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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 22 Pages
Author: Katrin Planta
Subject: Politics - Political Systems - History
Details
Institution/College: University of Münster (Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Beziehungen, Außenpolitik, Republik
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-35607-7
File size: 430 KB
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Excerpt (computer-generated)
Westfälische Wilhelms - Universität Münster
Institut für Politikwissenschaft
Hauptseminar: Die Außenpolitik der V. Republik
3.Fachsemester
Die deutsch-französischen Beziehungen von 1958 bis 1974
von: Katrin Planta
Gliederung
1. Einleitung S.1
1.1. Ziel der Hausarbeit S.1
1.2. Kurzer Rückblick auf die deutsch-französischen Beziehungen der IV Republik S.2
1.3. Konstanten der deutsch-französischen Zusammenarbeit S.2
2. Die deutsch-französischen Beziehungen von 1958 bis 1974 S.3
2.1. Die Ära Adenauer: 1958 bis 1963 S.3
2.1.1. Persönliches Verhältnis Adenauers und De Gaulles zueinander S.3
2.1.1.1. Die Rolle der Politiker im eigenen Land S.3
2.1.1.2. Erste Begegnung in Colombey-les-deux-Eglises und gegenseitige Sympathie S.4
2.1.2. Problemfelder S.5
2.1.2.1. Schwierigkeiten auf europäischer Ebene und ... S.6
2.1.2.2. ... auf internationalem Gebiet S.7
2.1.3. Die Grundlegung der deutsch-französischen Freundschaft im Traité d’Elysée S.8
2.2. Krisenzeiten der deutsch-französischen Zusammenarbeit: 1963 bis 1969 S.10
2.2.1. De Gaulle und die deutschen Kanzler Erhardt und Kiesinger S.10
2.2.2. Eine Periode zahlreicher Auseinandersetzungen S.11
2.2.2.1.Erhardts Atlantismus und de Streit um die MFL S.11
2.2.2.2. Der Rückzug aus der Nato S.11
2.2.2.3. La politique de la chaise vide S.12
2.2.2.4. Annäherung an die Sowjetunion S.13
2.2.2.5. Innenpolitische Probleme: Mai 1986 S.14
2.2.3. Fazit der Periode von 1963 bis 1969 S.14
2.3. Pompidou und Brandt: zwischen Europa- und Ostpolitik S.15
2.3.1. Persönliches Verhältnis S.15
2.3.2. Konfliktlinien S.16
2.3.2.1. Die Ostpolitik Brandts .... S.16
2.3.2.2. ... und die zwiespältige Reaktion Frankreichs S.16
2.3.3. Erfolge der Zusammenarbeit S.17
2.3.3.1. Zusammenarbeit auf wissenschaftlichem Gebiet S.18
2.3.3.2. Kooperation auf europäischer Ebene S.18
3. Schlussbetrachtung S.19
4. Zeittafel S.20
5. Literaturangaben S.21
1. Einleitung
1.1. Ziel der Hausarbeit
Im Januar 2003 hatten die deutsche und die französische Presse ein großes gemeinsames Thema: das 40jährige Jubiläum des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages. Zahlreiche Sonderdrucke und Schriften, Veranstaltungen, Lesungen und Tagungen rundeten die Feierlichkeiten in der Pariser Nationalversammlung ab. Die positive Berichterstattung fand ihre Bestätigung, als der von Schröder darum gebetene französische Staatspräsident Jacques Chirac die Vertretung der deutschen Interessen auf dem EU-Gipfel in Brüssel im vergangenen Oktober erfolgreich übernahm. Bei aller Freude über gelungene Kooperation und zeitweilige Harmonie sollte aber nicht vergessen werden, dass die deutsch-französischen Beziehungen nicht zu aller Zeit eine Erfolgsgeschichte waren.
Im Rahmen dieser Hausarbeit sollen die deutsch - französischen Beziehungen zwischen 1958 und 1974 einer kritischen Analyse unterzogen werden. Hierbei ist unter anderem der internationale Kontext, die Persönlichkeiten der einzelnen Staatsmänner sowie ihr Verhältnis zueinander und die Existenz immer ständig wiederkehrender Grundhaltungen zu unterschiedlichen Themen zu berücksichtigen. Erst aus dem Wissen um Konstanten in der Politik der beiden Länder ergeben gewisse Verhaltensmuster, einzelne Reaktionen und konkrete Ereignisse einen Sinn.
Das Ziel der Hausarbeit ist es also, unter Berücksichtigung der genannten Aspekte, eine Bestandsaufnahme der Entwicklung der deutsch – französischen Beziehungen in der Zeit von 1958 bis 1974 zu vollziehen und dabei Höhepunkte und Krisen aufzuzeigen. Dies alles mit der Absicht, die Euphorie um die deutsch- französische Freundschaft zu widerlegen, gleichzeitig aber auch ihr Vorhandensein in einem realistischen Rahmen zu beweisen. Zu diesem Zweck gliedert sich die Hausarbeit in drei große Abschnitte, die in chronologischer Reihenfolge den jeweiligen „Politikerpaaren“ gerecht werden und darüber hinaus in innere Themenkomplexe - wie konkrete Konflikte oder Erfolge, persönliches Verhältnis der Staatsmänner etc.- unterteilt sind.
1.2. Kurze Rückschau auf die deutsch- französischen Beziehungen der IV Republik:
Die Erlebnisse des zweiten Weltkriegs waren für die Franzosen traumatisch und eine Zusammenarbeit mit dem Erbfeind und Aggressor Deutschland schien für immer ausgeschlossen. Ein wesentliches Hauptziel französischer Außenpolitik der Nachkriegsjahre war deshalb auch die Sicherheitspolitik gegenüber Deutschland, die im Wesentlichen über eine wirtschaftliche, politische und militärische Schwächung des Nachbarlandes zu erfolgen hatte. So setzte sich de Gaulle für die „Zerschlagung Deutschlands, die Loslösung des Rheinlandes, des Ruhr- und des Saargebietes“ ein. (Geppert 2002: S.115)
Erst die Ablehnung diesen harten Kurses durch die übrigen Siegermächte und die Angst vor der sowjetischen Bedrohung ließen peu à peu ein Umdenken zu. In den Vordergrund trat nun das Konzept der „Kontrolle durch Einbindung“, ersichtlich zum Beispiel durch die Einbindung Deutschlands in europäische Strukturen wie der Montanunion oder seine Aufnahme in internationale Organisationen wie die Nato etc. Diese Integrationspolitik zur Lösung des deutschen Problems war somit die wesentliche Leistung der IV Republik. Auf der Grundlage dieser Annäherung konnte in den Folgejahren der Prozess der Aussöhnung beginnen, der schließlich mit der vertraglichen Niederlegung der deutsch - französischen Freundschaft am 22. Januar 1963 seinen Abschluss fand.
1.3. Konstanten der deutsch-französischen Zusammenarbeit
Klassische Konstanten deutsch - französischer Verständigungsprobleme liegen vor allem im Bereich der Sicherheitspolitik, der europäischen Integrationspolitik, der Einstellung gegenüber den USA und der Nato. Sie ergeben sich zum einen aus dem unterschiedlichen Nationenbegriff der beiden Länder, zum anderen aus dem ungleichen Stellenwert des Souveränitätsbegriffs. Diese gilt in Frankreich als oberstes Staatsziel, was durchaus konkrete Einflüsse beispielsweise auf die französische Europapolitik hat. So hinderte de Gaulle durch seine übertriebene Abwehrpolitik aller Institutionen, die die französische Souveränität einschränken könnten, Europa daran eine politische Eigenständigkeit zu gewinnen. (Vgl. Abelein/Bondy 1973: S.266)
Während Frankreich großen Wert auf seine militärische Stärke legt und de Gaulle dies auch in zahlreichen Reden zum Ausdruck brachte, wie zum Beispiel am 27.01.1968 vor der Militärakademie Saint-Cyr, als er sagte: „Keine wirkliche Macht ohne politische Macht, keine politische Macht ohne militärische Macht“ (In: Abelein/Bondy 1973: S.255), gründet sich die deutsche Identität nicht so sehr auf militärische Unabhängigkeit, sondern eher auf die wirtschaftliche Überlegenheit. Zudem hat Deutschland auch militärisch gar nicht die Möglichkeiten eines französischen Staates. Deutschland muss seine Sicherheit in der Einbindung in internationale Organisationen wie der Nato suchen. Diese Abhängigkeit macht es auch unmöglich, Kritik am amerikanischen Führungsstil aufkommen zu lassen. Im Gegenteil wird die Präsenz amerikanischer Truppen auf deutschen Boden als zusätzliches Sicherheitsmoment empfunden (Vgl. Abelein/Bondy 1973: S. 265) Diese Unterschiede in der Denkweise zu begreifen, ist notwendig um konkrete Einzelentscheidungen richtig einordnen und analysieren zu können.
2. Die deutsch- französischen Beziehungen zwischen 1958 bis 1974
2.1. Die Ära Adenauer: 1958 - 1963
Im ersten Kapitel des Hauptteils soll auf die gemeinsame Amtszeit Adenauers und de Gaulles, also auf die Periode von 1958 bis 1963 eingegangen werden, die einerseits durch das freundschaftliche Verhältnis der beiden Männer und die Unterzeichnung des deutsch- französischen Freundschaftsvertrages gekennzeichnet war, andererseits allerdings auch keine Zeit des vollkommenen Einverständnisses gewesen ist.
2.1.1. Persönliches Verhältnis Adenauers und de Gaulles zueinander
2.1.1.1. Die Rolle der Politiker im eigenen Land
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