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Währungskrisen in Emerging Markets - Aktuelle Ansätze zur Prognose mittels Frühindikatoren

Diploma Thesis, 2003, 66 Pages
Author: Owe Jessen
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2003
Pages: 66
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 22  Entries
Language: German
Archive No.: V36551
ISBN (E-book): 978-3-638-36144-6

File size: 458 KB
Notes :
Erster Teil: Theoretische Überlegungen zur Entstehung von Währungskrisen und mögliche Indikatoren. Zweiter Teil: Aufbau und Bewertung eines Prognosemodells.



Excerpt (computer-generated)

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Diplomarbeit

 im Fach Internationale Wirtschaftsbeziehungen 
als Sechs-Monats-Arbeit

Währungskrisen in Emerging Markets - 
Aktuelle Ansätze zur Prognose mittels Frühindikatoren

von

Owe Jessen

Abgabetermin: 14. Februar 2003

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Symbolverzeichnis VI

1. Einleitung 1

2. Theorie der Währungskrise 3
2.1. Erste Generation der Zahlungsbilanzkrisen-Modelle ...  3
2.1.1. Das Modell ...  3
2.1.2. Erweiterungen des Modells ...   5
2.2. Das Modell der zweiten Generation  ...   10
2.3. Ansteckung ...   13
2.3.1. Ansteckung und multiple Gleichgewichte ...  13
2.3.2. Transmissionskanäle der Ansteckung  ...   17
2.4. Schlußfolgerungen für die empirische Anwendung  ...  19

3. Ansätze zur Krisenprognose  ...  21
3.1. Der Signal-Ansatz  ...  22
3.1.1. Darstellung ...  22
3.1.2. Ergebnisse  ...   23
3.2. Probit-Modell ...  27
3.2.1. Darstellung  ...   27
3.2.2. Ergebnisse  ...  28
3.3. Cross-Section-Modell ...  29
3.3.1. Darstellung  ...   29
3.3.2. Ergebnis  ...  30
3.4. Kontinuierlicher Krisensignalwert als zu erklärende Variable  ...  32
3.4.1. Darstellung ...  32
3.4.2. Ergebnisse  ...  33
3.5. Schlußfolgerungen für die empirische Anwendung ...  34

4. Empirische Anwendung  ...  36
4.1. Berechnung eines Krisensignals ...  36
4.2. Konstruktion des Krisenwarnindex ...  38
4.2.1. Schätzung des Modells  ...  39
4.2.2. Prognose des Krisenwarnindex ...  40
4.3. Ergebnisse ...   41
4.3.1. Grafische Analyse  ...  41
4.3.2. Güte der Regression ...  44
4.3.3. Analyse der identifizierten Regressoren  ...  46

5. Zusammenfassung  ...  49

A. Modelle und Grafiken  ...  51

Literaturverzeichnis  ...  56

 

Abbildungsverzeichnis
2.1. Änderung von Wechselkurs und Depositen ...  6
2.2. Output, realer Zins, realer Wechselkurs und Handelsbilanz  ...   7
2.3. Mehrfache Lösungen bei gleichförmigem Schock  ...  12
2.4. Mögliche Losungen für[...] mit Einfluß von Ansteckung  ...   16
4.1. Warnindex und Signalindex derLanderAsiens1 ...  41
4.2. Warnindex und Signalindex derLanderAsiens2  ...  42
4.3. Warnindex und Signalindex der Länder Lateinamerikas 1  ...  43
4.4. Warnindex und Signalindex der Länder Lateinamerikas 2  ...  44
4.5. Warnindex und Signalindex derLanderMittel-undOsteuropas1  ...  45
4.6. Warnindex und Signalindex derLanderMittel-undOsteuropas2 ...  46

Tabellenverzeichnis
3.1. Bewertungsmatrix der Signale  ...  24
4.1. Vergleich des korrigierten Bestimmtheitsmaß ...   47
4.2. Vergleich des Modells mit Eliasson und Kreuter (2001)  ...  47
4.3. Vergleich der kumulierten Regressoren ...  48

 

Symbolverzeichnis

[...]

 

1. Einleitung

„Prognosen sind immer schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.“

Niels Bohr

 

Ziel der Arbeit ist es, den aktuellen Stand in der Erforschung von Währungskrisen und ihrer Prognose mittels Frühindikatoren darzustellen. Aufbauend hierauf wird ein eigener Krisenwarnindex konstruiert und seine Ergebnisse bewertet.

Als Währungskrisen werden in dieser Arbeit Zeiträume verstanden, in denen Währungen unter spekulativen Druck kommen. Verteidigt die Zentralbank in solchen Fällen den Wechselkurs, schwinden die Devisenreserven und die Zinsen steigen. Ist die Spekulation erfolgreich, wertet die Währung deutlich ab, bei Ländern mit Festwechselkurssystemen erfolgt ein Realignment bzw. eine Aufgabe des Systems. Es werden also nicht nur Episoden betrachtet, bei denen es zu einer tatsächlichen Abwertung kommt, sondern auch solche, bei denen spekulative Attacken erfolgreich abgewehrt werden.1

Für die Konstruktion eines Krisenindex, der aus Frühindikatoren konstruiert wird, ist das Verständnis der Ursachen von Währungskrisen notwendig. Daher sollen in Kapitel 2 die drei wesentlichen Erklärungsansätze dargestellt werden, um die geeigneten Schlüsse für die Auswahl der Indikatoren zu erhalten, die erklärenden Einfluß auf Krisen haben. Im Abschnitt 2.1 wird das Zahlungsbilanzkrisen-Modell dargestellt, im Abschnitt 2.2 werden Politikeinflüsse untersucht und im Abschnitt 2.3 das Phänomen, daß gleichzeitig in verschiedenen Ländern Krisen auftreten. Das Kapitel schließt mit Überlegungen, welche Indikatoren aufgrund der theoretischen Überlegungen als Frühindikatoren geeignet sind.

Anhand der Ansätze von Kaminsky u. a. (1998), Frankel und Rose (1996), Sachs u. a. (1996) und Eliasson und Kreuter (2001) werden im Kapitel 3 verschiedene Möglichkeiten diskutiert, einen Krisenindex zu konstruieren. Zunächst werden die einzelnen Modelle dargestellt und bewertet, um im Abschnitt 3.5 die Schlußfolgerungen für die eigene empirische Anwendung zu ziehen.

Auf der Grundlage der Ergebnisse der ersten beiden Kapitel wird im Kapitel Kapitel 4 ein eigener Krisenindex konstruiert. Im Abschnitt 4.1 wird ein Krisensignal berechnet, das im Sinne der o. g. Definition der Währungskrise den Abwertungsdruck auf eine Währung mißt. Dieses Krisensignal wird in Abschnitt 4.2 zur Schätzung eines Index von Frühindikatoren verwendet. Im Abschnitt 4.3 werden die Ergebnisse dieses Krisenindex bewertet.

Am Schluß werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefaßt.

Diese Diplomarbeit entstand mit der Unterstützung der Landesbank Schleswig-Holstein Girozentrale (LB Kiel), die plant, den Krisenindex in Zukunft laufend zu aktualisieren. Besonders möchte ich Dr. Christina Stahn und Dr. Frank Silber von der LB Kiel für ihre Unterstützung danken.

2. Theorie der Währungskrise

2.1. Erste Generation der Zahlungsbilanzkrisen-Modelle

Ausgangspunkt für die moderne Literatur über Zahlungsbilanzkrisen ist das Modell von Krugman (1978), das spekulative Währungsattacken auf feste Wechselkurse als Folge öffentlicher Verschuldung erklärt. Aufgrund der nichtlinearen Form des Modells kann als Ergebnis nur festgehalten werden, daß der Wechselkurs nicht aufrechterhalten werden kann und es vor dem Zusammenbruch zu einer spekulativen Attacke kommt, allerdings ist der Zeitpunkt nicht bestimmbar. KrugmansModell wurde in Flood und Garber (1984) linearisiert und somit der Zeitpunkt des Zusammenbruchs berechenbar. Dieses Modell gilt als das klassische Modell der 1. Generation.

2.1.1. Das Modell

Für das Modell betrachten wir eine kleine, offene Volkswirtschaft. Es gilt die Kaufkraftparität. Die Wirtschaftssubjekte haben vollkommene Voraussicht und können ihr Vermögen in inländischem Geld, inländischen Bonds, ausländischem Geld oder ausländischen Bonds anlegen. Die inländische Regierung verfügt über Devisenreserven zur Verteidigung eines festen Wechselkurses. Es wird angenommen, daß die Anlage in ausländischem Geld ausgeschlossen ist, da die Anlage in Bonds oder inländischem Geld präferiert wird. Ausländische und inländische Bonds sind perfekte Substitute.

Das Modell besteht aus den folgenden Gleichungen:

[....]


1 Die gewählte Definition ist eine der in der Literatur üblichen, siehe z. B. Eichengreen u. a. (1995). Andere Autoren wie Frankel und Rose (1996) betrachten nur Episoden, in denen eine Währung tatsächlich abwertet. Da eine solche Definition geringere Fälle von Währungskrisen enthält, wird die Definition im genannten Sinne erweitert, um eine breitere Stichprobe für die Schätzung in der empirischen Anwendung zu erhalten.


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