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Seminararbeit, 2004, 18 Seiten
Autor: Anna Badstübner
Fach: Psychologie - Allgemeine Psychologie
Details
Institution/Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Institut für Psychologie)
Tags: Aufgabenwechsel, Forschung, Jahre, Aufmerksamkeit
Jahr: 2004
Seiten: 18
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-36221-4
Dateigröße: 276 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Aufgabenwechsel (Task switching) –
Die Forschung der letzten zehn Jahre
von: Anna Badstübner
6. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung und Einleitung 4
2. Frühere Arbeiten zum Thema Aufgabenwechsel 4
3. Forschung zum Aufgabenwechsel in den letzten zehn Jahren 5
3.1 Wesentliche experimentelle Paradigmen 5
3.1.1 Jersilds Paradigma
3.1.2 Das Paradigma der alternating runs
3.1.3 Das Paradigma der im Voraus spezifizierten Aufgabensequenzen
3.1.4 Das Paradigma der Hinweisreize (task-cueing paradigm)
3.1.5 Das Paradigma der Zwischen-Instruktionen
3.2 Basisphänomene 9
3.2.1 Wechselkosten
3.2.2 Mix-Kosten (mixing costs )
3.2.3 Vorbereitungseffekt
3.2.4 Residuale Wechselkosten (residual switch costs )
3.2.5 Neuanfangseffekt (restart effect)
3.2.6 Aufgabenbereitschaft und Aufgabenset
3.3 Ursachen von Wechselkosten 12
3.3.1 Trägheit des Aufgabensets (TSI, d. h. task set inertia)
3.3.2 Rekonfigurierung des Aufgabensets (TSR, d. h. task set reconfiguration)
3.3.3 Associative Retrieval
4. Ausblick auf und Richtungen für zukünftige Forschung 17
5. Nachbemerkung 17
6. Literatur 18
1. Vorbemerkung und Einleitung
Als Grundlage für die vorliegende Arbeit diente mir in erster Linie Monsells Überblicksartikel „Task switching“ (2003). Monsell gibt dort eine Zusammenfassung der Forschung, die vermehrt in den letzten Jahren zum Thema Aufgabenwechsel durchgeführt wurde und bietet mir damit die Basis für eine Hausarbeit, die die wesentlichen Ergebnisse und Erklärungen der letzten Dekade detaillierter betrachten will. Schon an dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich mich in meinen Betrachtungen auf die meines Erachtens grundlegendsten Experimente und Erklärungsansätze beschränke und auf andere hier nur am Rande eingehen werde, da sonst der Rahmen dieser Hausarbeit gesprengt würde.
Zunächst werde ich auf frühere Arbeiten zum Thema eingehen, die den weiteren Verlauf der Forschung entscheidend geprägt haben, um mich anschließend auf die neueren Studien und Erklärungsansätze zu konzentrieren, innerhalb derer auch die Betrachtung grundlegender Phänomene aufgegriffen werden soll.
2. Frühere Arbeiten zum Thema Aufgabenwechsel
Zu einer der frühesten Studien zum Thema Aufgabenwechsel gehört die Arbeit von Jersild (1927)1. Er gab Studenten die Anweisung, Listen durchzuarbeiten, wobei sie entweder eine Aufgabe wiederholen oder zwischen zwei verschiedenen Aufgaben wechseln sollten. Die Antworten wurden laut ausgesprochen und die Zeit für die Bearbeitung einer Liste wurde mit einer Stoppuhr festgehalten. In einem der Experimente bekamen die Versuchspersonen beispielsweise eine Liste mit 25 zweistelligen Zahlen, von denen sie in der Kontrollbedingung entweder 3 subtrahieren oder zu denen sie 6 addieren sollten (AAAA... oder BBBB...) oder die beiden mathematischen Operationen abwechselnd durchführen sollten (ABAB...). Für die Bedingung mit wechselnder Aufgabenstellung ergaben sich erheblich höhere Reaktionszeiten als für die Wiederholungsbedingung. Gesteigert wurden diese Ergebnisse zudem, wenn die Komplexität der mathematischen Operationen erhöht wurde, das heißt wenn größere Zahlen addiert beziehungsweise subtrahiert werden sollten. Der Unterschied hinsichtlich der Zunahme der Reaktionszeiten ergab sich jedoch nicht, wenn die Versuchspersonen zwischen dem Addieren von 3 zu einer gegebenen Zahl und einer Aufgabe aus dem linguistischen Bereich wechseln sollten. Diese Aufgabe bestand darin, das Gegenteil eines vorgegebenen Wortes zu bilden. Hier ergaben sich keine ungenaueren oder langsameren Leistungen in der Bedingung mit wechselnden Aufgaben im Vergleich zur Kontrollbedingung, in der jeweils eine Aufgabe wiederholt wurde. Jersild erklärte diesen Effekt in Abhängigkeit des Lernstatus der Aufgaben.
1976 wurden Jersilds Befunde von Spector und Biederman2 repliziert und ausgedehnt. Es gelang ihnen außerdem, die Reaktionszeiten innerhalb des Aufgabenwechsels zu reduzieren, indem sie den Versuchspersonen zusätzliche Hinweisreize boten, die an die auszuführende Rechenoperation erinnern sollten (Plus- und Minuszeichen). Trotzdem blieben wesentliche Kosten in den Reaktionszeiten bei wechselnden Aufgaben im Vergleich zu Aufgabenwiederholungen. Die Autoren interpretierten ihre Ergebnisse auf andere Weise als Jersild. Sie erklärten die wesentlichen Kosten im Hinblick auf die Reaktionszeit und die Genauigkeit der Antworten mit der Art der dargebotenen Reize. Gleiches Reizmaterial gehe einher mit ähnlichen Verarbeitungsprozessen. Dadurch komme es zu Überschneidungen, wodurch eine Antwort erschwert werde. Diese Überschneidungen ergäben sich nicht, wenn gleiche Aufgaben zu bearbeiten seien oder sich die Aufgaben in ausreichendem Maße voneinander unterscheiden würden. Zudem würde der Prozess erleichtert, indem zusätzlich relevante Informationen in Form von Hinweisreizen dargeboten würden.
3. Forschung zum Aufgabenwechsel in den letzten zehn Jahren
3.1 Wesentliche experimentelle Paradigmen
Um die Prozesse zu untersuchen, die beim Wechsel zwischen Aufgaben auftreten, wurden verschiedene experimentelle Paradigmen entwickelt. Prinzipiell werden dabei die Leistungen von Versuchspersonen unter zwei unterschiedlichen Bedingungen betrachtet und verglichen (siehe Hommel, 2002). In der ersten Bedingung wird die gleiche Aufgabe stetig wiederholt, in der zweiten Bedingung liegt dagegen ein Aufgabenwechsel vor. Im Folgenden soll ein Überblick über die wichtigsten Paradigmen zum Aufgabenwechsel gegeben werden.
3.1.1 Jersilds Paradigma
Das Paradigma, das von Jersild angewandt wurde, diente auch Autoren späterer Studien als Inspiration. So nutzten beispielsweise Rubinstein, Meyer und Evans (2001, Experimente 2 und 3) das Lösen mathematischer Operationen zur Untersuchung der Einflüsse von Aufgabenwechsel und Regelkomplexität. In Anlehnung an die Experimente von Jersild und Spector und Biederman, in denen die Versuchspersonen zwischen dem Lösen mathematischer Operationen und dem Benennen von Gegenteilen zu gegebenen Wörtern wechseln sollten, gestalteten Allport, Styles und Hsieh (1994) ihr viertes Experiment. Die Versuchspersonen wurden zufällig einer von zwei Gruppen zugeordnet. Die Gruppen unterschieden sich hinsichtlich der inhaltlichen Reihenfolge, in der die Aufgabenblöcke ausgeführt wurden. Am Beispiel der Reihenfolge in Gruppe 1 soll kurz das Verfahren erklärt werden (in Gruppe 2 fanden die gleichen Blöcke Anwendung jedoch entsprach Block 1 und 3 dem zweiten Block aus Gruppe 1 und Block 2 dementsprechend dem ersten und dritten Block aus Gruppe 1).
[...]
1 nach Rogers & Monsell (1994), Allport, Styles & Hsieh (1994), Monsell (1996), Allport & Wylie (1999), Wylie & Allport (2000), Rubinstein, Meyer & Evans (2001), Monsell (2003) und Waszak, Hommel & Allport (2003)
2 nach Allport & Wylie (1999), Wylie & Allport (2000), Rubinstein, Meyer & Evans (2001) und Waszak, Hommel & Allport (2003)
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