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Termpaper, 2001, 20 Pages
Author: Kay Pilkenroth
Subject: Pedagogy - General
Details
Institution/College: University of Bayreuth
Tags: Unterschiede, Pädagogik, Rhetorik, Pädagogik
Year: 2001
Pages: 20
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-35682-4
ISBN (Book): 978-3-640-20332-1
File size: 223 KB
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Abstract
„Rhetorik wird, wenn die Zeichen nicht trügen, wieder modern. Das könnte damit zusammenhängen, dass die kunstmässige Rede ein Kind der attischen Demokratie ist und demokratische Formen der fruchtbare Nährboden für ihr Gedeihen ist.“(Eisenhut, W.) Aber ist dies nicht ein Trugschluss? Was ist der wahre Nährboden für dieses Aufblühen der „Kunst des Redens“? Das war einer der ersten Gedanken, die mir beim Durcharbeiten meiner literarischen Grundlagen für diese Arbeit durch den Kopf gingen. Auch wenn diese Fragen nicht den Hauptteil meiner Arbeit darstellen werden, ist es mein Ansinnen, sie nicht aus den Augen zu ve rlieren. In dieser Proseminararbeit wird es meine Aufgabe sein, Unterschiede zwischen der Pädagogik und der Rhetorik herauszuarbeiten und darzustellen. Vielen sind die Verknüpfungspunkte beider Disziplinen latent bekannt. Aber gibt es auch Unterschiede zwi schen den beiden Wissenschaften? Ist ein guter Rhetor von Natur aus ein guter Pädagoge? Ist denn ein guter Pädagoge gleichzeitig auch immer ein perfekter Rhetor? Die Unterschiede beider Wissenschaften liegen für mich vor allen Dingen in den Zielen und Mitteln, mit denen sie arbeiten. Und genau dort werde ich in dieser Arbeit versuchen meinen Schwerpunkt zu setzen. Beginnen werde ich mit einer kurzen Einführung in die Geschichte und Entwicklung der Rhetorik. Dann werde ich mich genauer mit den Zielen und Mitteln der Rhetors und des Pädagogen beschäftigen und diese vergleichen. Abschließend steht ein Vergleich der rhetorischen und pädagogischen Situation im Vordergrund.
Excerpt (computer-generated)
Die Unterschiede zwischen Pädagogik und Rhetorik
von: Kay Pilkenroth
5. Semester
1. Einleitung (Seite 3)
2. Einführung in die Rhetorik (Seite 4)
3. Ziele des Rhetors (Seite 6)
3.1 Ziele des Pädagogen (Seite 8)
3.2 Vergleich der Ziele mit Heraushebung der Unterschiede (Seite 9)
4. Mittel des Rhetors (Seite 10)
4.1 Mittel des Pädagogen (Seite 12)
4.2 Vergleich der Mittel – Herausarbeitung der Unterschiede (Seite 13)
5. Klärung des Begriffes: Situation (Seite 13)
5.1 Die rhetorische Situation (Seite 14)
5.2 Die pädagogische Situation (Seite 15)
5.3 Vergleich der Situationen unter dem Aspekt der Unterschiede (Seite 16)
6. Schlussbemerkung: Konsequenzen der Rhetorik für die Pädagogik (Seite 17)
7. Literaturverzeichnis (Seite 18)
1. Einleitung
„Rhetorik wird, wenn die Zeichen nicht trügen, wieder modern. Das könnte damit zusammenhängen, dass die kunstmässige Rede ein Kind der attischen Demokratie ist und demokratische Formen der fruchtbare Nährboden für ihr Gedeihen ist.“1 Aber ist dies nicht ein Trugschluss? Was ist der wahre Nährboden für dieses Aufblühen der „Kunst des Redens“? Das war einer der ersten Gedanken, die mir beim Durcharbeiten meiner literarischen Grundlagen für diese Arbeit durch den Kopf gingen. Auch wenn diese Fragen nicht den Hauptteil meiner Arbeit darstellen werden, ist es mein Ansinnen, sie nicht aus den Augen zu verlieren.
In dieser Proseminararbeit wird es meine Aufgabe sein, Unterschiede zwischen der Pädagogik und der Rhetorik herauszuarbeiten und darzustellen. Vielen sind die Verknüpfungspunkte beider Disziplinen latent bekannt. Aber gibt es auch Unterschiede zwi schen den beiden Wissenschaften? Ist ein guter Rhetor von Natur aus ein guter Pädagoge? Ist denn ein guter Pädagoge gleichzeitig auch immer ein perfekter Rhetor? Die Unterschiede beider Wissenschaften liegen für mich vor allen Dingen in den Zielen und Mitteln, mit denen sie arbeiten. Und genau dort werde ich in dieser Arbeit versuchen meinen Schwerpunkt zu setzen. Beginnen werde ich mit einer kurzen Einführung in die Geschichte und Entwicklung der Rhetorik. Dann werde ich mich genauer mit den Zielen und Mitteln der Rhetors und des Pädagogen beschäftigen und diese vergleichen. Abschließend steht ein Vergleich der rhetorischen und pädagogischen Situation im Vordergrund.
2. Einführung in die Rhetorik
Die Rhetorik ist im 5. Jh. v. Chr. nach der Beseitigung der Tyrannenherrschaft in Syrakus und Athen entstanden, als Interessengegensätze auf ökonomischem, politischem und rechtlichem Gebiet öffentlich ausgetragen werden konnten. Ihre erste Blüte erlebte sie in der sophistischen Aufklärung (Protagoras, Gorgias), welche die Sprache endgültig aus dem mythischen Denken befreite und die menschliche Rede zu einem rational brauchbaren und universell einsetzbaren Instrument des gesellschaftlichen Lebens machte. In Platon, dessen Zerrbild der Sophistik bis heute nachwirkt, erwuchs der Rhetorik ein wirkungsmächtiger Gegner, der sie als "Überredung", "Scheinkunst" und "Schmeichelei" kritisierte und zur Wahrheitserkenntnis für untauglich erklärte. Rehabilitierung kam von dem Platon- Schüler Aristoteles, der mit seiner "Rhetorik" das bis heute folgenreichste Lehrbuch einer rhetorischen Argumentationstheorie schrieb und ihre Aufgabe darin bestimmte, "nicht ... zu überreden, sondern zu untersuchen, was an jeder Sache Glaubwürdiges vorhanden ist." Von den römischen Rednern und Redetheoretikern wurde die Rhetorik dann endgültig zu dem neben der Philosophie wirkungsmächtigsten Bildungssystem der europäischen Geschichte umgestaltet.2 Während die nur anonym überlieferte "Rhetorik an Herennius", das älteste erhaltene Lehrbuch in lateinischer Sprache, allein die Produktionsstadien und Hauptgattungen der Rede behandelt, ging Cicero in seinen rhetorischen Lehrschriften, von einem wesentlich weiteren Rhetorikbegriff aus. Cicero schuf die Grundlage für eine umfassende Theorie, in der Erziehung, Politik, Recht, Gesellschaftstheorie und Ethik zusammengeführt wurden. Sein Ideal des "perfectus orator", der die Redekunst auf der Grundlage einer umfassenden Allgemeinbildung mit moralischem Verantwortungsbewusstsein ausübt und ein "vir bonus", ein guter Mensch, sein soll, beeinflusst die Persönlichkeitsideale westlicher Kulturen bis zum heutigen Tage. Quintilians umfangreiches Lehrbuch "Die Ausbildung des Redners", ein Leitfaden, der die Rhetorik, als Königin aller Künste und Wissenschaften inthronisierte, avancierte zum maßgebenden Standardwerk der europäischen Rhetorik. Quintilian fasst das rhetorische Wissen der Antike zusammen, entwickelt Modelle zur moralischen Bewertung des Redners und betont die Bedeutung des menschlichen Urteilsvermögens für den rhetorischen Erfolg. Das christliche Mittelalter rezipierte die Rhetorik nach anfänglichem Zögern und eignete sich das rhetorische Wissen für die Bibelauslegung und Predigtlehre an, womit den bisherigen drei klassischen eine weitere Redegattung hinzugefügt und mit der Homiletik ein neuer rhetorischer Theoriebereich geschaffen wurde.3 In den Schulen wurden die sieben freien Künste gelehrt, wobei der Rhetorik neben Grammatik und Dialektik grundlegende Bedeutung zukam. Renaissance und Humanismus brachten der Rhetorik neue Höhepunkte an Geltung und Machtausbreitung, die Philosophie ging zeitweise in ihr auf, sie beherrschte Schul- und Universitätsbetrieb, Literatur und Architektur, Hof- und Gerichtswesen, gesellschaftliches Leben, Kirche und Theologie; historisches und philologisches Bewusstsein und die allgemeine Verweltlichung der Wissenschaften und des Lebens waren unmittelbare Folgen der neuen Rhetorik-Rezeption, die dann auch in die höfische Kultur aufgenommen wurde und das barocke Zeitalter besonders hinsichtlich seiner Schmuck- und Prachtentfaltung geprägt hat. Die Aufklärung des 18. Jahrhunderts brachte die Nationalisierung der bisher lateinischsprachigen Rhetorik in allen europäischen Ländern. Es entstand eine Fülle neuer, muttersprachlicher Lehrbücher, auch die Terminologie veränderte sich in Deutschland.
[...]
1 Eisenhut, W. , Einführung in die Antike Rhetorik und ihre Geschichte, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1982, S.1.
2 Steinbrink, B., Ueding, G., Grundriss der Rhetorik : Geschichte, Technik, Methode, Metzler, 1994, S.3.
3 Steinbrink, B., Ueding, G., Grundriss der Rhetorik : Geschichte, Technik, Methode, Metzler, 1994, S.3.
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