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Autor: Andreas Hempfling
Fach: Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Details
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (GSI für politische Wissenschaften)
Tags: Platon, Philosophie, Politik, Theorie
Jahr: 2001
Seiten: 20
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 101 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-12252-8
Zusammenfassung / Abstract
In seiner Politeia diskutiert Platon die Möglichkeit einer idealen Staatsordnung. Bei der Frage, ob und wie die Menschen gebildet werden können, verwendet Platon berühmte Höhlengleichnis. Es geht darum, ob und wie der Mensch die Wahrheit erkennen kann. So einfach dieses Gleichnis auf dem ersten Blick scheint, so viel Tiefe und Komplexität offenbart es doch. Die Arbeit nähert sich dem Phänomen und versucht es umfassend und eingängig zu deuten.
Textauszug (computergeneriert)
Ludwig-Maximilians-Universität München –
Institut für Politische Wissenschaft
Grundkurs: Einführung in die Politische Theorie WS 2000/2001
Abgabedatum: 24.04.2001
Der Philosoph und die Idee des Guten bei Platon
Eine Analyse ausgewählter Gleichnisse
Andreas Hempfling:
Hauptfach: Kommunikationswissenschaft (Diplomjournalistik)
Nebenfächer: Soziologie, Politik
1. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 1
2 Erörterung der Gleichnisse ... 2
2.1 Bedeutung und Grundlage der Gleichnisse ... 2
2.1.1 Das Sonnengleichnis(Die Idee des Guten) ... 3
2.1.2 Das Liniengleichnis oder die Ebenen der Erkenntnis ... 6
2.1.3 Das Höhlengleichnis - eine Apologie der Philosophie ... 8
2.2 Intention ... 9
3 Konflikte bei der Interpretation ... 12
4 Zusammenfassung und Schluss ... 15
Literaturverzeichnis ... 18
1 Einleitung
Gleichnisse werden gerne immer dann eingesetzt, wenn die Vorstellungskraft, die Auffassungsgabe oder das Wissen derer, denen etwas erklärt wird, nicht ausreicht, um den betreffenden Begriff zu erfassen. So verwendete etwa Jesus Gleichnisse im Gespräch mit seinen Jüngern, Eltern, wenn sie ihren Kindern die Geheimnisse der Fortpflanzung näher bringen wollen (Blümchen und Bienchen), Lehrer schreiben ganze Chemiebücher in Romanform und Politiker flüchten sich in Gleichnisse meist dann, wenn sie selbst nicht so recht weiterwissen. Auch Philosophen, deren Gedankengänge für die meisten ihrer Zeitgenossen oft nur schwer nachzuvollziehen sind, bedienten sich zu allen Zeiten anschaulicher Vergleiche.
Oft genug ein Vorstoß in eigner Sache, denn nicht selten haben die „Weisheitsliebenden“ selbst nur ein vages Gefühl oder eine schwammige Vorstellung von etwas. Sie formulieren diese Idee dann praktisch über das Gleichnis aus. Ähnlich wie in der Geometrie, wo man sich einer gezeichneten Grundlage als Gedächtnisstütze und Hilfsmittel für weitere Überlegungen bedient.
Ein besonders markantes Beispiel findet sich hierfür in der Politeia, wo sich Platon einer kunstvoll auf einander abgestimmten Dreier-Serie von Gleichnissen bedient, um die Idee des Guten zu erörtern. Apropos „Idee des Guten.“ Platon wird ja gerne nachgesagt, dass sich zwischen den Zeilen seines „Staates“ eine ungeschriebene Lehre verbirgt. Denn bis heute nicht befriedigend geklärt, was Platon mit der Idee des Guten eigentlich meint. Viele Indizien weisen darauf hin, dass es aber nicht einfach nur ein „Nichtwissen“ ist. Selbst wenn dies vermeintlich im Dialog zwischen Sokrates und Glaukon anklingt: „Wie? Scheint es dir denn recht, wie ein Wissender über Dinge zu reden, über die man nichts weiß?“ 1 Andererseits macht er die Einsicht in das Gute zur Bedingung für den Wächterstand, den er in seiner Utopie für die Regierung auserkoren hat: „Unsere Verfassung wird also doch dann ihre abschließende Ordnung und Gestaltung erhalten haben, wenn ein solcher Wächter die Aufsicht über sie führt, der diese Kenntnis besitzt?“ 2 Ein deutlicher Hinweis, dass Platon die Idee des Guten als durchaus mit dem menschlichen Geist erfassbar ansieht. Eine detaillierte Erörterung dieses Problems würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen,. Ich werde mich im Folgenden deshalb auf die textimmanenten Gesamtzusammenhänge konzentrieren, wie sie im Sonnen-, das Linien- und Höhlengleichnis deutlich werden. Weiterhin möchte ich auf Funktion, Bedeutung und Interpretationsansätze eingehen.
2 Erörterung der Gleichnisse
2.1 Bedeutung und Grundlage der Gleichnisse
Platon beschreibt in der Politieia bekanntlich nicht nur den Aufbau eines nach seinem Empfinden idealtypischen Staates, sondern geht auch en detail auf die Tugenden ein, die dessen Erhaltung und Wohlergehen dienen. Da wären unter anderem die vier Kardinaltugenden wie Wohlberatenheit, die Tapferkeit, die Besonnenheit und die Gerechtigkeit. Nun fragt Adeimantos Sokrates in der Politeia aber zu recht: „Sind denn nicht eben diese Dinge die höchsten, oder sollte es noch etwas Höheres geben als die Gerechtigkeit und das andere, das wir erörtern?“ 3 Für Sokrates bzw. Platon ist dieses Höchste die Idee des Guten: „Durch ihre Mitwirkung wird das Gerechte und alles sonstige dieser Art überhaupt erst heilsam und nützlich.“ 4 Dennoch ist die menschliche Seele des Guten keineswegs gewiss: „Denn sie ahnt, dass es etwas sei, ist aber unsicher und vermag es in seiner wahren Bedeutung nicht hinreichend zu erfassen, kann auch nicht zu einer festen Überzeugung darüber gelangen wie bei den anderen Dingen. Das ist denn auch der Grund, weshalb sie das übrige verfehlt, wo etwa ein Nutzen zu erwarten stand.“5 Es scheint also, dass zumindest die Wächter und Regierenden dieser Kenntnis sicher sein müssen, wollen sie den Staat zu wahrer Größe verhelfen.
[...]
1 Platon: Der Staat, Seite 259
2 Platon: Der Staat, Seite 259
3 Platon: Der Staat, S. 256
4 Platon: Der Staat, S. 257
5 Platon: Der Staat, S. 258
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