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Reformnotwendigkeiten am deutschen Arbeitsmarkt

Autoren: Kathrin Wacker, Jutta Zähringer, Kathrin Wacker
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre

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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 45
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 57  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 348 KB
Archivnummer: V35940
ISBN (E-Book): 978-3-638-35703-6

Textauszug (computergeneriert)

Reformnotwendigkeiten am deutschen Arbeitsmarkt

von: Kathrin Wacker

 


Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitende Bemerkungen 1

2. Der Arbeitsmarkt in der Theorie 2

2.1 Die Definition 2
2.2 Die Teilnehmer am Arbeitsmarkt 3
2.3 Die Darstellung des Arbeitsmarktes 3
2.4 Die historische Entwicklung des Arbeitsmarktes 6

3. Die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt 7

3.1 Hohe Arbeitslosigkeit - vor allem im Osten 7
3.2 Der Ausbildungsmarkt 8
3.3 Die Langzeitarbeitslosen 9
3.4 Die Reformnotwendigkeit 10

4. Die Reformnotwendigkeit am Arbeitsmarkt 11

4.1 Fehlende Aufeinanderabstimmung von Angebot und Nachfrage 11
4.2 Der Staat und die Gewerkschaften als Störfaktoren 12

4.2.1 Der Kündigungsschutz (Individualarbeitsrecht) 13

4.2.1.1 Aktuelles zum Kündigungsschutz 14
4.2.1.2 Die Reformvorschläge 14

4.2.2 Die Tariflohnpolitik (kollektives Arbeitsrecht) 15
4.2.3 Das Ladenschlussgesetz (Individual- und Kollektivarbeitsrecht) 17

5. Die Reformnotwendigkeit beim Arbeitsangebot 17

5.1 Fehlende Anreize 17

5.1.1 Zu hohe Abgaben 18

5.1.1.1 Mini- und Midijobs 19
5.1.1.2 Die Ich-AG 20

5.1.2 Zu hohes staatliches Mindesteinkommen 21
5.1.3 Hartz IV 23

5.1.3.1 Hartz IV fordert 24

5.1.3.1.1 Zumutbare Arbeit 24
5.1.3.1.2 Kürzung von Arbeitslosengeld II 24

5.1.3.2 Hartz IV fördert 24

5.1.3.2.1 Nicht jeder Cent soll angerechnet werden 24
5.1.3.2.2 Die Ein-Euro-Jobs (Sozialjobs) 25
5.1.3.2.3 Hilfe bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt 25
5.1.3.2.4 Arbeit für junge Menschen 26

5.2 Fehlende Unterstützung 26

5.2.1 Schlechte Einstiegschancen für Jugendliche ins Berufsleben 26
5.2.2 Zu wenig Hilfe bei der Kinderbetreuung 27

6. Die Reformnotwendigkeit bei der Arbeitsnachfrage 28

6.1 Zu hohe Kosten 28

6.1.1 Die Lohnsubventionen 29

6.1.1.1 Der Job Floater 30
6.1.1.2 Die Magdeburger Alternative 31
6.1.1.3 Das Mainzer Modell 31

6.1.2 Kritik an den Lohnsubventionen 32

6.2 Fehlende Flexibilität 33
6.3 Fehlendes Humankapital 34

7. Schlussbetrachtung und Ausblick 35

Literaturverzeichnis V


Abkürzungsverzeichnis

[...]
[...]
CAST = Chancen und Anreize zur Aufnahme sozialversicherungspflichtiger Tätigkeiten
JUMP = Sofortprogramm der Bundesregierung zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit
[...]
PSA = Personal Service Agenturen
TAG = Tagesbetreuungsausbaugesetz
[...]
[...]
[...]
[...]
[...]


 

1. Einleitende Bemerkungen

Arbeitslosigkeit ist in Deutschland mittlerweile das Diskussionsthema Nr. 1. Sie schadet dem Wirtschaftswachstum sowie der effizienten Teilnahme am internationalen Wettbewerb. Neben den enormen Staatsausgaben bringt sie vor allem auch soziale Ausgrenzung für die Betroffenen mit sich. Um dennoch den Anschluss an die internationale Konkurrenz nicht zu verlieren und um eine Zweiteilung der Gesellschaft zu vermeiden, muss am deutschen Arbeitsmarkt einiges geschehen.

Quelle: Bertelsmann Stiftung1) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Die Grafik macht deutlich wie schlecht der Standort Deutschland im internationalen Vergleich hinsichtlich Arbeitsmarktentwicklung und Wirtschaftswachstum dasteht. Fehlendes Humankapital der Arbeitsanbieter und zu starre Vorschriften für die Arbeitsnachfrager sind u.a. verantwortlich für diese Situation. Allgemein wird deutlich: Reformen am Arbeitsmarkt sind in Deutschland unerlässlich. In dieser Seminararbeit wird daher aus verschiedenen Perspektiven auf die Reformnotwendigkeit am deutschen Arbeitsmarkt eingegangen. Zum besseren Verständnis wird der Arbeitsmarkt zuerst aus volkswirtschaftlicher Sicht betrachtet. Um die Probleme am Arbeitsmarkt zu verdeutlichen, wird danach auf das Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage sowie auf die Störfaktoren - beides beeinträchtigt die Flexibilität des Arbeitsmarktes - eingegangen. Fehlende Anreize und mangelnde Unterstützung sind die Kritikpunkte auf Seiten des Arbeitsangebotes. Die Tatsache, dass viele Arbeitslose aufgrund der guten staatlichen Versorgung überhaupt nicht bereit sind zu arbeiten, ist erschreckend und soll hauptsächlich durch Hartz IV eingedämmt werden. Ein weiterer Reformansatz ist die verstärkte Unterstützung von jungen Menschen und Erziehenden durch den Staat, wodurch man sich eine höhere Anzahl qualifizierter Arbeitskräfte verspricht. Betrachtet man den Arbeitsmarkt aus der Perspektive der Arbeitsnachfrager, so ist vor allem in der zu teueren Arbeit ein großes Manko zu sehen. Deutschland hat im internationalen Vergleich die höchsten Lohnkosten. Dass die Unternehmen daher Neueinstellungen vermeiden, ist verständlich.

2. Der Arbeitsmarkt in der Theorie

2.1 Die Definition

Zunächst wird darauf eingegangen, was man in der volkswirtschaftlichen Theorie unter dem Begriff „Arbeitsmarkt“ versteht. Hierfür werden einige Definitionen aufgeführt: Auf dem Arbeitsmarkt trifft die Nachfrage nach Arbeit (genauer das Angebot an Arbeitsplätzen) und das Angebot an Arbeit (genauer die Nachfrage nach Arbeitsplätzen) zusammen.2) Der Arbeitsmarkt ist ein Bereich der Wirtschaft, der durch das Verhältnis von Arbeit Suchenden und freien Arbeitsplätzen gekennzeichnet ist.3) Auf dem Arbeitsmarkt steht das gesamtwirtschaftliche Arbeitsangebot der gesamtwirtschaftlichen Arbeitsnachfrage gegenüber.4)

2.2 Die Teilnehmer am Arbeitsmarkt

Auf dem Arbeitsmarkt treffen zwei Interessensgruppen, die beide abhängig vom Reallohn5) reagieren, aufeinander. Die erste Gruppe besteht aus den Unternehmen (Arbeitgeber). Sie fragt die Faktorleistung Arbeit nach, wobei ihre Nachfrage bei steigendem Reallohn abnimmt. Die zweite Gruppe bilden die Haushalte (Arbeitnehmer). Sie bietet ihre Arbeit auf dem Arbeitsmarkt an. Das Arbeitsangebot steigt dabei mit zunehmendem Reallohn. Schon hier kann man erkennen, dass beide Marktteilnehmer (Nachfrager und Anbieter) unterschiedliche Vorstellungen von der Preis- und Mengengestaltung des Produktes „Arbeit“ haben. Während die Arbeitnehmer generell eine möglichst hohe Entlohnung anstreben, wollen die Arbeitgeber die Lohnkosten so gering wie möglich halten. Trägt der Arbeitnehmer allerdings viel Verantwortung, so ist der Arbeitgeber meistens bereit, ihn auch entsprechend hoch zu entlohnen. Wie die beiden Marktteilnehmer reagieren, wird im nächsten Abschnitt dargestellt.

2.3 Die Darstellung des Arbeitsmarktes

Grafik: eigene Darstellung [Grafik in der Downloaddatei vorhanden]

Anhand der Grafik erkennt man, dass bei einem hohen Reallohn wenig Arbeit nachgefragt, aber gleichzeitig viel Arbeit angeboten wird. Die Nachfragekurve verläuft aus diesem Grund fallend, während die Angebotskurve ansteigt. Beide Kurven schneiden sich in einem Punkt. An dieser Stelle einigen sich die Arbeitnehmer mit den Arbeitgebern ihre Arbeit zu einem bestimmten Marktpreis anzubieten bzw. nachzufragen. 7) Auf dem Arbeitsmarkt entsteht dadurch ein Gleichgewicht, in dem das Arbeitsangebot gleich der Arbeitsnachfrage ist. Hier spricht man auch von einer Vollbeschäftigung. In diesem Punkt wird der Markt „geräumt“, da durch flexible Preise und Löhne (eine wichtige Voraussetzung, die allerdings nur in der Theorie möglich ist) alle Personen, die zum gegebenen Reallohn arbeiten wollen auch tatsächlich einen Arbeitsplatz finden.8) Obwohl man von Vollbeschäftigung spricht, bedeutet das nicht, dass die Arbeitslosenquote gleich Null ist. Dies liegt daran, dass viele Arbeitslose zwar nach einer Arbeit suchen, jedoch nicht bereit sind zum gegebenen Reallohn (Marktpreis) zu arbeiten. Diese Art der Arbeitslosigkeit nennt man „freiwillige Arbeitslosigkeit“. An dieser Stelle wird kurz auf die Arbeitslosigkeit eingegangen, die als ständige Begleiterscheinung des Arbeitsmarktes auftritt.

Im Normalfall spricht man von Arbeitslosigkeit, wenn arbeitsfähige Personen, die arbeiten wollen, keine Beschäftigung finden.9) Als arbeitslos werden allerdings nur diejenigen bezeichnet, die bei der Bundesagentur für Arbeit10) arbeitslos gemeldet sind. Langzeitarbeitslos sind alle Personen, die länger als ein Jahr ohne Arbeit sind.11) Pessimistische Zukunftserwartungen und Steuererhöhungen können zu einer Verschiebung der Nachfragekurve nach links führen. Die Nachfrage nach Arbeit ist dann geringer als das Arbeitsangebot - so kann Arbeitslosigkeit entstehen12).

[...]


1) Vgl. Bertelsmann Stiftung (2004), online.

2) Vgl. Siebert, H. (1991), S. 202.

3) Vgl. RM Buch und Medien Vertrieb GmbH (2004), S. 56.

4) Vgl. Bender, D. u.a. (1990), S. 90.

5) Der Reallohn entspricht der Kaufkraft des Lohns. Reallohn = Nominallohn / Preisniveau.

6) Bei dieser Darstellung des Arbeitsmarktes wird vorausgesetzt, dass die Arbeitszeit pro Beschäftig- tem relativ fix ist (was in der Realität kaum der Fall sein wird).

7) Vgl. Wagner, R. (2001), S. 1, online.

8) Vgl. Volkert, J. (2004), S. 21.

9) Vgl. Serges Medien GmbH (2000), S.31.

10) Früher war dies die Bundesanstalt für Arbeit, die im Rahmen von Hartz III am 1. Januar 2004 umbenannt wurde. Gesetzliche Grundlage ist das „Dritte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“.

11) Vgl. Volkert, J.(2004), S. 6.

12) Auf die Verschiebung der Angebotskurve wird an dieser Stelle nicht eingegangen.

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