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Karikaturen zur Gründungsphase der Weimarer Republik als Gegenstand des Geschichtsunterrichts in der Sekundarstufe I

Autor: Daniel Schüler
Fach: Geschichte - Didaktik

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Details

Kategorie: Examensarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 104
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 31  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 2881 KB
Archivnummer: V35913
ISBN (E-Book): 978-3-638-35691-6

Textauszug (computergeneriert)

Wissenschaftliche Hausarbeit

für das Lehramt an Haupt- und Realschulen
eingereicht dem Amt für Lehrerausbildung – Erste Staatsprüfungen–
Stuttgarter Str.18-24 60329 Frankfurt am Main

Thema:

Karikaturen zur Gründungsphase der Weimarer
Republik als Gegenstand des Geschichtsunterrichts
in der Sekundarstufe I

Bereich, aus dem die Hausarbeit geschrieben wurde (Fach):
Didaktik der Geschichte

Abgabetermin der Arbeit: 10. Januar 2005

Verfasser:

Daniel Schüler

 

Inhaltverzeichnis

Einleitung ... 01

I. Die Gründungsphase der Weimarer Republik 1918-1923
I.1 Die Ereignisse bis zum Ende des Ersten Weltkriegs im Überblick  ... 03
I.2 Die Revolution 1918/19  ... 04
I.2.1 Die Weimarer Verfassung  ... 08
I.3 Der Versailler Vertrag  ... 10
I.3.1 Die Vertragsbedingungen  ... 12
I.3.2 Wertung des Vertrags  ... 14
I.3.2.1 Der Kriegschuldartikel und die Dolchstoßlegende  ... 16
I.3.2.2 Kritische deutsche Stimmen zum Vertrag  ... 18
I.4 Kampf um die Republik 1919 bis 1923  ... 19
I.4.1 Putschversuche und Angriffe von Links und Rechts  ... 19
I.4.2 Inflation und Ruhrkampf  ... 21

II. Die Karikatur
II.1 Etymologie der Karikatur ...  24
II.2 Wesensbestimmung der Karikatur  ... 26
II.2.1 Merkmale der Karikatur ...  26
II.2.2 Typen der Karikatur ...  29
II.3 Die Geschichte der Karikatur  ... 32
II.4 Die Karikatur in der Weimarer Republik ...  35
II.4.1 Herausragende Karikaturisten  ... 38
II.4.2 Ziele des Spotts und ausgewählte Karikaturen  ... 42
II.4.3 Die politische Orientierung der satirischen Zeitschriften ...  67

III. Die Karikatur im Unterricht
III.3 Warum Karikaturen im Unterricht einsetzen?  ... 69
III.2 Probleme bei der Interpretation von Karikaturen  ... 70
III.3 Voraussetzungen für den Einsatz der Karikatur im Unterricht  ... 72
III.4 Allgemeines und exemplarisches Vorgehen bei der Analyse einer Karikatur  ... 75
III.4.1 Allgemeingültiges Vorgehen bei der Analyse einer Karikatur  ... 75
III.4.2 Exemplarische Analyse einer Karikatur  ... 76
III.5 Mögliche didaktische Funktionen und Unterrichtsphasen beim Einsatz der Karikatur im Unterricht  ... 78
III.6 Unterrichtsbeispiele  ... 80
III.6.1 Unterrichtsbeispiel 1: Die Ruhrbesetzung durch Frankreich 1923  ... 80
III.6.2 Unterrichtsbeispiel 2: Einführung der Rentenmark  ... 82
III.6.3 Unterrichtsbeispiel 3: Separationsbestrebungen und Putschversuche ...  83
III.6.4 Unterrichtsbeispiel 4: Wiederholung der Friedensverhandlungen des ersten Weltkrieges  ... 85
III.6.5 Unterrichtsbeispiel 5: Wissensüberprüfung ...  87
III.6.6 Unterrichtsbeispiel 6: Karikaturenrallye ...  90

IV. Schlussbetrachtung  ... 96

Literaturverzeichnis  ... 98

 

Einleitung

Das Thema der hier vorliegenden Arbeit – „Karikaturen zur Gründungsphase der Weimarer Republik als Gegenstand des Geschichtsunterrichts“ – bedingt eine notwendige Dreiteilung der Thematik um diese vollständig zu umfassen. Der erste Teil wird rein inhaltlich sein, stellt also eine Art ausführliche Sachanalyse dar1, während beim zweiten neben inhaltlichen auch bereits didaktische Überlegungen eine Rolle spielen werden. Beim dritten Teil ist die Fragestellung schließlich eine rein didaktischmethodische. 

Um die Frage nach dem Einsatz der Karikatur mit dem Inhalt der beginnenden Weimarer Republik im Geschichtsunterricht zu stellen und sinnvoll zu beantworten, ist es notwendig, sich zunächst den geschichtlichen Hintergrund zu vergegenwärtigen. Um dies zu erreichen, wird zunächst im ersten Teil dieser Arbeit das Ende des Ersten Weltkrieges unter besonderer Berücksichtigung des Versailler Vertrags und die entstehende Weimarer Republik ab 1918 bis zur „Konsolidierung“ 1923 behandelt werden. Aufgrund des zwangsläufig begrenzten Umfangs dieser Darstellung der ereignisreichen 5 bis 6 Jahre kann sie – trotz einiger herausgestellter Aspekte – nur überblicksartig erfolgen.

Im zweiten Teil der Arbeit tritt dann die Frage nach der „Karikatur“ in den Vordergrund. Es wird zu klären sein, was man eigentlich hierunter verstehen kann und wie diese sich entwickelt hat, um dann speziell auf die Karikaturen der hier interessierenden Zeitperiode einzugehen. Um die Karikatur annähernd vollständig zu erfassen, ist es notwenig, sich von einer starren geschichtswissenschaftlichen Betrachtungsweise zu lösen und etwas „über den Tellerrand zu schauen“. Es ist festzustellen, dass sich viele Wissenschaftler der Karikatur nur in ihrer fachbegrenzten Sichtweise genähert haben, wodurch ein ganzheitliches, umfassendes Werk über die Karikatur kaum zu finden ist.

Dennoch ist vertretbar, in dieser Arbeit gewisse kunstgeschichtliche und ästhetische Faktoren zu vernachlässigen, da hier eben kein allumfassendes Bild der Karikatur gefunden werden soll. Wenn diese Fragen der allgemeinen Betrachtung befriedigend behandelt wurden, rückt der mögliche und sinnvolle Einsatz dieser besonderen Art von Quelle im Geschichtsunterricht in den Fokus. Da es sich bei dieser Arbeit um eine Arbeit mit didaktischer Fragestellung handelt, wird die Frage nach dem sinnvollen Einsatz im Geschichtsunterricht theoretisch und exemplarisch zu beantworten sein. Konkrete und real stattfindende Unterrichtsstunden können und sollen aber nicht Gegenstand dieser Arbeit sein.

Über all dem stehen die Fragen, ob es sinnvoll ist, ausgewählte Karikaturen zu jenem Thema im Unterricht einzusetzen und welche Kriterien für deren Verständnis und Bearbeitung auf Seiten der Schüler und der eingesetzten Karikaturen zu erfüllen sind. Anzumerken ist, dass der Titel dieser Arbeit ungenau ist, da Karikaturen eigentlich eher ein Mittel des Geschichtsunterrichts sind als dessen Gegenstand, obwohl auch dieses möglich ist. Dennoch soll im Geschichtsunterricht eher das Augenmerk auf der mit der Karikatur getroffenen Aussage und den damit verbundenen Informationen liegen als auf der Karikatur selbst. Da aber grundsätzlich beides möglich ist und die Bezeichnung „Gegenstand“ neutraler gedeutet werden kann, wurde der Titel so gewählt.

I. Die Gründungsphase der Weimarer Republik 1918-1923

I.1 Die Ereignisse bis zum Ende des Ersten Weltkriegs im Überblick

Zunächst soll sehr kurz der Verlauf des Ersten Weltkrieges dargestellt werden. Der Schliefenplan, der im Fall eines Zweifrontenkrieges vorsah, unter Verletzung der belgischen und luxemburgischen Neutralität durch Nordfrankreich bis nach Paris vorzustoßen und die französische Armee zu umfassen und zu vernichten, scheiterte in der Marneschlacht im September 1914 und es kam zu einem langwierigen und verlustreichen Stellungskrieg. Der russische Einbruch in Preußen konnte bei Tannenberg und den Masurischen Seen aufgehalten werden und das deutsche Heer stieß bis Polen, Litauen, Kurland2 und Rumänien3 vor. Durch ihre hohen Verluste war die Kampfkraft der russischen Armee seitdem geschwächt. Die Kolonien des deutschen Reiches verfügten nur über schwache Truppen und waren außer in Deutsch-Ostafrika schnell besiegt. Die OHL4 unter den 1916 ernannten Generälen Hindenburg und Ludendorff übte faktisch ab diesem Jahr die alleinige Macht über die Innenpolitik aus, was nach dem erzwungenen Rücktritt des Reichskanzlers Bethmann Hollweg im Juli 1917 noch verstärkt wurde. Dies zeigte sich auch in der wirkungslosen Friedensresolution der Reichstagsmehrheit5, die am 19.7.1917 verabschiedet wurde, während die OHL weiter am Siegfrieden festhielt, obwohl ab dem Kriegseintritt der USA im April 19176 die Alliierten deutlich überlegen waren. Durch die englische Nordseeblockade war die Versorgungslage des hungernden deutschen Volkes desolat.

[....]


1 Wobei „ausführlich“ nur im Bezug auf dieses Bild einer Sachanalyse bei einer Unterrichtsvorbereitung zu verstehen ist. Grundsätzlich ist die Darstellung derart ereignisreicher Jahre auf gut 20 Seiten eher ein Parforceritt durch die Geschichte, ‚Mut zur Verallgemeinerung’ inbegriffen.

2 Entspricht dem südliche des Flusses Düna gelegen Teil des heutigen Lettland, Vorstoß um 1914/15

3 1916

4 Oberste Heeresleitung

5 Aus Zentrum, Fortschrittspartei und Sozialdemokraten

6 Forciert durch den uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieg seit Februar 1917

Kommentare

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