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Städtenetze - eine zukunftsfähige Form regionaler Zusammenarbeit?

Termpaper, 2004, 22 Pages
Author: Maren Heeger
Subject: Politics - Political Systems - Germany

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 17  Entries
Language: German
Archive No.: V36283
ISBN (E-book): 978-3-638-35951-1

File size: 300 KB


Excerpt (computer-generated)

Hausarbeit

im Rahmen des Hauptseminars „Regionalpolitik“

Städtenetze – Eine zukunftsfähige
Form regionaler Zusammenarbeit?

vorgelegt am

Institut für Politikwissenschaft
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Sommersemester 2004

vorgelegt von: 

Maren Heeger

Studienrichtung: Diplom-Geographie
Abgabedatum: 12.10.2004

 

INHALT

ABBILDUNGSVERZEICHNIS  2

TABELLENVERZEICHNIS  2

1. EINLEITUNG  3

2. DIE WACHSENDE BEDEUTUNG VON REGIONEN  5

3. WAS VERSTEHT MAN UNTER STÄDTENETZEN?  7
3.1. DIE ENTSTEHUNG DER STÄDTENETZ-IDEE  7
3.2. KLASSIFIKATION VON STÄDTENETZEN  7

4. VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE BILDUNG VON STÄDTENETZEN  9
4.1. DIE ZENTRALEN KRITERIEN VON STÄDTENETZEN  10
4.2. FÖRDERLICHE FAKTOREN  11
4.3. HINDERLICHE FAKTOREN  12

5. CHANCEN VON STÄDTENETZEN  13

6. GRENZEN VON STÄDTENETZEN  13

7. STÄDTENETZE IN DER RAUMORDNUNGS- UND REGIONALPOLITIK  15

8. STÄDTENETZE IN NORDRHEIN-WESTFALEN  16
8.1. DIE LANDES- UND REGIONALPLANUNG IN NRW  17
8.2. BEISPIEL: DAS STÄDTENETZ ANKE  17

9. FAZIT: STÄDTENETZE ALS PLANUNGSINSTRUMENT MIT ZUKUNFT?  20

10. LITERATURVERZEICHNIS  21

ABBILDUNGSVERZEICHNIS
ABBILDUNG 1: DIE MODELLSTÄDTENETZE DES FORSCHUNGSFELDES  4
ABBILDUNG 2: DAS STÄDTENETZ ANKE  18

TABELLENVERZEICHNIS
TABELLE 1: ZIELE AUSGEWÄHLTER RAUMORDNUNGSKONZEPTIONEN  16

 

 

1. Einleitung

Dieser Aufsatz thematisiert die Bedeutung von Städtenetzen in der Regionalentwicklung. Dabei soll herausgestellt werden, inwieweit Kooperationen von Kommunen in Form von Städtevernetzungen zur Regionalentwicklung beitragen können. Es sollen dazu die Potentiale und die Grenzen dieses jungen Ansatzes in der Raumordnungspolitik dargelegt werden, so dass am Ende der Ausführungen die Frage nach der Zukunft von Städtenetzen diskutiert werden kann.

Die Kooperation in Form von Städtenetzen ist ein recht junger Ansatz. Erst 1992 wurde die Diskussion um dieses Thema durch den Raumordnungspolitischen Orientierungsrahmen (ORA) ausgelöst. Der Raumordnungspolitische Orientierungsrahmen, der im Zuge der deutschen Einigung durch die Länder und den Bund in der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) beschlossen wurde, stellt die grundlegende raumordnerische Konzeption für die Bundesrepublik Deutschland dar. Hier werden Städtenetze erstmals als Thema in der Raumordnungspolitik aufgegriffen, mit dem Ziel, die künftige Erfüllung der Leitvorstellungen und Ziele der Raumordnung und Landesplanung sicherzustellen. Der Raumordnungspolitische Handlungsrahmen von 1995 führte die Ansätze des ORA fort. Städtenetze wurden hier bereits als „wichtige[r] Beitrag zur Sicherheit der Konkurrenzfähigkeit des Standortes Deutschland und seiner Regionen sowie zur Stärkung der dezentralen Raum- und Siedlungsstruktur in Deutschland“ (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung 1999: 29) angesehen. Die Form der Vernetzung wurde im Raumordnungspolitischen Handlungsrahmen als die Antwort der Raumordnung auf die zunehmende Notwendigkeit zu interkommunaler und regionaler Zusammenarbeit bezeichnet.

Auf der Grundlage des Raumordnungspolitischen Orientierungsrahmens wurde 1994 das Forschungsfeld „Städtenetze“ im Rahmen des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt), einem Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (BMBau), eingerichtet. Ziel war es, das abstrakte Konstrukt mit Leben zu füllen, es sollten mit Hilfe der Durchführung von 12 Modellvorhaben im gesamten Bundesgebiet (vgl. Abb. 1) handhabbare Orientierungs- und Entscheidungshilfen für die alltägliche Arbeit von Städten bereitgestellt werden.


Abbildung 1: Die Modellstädtenetze des Forschungsfeldes 
Quelle: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung 1999: 6 

[...]

Das zentrale Interesse galt der Frage, wie eine freiwillige und dauerhafte Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen gestärkt und gefördert werden könnte (vgl. Danielzyk und Priebs 1996: 121). Es sollte dazu anhand der Modellvorhaben experimentell untersucht werden, durch welche Organisationsformen, für welche Aufgaben und in welchen Netzkonstellationen interkommunale Kooperationen vorhandene raumordnerische Kategorien und Instrumentarien um ein flexibles, projekt- und prozessorientiertes Element ergänzen können (vgl. Adam 1996: 32). Das Forschungsfeld „Städtenetze“ wurde von 1994 bis 1998 durchgeführt. Erste Ergebnisse liegen in einem Abschlussbericht des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung von 1999 vor.

Diese Arbeit beleuchtet zunächst die Frage, warum es in den letzten Jahren überhaupt zu einer solchen Bedeutungszunahme von Regionen gekommen ist. Die Entwicklung bzw. Etablierung von Regionen macht interkommunale und regionale Kooperation notwendig, die in Form von Städtenetzen erfolgen kann. Was man genau unter diesen Vernetzungen versteht, soll in einem weiteren Abschnitt erläutert werden. Im Folgenden werden die Potentiale und die Grenzen einer solchen Zusammenarbeit herausgestellt, um schließlich eine Antwort auf die Frage nach der Zukunftsfähigkeit von Städtenetzen geben zu können.

2. Die wachsende Bedeutung von Regionen

Der Begriff Region ist immer wieder Diskussionsthema, da er in der Wissenschaft sehr unterschiedlich gebraucht wird. So bezeichnet er „nur grob abgrenzbare ‚Gegenden’ ebenso wie politisch-administrative Gebietseinheiten, kleine Raumeinheiten innerhalb eines Staates oder Zusammenfassungen von lokalen Verwaltungsgebieten ebenso wie ‚Weltregionen’, die aus mehreren Staaten oder gar Kontinenten bestehen“ (Adamaschek, Pröhl 2003: 15). Um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen, soll eine Region hier als sozialwissenschaftliches Konstrukt verstanden werden, das sich auf unterschiedliche Wirklichkeiten anwenden lässt. Eine Region ist demnach ein intellektuelles Konstrukt, das durch den Zusammenhang zwischen Orten und Aktivitäten und bestimmten Kriterien, die eine Region kennzeichnen sollen, charakterisiert ist und durch eben diese Kriterien auch begrenzt wird (vgl. Adamaschek, Pröhl 2003: 15). Im Falle von Städtenetzen ist eine Region ein Raum, der durch mehrere Kerne und Randzonen zu beschreiben ist und dessen Grenzen sich aus der abnehmenden Dichte von Verflechtungszusammenhängen zwischen den Ortspunkten und örtlich gebundenen Akteuren bestimmen lassen (vgl. Adamaschek, Pröhl 2003: 17).

Die wachsende Bedeutung von Regionen ist auf veränderte raumbedeutsame Rahmenbedingungen zurückzuführen. Hierzu zählen Entwicklungen auf globaler, europäischer und nationaler Ebene.
Infolge der Globalisierung kommt es zu großräumigen Standortkonkurrenzen, Konzentrations- und Spezialisierungstendenzen. Diese großräumigen Entwicklungstendenzen führen zu einer stärkeren Konzentration in eher wenige metropole Standorte.

[....]


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