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Autor: Kristin Brauer
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Details
Institution/Hochschule: Fachhochschule Jena
Tags: Freiwilliges, Engagement, Deutschland, Sozialpolitik
Jahr: 2003
Seiten: 29
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 299 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-35803-3
ISBN (Buch): 978-3-638-69234-2
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand
Zusammenfassung / Abstract
In dieser Hausarbeit wird auf die komplexe Bedeutung des freiwilligen Engagements im gesellschaftlichen Wandel und dessen Förderungsmöglichkeiten eingegangen. Schwerpunkte dieser Arbeit sind gerichtet auf die unterschiedlichen vorfindbaren Begrifflichkeiten, die historischen Hintergründe, die verschiedenen Facetten der Hintergründe dieser Begrifflichkeiten und die Bedeutung des freiwilligen Engagements.
Textauszug (computergeneriert)
Fachhochschule Jena
Studiengang: Soziale Arbeit
Lehrgebiet: Sozialpolitik
Fachsemester: III
Freiwilliges Engagement in Deutschland
von: Kristin Brauer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 1
2. Die Komplexität des Begriffes Seite 2
2.1 allgemeiner Definitionsversuch Seite 3
2.2 Das Ehrenamt Seite 3
2.2.1 Klassisches Ehrenamt Seite 4
2.2.2 Neues Ehrenamt Seite 4
2.3 Selbsthilfe Seite 5
2.3.1 Aufgaben der Selbsthilfe Seite 6
2.4 Bürgerschaftliches Engagement Seite 6
2.4.1 Die Bürgergesellschaft Seite 7
2.4.2 Eigenschaften des freiwilligen- bzw. bürgerschaftlichen Engagement. Seite 8
2.5 Freiwilligenarbeit Seite 9
3. Historische Hintergründe der Begrifflichkeiten (Komplexität) Seite 9
4. Strukturen der Freiwilligenarbeit Seite 10
4.1 Zugangswege/Motive Seite 10
4.2 Wer engagiert sich „freiwillig“? Seite 10
4.3 Tätigkeitsfelder des freiwilligen Engagements Seite 11
4.4 Motivationswandel vs. Strukturwandel Seite 12
5. Bedeutungen des Freiwilligen Engagements Seite 16
5.1 allgemein gesellschaftliche Bedeutungen Seite 16
5.2 ökonomische Bedeutung als 3. Sektor Seite 17
5.3 Bedeutung des freiwilligen Engagements für ausgewählte Sektoren Seite 18
6. Jugend und freiwilliges Engagement Seite 19
6.1 Motive und Rekrutierungswege für die Ausübung der Jugendlichen Seite 19
6.2 Beteiligung und Rahmenbedingungen Seite 19
6.3 Förderung der Jugend Seite 21
7. Freiwilliges Engagement verändern und entwickeln Seite 21
7.1 Engagementförderung/ Verbesserung der Rahmenbedingungen Seite 21
7.2 Einflüsse auf freiwilliges Engagement durch Politik und Medien Seite 22
7.3 Zukunftsvisionen Seite 24
8. Zusammenfassung Seite 26
9. Literaturverzeichnis Seite 28
1. Einleitung
Das Ehrenamt „...gehört zu den Top-Themen auf der Agenda zur gesellschaftlichen Zukunftsgestaltung in Wissenschaft und Politik.“ (vgl. Heinze/Olk, 2001, S.255) Seit 1985 ruft die UNO jedes Jahr den internationalen Tag der freiwilligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus. In vielen Gemeinden Deutschlands, Österreichs und der Schweiz wird auf vielfältige Weise Freiwilligenarbeit geleistet. Es ist eine Form, bei der die Tätigkeit der Akteure nicht auf einen Erwerb gerichtet ist und wodurch damit die Kooperation der Menschen untereinander verschiedenen Alters begünstigt wird. Die angelegte Palette der verschiedenen Tätigkeiten für jung und alt ist sehr groß. Freiwilligenarbeit beruht darauf, dass „... Menschen ihre Zeit zur Verfügung stellen, um Notlagen zu lindern und Lücken aller Art zu füllen.“ (Brauchbar, Heinz, 1995, S.310) In dieser Hausarbeit möchte ich auf die komplexe Bedeutung des freiwilligen Engagements im gesellschaftlichen Wandel und dessen Förderungsmöglichkeiten eingehen. Dahingehend richten sich meine Schwerpunkte auf die unterschiedlichen Begrifflichkeiten, die historischen Hintergründe, die verschiedenen Facetten der Hintergründe der Begrifflichkeiten und die Bedeutung des freiwilligen Engagements. An einem ausgewählten Beispiel, der Jugend, werde ich explizit nochmals einige Punkte hinsichtlich des freiwilligen Engagements betrachten. Im abschleißenden Kapitel nehme ich dann Stellung zu einigen Förderungsmöglichkeiten und gebe danach eine kurze Zusammenfassung. Nun werde ich mich in dem ersten Kapitel direkt auf die Komplexität des Begriffes beziehen.
2. Die Komplexität des Begriffes
Der internationale Begriff des „Volunteers“ hat in Deutschland nicht solch eine einheitliche Bedeutung. Dennoch lassen Tendenzen erkennen, daß von den Akteuren zunehmend der Begriff des „freiwilligen Engagements“ verwendet wird. (vgl. Rosenbladt, 2001, S.16) Dieser Oberbegriff wird in 3 Segmente gesplittert, dass der privaten Hilfe, der Selbsthilfe und des Ehrenamtes. Jedes dieser 3 genannten weist Überschneidungsbereiche mit dem jeweils anderen auf. (vgl. Beher u.a., 2002, S.118) Der Begriff hat in unserer Gesellschaft ein „terminologisches Problem, weil im deutschen Sprachgebrauch derzeit verschiedene, teils konkurrierende Begriffe für die Sache verwendet werden.“ (Rosenbladt, 2001, S.50) Dieses Phänomen ist sehr verschwommen, und die empirische Forschung begegnet dem meist in 2 Formen. Einmal bestimmt man einen bestimmten Gegenstandsbereich, mit der Folge, dass eine bestimmte Perspektive festgelegt wird und das generelle Problem zu einem Definitorischen wird. Und die andere Form ist, wenn das Problem als eindeutig und bekannt vorausgesetzt wird mit der Folge, dass man damit die faktische Komplexität des Begriffes unterläuft. Diese Verfahrensweisen werden von den Verfassern des Buches als unzureichend beschrieben, welches ein theoretisch-analytisches Defizit darstellt. (vgl. Beher u.a., 2002, S.101)
„Das breite und intensive Interesse von Öffentlichkeit und Politik am bürgerschaftlichen Engagement steht in einem deutlichen Gegensatz zu Vagheit und Mehrdeutigkeit des Begriffs sowie der Diversität und Vielfalt der hiermit bezeichneten Phänomene. Auch stehen Theoriebildung und empirische Forschung zu Phänomenen wie Ehrenamt, Selbsthilfe, bürgerschaftlichem Engagement und Sozialkapital erst am Anfang ihrer Entwicklung.“ (Heinze u.a., 2001, S.13)
2.1 allgemeiner Definitionsversuch
In der Internetseite von www.freiwillig.de wurde der Versuch gemacht zu einer allgemeinen Begriffsbestimmung vom freiwilligen Engagement zu gelangen. Dahingehend wird beschrieben, dass der Baustein der zivilen Gesellschaft im Freiwilligen Engagement begründet liegt. Die hehrsten Ziele der Menschen, welche das Streben nach Liberalismus, Frieden, Lebenschancen, Sicherheit und Gerechtigkeit sind, werden mit den Freiwilligendiensten erfüllt.(vgl. www.freiwillig.de) In allen Gesellschaften existieren seit jeher Freiwilligendienste. Sie sind Bestandteil der Gesellschaft und aufgrund der wachsenden Dienstleistungen sollte für sie ein neues Bewusstsein geprägt werden. Auch in Deutschland stehen die Freiwilligendienste für Demokratie und humanen Umgang miteinander. Gerade aufgrund der Globalisierung wird der gesellschaftliche Zusammenhalt durch die Mitmenschen die freiwillig beschäftigt sind, geleitet.(vgl.www.ijf2001.de) Das Menschen sich freiwillig engagieren bestimmt im wesentlichen unsere Kultur und die Qualität unseres Gemeinwesens. Aber auch die Rechtsstaatlichkeit und Demokratie existieren von der Bereitwilligkeit der Bevölkerung sich freiwillig zu beschäftigen.(vgl. Beher u.a., 2002, S.5) Freiwilliges Engagement schafft gegenseitiges Vertrauen und Empfindungen der Zugehörigkeit. (vgl. Enquete Kommission, 2002, Bd.4, S.8)
In Deutschland gibt es kein kongruentes Bild über die Bezeichnung von Freiwilligentätigkeit. Stichwörter wie „Ehrenamt“, „Bürgerschaftliches Engagement“ aber auch „Selbsthilfe“ können Benennungen dieser Aktivitäten sein und hinter jedem unterschiedlichen Abstraktum, der eigentlich das selbe meint, wird von den Verwendern etwas anders angenommen. Anknüpfend an dies möchte ich dahingehend hervorheben, dass sich schon mit der Begrifflichkeit der Freiwilligentätigkeit sich unterschiedliche Vorstellungen und dadurch das spezifische Hervorheben bestimmter Perspektiven mit differenzierten Sichtweisen verbergen. Die verschiedenen Apperzeptionen haben konzeptionell und thematisch unterschiedliche Begriffsdefinitionen. Unter den verschiedenen Konzepten zeigen sich Differenzen in der Wahrnehmung, der Akzentuierung aber auch in der Profilierung. ( vgl.www.ijf2001.de) Trotz dieser ungleichen Akzente geht es aber bei allen Begrifflichkeiten letztendlich um die selbe Sache. Nämlich um den Grundgedanken, Verantwortung für andere zu übernehmen, welcher durch die „Bürgergesellschaft“ oder die „Zivilgesellschaft“ geleitet wird. (vgl. Rosenbladt, 2001, S.33)
Dahingehend kann man erkennen, dass sich hinter dem Begriff Freiwilligenarbeit eine lange Tradition verbirgt. Aber trotz der großen Bedeutung in vielen gesellschaftlichen Bereichen wird erst seit den letzten Jahren die Freiwilligenarbeit als eigenes Handlungsfeld gesehen. Und erst dadurch wird dieser eigenständige Bereich auch ein Feld für die Politik, auf die ich in einem späteren Abschnitt eingehen werde. Die Enquete Kommission aber auch das Internationale Jahr der Freiwilligen (IJF) sind Marksteine für diese Entwicklung.(vgl. Rosenbladt, 2001, S.16) „Freiwilligenarbeit bietet vielfältige Chancen des Mitdenkens und Mitgestaltens außerhalb des oft lähmenden Konformitätsdrucks von Verwaltungsbürokratien.“ (Brauchbar, Heinz, 1995, S.312) Aufgrund dieses uneinheitlichen Bildes über den Begriff selbst, ist es meines Erachtens notwendig, im folgenden Kapitel einige der Begrifflichkeiten unter Einbeziehung verschiedenen Verständnisse und Zugriffe näher zu bestimmen.
2.2 Das Ehrenamt:
Das Ehrenamt ist in seiner Ausführung die traditionellste Form aller Begrifflichkeiten. Darunter wird die unentgeltliche Mitarbeit, meist durch eine formalisierte Mitgliedschaft der Tätigen in einer Organisation, in den Parteien, den Verbänden usw. verstanden. Die Identifikation geschieht aufgrund der Werte und Ziele der Organisation. (vgl. www.ehrenamt.de, Vortrag von Thomas Rauschenbach) Dies kann man bereits durch den Begriff als solches erkennen, nämlich einerseits die Ehre, etwas für andere tun zu wollen, aber auch das Amt, im Besonderen, daß es an eine bestimmte Arbeitsstelle gebunden ist. Im 19. Jahrhundert förderten die Sein- Hardenbergschen Reformen die Entstehung von Kommunen als Selbstverwaltete lokale Gemeinwesen. Demzufolge vermochte sich das aufstrebende Bürgertum über das Ehrenamt an der lokalen Selbstverwaltung mit zu beteiligen. Als „Entschädigung“ für den geleisteten Einsatz seitens der Akteure erhielten sie Anerkennung und Ehre. Dadurch wurde auch das Ehrenamt in seiner Begrifflichkeit geprägt. In politischen, sozialen und gesellschaftlichen Vereinigungen war das Ehrenamt lange Zeit Kern der kommunalen Selbstverwaltung und es kam aufgrund dessen zur häufigen Nutzung dieses Begriffes im Sprachgebrauch. Dennoch gab es auch zur damaligen Zeit andere, weniger formalisierte Tätigkeitsfelder. Das Ehrenamt in seiner damaligen Begriffsdefinition erfasst kaum das breite Spektrum innerhalb der gesamten Bereiche. (vgl. Enquete Kommission, 2002, Bd.4, S.73f)
„...beim Begriff <<Ehrenamt>> handelt es sich um ein mehrdimensionales, nur schwer zu fassendes und abgrenzbares Konstrukt, unter das ganz verschiedene Entwicklungen, Bereiche, Mitarbeiter(innen)gruppen, Tätigkeiten, Funktionen und Motive subsumiert werden.“ (Beher u.a., 2002, S.17)
2.2.1 Klassisches Ehrenamt
Das klassische Ehrenamt steht geschichtlich gesehen im Zusammenhang mit veränderten sozialen Lebensbedingungen seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Aufgrund der Verstädterung und der Individualisierung der Gesellschaft, kam es zur Entstehung des klassischen Ehrenamtes. Es ist dadurch ein traditionelles als auch Verbandsgebundenes Engagement. Ein wichtiger Punkt bei der Betrachtung des klassischen Engagements, ist daß es seitens der Akteure oftmals zu einer bedingungslosen Hingabe an die soziale Aufgabe unter Verzicht auf die Befriedigung eigener Bedürfnisse und Interessen kam. Das klassische Ehrenamt in seiner Erscheinungsform ist gebunden an überholte Sozialmilieus. Aufopferung und Idealismus sind wichtige Attribute bei der begrifflichen Bestimmung des klassischen Ehrenamts. Dies war durch die gesellschaftlichen Zentralwerte in der damaligen Zeit legitimiert, die aber aufgrund des Wertewandels in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung verloren. (vgl. Heinze u.a., 2001, S.236)
2.2.2 Neues Ehrenamt
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