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Scholary Paper (Seminar), 2003, 16 Pages
Author: Anna Badstübner
Subject: Psychology - Social Psychology
Details
Institution/College: Martin Luther University (Institut für Psychologie)
Tags: Soziale, Diskriminierung, Pro-, Verhalten
Year: 2003
Pages: 16
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-35931-3
File size: 320 KB
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Excerpt (computer-generated)
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Seminar: Pro- und antisoziales Verhalten
3.Fachsemester
Soziale Diskriminierung
von: Anna Badstübner
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Definition von Diskriminierung 4
3. Ursachen von Diskriminierung in der Persönlichkeit der Individuen 4
3.1 Das Vorurteil als Persönlichkeitsmerkmal – Die „autoritäre Persönlichkeit“ 5
3.2 Die Frustrations-Aggressions-Hypothese 6
3.3 Interindividuelles vs. Intergruppenverhalten 7
4. Die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts 7
4.1 Sherifs Ferienlagerexperimente 8
4.2 Wichtige Folgerungen 9
4.3 Kritik 10
5. Das Paradigma der minimalen Gruppen (MGP) 10
5.1 Grundlage des experimentellen Designs (eingeführt von Tajfel et al., 1970, 1971) 10
5.2 Vorgehen 11
5.3 Ergebnisse 11
6. Die Theorie der sozialen Identität 12
6.1 Soziale Kategorisierung 13
6.2 Soziale Identität 13
6.3 Sozialer Vergleich 14
6.4 Soziale Distinktheit 14
7. Möglichkeiten des Abbaus der Diskriminierung zwischen Gruppen 15
7.1 Kontakthypothese 15
7.2 Übergeordnete Ziele 15
7.3 Dekategorisierung 16
7.4 Rekategorisierung (Das common ingroup identity model) 16
7.5 Das Modell der wechselseitigen Differenzierung 16
8. Literatur 17
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Soziale Diskriminierung“. Nach der Klärung des Begriffs soll es zunächst um sozialpsychologische Ansätze gehen, die die Ursache von Diskriminierung in der Persönlichkeit von Individuen suchen. Da diese Ansätze aber nur in einem begrenzten Maße der Erklärung von diskriminierendem Verhalten dienen, möchte ich anschließend auf wesentliche Theorien und Paradigmen der Psychologie der Gruppe eingehen; diese sind die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts, das Paradigma der minimalen Gruppen und die Theorie der sozialen Identität. Am Schluss stehen verschiedene Möglichkeiten des Abbaus der Diskriminierung zwischen Gruppen.
2. Definition von Diskriminierung
Eine der wichtigsten Definitionen sozialer Diskriminierung stammt von Gordon W. Allport (1971): „Diskriminierung liegt vor, wenn einzelnen oder Gruppen von Menschen die Gleichheit der Behandlung vorenthalten wird, die sie wünschen. Diskriminierung umfaßt alles Verhalten, das auf Unterschieden sozialer und natürlicher Art beruht, die keine Beziehung zu individuellen Fähigkeiten oder Verdiensten haben noch zu dem wirklichen Verhalten der individuellen Person“ (zitiert nach Petersen & Blank, 2001, S.302). Petersen & Blank (2001) weisen darauf hin, dass neuere Definitionen vor allem den Aspekt betonen, dass soziale Diskriminierung häufig allein auf Grund der Zugehörigkeit zu einer anderen Gruppe oder Kategorie erfolgt. Das ist zum Beispiel bei Brehm, Kassin & Fein (2002) der Fall. Sie sagen, diskriminierendes Verhalten ist „[a]ny behavior directed against persons because of their membership in a particular group“ (p.133).
3. Ursachen von Diskriminierung in der Persönlichkeit der Individuen
In der Sozialpsychologie gab es viele Versuche, breite soziale Phänomene wie auch das der sozialen Diskriminierung zu individualisieren und mit Hilfe von theoretischen Konzepten zu beschreiben, die auf individuelles Verhalten zugeschnitten sind (vgl. Mummendey, 1985).
3.1 Das Vorurteil als Persönlichkeitsmerkmal – Die „autoritäre Persönlich-keit“
Eines der einflussreichsten Beispiele für die verbreitete Auffassung, dass Vorurteile hauptsächlich ein Problem sind, das eng mit der Persönlichkeit zusammenhängt, ist die 1950 von Adorno, Frenkel-Brunswick, Levinson und Sanford formulierte Theorie. Für die genauere Erklärung dieser Theorie, werde ich mich auf die Ausführungen von Brown (2002) beziehen.
Die Hypothese Adornos und seiner Mitarbeiter besagt, dass die sozialen Einstellungen eines Individuums einen „Ausdruck tief liegender Züge der Persönlichkeit“ (Adorno et al., 1950, S.1; zitiert nach Brown, 2002, S.541) darstellen. Sie gingen von einer psychoanalytischen Perspektive aus und glaubten, dass die Persönlichkeitsentwicklung der meisten Menschen auf Grund der Zwänge der sozialen Existenz eine Verdrängung und Verschiebung verschiedener Triebbedürfnisse beinhalte. Dabei betrachten sie die Eltern als Hauptagenten des Sozialisationsprozesses, die bei der „normalen“ Entwicklung einen gesunden Mittelweg zwischen der erforderlichen Disziplin und der Selbstentfaltung des Kindes finden. Wenn die Eltern diesen gesunden Mittelweg nicht finden und einen Erziehungsstil praktizieren, der durch extreme Disziplin und Unnachgiebigkeit gekennzeichnet ist, kommt es zu einer natürlichen Aggression des Kindes gegen die Eltern, was als unausweichliche Folge der auferlegten Einschränkungen zu verstehen ist. Diese Aggression wird auf Grund der Angst, sie direkt zu zeigen, auf alternative Ziele verschoben. Wahrscheinliche Zielobjekte sind dabei vor allem als schwächer oder minderwertiger als man selbst angesehene Personen, zum Beispiel Mitglieder abweichender Gruppen oder ethnischer Minderheiten. Es ergibt sich eine Persönlichkeit, die gegenüber Autoritäten sehr unterwürfig, weil diese die Eltern symbolisieren, und gegenüber Fremdgruppenmitgliedern offen feindselig ist, die so genannte „autoritäre Persönlichkeit“. Die Beziehung zwischen Autoritarismus und verschiedenen Formen von Vorurteilen wurde in Bezug auf mehrere Kontexte zwischen Gruppen bestätigt, beispielsweise bei Vorurteilen gegenüber ethnischen Gruppen in den Vereinigten Staaten, bei Vorurteilen gegenüber Moslems in Indien, bei Antipathien gegenüber psychisch kranken Menschen und Aids-Kranken und auch bei sexueller Aggression von Männern gegenüber Frauen.
Wegen seiner Begrenztheit auf individuelle Unterschiede, ist dieser Ansatz einer starken Kritik ausgeliefert. Der erste wesentliche Kritikpunkt ist, dass die Bedeutung der momentanen sozialen Situation für die Ausformung der Einstellungen von Menschen unterschätzt wird. Wenn jemand zum Beispiel einer Organisation oder Gruppe beitritt, wird er ja ständig von deren Normen beeinflusst. Wenn das Argument außerdem auf die Gesellschaft ausgeweitet wird neigt man dazu, die soziokulturellen Bestimmungsfaktoren des Vorurteils zu vernachlässigen. Weiterhin ist der Ansatz nur in mangelnder Weise fähig, die Uniformität von Vorurteilen in bestimmten Gesellschaften und Teilen von Gesellschaften zu erklären. Kritiker gehen auch davon aus, dass die Einstellungen von Mitgliedern verschiedener Gruppen zueinander mehr mit objektiven Beziehungen zwischen diesen Gruppen zu tun haben als mit den familiären Verhältnissen, in denen diese Menschen aufgewachsen sind.
3.2 Die Frustrations-Aggressions-Hypothese
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