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E.T.A. Hoffmanns 'Das Fräulein von Scuderi' - Eine Detektivgeschichte?

Autor: Simone Alberts
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 16
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 164 KB
Archivnummer: V36714
ISBN (E-Book): 978-3-638-36256-6

Textauszug (computergeneriert)

Universität Duisburg-Essen, Standort Essen
Proseminar I: Verbrechen und Verbrecherfiguren bei E.T.A. Hoffmann
9. Semester

E.T.A. Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderi“ –
Eine Detektivgeschichte?

von: Simone Alberts

 


Inhalt

1. Einleitung  4

2. Merkmale der Detektivgeschichte  4

2.1 Das Verbrechen 5
2.2 Der Detektiv 5
2.3 Die Aufklärung des Falles 6
2.4 Die Verdächtigen 7
2.5 Der Täter 8

3. „Das Fräulein von Scuderi“ – Eine Detektivgeschichte?  9

3.1 Die Fälle  9
3.2 Die Detektivin und die Aufklärung des Falles  10
3.3 Die Verdächtigen und der Täter 12

4. Schlussbetrachtung 15

Literaturverzeichnis  17


 

1. Einleitung

In dieser Arbeit möchte ich mich mit der, in der Forschungsliteratur schon so häufig und so gegensätzlich beantworteten Fragestellung befassen, ob „Das Fräulein von Scuderi“ von E.T.A. Hoffmann zur Gattung der Detektivgeschichten gezählt werden kann, und ob sie vielleicht tatsächlich der Vorreiter aller Detektivgeschichten überhaupt ist. Dazu werde ich zunächst die am häufigsten aufgeführten Merkmale von Detektivgeschichten beschreiben und erläutern. Im Anschluss daran werde ich versuchen, diese Merkmale auf `Das Fräulein von Scuderi`zu beziehen, um so eine Antwort auf meine Frage zu erhalten. Gerade weil die Detektivgeschichte seit einer nun schon recht langen Zeit eine enorme Popularität genießt, halte ich es für ebenso spannend wie sinnvoll, einen neuen Klärungsansatz zu versuchen, ob die Scuderi als „echte“ Detektivin betitelt werden kann.

2. Merkmale der Detektivgeschichte

Auch wenn, trotz der nun schon recht langen Tradition der Detektivgeschichte, noch immer keine eindeutige Definition dieser Form von Erzählung existiert1, lassen sich doch zahlreiche, immer wiederkehrende Merkmale aufweisen, die eine Geschichte klar zu einer Geschichte detektivischer Art werden lassen. Diese Merkmale sollen im Folgenden benannt und erläutert werden. Bei meinen Ausführungen werde ich durchgehend den Begriff des Detektiven benutzen, betrachte diesen aber asexuell, so dass dieser Ausdruck selbstverständlich grundsätzlich auch durch die feminine Form ersetzt werden kann.

2.1 Das Verbrechen

Da die Detektivgeschichte „die Geschichte der Aufklärung eines Verbrechens erzählt“2, stellt das Verbrechen an sich die Vorraussetzung und Basis zur Entwicklung zur Detektivgeschichte dar. Dabei erweitert S.S. van Dine dieses Merkmal zusätzlich, indem er einschränkend erläutert, dass in jedem Fall das Verbrechen des Mordes aus persönlichen Gründen vorhanden sein muss und sich dieser sich nicht nachträglich als Selbstmord oder Unfall entpuppen darf.3

2.2 Der Detektiv

Der Detektiv, der die Detektivgeschichte zu ihrem Namen brachte und somit die Essenz dieser literarischen Gattung auszumachen scheint, darf natürlich keinesfalls fehlen. Dieser aber muss, um in einer richtigen Detektivgeschichte fungieren zu können, zahlreiche Kriterien erfüllen. Die oberste Priorität seiner Handlungen sollte die Aufklärung des Mordes sein, der die geordnete Welt, in der das Verbrechen stattfand, durcheinanderbrachte.4 Insbesondere ist dabei die Frage nach dem Täter zu beantworten, wobei diese nicht zwingend die erste Frage sein muss, die sich der Detektiv stellt, letzendlich aber doch immer diejenige bleibt, die zuletzt beantwortet wird.5 Das Agieren des Detektivs wird automatisch durch die „Anatomie des Detektivromans“6 bestimmt, die aus einem dialogisch aufgebauten Frage-Antwort-System besteht. Demzufolge übernimmt der Detektiv die Funktion, nach Indizien zu suchen, um die sich bildenden Fragen zu beantworten.7 Wichtig ist zudem, dass er stets eine zunächst unbeteiligte Person darstellt, die von außen an das Geschehen herantritt, also nicht zu dem Personenkreis gehört, in dem der Mord stattfand.8

Der Detektiv steht während der gesamten Geschichte in einem klar definierten Verhältnis zum Leser. Dieser muss die gleichen Möglichkeiten haben, den Fall zu lösen, ohne vom Erzähler oder vom Detektiv selbst „hinters Licht geführt zu werden“.9 Der Leser wird genauso wie der Detektiv auf die falsche Fährte geleitet, findet bei genauer Betrachtung und Überlegung Hinweise und Indizien zur Aufdeckung des Falles und erhält also im Laufe der Geschichte mehr und mehr Antworten auf die Verbrecherfrage.10

2.3 Die Aufklärung des Falles

[...]


1 Becker, Jens P. Und Buchloh, Paul G: Der Detektivroman.Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1973. S. 3.

2 Alewyn, Richard: Anatomie des Detektivromans. In: Vogt, Jochen: Der Kriminalroman II. München: Wilhelm Fing Verlag, 1971. S. 375.

3 Dine, S.S. van: Zwanzig Regeln für das Schreiben von Detektivgeschichten. In: Vogt, Jochen: Der Kriminalroman I. München: Wilhelm Fing Verlag, 1971. S. 144

4 Alewyn, Richard: Anatomie des Detektivromans. In: Vogt, Jochen: Der Kriminalroman II. München: Wilhelm Fing Verlag, 1971. S. 398.

5 Ebd., S. 382.

6 Ebd., S. 382.

7 Dine, S.S. van: Zwanzig Regeln für das Schreiben von Detektivgeschichten. In: Vogt, Jochen: Der Kriminalroman I. München: Wilhelm Fing Verlag, 1971. S. 144.

8 Alewyn, Richard: Anatomie des Detektivromans. In: Vogt, Jochen: Der Kriminalroman II. München: Wilhelm Fing Verlag, 1971. S. 385.

9 Dine, S.S. van: Zwanzig Regeln für das Schreiben von Detektivgeschichten. In: Vogt, Jochen: Der Kriminalroman I. München: Wilhelm Fing Verlag, 1971. S. 143.

10 Alewyn, Richard: Anatomie des Detektivromans. In: Vogt, Jochen: Der Kriminalroman II. München: Wilhelm Fing Verlag, 1971. S. 382.

Kommentare

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