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Scholary Paper (Seminar), 2004, 19 Pages
Author: Marko Tomasini
Subject: Theology - Comparative Religion Studies
Details
Institution/College: University of Erfurt
Tags: Reine, Land, Sukhavati, Buddha, Amitabha, Form, Erlösungsreligion“, Interpretation, Texten, Buddhismus
Year: 2004
Pages: 19
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-35617-6
ISBN (Book): 978-3-638-82408-8
File size: 217 KB
Buddha Amitabha als Form der buddhistischen Erlösungsreligion
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Abstract
Der Buddhismus, als eine der drei Weltreligionen, ist ein umfassendes Konzept, welches sich überwiegend mit den Menschen, seinem Leben und seinem Leid beschäftigt. Er zeigt einen Ausweg aus dem Kreislauf der Wiedergeburten und somit aus dem Leid der Menschen, hin zur Erleuchtung und der Erlösung im Nirvana. So soll man versuchen in jedem Leben, was man durchlaufen muss, die moralischen Normen so gut es geht einzuhalten, um darauf in ein besseres Leben wiedergeboren zu werden. Mit jeder Stufe aufwärts, kann man die buddhistische Moral ein Stück besser verfolgen, denn ein besseres Leben heiß auch größere Unabhängigkeit. Dieses gut durchdachte Konzept, mit tiefen philosophischen Weltanschauungen, hat den Nachteil, nicht besonders „alltagstauglich“ zu sein, da es immer auf die Zukunft ausgerichtet ist, keine Lösung aber für die alltäglichen Sorgen und Ängste bietet. Auch war nach dem Tod Sakyamunis kein Lehrmeister mehr da, so dass sich die Entwicklung dahingehend änderte, dass Sakyamuni nicht das blieb, was er war: „Der Lehrmeister der Menschen“ (und Götter), sondern er wurde selbst zum Gott. Mit der Entwicklung des Mahayana-Buddhismus, wurde schließlich eine Entwicklung eingeleitet, die es dem einfachen Volk erlaubte weitere Buddhas zu kreieren, zu denen dann auch Amitabha, der Buddha des westlichen reinen Landes gehörte, welcher eine besondere Position einnehmen sollte, da er einen der einfachsten Wege zur Erleuchtung zu bieten hatte. Auf den nächsten Seiten möchte ich auf diese Entwicklungen innerhalb des Buddhismus eingehen, wobei ich auch versuchen werde, die Herkunft des Buddha Amitabha zu klären und die Umstände die zu seiner Entwicklung führten, wobei ich seine Verbreitung nach China und Japan leider nur am Rande streifen kann, da dieses Thema eine eigene Arbeit benötigt hätte.
Excerpt (computer-generated)
Das Reine Land Sukhavati
von: Marko Tomasini
4. Fachsemester
Inhalt
1. Einleitung S.03
2. Der Mahayana-Buddhismus S.03
2.1 Eine kleine Einführung in den Mahayana S.04
2.2 Die Vervielfachung der Buddhas u. Bodhisattvas S.06
3. Amida-Buddhismus (Amidismus) S.08
3.1 Die Literatur des Amida-Buddhismus S.08
3.2 Herkunft Amitabhas S.10
3.3 Amitabhas Gelübde S.12
4. Amidismus in China und Japan S.13
4.1 China S.13
4.2 Japan S.15
5. Resümee S.17
Literatur S.19
1. Einführung
Der Buddhismus, als eine der drei Weltreligionen, ist ein umfassendes Konzept, welches sich überwiegend mit den Menschen, seinem Leben und seinem Leid beschäftigt. Er zeigt einen Ausweg aus dem Kreislauf der Wiedergeburten und somit aus dem Leid der Menschen, hin zur Erleuchtung und der Erlösung im Nirvana. So soll man versuchen in jedem Leben, was man durchlaufen muss, die moralischen Normen so gut es geht einzuhalten, um darauf in ein besseres Leben wiedergeboren zu werden. Mit jeder Stufe aufwärts, kann man die buddhistische Moral ein Stück besser verfolgen, denn ein besseres Leben heiß auch größere Unabhängigkeit. Dieses gut durchdachte Konzept, mit tiefen philosophischen Weltanschauungen, hat den Nachteil, nicht besonders „alltagstauglich“ zu sein, da es immer auf die Zukunft ausgerichtet ist, keine Lösung aber für die alltäglichen Sorgen und Ängste bietet. Auch war nach dem Tod Sakyamunis kein Lehrmeister mehr da, so dass sich die Entwicklung dahingehend änderte, dass Sakyamuni nicht das blieb, was er war: „Der Lehrmeister der Menschen“ (und Götter), sondern er wurde selbst zum Gott.
Mit der Entwicklung des Mahayana-Buddhismus, wurde schließlich eine Entwicklung eingeleitet, die es dem einfachen Volk erlaubte weitere Buddhas zu kreieren, zu denen dann auch Amitabha1, der Buddha des westlichen reinen Landes gehörte, welcher eine besondere Position einnehmen sollte, da er einen der einfachsten Wege zur Erleuchtung zu bieten hatte. Auf den nächsten Seiten möchte ich auf diese Entwicklungen innerhalb des Buddhismus eingehen, wobei ich auch versuchen werde, die Herkunft des Buddha Amitabha zu klären und die Umstände die zu seiner Entwicklung führten, wobei ich seine Verbreitung nach China und Japan leider nur am Rande streifen kann, da dieses Thema eine eigene Arbeit benötigt hätte.
2. Der Mahayana-Buddhismus
So wie alle anderen Weltreligionen auch, entwickelten sich im Laufe der Zeit, auch im Buddhismus die verschiedensten Strömungen. Die bis heute größte Strömung des Buddhismus ist der Mahayana-Buddhismus, welcher allerdings auch wieder verschiedne Glaubensrichtungen unter seinen Namen vereint. In den ersten fünf Jahrhunderten nach dem Tod Sakyamundis breitete sich der Buddhismus vor allem in Zentralasien schnell aus und stieß mit der Zeit auch auf innere Probleme. Die bis zur Zeitenwende vorherrschende Meinung, dass man nur zur Erlösung kommen kann, wenn man das Leben eines Mönches führt, war für die Laien, die sich in ihren Alltag mit allerlei Problemen und Sorgen herumschlagen mussten, nicht besonders attraktiv, sahen sie die Privilegien der Mönche sowieso als übertrieben an. Für sie stand nicht im Vordergrund, ganz für sich allein und in tiefer Versenkung die Erlösung zu erreichen, sondern es ging im alltäglichen Umgang mit der Lehre Buddhas darum, aktive Tugenden zu verwirklichen, so dass sich um die Zeitenwende eine neue Form des Buddhismus herausbildete, welche von ihren Anhängern als Mahayana (großes Fahrzeug) bezeichnet wurde.2
In der Bezeichnung liegt auch schon die Neuartigkeit des Mahayana. Im Gegensatz zum Hinayana (kleines Fahrzeug) oder dem Sravakayana (Fahrzeug der Sravakas), ging es hier nicht mehr darum, für sich allein zum Arhat zu werden, um im Anschluß das Nirvana „betreten“ zu können, sondern nun kann sich auch der Laie darum bemühen selbst zum Buddha zu werden, um dann seine Allwissenheit dem Wohl aller Lebewesen zukommen lassen zu können. Der Vorteil liegt auf der Hand, ein Buddha, erreicht im Gegensatz zum Arhat nicht nur Heiligkeit und den Zugang zum Nirvana, sondern er erlangt zudem die höchst vollkommene Erleuchtung, die es ihm ermöglicht seine Weisheit an sein Umfeld weiter zu geben und somit dem Wohl aller zu dienen. So zögert ein Bodhisattva dann auch das Erreichen der höchsten Erleuchtung weit hinaus, da er weiß, wenn er das Nirvana erreicht hat, kann er niemanden mehr helfen auch diesen Weg zu gehen.3
Es ging nun also nicht mehr um das Ideal der Heiligkeit, so wie es von Sakyamuni klar umrissen war, sondern Sakyamuni selbst und seine Taten wurde nun zum Vorbild. Zu beobachten ist diese Veränderung in der Literatur dieser Zeit. Die Jatakas (Erzählungen aus den früheren Leben des Sakyamundi) wurden durch Berichte bereichert, die von Freigiebigkeit, Sittlichkeit, Nachsicht, oder auch Willenskraft berichten, Eigenschaften, welche zu den insgesamt sechs Vollkommenheiten gehörten und im Mahayana Grundlage dafür sind die höchste Erleuchtung zu erreichen.
2.1 Eine kleine Einführung in die Lehre des Mahayana
Die Lehre des Mahayana besteht im wesentlichen aus sechs grundlegenden Punkten, die hier nur kurz erläutert werden sollen: 1. Die Einsicht in die Existenz und Nicht-Existenz der Dharmas, oder auch, alles ist aus gleicher Natur und diese Natur ist leer. So geht der Mahayana-Buddhismus davon aus, dass nicht nur die Persönlichkeit nichtexistent ist, sondern auch alle Natur um sie herum.4 Das Erreichen des Nirvana, kann also nur dann gelingen, wenn man erkennt, dass man nicht in dieser Natur gefangen ist, sondern, dass man sich bereits im Nirvana befindet und bereits ein Buddha ist. Diese Einsicht führt auch gleich zum nächsten Punkt: 2. Es gibt keine äußerlichen Eigenschaften, sondern nur Leerheit.
[...]
1 =“unermessliches Licht“, Auch Amitayus = „unermessliches Leben“ und Amida – die japanische Form von Amitabha
2 Vgl. Bechert/Gombrich S. 94
3 ebd.
4 Vgl. Sahn S. 119
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