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Autor: Andreas Hempfling
Fach: Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse
Details
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Tags: Zeitung, Geschichte, Leipzig
Jahr: 2001
Seiten: 24
Note: 2
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 367 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-12251-1
ISBN (Buch): 978-3-638-63827-2
Zusammenfassung / Abstract
Im 14. Jahrhundert entwickelt sich der Begriff der „Zeitung“ im Kölner Raum aus dem „zidunge“, das für „Nachricht“, „Neuigkeit“ stand. 1445 legt die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern des Mainzers Johannes Gensfleisch zur Lade - auch Johannes Gutenberg genannt - die Grundlage zur Massenverbreitung von Presseerzeugnissen. Es werden vor allem Flugschriften und Flugblätter veröffentlicht und verteilt. Der Name Flugblatt bezieht sich wahrscheinlich auf ihre schnelle Verbreitung. Sie erschienen nicht periodisch, oft sogar nur einmal, zählen bis heute dennoch zu den Printmedien. Als nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung alphabetisiert war, übermittelten vor allem die Illustrationen Botschaften des Flugblattes. Außerdem sollten sie zum Kauf anreizen. Sehr beliebt waren Abbildungen von fremden, wilden Tieren; unbekannten Gegenständen, Ländern oder Kreaturen und Monstrositäten. Damit waren sie bereits erstaunlich nahe an modernen Boulevardmedien. Was auf diesem Weg dennoch alles passierte, erläutert diese Arbeit.
Textauszug (computergeneriert)
Die Ursprünge des modernen Zeitungswesens
Andreas Hempfling:
Hauptfach: Kommunikationswissenschaft (Diplomjournalistik)
Nebenfächer: Soziologie, Politik
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
Die Entwicklung der modernen Zeitung 2
1.1 Eine kurze Gesichte der Zeit(ung) 2
1.1.1 Geburtswehen 2
1.1.2 Zeitungskiosk um 1550? 4
1.1.3 Die Zeitung ein deutsches Produkt?! 5
1.1.4 Von der Meinungs- zur Massenpresse 7
1.2 Von der Neuzeit in die Moderne - 350 Jahre Leipziger Zeitungsgeschichte 8
1.2.1 Die Anfänge 8
1.2.2 Günstige Startbedingungen 9
1.2.3 Timotheus Ritzsch 10
1.2.4 Zeitung als Handwerk 11
1.2.5 Die Politisierung 12
1.2.6 Lokales und Feuilletons 13
1.2.7 Das Postulat der Unabhängigkeit 14
1.2.8 Krieg auf dem Boulevard 14
1.2.9 Die neuen Medien 16
Ausblick und Schluss 18
Einleitung
"Ob Btx, Satellitenfernsehen oder D2-Mac: Der Anbruch eines neuen Medienzeitalters wird heutzutage beinahe jährlich gefeiert - und fast genauso schnell wieder vergessen." Bei diesem ständigen auf und ab wundert es wenig, dass das Wort Zeitung vom niederdeutschen Wort "Tiden" kommt, das die Gezeiten bezeichnet. Die Geburt der modernen Presse zu Beginn des 17. Jahrhunderts war dagegen ein vergleichsweise unspektakuläres Ereignis. "Das neue Medium entstand offenbar lautlos, ohne Feierstunde und ohne jedes öffentliche Aufsehen." So jedenfalls beschreibt der Zeitungsforscher Thomas Schröder die Anfänge des Mediums Zeitung, das aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken ist und sich trotz Fernsehen, Radio und Internet noch immer glänzend zu behaupten versteht. Und Hans-Ulrich Nieter kommt in seinem Buch "Erlebniswelt Zeitung" zu folgendem Fazit : "Unaufhörlich wird der moderne Mensch durch Radio, Fernsehen und Internet, durch die vielfältigen Printmedien, durch Werbemittel und Werbeträger mit Nachrichten und Informationen überflutet. Wie aber kommt der Bürger an die Nachrichten, die er täglich braucht, um sich ein Bild von der Welt zu machen, in der er sich zurechtfinden muss? Das intelligenteste Konzept bietet die Tageszeitung. Sie filtert die massenhaft einlaufenden Nachrichten und bereitet sie derart auf, dass sich der Leser in nur 30 bis 40 Minuten einen Überblick in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport weltweit, regional und lokal verschaffen kann. [...] Die Zeitung ist ein modernes Medium."
Dennoch hat sich das Blatt seit den bescheidenen Anfängen sprichwörtlich gewendet und die moderne Zeitung hat mit ihren Vorfahren aus dem 16. Jahrhundert außer dem Namen kaum noch etwas gemeinsam, auch wenn sich die Präferenz für Themen wie Katastrophen, Mord und Totschlag vor allem im Boulevardbereich erhalten hat. Vom Einseitenschwarzweißdruck mit zweistelliger Auflage bis hin zur Süddeutschen mit Millionenauflage und Farbbildern ist es indes ein langer Weg. Im Zuge dieser Arbeit möchte ich deshalb die Entwicklungsgeschichte der modernen Zeitung von ihren Anfängen bis zum Zenit Anfang des 19. Jahrhunderts kurz beleuchten und dabei auf Themen, Technik und Journalisten eingehen. Konkretisieren möchte ich diese Analyse mit einem kurzen Abriss der 350-jährigen Zeitungsgeschichte in Leipzig.
Die Entwicklung der modernen Zeitung
1.1 Eine kurze Gesichte der Zeit(ung)
1.1.1 Geburtswehen
Die Stunde "Stunde Null" der Zeitungsgeschichte lässt sich jedoch weiter zurückdatieren und wird im Allgemeinen mit dem Jahr 1609 angegeben, als Johann Carolus in Straßburg mit der "Relation" die erste erhaltene Wochenzeitung herausbrachte. Die Etymologie des Wortes "Zeitung" lässt sich jedoch noch weitaus weiter zurückverfolgen, weiter noch als die Entstehung des Buchdruckes in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Denn am Anfang stand die gesprochene Nachricht. "Für die mündliche Weitergabe einer Nachricht entstand um 1300 im Kölner Raum das Wort Zidunge, aus dem sich das Wort Zeitung bildete. Zeitung wurde bis ins 19. Jahrhundert für Nachricht gebraucht. So sprach man von fröhlichen oder schrecklichen Zeitungen und meinte Nachrichten damit." Im Rahmen des privaten Nachrichtenflusses übermittelten die Mächtigen auch schon lange wichtige Informationen durch berufsmäßige Nachrichtenvermittler. Im Ausgehenden 14. Jahrhundert wuchs mit dem Aufkommen des relativ preiswerten Papiers auch die Bedeutung geschriebener Nachrichten, auch wenn dieser Nachrichtenweg aufgrund des noch weit verbreiteten Analphabetismus anfangs nur den besseren Kreisen offen stand. Aus dieser privaten Korrespondenz entstanden die ersten Nachrichtenübermittlungssysteme: "Nachrichten wurden nun auch in Briefen mitgeteilt oder auf gesonderten Zeddeln geschrieben, die man als Appendix oder Zeyttung kennzeichnete und den Briefen beilegte. Diese Briefzeitungen wurden vom Empfänger mit neuen Nachrichten ergänzt, abgeschrieben und an Freunde weitergeschickt. Den vielkorrespondierenden Humanisten um 1500 wird die größte Kettenbriefaktion der Weltgeschichte zugeschrieben."
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