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Der erste und der zweite Weltkrieg (1756-1763 bzw. 1793-1815) - Ein Beitrag zur Geschichte der Globalisierung

Autor: Daniel Jacob
Fach: Geschichte - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

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Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 159 KB
Archivnummer: V36904
ISBN (E-Book): 978-3-638-36410-2

Textauszug (computergeneriert)

Technische Universität Dresden
Philosophische Fakultät, Institut für Geschichte
Hauptseminar: Globalisierung in historischer Perspektive

Der erste und der zweite Weltkrieg (1756-1763 bzw. 1793-1815) -
Ein Beitrag zur Geschichte der Globalisierung

von: Daniel Jacob

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung  1

1. Globalisierung in historischer Perspektive  2

2. Der erste und der zweite Weltkrieg  4

2.1. Zur Vorgeschichte: der britisch-französische Gegensatz im 18. Jahrhundert  4
2.2. Der Siebenjährige Krieg  5
2.3. Die Napoleonischen Kriege  6

3. Globalisierungselemente und -defizite  8

3.1. Globale Konzeptionen und weltpolitische Neuordnung  9
3.2. Globale Strategien und die Verflechtung der Kriegsschauplätze  11
3.3. Völkerrecht und weltweiter Krieg  13

Resümee  14

Abkürzungsverzeichnis  16

Literaturverzeichnis  17
 

 

Einleitung

Auf dem Wiener Kongress 1814/15 kam es, nach dem Ende Napoleons, nicht nur zur Neuordnung bzw. Restauration der politischen Verhältnisse Europas, zur gleichen Zeit stand auch fest, dass die fortgesetzte koloniale Rivalität des 18. Jahrhunderts zwischen Frankreich und Großbritannien, das jahrzehntelange Ringen beider Mächte um den Status der dominierenden Weltmacht endgültig zu Gunsten Großbritanniens entschieden worden war. Es war das Zweite Britische Empire, das sich nach 1815 als führende Weltmacht etablierte und dies war im Wesentlichen das Ergebnis zweier Kriege: des Siebenjährigen Krieges und der Napoleonischen Kriege1. In der vorliegenden Arbeit sollen diese beiden Kriege nun aus globalisierungshistorischer Perspektive betrachtet werden, handelt es sich doch um die ersten wirklich globalen Auseinandersetzungen der Geschichte, da besonders der britisch-französische Konflikt nicht allein in Europa, sondern weltweit ausgetragen wurde. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, wo sich innerhalb dieser Kriege Globalisierungselemente bzw. -defizite finden lassen.

Dazu wird im ersten Kapitel zunächst auf allgemeine Fragen zur Globalisierung als einem auch historischen Phänomen eingegangen. Im zweiten Kapitel folgt dann eine knappe Darstellung zu beiden Kriegen, wobei die globale Dimension dieser Auseinandersetzungen schon erkennbar werden soll. Im dritten Teil sollen schließlich explizit Globalisierungselemente sowie die globalen Dimensionen der Kriegsziele und Strategien beider Seiten verdeutlicht und daneben auch ein Beispiel von Fragmentierung innerhalb dieser globalen Konflikte gezeigt werden. Seine aktuelle Bedeutung gewinnt das Thema einer Geschichte der Globalisierung aus der Tatsache, dass Globalisierung heute für uns allgegenwärtig ist und einen bestimmenden Einfluss auf unser Leben besitzt. Dabei ist Globalisierung ein Phänomen mit langer Vorgeschichte und die Beschäftigung mit dieser Geschichte erscheint heute geradezu notwendig, um aktuelle Ereignisse einordnen und besser verstehen zu können. So lassen sich etwa übermäßige Euphorie oder Ängste vermeiden, wenn das Bewusstsein vorhanden ist, dass Globalisierung heute kein neues, unbekanntes Phänomen, sondern eine gewisse Kontinuität in der Geschichte darstellt.

Mit Eingang des Begriffs Globalisierung in den alltäglichen Sprachgebrauch seit Ende der 1990er Jahre ist auch ein extremes Anwachsen des Schrifttums zum Phänomen Globalisierung zu beobachten. Im Zuge dessen ist es auch immer mehr zu einem Thema in der Geschichtswissenschaft geworden2. So lässt sich etwa unter der Bezeichnung Weltgeschichte, Universalgeschichte oder Globalgeschichte ein Forschungsansatz zusammenfassen, welcher sich mit Phänomenen beschäftigt wie der Geschichte weltweiter Wirtschaftsbeziehungen und -systeme oder politischen und kulturellen Verbindungen, etwa in der Geschichte der internationalen Beziehungen oder der Migrationsgeschichte. In diesen Kontext gehört auch die Geschichte der europäischen Expansion, welche für das Thema globaler Kriege in der frühen Neuzeit, wie für die Globalisierungsgeschichte überhaupt, von großer Bedeutung ist.3 Die wichtigsten hier verwendeten Titel sind das Buch von Osterhammel/ Petersson (siehe Anm.3), als knappe Geschichte der Globalisierung, wobei ich mich vor allem am theoretischen Begriffshof dieses Buches orientiert habe, sowie zu den globalen Zusammenhängen die schon etwas ältere ‚Geschichte des weltpolitischen Denkens‘ von Heinz Gollwitzer4.

1. Globalisierung in historischer Perspektive

Globalisierung lässt sich in wenigen Worten als „Ausweitung, Verdichtung und Beschleunigung weltweiter Beziehungen“ beschreiben5. Diese Verdichtung und Beschleunigung wird heute etwa durch mediale (Live-)Berichterstattung aus der ganzen Welt, weltweiten Massentourismus oder das Internet vorangetrieben und hat zur Folge, dass die Welt in unserer Wahrnehmung „kleiner“ wird - ein Phänomen, das seine Umschreibung in der Formel „space-time-compression“, der Verdichtung von Raum und Zeit, gefunden hat6. Jedoch ist Globalisierung kein Phänomen allein der Gegenwart, statt dessen lassen sich schon über Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrtausende, zunehmende Verflechtungen in wachsenden geographischen Räumen beobachten, ebenso wie wiederholte Phasen des Stillstands und der Umkehr. So hat es in der Vergangenheit immer wieder wirtschaftliche, politische, kulturelle oder militärische Verflechtungen mit jeweils eigener Dynamik und unterschiedlichen Ursachen und Auswirkungen gegeben7. Insgesamt kann man dabei mehrere „Schübe großräumiger Integration“ herausarbeiten, beginnend etwa mit der umma, der religiösen Gemeinschaft der Muslime, im 8. Jahrhundert und den Mongolen im 13. Jahrhundert, die mit der Ausdehnung ihrer Herrschaftsgebiete jeweils eine solch großräumige Integration bewirkt hatten8.

[...]


1 Die Bezeichnung Napoleonische Kriege wird hier für den gesamten Zeitraum von 1793-1815 verwendet. Eine Unterscheidung in Koalitionskriege / Napoleonische Kriege kann unterbleiben, da das Handeln Napoleons bereits seit seinem Italienfeldzug während des 1. Koalitionskrieges die Epoche maßgeblich prägte.

2 Eine kurze Literaturübersicht zur Geschichte der Globalisierung mit Stand von 2001 findet sich bei Borchardt, Knut: Globalisierung in historischer Perspektive, München 2001, S. 4.

3 Siehe dazu Osterhammel, Jürgen/ Petersson, Niels P.: Geschichte der Globalisierung: Dimensionen, Prozesse, Epochen, München 2003, S. 17-20; eine ausführliche Zusammenfassung zur Entwicklung dieser Forschungs- gebiete seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit umfassenden Literaturhinweisen auf dem Stand von 1998 findet sich bei: Pietschmann, Horst: Geschichte der europäischen Expansion - Geschichte des atlantischen Rau- mes - Globalgeschichte, in: Beck, Thomas u.a. (Hrsg.): Überseegeschichte: Beiträge der jüngeren Forschung, Stuttgart 1999, S. 21-35.

4 Gollwitzer, Heinz: Geschichte des weltpolitischen Denkens, Bd.1: Vom Zeitalter der Entdeckungen bis zum Beginn des Imperialismus, Göttingen 1972; wichtig in Bezug auf das Thema sind vor allem auch Darstellun- gen zur Geschichte des Britischen Empire, hier etwa verwendet: James, Lawrence: The Rise and Fall of the British Empire, New York 1996; aus der Auswahl an Darstellungen zur Geschichte der europäischen Expan- sion wurde hier verwendet: Parry, John H.: Europäische Kolonialreiche: Welthandel und Weltherrschaft im 18. Jahrhundert, München 1983.

5 Osterhammel/ Petersson: 2003, S. 10.

6 Siehe dazu Osterhammel/ Petersson: 2003, S. 12.

7 Vgl. ebd., S. 14 (Osterhammel/ Petersson beziehen sich bei dieser Aussage auf: Held, David u.a.: Global Trans- formations: Politics, Economics and Culture, Cambridge 1999).

8 Ebd., S. 30ff.

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