Projektorientierter Unterricht

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Details
Autor: Kathrin Morawietz
Fach: Pädagogik - Schulpädagogik
Institution/Hochschule: Universität Koblenz-Landau
Jahr: 2005
Seiten: 26
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 19 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 244 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-36131-6
Textauszug (computergeneriert)
Projektorientierter Unterricht
von: Kathrin Theysohn
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Was ist ein Projekt?
2. Die Projektkonzeption nach Dewey: Das Projekt als pädagogisches Experiment mit der Wirklichkeit
2.1 Einige Aspekte zur Biographie und Wirkungsgeschichte John Deweys
2.2 Die Projektmethode nach Dewey
3. Die Geschichte der Projektmethode – Historische Vorbilder
3.1 Die Anfänge der Projektmethode
3.2 Pragmatismus in den USA
3.3 Reformpädagogik in Deutschland
3.4 Innovationszeit (60er und 70er Jahre)
4. Projektunterricht heute
5. Projektformen
6. Inhalts- und methodenbezogene Aufgaben des Projektunterrichts
6.1 Inhaltsbezogene Aufgaben des Projektunterrichts
6.2 Methodenbezogene Aufgaben des Projektunterrichts
7. Projektmerkmale
7.1 Produkt- und Handlungsorientierung
7.2 Interdisziplinarität
7.3 Schülerorientierung
7.4 Situations- und Gesellschaftsbezug
7.5 Gemeinsame Organisation von Lernprozessen
8. Projektorientiertes Lernen – Projektorientierter Unterricht
9. Projektverlauf
9.1 Projektinitiative
9.2 Auseinandersetzung mit der Projektinitiative (Ergebnis: Projektskizze)
9.3 Entwicklung des Betätigungsgebietes (Ergebnis: Projektplan)
9.4 Verstärkte Aktivitäten im Betätigungsgebiet (Projektdurchführung)
9.5 Fixpunkte, Zwischengespräche und Metainteraktion
9.6 Abschluss des Projektes
10. Begründungszusammenhänge des Projektunterrichts
11. Ziele des projektorientierten Lernens
12. Schluss
13. Literaturverzeichnis
1. Einleitung: Was ist ein Projekt?
Das Wort Projekt geht auf das lateinische Wort proicere zurück, das vorwerfen, entwerfen, hinauswerfen, vorauswerfen, planen, sich vornehmen bedeutet. Heute wird der Projektbegriff im Sinne von Plan, Entwurf oder Vorhaben verwendet, wobei die Verwirklichung der Planung beabsichtigt wird.1 Der Projektunterricht weist eine charakteristische Gestalt auf, die ihn von and erem Unterricht unterscheidet, ihm werden in der Literatur jedoch viele unterschiedliche Bedeutungen und Vorstellungen zugeordnet. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle nicht auf eine Beschreibung des Projektunterrichts beschränken, sondern unterschiedliche Definitionen von verschiedenen Autoren anführen.
Der Projektbegriff bezieht sich auf ein „konkretes, zeitlich und räumlich von anderem abgrenzbares Geschehen. Dieses Geschehen nimmt bei einem Problem seinen Ausgang und endet mit dessen Lösung. Das Projekt als konkretes zeitlich und räumlich abgrenzbares Geschehen fasst wie in einem Brennglas die geforderte Veränderung von Mensch und Welt zusammen und lässt sie exemplarisch sichtbar werden. (…) Es stellt ein pädagogisches Experiment dar, nämlich den geplanten Versuch, durch pädagogisches Handeln von Lehrern und Schülern Mensch und Welt höherzuentwickeln“.2 (Dewey, zitiert nach Hänsel) Projektunterricht „geht von einer problemhaltigen Aufgabe mit einem Produktziel aus. Dabei bestimmt die Projektgruppe durch plausibles und selbständiges Handeln den Weg und löst durch fächerübergreifendes und anwendungsorientiertes Handeln die gestellte Aufgabe in ihrer natürlichen Umgebung, d.h. meist außerhalb der Schule: ein Beitrag der Erziehung zum Handeln in einer demokratischen Gesellschaft“. 3 (Emer / Lenzen)
„Das Projekt ist eine bedeutsame praktische Tätigkeit, die Aufgabencharakter hat, von den Schülern in natürlicher Weise geplant und ausgeführt wird, die Verwendung physischer Mittel in sich begreift und die Erfahrung bereichert.“4 (Bossing, zitiert nach Lenzen) „Eine Gruppe von Lernenden bearbeitet ein Gebiet. Sie plant ihre Arbeiten selbst und führt sie auch aus. In der Regel steht am Ende ein sichtbares Produkt.“5 (Frey)
2. Die Projektkonzeption nach Dewey: Das Projekt als pädagogisches Experiment mit der Wirklichkeit
Der amerikanische Philosophie- und Pädagogikprofessor John Dewey (1859 – 1952) ist einer der herausragenden Vertreter des erkenntnisphilosophischen Pragmatismus und gilt als wichtigster pädagogischer Theoretiker der Projektidee, der den Projektbegriff pädagogisch begründet hat und das Projekt als pädagogisches Experiment mit der Wirklichkeit begreift.
2.1 Einige Aspekte zur Biographie und Wirkungsgeschichte John Deweys
Dewey wird am 20. Oktober 1859 in Burlington (Vermont) geboren. 1879 absolviert er erfolgreich sein Studium an der Universität in Vermont und ist damit berechtigt, das Lehramt auszuüben. Er ist zunächst an einer Highschool tätig und unterrichtet anschließend an einer Elementarschule. Im Herbst 1882 nimmt Dewey ein Philosophiestudium an der John Hopkins Universität in Baltimore (Maryland) auf und übernimmt 1884 eine Dozentur für Philosophie an der Universität in Ann Arbor (Michigan). 1894 wechselt er an die Universität in Chicago. Dort gründet er 1896 die Reformschule „Laboratory School“ („Dewey School“), die ein didaktisches Experiment darstellt und unabhängig von amtlichen Vorschriften und der vorherrschenden Pädagogik geführt wird. Dort erprobt Dewey projektorientierten Unterricht, so dass die Schule zum Ausgangspunkt für eine pädagogische Bewegung von Lehrern und Eltern wird, die Schule verändern wollen. Da die Schule auf Spenden angewiesen ist, hält Dewey mehrere Vortragsreihen über die Theorie der Schule und veröffentlicht schließlich auch einige seiner Mitschriften, so z.B. „The School and Society“ (1899) und „The Child and the Curriculum“ (1902). 1904 wird die „Dewey School“ an die Übungsschule des Lehrerseminars verfügt und Dewey somit die Kontrolle entzogen. Er kündigt und nimmt einen Lehrauftrag am „Teacher’s College“, einer Pädagogischen Hochschule in New York City, an. Einer seiner Schüler, William Heard Kilpatrick, entwickelt dort das Konzept der Projektmethode. Dewey stirbt 1952 in New York City. 6
2.2 Die Projektmethode nach Dewey
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1 Vgl. Lexikographisches Institut: Lexikon der Büchergilde in 20 Bänden. Parit – Rauh. München: Büchergilde Gutenberg 1975, S.4833.
2 Hänsel, Dagmar (Hrsg.): Handbuch Projektunterricht. Weinheim: Beltz 1997, S.70f.
3 Emer, Wolfgang / Lenzen, Klaus-Dieter: Projektunterricht gestalten – Schule verändern. Projektunterricht als Beitrag zur Schulentwicklung. Baltmannsweiler: Schneider Verlag 2002, S.11.
4 Lenzen, Dieter (Hrsg.): Pädagogische Grundbegriffe 2. Reinbek: Ernst Klett Verlag 1989, S.1273.
5 Frey, Karl: Projektmethode. Weinheim, Basel: Beltz 1984, S.10.
6 Vgl. Schreier, Helmut: Dewey, John: Erziehung durch und für Erfahrung. Stuttgart: Klett-Cotta 1986, S.9ff.
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