Sprechakttheorie - ein Überblick

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Details
Autor: Stephanie Meyer
Fach: Germanistik - Linguistik
Institution/Hochschule: Universität Hamburg
Jahr: 2003
Seiten: 20
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 24 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 224 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-35906-1
ISBN (Buch): 978-3-638-85499-3
Zusammenfassung / Abstract
Pragmatik untersucht die Sprache als Form sozialen Handelns, als Interaktion zwischen Kommunikationspartnern in konkreten Situationen und die entsprechend dazugehörenden Regeln dieses Sprachgebrauchs. „Thema der Pragmatik ist das, was im Sprachgebrauch die Form und/oder die Interpretation sprachlicher Äußerungen regelhaft beeinflusst kraft der Tatsache, dass Sprache in einer Situation und zur Kommunikation, zum sprachlichen Handeln mit andern, gebraucht wird.“ Die verbale Kommunikation ist eine besondere Form menschlichen Verhaltens, welche in kleinen pragmatischen Einheiten, den Sprechakten, analysiert wird. Die Sprechakttheorie beschäftigt sich mit der Handlungsfähigkeit der Sprache, die über grammatikalische und lexikalische Kompetenz von Produzent und Rezipienten hinausgeht.
Textauszug (computergeneriert)
Sprechakttheorie
von: Stephanie Meyer
2. Fachsemester
Gliederung
1. Einführung in die Sprechakttheorie 1
2. Genese der Sprechakttheorie 1
2.1. Friedrich Ludwig Gottlob Frege 1
2.2. Adolf Reinach 2
2.3. Karl Bühler 2
2.4. John Langshaw Austin 2
2.5. John Rogers Searle 3
2.6. Herbert Paul Grice 3
3. Wann ist ein Sprechakt ein Sprechakt? 3
4. Sprechakttheorie nach Austin 4
4.1. Performative und konstatierende Äußerungen 4
4.2. Lokutionärer, illokutionärer und perlokutionärer Akt 6
5. Sprechakttheorie nach Searle 8
5.1. Kritik an Austin 8
5.2. Einteilung des Sprechaktes in Teilakte 9
5.3. Das Versprechen 10
5.4. Sprechaktklassifikation nach Searle 11
5.5. Kritik an Searle 12
6. Sprechakttheorie nach Grice 13
7. Sprechakttheorie nach Strawson, Schiffer, Bach-Harnish 14
8. Der indirekte Sprechakt 15
9. Zusammenfassung 16
10. Literaturverzeichnis 16
1. Einführung in die Sprechakttheorie
Pragmatik untersucht die Sprache als Form sozialen Handelns, als Interaktion zwischen Kommunikationspartnern in konkreten Situationen und die entsprechend dazugehörenden Regeln dieses Sprachgebrauchs. „Thema der Pragmatik ist das, was im Sprachgebrauch die Form und/oder die Interpretation sprachlicher Äußerungen regelhaft beeinflusst kraft der Tatsache, dass Sprache in einer Situation und zur Kommunikation, zum sprachlichen Handeln mit andern, gebraucht wird.“1 Die verbale Kommunikation ist eine besondere Form menschlichen Verhaltens, welche in kleinen pragmatischen Einheiten, den Sprechakten, analysiert wird. Die Sprechakttheorie beschäftigt sich mit der Handlungsfähigkeit der Sprache, die über grammatikalische und lexikalische Kompetenz von Produzent und Rezipienten hinausgeht.
2. Genese der Sprechakttheorie
Der Beginn der Sprechakttheorie wird in der Regel auf die von John L. Austin ab 1952 in Oxford und 1955 in Harvard gehaltene Vorlesung festgelegt, deren Skript unter dem Titel How to do things with words ab 1962 herausgegeben wurde. Häufig wird Austin zugeschrieben, dass er der Entdecker war, mit Hilfe sprachlicher Äußerungen Handlungen anzustoßen. Dies trifft nicht ganz zu, denn bereits der Logiker und Sprachphilosoph Gottlob Frege kann als Wegbereiter der Sprechakttheorie bezeichnet werden. Des Weiteren haben auch der Sprachpsychologe Karl Bühler und der Rechtsphilosoph Adolf Reinach eigene Sprechaktideen konzipiert, die aber von späteren Theorien nicht rezipiert wurden.
2.1. Friedrich Ludwig Gottlob Frege (1848-1925)
Als Begründer der logischen Semantik und aufgrund erster Ansätze zur pragmatischen Semantik ist er für die Sprechakttheorie eindeutig von Bedeutung. Austin entwickelte seine Sprechakttheorie an einer Kritik der logischen Semantik nach Frege indem er daran erinnerte, dass es in der natürlichen Sprache mehr als nur Aussagesätze gibt.
2.2 Adolf Reinach (1883-1914)
Reinach ging ähnlich wie Austin von einer semantischen Analyse der Sprechaktverben aus. Er verwendete als erster den Be griff „primär performative Äußerung“ und machte auf das Phänomen des indirekten Sprechaktes aufmerksam. Reinachs Werk, welches nach dessen Tod von seinen Schülern herausgegeben wurde, ist bis zu dessen Wiederentdeckung in Burkhard (1986) kaum rezipiert worden und somit für die spätere Entwicklung der Sprechakttheorie praktisch bedeutungslos.
2.3. Karl Bühler (1879-1963)
Bühler entwarf im Rahmen seiner Sprachtheorie ein Vierfeldschema, in welchem er erstmals die Begriffe „Sprechhandlung“ und „Sprechakt“ verwendete. Die Unterscheidung zwischen diesen Begriffen ist sehr sinnvoll, denn die Sprechhandlung wird von konkreten Sprechern und Hörern in einer realen Äußerungssituation vollzogen, der Sprechakt ist eine linguistische Abstraktion und als solche ein Konstrukt. Austin berücksichtigt diese Unterscheidung nicht. Er spricht in beiden Fällen von speech act.
2.4. John Langshaw Austin (1911-1960)
Austin entwickelte die Unterscheidung von konstativen und performativen Äußerungen. Ihm ist es mit seinen Ideen und seiner Terminologie gelungen, sich von einigen Idealisierungen der logischen Semantik zu lösen und die Grundlage einer neuen Theorie der Bedeutung von Sprechakten zu schaffen. Das Äußern von Sätzen wird dabei als Vollzug sprachlicher Handlung betrachtet. Aussagen haben dabei keine Sonderstellung, es handelt sich um ganz „normale“ Sprechakte, wenn auch mit einer besonderen Relation zu Fakten. Austin war zwar nicht der Erfinder der Sprechakttheorie, hat aber mit seinen Vorlesungen den Anstoß zur Entwicklung der Theorie im engeren Sinne gegeben. Sein Werk ist somit als grundlegend zu bezeichnen, da es weit mehr Ideen enthält, als die von späteren Theoretikern übernommenen Grundbegriffe.
2.5. John Rogers Searle (*1932)
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1 Linke/Nussbauer/Portmann: Studienbuch Linguistik, S. 177
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