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Globalisierung - Chancen und Risiken für die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie

Autor: Annica Witt
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre

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Details

Kategorie: Studienarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 38
Note: 2,7
Literaturverzeichnis: ~ 26  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 382 KB
Archivnummer: V36477
ISBN (E-Book): 978-3-638-36089-0

Textauszug (computergeneriert)

Globalisierung - Chancen und Risiken für die deutsche
Textil- und Bekleidungsindustrie

von: Annica Witt

3. Semester

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  3

2. Globalisierung  4

2.1 Begriffsklärung  4
2.2 Globalisierung der Wirtschaft  4

3. Textil- und Bekleidungsindustrie 5

3.1 Wichtige rechtliche Rahmenbedingungen für die Textil- und Bekleidungsindustrie 6

a) Das Multifaserabkommen  7
b) Die Uruguay-Runde  8
c) The Agreement on Textiles and Clothing  9
d) Integration und Regulierung des Textil- und Bekleidungshandels durch die Europäische Union 9

3.2 Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie 10
3.3 Die Konkurrenz  13

4. Globalisierung – Chance oder Risiko für die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie  16

5. Ausblick 22

Abkürzungsverzeichnis  24

Anhang 25

Literaturverzeichnis 36


 

1. Einleitung

Globalisierung ist heutzutage allgegenwärtig und wird äußerst kontrovers diskutiert. Befürworter sehen in ihr eine Chance für ein effizienteres Wirtschaften durch Abbau von Handels- und Wettbewerbsbeschränkungen. Kritiker hingegen bemängeln eine fehlende gesellschaftliche Kontrolle von international operierenden Unternehmen und eine Verstärkung der Gefahr, dass sich die wirtschaftliche Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern weiter vergrößert.

In Deutschland wurde in den letzten Jahren über die voranschreitende Globalisierung und ihre Chancen und Risiken für die deutsche Wirtschaft diskutiert. Anhand der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie soll untersucht werden, welche Auswirkungen Globalisierungsprozesse auf die deutsche Wirtschaft haben und wie diese in Zukunft das wirtschaftliche Handeln beeinflussen werden. Dazu wird zunächst die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie in Bezug auf ihre rechtlichen Rahmenbedingungen, ihre gegenwärtige wirtschaftliche Lage und die Konkurrenz, die ihr gegenüber steht, charakterisiert. Im Anschluss erfolgt die Abwägung von Chancen und Risiken der fortschreitenden Globalisierung für die Branche. Den Abschluss der Untersuchung bildet ein Blick in die Zukunft der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie.

2. Globalisierung

2.1 Begriffsklärung

Der Begriff der Globalisierung ist ein Schlagwort der Politik, der Ökonomie und der Soziologie. Er bezieht sich auf die zunehmende Verflechtung von Nationen und Menschen auf der ganzen Welt, welche aus Handel, Investitionen, Reisen, kulturellen Kontakten und anderen Wechselbeziehungen resultiert. Als treibende Kräfte der Globalisierung werden häufig:

- die Liberalisierung von Märkten und Marktzutritten,
- technischer Fortschritt und
- die Internationalisierung von Geld- und Gütermärkten

genannt. Globalisierung ist kein neues Phänomen. Bereits im Mittelalter gab es transeuropäischen Handel. In der Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg wird eine der zentralen Ursachen der Globalisierung gesehen. Multinationale Zollreduktionen im Rahmen der GATT-Verhandlungen und die Errichtung einer Europäischen Freihandelszone durch den EU-Vertrag hatten einen wesentlichen liberalisierenden und wachstumsfördernden Effekt. Zudem wurde eine zunehmende Öffnung vorher abgeschotteter Volkswirtschaften bewirkt, besonders bei Staaten des ehemaligen Ostblocks und Ostasiens.

2.2. Globalisierung der Wirtschaft

,,Die Globalisierung der Wirtschaft ist einer der wichtigsten Aspekte der wirtschaftlichen Diskussion der 90er Jahre und des neuen Jahrtausends und äußert sich in einer verstärkten Integration und Vernetzung der Weltmärkte, einer Intensivierung des weltweiten Wettbewerbs und einer ansteigenden Interdependenz einzelner Volkswirtschaften.“1 Auf den internationalen Finanzmärkten werden heutzutage ca. 1,5 Billionen Dollar2 täglich bewegt. Aufgrund der Verschärfung des Wettbewerbs in einer globalen Wirtschaft sind die Unternehmen gezwungen, sich ständig mit einem hohen Informationsfluss über Märkte und Wettbewerber auseinander zu setzen und daraus an die Situation angepasste Instrumente und Strategien zu entwickeln. Von großer Wichtigkeit sind dabei die Verlagerung von Produktionsstätten und der Abschluss strategischer Allianzen.

Die Globalisierung ist ein Prozess, der tief greifende Veränderungen in unseren Arbeitsbedingungen und in unserer Lebensweise mit sich bringt. Getragen wird dieser Prozess vom Einsatz und der ständigen Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechniken. Das World Wide Web z.B. ermöglicht es, jeder Zeit mit Menschen auf der ganzen Welt zu kommunizieren. Andererseits entziehen sich multinationale Unternehmen durch weltweite Produktionsverlagerung den Gesetzen ihrer Heimatländer. Schätzungen zu Folge werden heutzutage rund zwei Drittel der weltweiten Verkäufe und Käufe über rund 63000 multinationale Unternehmen abgewickelt, deren Anteil an der weltweiten Produktion fast 30 Prozent (gemessen am Bruttosozialprodukt) beträgt3. Besonders problematisch sind die Tätigkeiten von Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen Gesetze für Umweltschutz, Menschrechte oder Arbeitsrecht nicht oder nur sehr schwach existieren. Im Zuge der Globalisierung wurde in den letzten Jahren strittig diskutiert, ob der Standort Deutschland, besonders im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern und Staaten Südostasiens, noch attraktiv ist. Folgen dieser Diskussionen waren unter anderem ein Abbau von Arbeitnehmerrechten, Einschnitte in den sozialen Sicherungssystemen und Reallohnverluste. Der Unterschied in den Arbeitskosten zwischen Hoch- und Niedriglohnländern und die dadurch hervorgerufene Umverteilung der Produktion haben zu einem enormen Beschäftigungsabbau in Deutschland und der EU geführt.

3. Die Textil- und Bekleidungsindustrie

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie, welche weitgehend mittelständisch strukturiert4 ist, ist nach dem Ernährungsgewerbe die größte Konsumgüterbranche in Deutschland. Die meisten Textil- und Bekleidungshersteller in Deutschland bestehen bereits seit 33, 50 oder mehr Jahren. Im Allgemeinen teilt man den Output der Textil- und Bekleidungsindustrie in 3 Bereiche5 ein:

1. Bekleidung (z.B. Damen-, Herren- und Kinderoberbekleidung, sowie Berufs- und Sportbekleidung)
2. Haushalts- und Heimtextilien (z.B. Handtücher, Gardinen und Teppiche)
3. Technische Textilien (z.B. Transport- und Verpackungstextilien, Industrietextilien, Medizintextilien, Filterstoffe und Geotextilien)

Charakteristisch für die Herstellung von Bekleidung und textilen Erzeugnissen sind die Mehrstufigkeit und die Abhängigkeit der Verarbeitungsschritte. Da diese nur nacheinander durchgeführt werden können, spricht man auch von der sog. „textilen Kette“. Die Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie sind in der Lage die einzelnen Stufen der Fertigung auszulagern. Für die jeweiligen Fertigungsstufen6 können so individuelle Standortentscheidungen getroffen werden. Bereits Anfang der siebziger Jahre begann die Textil- und Bekleidungsbranche mit Produktionsverlagerungen ins Ausland. Seitdem hat sich die Branche zu einem der am stärksten in die internationale Arbeitsteilung eingebundenen Industriezweige entwickelt.

3.1 Wichtige rechtliche Rahmenbedingungen für die Textil- und Bekleidungsindustrie7

a) Das Multifaserabkommen

[...]


1 Quelle: ,,Internationalisierungsstrategien“ André Schneider

2 Quelle: Microsoft Encarta Professional 2003

3 Quelle: Unctad – UN-Konferenz zu Handel und Entwicklung

4 Siehe Anhang Nr. 4

5 Quelle: ,,Globalisierung und Strukturwandel der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie“ Michael Grömling / Jürgen Matthes

6 1. Stufe: Spinnstoffaufbereitung ( Vorbereitung der Textilien auf den Spinnereiprozess)
2. Stufe: Spinstoffverarbeitung (Herstellung von Garnen im Spinnprozess)
3. Stufe: Garnverarbeitungsstufe
4. Stufe: Konfektionsstufe (Weiterverarbeitung der veredelten textilen Flächen)

7 Siehe Anhang Nr. 2

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