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Kreditderivate als Möglichkeit der Transformation von Risiken im Kreditgeschäft

Termpaper, 2005, 25 Pages
Author: Ronny Reißmann
Subject: Economics / Business: Investment and Finance

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 25
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V36967
ISBN (E-book): 978-3-638-36453-9

File size: 259 KB


Excerpt (computer-generated)

Kreditderivate als Möglichkeit der Transformation
von Risiken im Kreditgeschäft

von: Ronny Reißmann

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik der Kreditderivate 3

2 Risiken der Kreditvergabe 4

3 Grundlagen der Kreditderivate 7

3.1 Begriffsabgrenzung 7
3.2 Entwicklung 8

4 Arten von Kreditderivaten 9

4.1 Credit Default Produkte 10
4.2 Total Return Swap 11
4.3 Credit Spread Produkte 12

4.3.1 Credit Spread Option 13
4.3.2 Credit Spread Forward 15

4.4 Credit Linked Note 16
4.5 Absicherung der Risikotypen durch die einzelnen Produkte des Marktes für Kreditderivate 17

5 Einsatzmöglichkeiten der Kreditderivate 17

5.1 Aktivmanagement 17

5.1.1 Absicherung durch Veräußerung von Kreditrisiken 18
5.1.2 Erwerb von Kreditrisiken 18
5.1.3 Optimierung des Kreditportfolios 19

5.2 Passivmanagement 19
5.3 Eigenhandel 20
5.4 Bilanzstrukturmanagement 20

6 Nachteile 21

7 Schlussbetrachtung und Ausblick 22

Literaturverzeichnis 24


 

1 Einführung in die Thematik der Kreditderivate

Die Hereinnahme von Finanzmitteln überliquider Wirtschaftssubjekte und die Weitergabe dieser Mittel an kreditnachfragende Wirtschaftssubjekte gehören zu den volkswirtschaftlichen Grundfunktionen und zum Kerngeschäft der Kreditinstitute (HAHN/WILKENS 2001, 7).

Wachsende Konkurrenz, globale Märkte und steigender technischer Fortschritt lassen den Kapitalbedarf von Unternehmen fortlaufend ansteigen. Dabei lässt jedoch allein die nach Auskunft der Creditreform gegenüber dem Vorjahr um 0,3% gestiegene Anzahl von 39.600 Insolvenzen deutscher Unternehmen im Jahr 2004 bereits die Schlussfolgerung zu, dass der Rückfluss der ausgereichten Finanzmittel nicht immer sichergestellt ist (vgl. LAUBLE 2005, 4). Bei der befristeten Überlassung von Kreditmitteln setzen sich Kreditinstitute somit dem latenten Risiko aus, dass einzelne Schuldner die Rückzahlung des überlassenen Kapitals zum vereinbarten Zeitpunkt und in der vereinbarten Höhe nicht erbringen können oder wollen (vgl. BECKER/PEPPMEIER 2000, 124 und 376). Da hinter den Risiken jedoch auch die Chancen stehen, hinsichtlich eines Geldgewinns besser abzuschneiden als dies ohne Eingehen des Risikos der Fall wäre, werden diese bewusst in Kauf genommen (vgl. HANKER 1998, 17). Verschiedene Methoden der Bonitätsanalyse, also der Prüfung der Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit des Kreditnehmers, sowie ein leistungsfähiges Kreditrisikomanagement sollen helfen, insbesondere Kreditrisiken zu erkennen, zu quantifizieren und analysieren sowie zu vermeiden und zu steuern, um so eine rentable Kreditvergabe zu ermöglichen.

Als alternative und ergänzende Möglichkeit haben sich in den letzten Jahren mit dem Markt für Kreditderivate Wege eröffnet, Kreditrisiken zu separieren, um so die Voraussetzung für die Handelbarkeit dieser Risiken zu schaffen (vgl. SCHILLER/TYTKO 2001, 276). Im Rahmen dieser Abhandlung werde ich auf wesentliche Risiken als Bestandteil des Kreditgeschäfts eingehen, Kreditderivate als Möglichkeit der Steuerung dieser Kreditrisiken definieren, ihre Entwicklung kurz skizzieren, sowie einzelne Arten, deren Funktionsweise, Einsatzmöglichkeiten und Nachteile beschreiben.

2 Risiken der Kreditvergabe

Bei der Kreditvergabe gehen die Kreditgeber eine Vielzahl unterschiedlicher Risiken ein, die sich nach HEIDORN in erster Linie in Marktrisiken und Adressenrisiken unterteilen lassen (vgl. HEIDORN 1999, 4). Marktrisiken sind durch die Gefahr von Ertragsnachteilen in Folge ungünstiger Entwicklung von Marktpreisen gekennzeichnet (vgl. KRUMMOW u.a. 2002, 903). Beispielhaft sei hier das Zinsänderungsrisiko erwähnt, welches unter anderem dann zu negativen Ertragsentwicklungen führt, wenn sich die Zinserträge aus der Kreditvergabe und die Zinsaufwendungen für die Refinanzierung dieses Kredites auseinander entwickeln. Dies kann dann der Fall sein, wenn der Kredit mit einem fest vereinbarten Zinssatz nicht laufzeitkongruent1, sondern kurzfristig zu variablen Zinssätzen am Kapitalmarkt refinanziert wird und diese Kapitalmarktzinsen ansteigen. Da eine Veränderung des fest vereinbarten Kreditzinses nicht möglich ist, sind Ertragsnachteile für den Kreditgeber die Folge. Diesen Marktrisiken kann mit Finanzderivaten2, im Falle des Zinsänderungsrisikos beispielsweise mit einem Zinsswap, entgegengewirkt werden. Bei einem Zinsswap vereinbaren die Handelspartner ihrer Kreditzinserträge aus unterschiedlicher Zinsfixierung, also feste Zinserträge gegen variable Zinserträge, untereinander zu tauschen um so Zinserträge zu erhalten, die der jeweiligen Refinanzierungsform entsprechen.

Die das Kapitel abschließende Abbildung gibt eine grobe Aufgliederung der Marktrisiken wieder. Da diese für die nachfolgende Abhandlung jedoch nur von untergeordneter Bedeutung sind, soll auf eine detailliertere Erläuterung hier verzichtet werden.

Das wesentlich bedeutsamere Risiko der Kreditvergabe, das Adressenrisiko, auch als Kreditrisiko bezeichnet, welches sich in ein Bonitätsänderungs - und Ausfallrisiko aufgliedern lässt, soll nachfolgend beschrieben werden (vgl. HEIDORN 1999, 4; KRUMMOW u.a. 2002, 844; LÄGER 2002, 20). Vergibt ein Kreditinstitut als Gläubiger einen Geldkredit, hat dieses dadurch Ansprüche gegenüber dem Schuldner. So hat der Gläubiger zum einen Anspruch auf Rückzahlung der Kreditsumme, zum anderen ein Anrecht auf Zahlung von Zinsen als Preis für die befristete Geldüberlassung (vgl. LÄGER 2002, 19). „Wesentliches Merkmal von Krediten ist, dass der Kreditgeber seine Leistung ... sofort erbringt, während die Gegenleistung des Kreditnehmers erst später erfolgt.“ (BECKER/PEPPMEIER 2000, 124).

[...]


1 Laufzeitkongruenz (auch Fristenkongruenz): In dem Maße, in welchem für einen Kredit ein fester Zinssatz für eine bestimmt Laufzeit vereinbart wurde, sollten diese Finanzmittel dem Kreditgeber für die gleiche Zeit zu vorab vereinbarten festen Konditionen zur Verfügung stehen, also laufzeitkongruent refinanziert werden. Unterscheiden sich die Laufzeiten oder Zinsbindungsfristen der aufgenommenen und der ausgeliehenen Gelder besteht die Gefahr, dass sich die Refinanzierung für den Kreditgeber verteuert oder ihm sogar Finanzmittel entzogen werden (vgl. BÜSCHGEN 1998, 39).

2 Finanzderivate: „Termingeschäfte auf der Grundlage von bestimmten Basiswerten (Unterlyings).“ (KRUMMOW u.a. 2002, 324). Bei Finanzderivaten stammen diese Basiswerte aus dem finanzwirtschaftlichen Bereich (Zinsen, Wechselkurse, Aktien, Indizes etc.). Als Termingeschäft verfügen sie über ein in die Zukunft gerichtetes Vertragselement. Der Preis oder Wert des Finanzderivates wird vom Preis bzw. Wert des Underlyings bestimmt (vgl. BÜSCHGEN 1998, 449).


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