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Autor: Miriam Hassan
Fach: Amerikanistik - Kultur und Landeskunde
Details
Institution/Hochschule: Universität Hamburg
Tags: Chuck, Afro-American, Experience
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: sehr gut (1)
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 245 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-36344-0
Textauszug (computergeneriert)
Universität Hamburg
Institut für Amerikanistik
Seminar Ib Literaturwissenschaft
"Rap is not music per se. Rap is vocal culture." - Chuck D.
von: Miriam Hassan
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 3
2. Ursprünge und Entwicklung des Rap und der Hip Hop-Kultur
2.1 Vorläufer des Rap Seite 4
2.2. Geburt des Rap als Genre Seite 5
3. Raparten Seite 7
3.1. Das Aufkommen des Message Rap Seite 8
3.2. Islamischer Rap und die “Nation of Islam” Seite 9
3.3. Gangsta Rap Seite 10
3.4. Politischer Message Rap Seite 12
4. Fazit Seite 15
5. Bibliographie Seite 16
6. Anhang
6.1. “The Message” von Grandmaster Flash Seite 17
6.2. “Fight the Power” von Public Enemy Seite 19
1. Einleitung
Rap hat sich vom Sprachrohr, vom Medium der afro-amerikanischen „Ghetto-Kids“ zu einer der bedeutendsten und kommerziell erfolgreichsten Jugendkulturen weltweit entwickelt. Längst sind Rapper erfolgreiche Geschäftsleute geworden, wobei der Ghetto-Ursprung nie verleugnet, im Gegenteil, meist sogar in unerschöpflicher Weise hervorgehoben wird, um sich Respekt und vor allem „Street Credibility“ (Glaubwürdigkeit) zu verschaffen. Die Hip Hop-Kultur, all das, was Rap umgibt, von Lifestyle und Mode bis hin zu Lebensphilosophien und politischem Bewusstsein, bietet Identifikationsmöglichkeiten und Gemeinschaftssinn für eine Generation, der die politischen Führungspersönlichkeiten abhanden gekommen sind. Rap zog in den achtziger Jahren aus, die Welt zu erobern. In den Neunzigern wurde der Devise „Crossover“ gefolgt, Rap vermischte sich mit Soul, Rhythm and Blues und sogar Heavy Metal und wurde so zum kommerziell erfolgreichsten Musikgenre. Dem Phänomen Hip Hop wurden noch mehr Facetten hinzugefügt, und längst ist die Hip Hop-Kultur kein afro-amerikanisches Phänomen mehr, sondern vielmehr „the CNN for young people all over the world.“1
Seine Ursprünge jedoch, die politische und soziale Relevanz, findet der Rap in den Ghettos der amerikanischen Großstädte und in der vocal culture der afroamerikanischen Bevölkerung. In dieser Arbeit möchte ich die Vorläufer des Rap aufzeigen und auf seine Entwicklung zu einer eigenständigen und einflussreichen Kultur mit ihrem Facettenreichtum und ihrer Wirkung eingehen. Hierbei möchte ich besonderes Augenmerk auf das Entstehen einer Untergattung des Rap, den sogenannten „Message Rap,“ richten und versuchen, seine Themen und Motivation darzulegen.
2. Ursprünge und Entwicklung des Rap und der Hip Hop-Kultur
2.1 Vorläufer des Rap
Rap in general dates all the way back to the motherland, where tribes would use call-and-response chants. In the 1930s and 1940s, you had Cab Callo- way pioneering his style of jazz-rhyming. The sixties you had the love style of rapping, […] and the poetry style of rapping […] and the militant style of rapping with brothers like Malcom X and Minister Louis Farrakhan. In the 60s you also had “The Name Game”, […] and radio dj’s who would rhyme and rap before a song came on.2
In diesem Zitat bettet Afrika Bambaataa, einer der Begründer des Rap als eigenständiges Genre, den Rap ein in die afro-amerikanische Kultur und verweist auf den Ursprung und das Wachstum dieser musikalischen Gattung. Die „Call-and-Response Chants“3, ursprünglich ein Merkmal des Gesangs zu der rhyt hmischen Musik afrikanischer Stämme, ist ein Schema, das noch durch die Jahrhunderte seine Fortführung gefunden hat, sei es im Gesang der Sklaven auf den Baumwollfeldern der amerikanischen Südstaaten, in baptistischen Gottesdiensten damals wie heute oder in abstrakterer Weise in der Darstellung afro-amerikanischer Sprachkultur in der modernen Literatur 4. Ein Meister des Spiels mit Sprache und Rhythmus, der ebenfalls auf das Call-and- Response Schema zurückgriff und es mit unverkennbar afrikanischen Rhythmen kombinierte, war der Sänger Cab Calloway. Er war auch der erste, der, ähnlich wie bei Rap heutzutage, eine ganze ‚Kultur’ (Mode, Vokabular u.ä.) um seinen Stil, den sogenannten „Jive Scat“, aufbaute. Calloways sprachliches Improvisationstalent sollte das Vorbild des „Freestyle-Raps“ werden.
Bambaataa erwähnt hier ebenfalls den Stil von Barry White oder Isaac Hayes, den ‚love style of rapping’, der der Soulmusik der Sechziger durch sanfte Monologe mit orchestraler Begleitung einen weiteren Vorläufer des Rap hinzufügte. Der poetische Rap-Stil hingegen bezieht sich auf die afro-amerikanische Poesie dieser Periode, die politische und soziale Belange thematisierte. In der oftmals militanten Ausdrucksweise der Poeten (z.B. die Gruppe The Last Poets), die ihre Werke meist vor Publikum vortrugen und mit Rhythmus unterlegten, spielten kämpferische und wortgewandte Führer der schwarzen Bürgerrechtsbewegung wie Malcom X eine wichtige Rolle. Bambaataa verweist auch auf die Vorreiterrolle schwarzer Radio Disc Jockeys, die von den vierziger bis in die sechziger Jahre mit eigenwilligem Sprachstil, Reimen und Wortgefechten um ihre Zuhörerschaft kämpften. DJ’s wie Herb Kent „The Cool Gent“ oder „Jocko“ Henderson kreierten durch ihre Künstlernamen eine neue, auf den Namen zugeschnittene Persönlichkeit („naming“) und setzten noch für heutige Rapper Maßstäbe was Auftreten, Kreativität, Show und persönlichen Stil angeht.5 Rap als Ausdrucksform ist also kein Phänomen des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts. Vielmehr stellt er eine Fortführung der schon immer ausgeprägten Oral Culture der Afro-Amerikaner dar.
2.2 Geburt des Rap als Genre und der Hip Hop-Kultur
[...]
1 D, Chuck: Fight The Power, S. 256
2 Perkins, William: Droppin’ Science, S. 2
3 Teil der Oral Culture, die im Gegensatz zur Schriftkultur anderer Völker auf mündlicher Überlieferung basiert. Geschichten werden von Genenration zu Generation weitergetragen. Wichtiger Bestandteil dieser Oral Culture ist der Call and Response Pattern, der eine ureigene Form der Kommunikation darstellt. Sprache dient weniger dem Austausch von Informationen, vielmehr wird sie um ihrer selbst willen zelebriert. So wird mit Sprache wie mit einem Ball gespielt, Aussagen werden mit bestätigenden Lauten („mmh“, „Amen“ im Gottesdienst o.ä.) begleitet, wiederholt, zurückgeworfen etc.
4 vgl. z.B. Z.N. Hurston
5 Perkins: Droppin’ Science, S. 3ff
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