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Termpaper, 2002, 16 Pages
Author: Kristin Brauer
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Jena
Tags: Geschichte, Heimes, Theorien, Geschichte, Sozialarbeit/Sozialpädagogik
Year: 2002
Pages: 16
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-35802-6
File size: 318 KB
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand
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Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule Jena
Studiengang: Soziale Arbeit
Fachsemester: II
Die Geschichte des Heimes
von: Kristin Brauer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 2
2. Die verschiedenen Ursprünge des heutigen Heimes Seite 2
2.1 Fürsorgeerziehung in der vorkapitalistischen Zeit Seite 2
2.1.1 Der Ursprung der Heimerziehung Seite 2
2.1.2 Die Waisenhäuser und Bewahrungsanstalten Seite 3
2.1.3 Die Aufgaben der Findel und Waisenhäuser Seite 3
2.2 Die Arbeits- und Zuchthäuser Seite 3
2.2.1 Geschichtlicher Hintergrund Seite 3
2.2.2 Die Entstehung Seite 4
2.2.3 Woraus bestanden diese Arbeits- und Zuchthäuser? Seite 4
2.3 Das Jugendgerichtswesen Seite 4
2.3.1 Die Entwicklung Seite 4
2.3.2 Die Aufgaben Seite 5
2.3.3 Warum wurde das Jugendgerichtswesen eingeführt? Seite 5
2.3.4 Wer kommt in solch eine Anstalt? Seite 5
3. Die Einflüsse des Pietismus auf die Sozialpädagogik Seite 5
3.1 Erziehung in den Waisenhäusern Seite 6
4. Die Entwicklung der privatorganisierten Anstaltserziehung im 19. Jhd. Seite 6
4.1 Die Erziehung Seite 6
4.2 Ein Begründer Seite 6
4.3 Pädagogische Prinzipien Seite 7
5. Heimerziehung nach 1945 Seite 7
5.1 Geschichtlicher Hintergrund Seite 7
5.2 Woraus bestanden die Heime? Seite 7
5.3 Reformen dieser Zeit Seite 8
6. Die Wende der Sozialpädagogik Seite 8
6.1 Der Ausbau des Pflegekinderwesens Seite 8
6.2 Die Heimkritik in den 80er Jahren Seite 9
6.3 Heime in den 80er Jahren Seite 9
7. Heimerziehung heute Seite 10
7.1 Was ist heutzutage ein Heimkind, und woher kommen diese? Seite 10
7.2 Tendenzen in der heutigen Heimerziehung Seite 11
7.3 Die heutigen Aufgaben in der Heimerziehung Seite 11
7.4 Neue Formen der Heimerziehung Seite 11
7.4.1 Aussenwohngruppen Seite 11
7.4.2 Wohngruppen und Wohngemeinschaften. Seite 11
7.4.3 Tagesgruppen Seite 12
7.4.4 Betreutes Wohnen Seite 12
7.4.5 Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung Seite 12
8. Der heutige Erzieher Seite 12
8.1 Anforderungen an den Erzieher Seite 12
8.2 Funktionsbereiche des Erziehers Seite 13
8.3 Aufgaben des Erziehers im Heim Seite 13
9. Rechtliche Voraussetzungen Seite 13
10. Bilanz Seite 14
11. Literaturverzeichnis Seite 15
1. Einleitung
Wozu gibt es Familien? Familien sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Immer anders, immer in Bewegung. Mit dem Begriff „ Familie“ wird ein Ort bezeichnet für gelebte Beziehungen. Ehepaare die ein Kind erwarten; Alleinerziehende, Eltern, die mit ihren Kindern zusammenleben; Alleinerziehende, deren Kinder den elterlichen Haushalt verlassen haben und so weiter. Also ein Leben in vielen verschiedenen Formen der Familie. Einerseits wird die Familie von den meisten Menschen als die wichtigste Gemeinschaft bezeichnet und andererseits wird viel von der Krise der Familie geredet und geschrieben. Deutliche Zeichen für die Veränderungen in der Gesellschaft sind in den letzten Jahren die immer steigendere Zahl der Ehescheidungen, der Singles, der Alleinerziehenden, aber auch der Rückgang der Kinderzahl. Dies alles betrifft die Familie. Also, was tun, wenn Eltern mit den Anforderungen nicht mehr fertig werden? Wenn Partnerschafts- und Erziehungsprobleme, die berufliche Belastung, der Geldmangel, aber auch die Arbeitslosigkeit, Probleme die immer häufiger in unserer Gesellschaft auftreten, sich negativ auf das Familienleben auswirken. Der Weg in eine familienersetzende Einrichtung kann jedes Kind oder Jugendlichen betreffen. Früher, wie auch heute. Dahingehend möchte ich nun im folgenden unter anderem die Entwicklung des Kinderheims in Deutschland, mit Hinsicht auf die gesellschaftlichen Veränderungen, die vielfältigen, und sich veränderten Einweisungsgründe der Betroffenen aber auch die sich verändernden pädagogischen Aufgaben näher erläutern und beschreiben.
2. Die verschiedenen Ursprünge des heutigen Heimes
Heimerziehung hat sich aus drei verschiedenen, z.T. gegensätzlichen, Ursprüngen herausgebildet. Diese sind, in unterschiedlicher Gemengelage, noch heute wirksam. (aus Alheim u.a., 1971, S.14)
Die Vorläufer des heutigen Heimes waren die Waisenhäuser und Bewahrungsanstalten, die Arbeits- und Zuchthäuser und das Jugendgerichtswesen. Das Heimwesen ist neben dem Pflegewesen die älteste sozialpädagogische Einrichtung außerhalb der Familie.
2.1 Fürsorgeerziehung in der vorkapitalistischen Zeit
Um die Fürsorgeerziehung des Mittelalters in ihrem gesellschaftlichen Zusammenhang zu verstehen, werde ich nun im folgenden kurz auf das Wesen der feudalistischen Gesellschaftsformation eingehen.
2.1.1 Der Ursprung der Heimerziehung
Die materielle Basis für die damaligen Menschen war die Agrarwirtschaft. In der 2. Hälfte des ersten Jahrhunderts entwickelte sich aus der ungeregelten Feldgraswirtschaft die sogenannte Dreifelderwirtschaft. Der Boden war nun ab dem Zeitpunkt wichtigste Verfügungsgewalt. Und dieser lag bei der herrschenden Klasse. „Die Reproduktion war materiell gerichtet, indem die arbeitende Klasse, die Bauern, gezwungen waren, ihr Mehrprodukt in Form von Naturalabgaben oder Dienstleistungen an den feudalen Grundeigentümer abzuführen.“(nach Alheim u.a., 1971, S.15) Der Reichtum des Feudaladels bestand also in der Ausbeutung der Masse der Produzenten. Später entwickelte sich in den Städten das Handwerk aus der Notwendigkeit der historischen Weiterentwicklung der feudalen Produktionsweise. Das Handwerk wurde zum Selbstschutz gegen den Feudaladel in Zünften organisiert und vom mittelalterlichen Bürgertum getragen. Am Anfang war die feudale Stadt nur eine Marktsiedlung und Umschlagplatz für den Fernhandel. Die ideologische Stütze der damaligen Zeit war die christliche Religion. Dahingehend wurde auch der Begriff „Armut“ als ein von gottgewollter und gottgefälliger Zustand definiert. Armut entstand durch die Ausbeutung der breiten Massen. Dahingehend gab sie nun den Reichen Anlaß dazu, Christliches zu tun. Dies wurde meistens in Form von Almosen getan. In der Auffassung über Armut liegen die Ursachen, als auch die Entwicklung, der Fürsorgeerziehung in der damaligen Zeit. (vgl. Alheim u.a., 1971, S.15) „In der mittelalterlichen Stadt gehört der Arme gleichsam als unterster Stand zum Gesamtkosmos der verschiedenen Schichten und Stände dieser Zeit und lebt von den Almosen derer, die im christlichen Geiste der Nächstenliebe von Ihrem Überfluß spenden und geben. Die Bettelorden des Mittelalters geben auf ihre Weise Zeugnis, wie Armut in der Sicht des Glaubens idealisiert wurde.“ (nach Flosdorf, 1988, S.14)
2.1.2 Die Waisenhäuser und Bewahrungsanstalten
„Die Fürsorge für die Findel-, Waisen-, und Armenkinder geschah im Mittelalter prinzipiell im Rahmen der allgemeinen Armenversorgung.“ (Alheim u.a., 1971, S.17)
Wer wurde in Waisen- und Findelhäusern untergebracht?
- ausgesetzte
- verlassene
- familienlose Kinder
- sippenlose
- aber auch Kinder von Armen, deren materielle Lebensgrundlage nicht gesichert war (vgl. Alheim u.a., 1971, S.17)
Da offensichtlich die Zahl der ausgesetzten und getöteten Kinder spätestens ab dem ausgehenden Mittelalter zugenommen hatte, war die Errichtung dieser Findelhäuser notwendig geworden.
1198 wurde in Rom die erste anonyme Aufnahmestelle für Säuglinge errichtet. Mit dem Namen „Rota“ wurde sie auch bei uns als Drehlade eingeführt. Auch in der heutigen Zeit gibt es wieder solch eine Form der anonymen Kinderabgabe. (nach Flosdorf, 1988, S.17)
Findel und Waisenhäuser waren meist in Hospitälern eingerichtet. Diese wurden von der Kirche organisiert und durch Stiftungen und Spenden von Gläubigen finanziert.
1041 Gründung des 1. Deutschen Findel- und Waisenhauses in Laibach (heutiges Jugoslawien)
1041 weitere folgten in Einbeck, Meiningen, München, Köln und Nürnberg (1368)
Im ausgehenden Mittelalter, als die Zahl der Armen immer mehr zunahm und der Adel begriff, dass seine Almosen an der immer zunehmenderen Armut im Land nichts änderten, wurden die Findel- und Waisenhäuser den städtischen Gemeinden unterstellt. Nun verwalteten ehrenamtliche Kollegimmen die Häuser. Ein Hospital ist eine Fürsorgeeinrichtung für jene, die sich nicht einmal durch Betteln am Leben erhalten konnten. ( vgl. Alheim u.a.,1971,S.17)
2.1.3 Die Aufgaben der Findel und Waisenhäuser:
- in den Anstalten gab es keinerlei Formen planvoller Erziehung oder Berufsausbildung
- Verwahren und betreuen
- Armenkinder wurden möglichst früh in sog. Pflegefamilien gegeben, diejenigen die zurück kamen, wurden nur solange in den Häusern gelassen, bis sie selbstständig nach Almosen betteln gehen konnten
- die Tagesordnung war streng geregelt (Arbeit, Hausarbeit und notdürftiger Unterricht) (vgl. Alheim u.a., 1971, S.17)
- Die erzieherischen Gesichtspunkte lagen im Mittelalter, in den Hospitälern kaum vor. Es ging vor allem darum die Kinder am Leben zu erhalten und sie gottesfürchtig und zur Demut zu erziehen. (nach Günder, 1995, S.7)
- Sie leisteten vornehmlich Schutz und Fürsorge für Kinder, ohne besondere Verhaltensschwierigkeiten.
- Sie versuchten die Familie, wenn die Eltern ausgefallen waren, zu ersetzen, und eine Resozialisierung der Jugendlichen zu erreichen. (vgl.Wilfert, 1969, S.119)
2.2 Die Arbeits- und Zuchthäuser
2.2.1 Geschichtlicher Hintergrund
Ab dem 13. Jahrhundert begann sich die Sozialstruktur des Feudalismus aufzulösen. Mit Beginn des 16. Jahrhunderts entstand der eigentliche historische Umschlag vom Feudalismus zum Kapitalismus. Die daraus entstandenen Folgen waren, dass es nun zu einer Kapitalisierung von Grund und Boden und einer Privatisierung des Gemeindelandes in der Hand von Großpächtern und des Adels kam. Es bildete sich in dieser Zeit der freie Lohnarbeiter heraus und im Handwerk setzte sich das Prinzip der Konkurrenz durch. Dies alles führte zu Massen von Armen und Elenden, die sich in der Zeit nicht behaupten konnten. (vgl. Alheim u.a., 1971, S.18)
„Der historische Scheidungsprozeß von Arbeitsvermögen und Produktionsmitteln, von Lohnarbeit und Kapital ist zugleich die Ursache massenhaften Elends.“ (Alheim u.a., 1971, S.20)
2.2.2 Die Entstehung
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