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Der Begriff des Helden unter besonderer Berücksichtigung von E.T.A. Hoffmann: "Der goldenen Topf"

Scholary Paper (Seminar), 2003, 19 Pages
Author: Florian Rolf
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 19
Grade: Sehr gut (1)
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V36886
ISBN (E-book): 978-3-638-36397-6

File size: 180 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität zu Köln - Erziehungswissenschaftliches Seminar
Seminar für Deutsche Sprache und ihre Didaktik
Semesterzahl: 02

Der Begriff des Helden unter besonderer
Berücksichtigung von E.T.A. Hoffmann: "Der goldenen Topf"

von: Florian Rolf

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung Seite 2

2. Hoffmann als Vertreter der Romantik Seite 2

3. Der Heldenbegriff in der Literaturgeschichte Seite 4

4. Der romantische Held Seite 5

5. Der Held bei E.T.A. Hoffmann Seite 6

6. „Der Goldene Topf“

6.1. Autor Seite 7
6.2. Entstehungsgeschichte Seite 8
6.2. Inhalt Seite 9
6.3. Struktur Seite 9
6.4. Die Figurenkonstellation Seite 11

7. Der romantischer Held Anselmus Seite 12

8. Vergleich zwischen Anselmus und Nathanael Seite 13

9. Zusammenschau und Heldenbegriff unserer Zeit Seite 14

10. Literaturverzeichnis Seite 18
 

 


1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff des Helden unter besonderer Berücksichtigung von E.T.A. Hoffmann und seinem Werk „Der goldene Topf“. Ich habe den Begriff des Helden unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet und mich anhand eines aktuellen Zeitungsartikels mit den Ansprüchen beschäftigt, die heutzutage an einen Helden gestellt werden. Darüber hinaus habe ich die Struktur von Hoffmanns „Der goldene Topf“ untersucht und mich mit seiner Person und Epoche befasst.

2. Hoffmann als Vertreter der Romantik

Der Begriff „Romantik“ geht auf das altfranzösische Wort „romanz“ zurück, das die romanische Volkssprache im Gegensatz zum Latein der Gelehrten bezeichnet hat. Aus diesem sprachlichen Kern geht später das Wort „Roman“ hervor. Das Adjektiv „romantisch“ wird zunächst im Sinne von „wie in einem Roman“ verwendet, also phantasievoll, abenteuerlich, erdichtet und eher als Kritik verstanden. Später umfasst der Begriff auch immer mehr das Exzentrische, Überspannte, Unheimliche, Gruselige und Grausige, sowie das Gefühlsselige und Empfindsame. Im 17. Jahrhundert wird „romantisch“ als ein beschreibender Begriff für Landschaftsmalereien verwendet und ist nicht mehr abwertend zu verstehen.
Im 18. Jahrhundert entwickelt sich der Begriff „Romantik“ von der Bedeutungsvielfalt des Wortsinnes fort zu einem wissenschaftlichen Begriff, der als Gegenstück zur „Klassik“ zu verstehen ist. Dem klassischen Menschenbild, das durch Gesetz und Maß, Ordnung und Sitte geprägt ist, setzt die „Romantik“ eine von tiefem Gefühl und Unbestimmtheit geprägte neue Sehweise entgegen (vgl. Schulz, 2002, S. 10-12).

Das Aufkommen der romantischen Kultur in Europa geht einher mit tief greifenden Veränderungen der Lebensverhältnisse im ausgehenden 18. Jahrhundert und beginnenden 19. Jahrhundert. Hier sei auf die Französische Revolution (1789), den Aufstieg und Fall Napoleons, die Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress (1815) und die Entstehung des Nationalstaatsgedankens verwiesen sowie auf die Karlsbader Beschlüsse (1819), die Pressezensur und eine Beaufsichtigung der Hochschulen zur Folge hatten. „Romantik“ ist ein von dem Wandel der „Denkungsart“ und „Mentalität“ geprägter Begriff, der sich allein auf den Bereich der ästhetischen Kunst beschränkt und ohne einen eindeutig beschreibbaren „romantischen“ Stil auskommen muss (vgl. Ebenda S.26-27). „Seine Stärke erwies sich nicht in der Fähigkeit, gewisse Sachverhalte – etwa eines bestimmten und genau bestimmbaren Stils – zu benennen, sondern dar-in, dass er als Messinstrument zur Erkenntnis ebensolcher Kombinationen und Zusammenhänge zwischen Kunst, Geschichte, Naturverständnis und Mentalität in einem gewissen historischen Ausblick [der sehr bedeutend war, vgl. oben] dienen kann“ (Ebenda S.138).

Höchster Ausdruck der romantischen Vorstellung ist die Musik, das »Wunder der Tonkunst« (Wackenroder), das »unbekannte Reich« »unaussprechlicher Sehnsucht« (Hoffmann). Traum, Vision, Wunder, Dämmerung u. Halbwachen, ′Ahnungen′, Gemütszustände dem Somnambulismus und dem Mesmerismus ähnlich, letzten Endes auch der Wahnsinn gehören zur poetischen Gemütswelt der Romantik
(vgl. Killy Literaturlexikon, 2000, S. 25031 Digitale Bibliothek. Globale Bildschirmseite). Die Romantik gliedert sich in Früh – und Spätromantik. Zwar werden im Roman der Spätromantik im Wesentlichen die frühromantischen Strukturmodelle fortgeschrieben, doch lässt sich bei Armin und Hoffmann eine gegenüber der Frühromantik deutlich höher ausgebildete Souveränität in der fragmentarischen Konstruktion feststellen. Diese geht mit einer Zunahme des Phantastischen einher. Aus der Kombination von Phantastik, Schrecken und einer ausdifferenzierten psychologischen Reflexion ist der einzige bedeutende Schauerroman der deutschen Literatur entstanden: Hoffmanns „Die Elixiere des Teufels“ (vgl. Kremer, 1999, S.136/7). Anhand der gegebenen Definition lässt sich Hoffmanns Zugehörigkeit zur Romantik insbesondere der Spätromantik, durch eine auszugsweise Betrachtung seines Werks deutlich festmachen. Dem „Wunder der Tonkunst“ huldigt Hoffmann in „Das Sanctus“, wo im ganzen Werk die Musik im Vordergrund steht. „Visionen“ und die Sehnsucht nach dem „unbekanntem Reich“ sind im „Goldenen Topf“ immer wiederkehrende, tragende Motive. Eine Vision als Trugbild spielt auch im „Öden Haus“ eine wichtige Rolle. „Dämmerung und Halbwachen“ sind Zustände, in denen sich Anselmus aus dem „Goldenen Topf“ immer wieder befindet. Hoffmann war aber seiner Zeit in einigen Belangen auch voraus, so spielen Automaten und Maschinen in seinem Werk eine wichtige Rolle. Sie sind als Vorboten des Industriezeitalters zu verstehen. Er greift somit schon früh mit der Beziehung Mensch-Maschine eine bedeutende Fragestellung des 19. Jahrhunderts auf. In seinem letztem Werk „Des Vetters Eckfenster“ verzichtet Hoffmann völlig auf das Phantastische, Übernatürliche und Unheimliche, sonst integrale Bestandteile seiner Dichtung und nähert sich dem Realismus (1848-1897) an. Abschließend kann man sagen, dass Hoffmann obwohl er einer der Dichter der Romantik war, häufig von der allgemeinen Strömung der Zeit abweicht und mit einigen Werken und Fragestellungen seiner Zeit weit voraus war.

3. Der Heldenbegriff in der Literaturgeschichte

[...]


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