4. Man sieht, dass der Einfluss von HGB aufgrund dieser Entwicklungen immer mehr schwindet. Es ist abzusehen, dass langfristig auch mittlere und kleinere Unternehmen nach IAS bilanzieren müssen.

1.2 Ziel und Vorgehen

In dieser Studienarbeit soll dem Leser die zunehmende Bedeutung von internationaler Rechnungslegung, sowie die Unterschiede zwischen Leasing nach deutschem Recht und IAS näher gebracht werden. Dafür werden zunächst die Grundsätze von HGB und IAS miteinander verglichen, um die allgemeinen Unterschiede herauszuarbeiten. Als nächstes wird Leasing definiert und seine Vor- und Nachteile genannt. Anschließend folgt die Behandlung des Leasings nach deutschem Recht. Es werden dort die Begriffe Operating- und Finanzierungsleasing geklärt. Danach werden die Leasingerlasse der Finanzverwaltung zusammen mit deren Bilanzierung vorgestellt. Als nächstes wird Sale-and-lease-back als Sonderform des Leasingvertrags erklärt. Nun folgt die Behandlung des Leasings nach IAS. Auch hier befasst man sich mit Finanzierungs-, Operating-Leasing und deren Bilanzierung, sowie mit Sale-and-lease-back. Im nächsten Kapitel wird Leasing nach deutschem Recht mit IAS verglichen. Zuletzt werden die Erkenntnisse zusammengefasst und ein Blick in die Zukunft geworfen.

2 Vergleich der Grundsätze zwischen HGB und IAS5

Weil die Mehrheit der IAS-Gründungsländer dem angelsächsischen System „Case Law“ folgten, während eine Minderheit (u.a. auch Deutschland) das kontinental-europäische System „Code Law“ vertraten, wurde IAS deutlich von dem angelsächsischen System geprägt. Der Begriff „Case Law“ bedeutet, dass es nur wenige gesetzliche Regelungen gibt, während die richterlichen Einzelfallentscheidungen die zentralen Rechtsquellen darstellen. „Eine derartige Rechnungslegung orientiert sich an den Bedürfnissen der Praxis und entwickelt fortlaufend neue Techniken und Methoden, um mit dem sich ständig wandelnden Umfeld Schritt zu halten“6. Der Vorteil besteht in den ausführlichen Beschreibungen und der Nachteil in zwangsläufig auftretenden Wiederholungen die den Umfang aufblähen. Beim „Code Law“ dagegen gibt es eine Menge gesetzlicher Regelungen, welche die zentrale Rechtsquelle darstellen. Der Vorteil ist die Kürze der Vorschriften, aber nachteilhaft ist jedoch deren Auslegungsbedürftigkeit sowie, dass es nicht so flexibel wie „Case Law“ ist und aufgrund langwieriger Gesetzesänderungen weniger aktuell ist.

In Deutschland spielen GoB (Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung), welche immer dann zum Einsatz kommen wenn es keine gesetzlichen Regelungen gibt, eine wichtige Rolle. Sie werden in HGB an verschiedenen Stellen erwähnt7. Bei IAS fehlt die Verknüpfung zwischen GoB und der Generalnorm, wie sie in § 264 HGB erstellt wurde. IAS unterstellen, dass die Beachtung der Standards und Qualitätskriterien, zu „true and fair view“-, sowie „fair presentation“ -konformen Jahresabschlüssen führen. IAS Framework entspricht den deutschen GoB. Es wird angewandt, wenn einzelne Standards keine entsprechenden Vorschriften enthalten. Im Unterschied zur deutschen Systematik werden die GoB in Framework explizit geregelt, womit kein Raum für weite GoB außerhalb der IAS gibt. Nun sollten die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Systeme an einigen ausgewählten Grundsätzen näher erläutert werden.

Grundsatz der Bilanzklarheit

[...]


1 vgl. Blomeyer W./Peermöller V. H., 2000, S. 5 ff.

2 vgl. Mandler U., 2003, S. 476

3 vgl. Grünberger D./Grünberger H., 2003, S.1 f.

4 vgl. Kümpel T., 2002, S. 797

5 vgl. www.webag.com/text_db/owa/wt_show.text_page?p_text_id=292&p_flag=(tax); Achleitner A.-K./Behr G., 2000, S. 10 ff.; Born K., 2001, S. 29 ff.; Buchholz R., 2003, S. 19

6 s. Achleitner A.-K./Behr G., 2000, S. 10

7 s. §§ 238 Abs. 1, 243 Abs. 1, 264 Abs. 2 HGB


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