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Diplomarbeit, 2004, 163 Seiten
Autor: Sven Christian
Fach: Agrarwissenschaften
Details
Tags: Albanische, Landwirtschaft, Situation, Untersuchungen, Entwicklungschancen, Landbaus
Jahr: 2004
Seiten: 163
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 120 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-36586-4
Dateigröße: 1572 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Fachhochschule Eberswalde
Fachbereich 2: Landschaftsnutzung und Naturschutz
Die Albanische Landwirtschaft -
gegenwärtige Situation und Untersuchungen zu Entwicklungschancen des ökologischen Landbaus
Diplomarbeit
zur Erlangung des Grades eines
„Diplom-Ingenieurs (FH) für Landschaftsnutzung und Naturschutz’“
vorgelegt von
Sven Christian
Eberswalde, den 17. Juni 2004
Vorwort
Den Anstoß zur vorliegenden Arbeit erhielt ich im Rahmen eines Austauschprojektes der Fachhochschule Eberswalde, Fachbereich IFEM (International Forest Ecosystem Management), mit der Universität von Tirana, Fachbereich Forstwirtschaft im Jahre 2001. Durch diese Kooperation wurde es mir ermöglicht, ein Semester lang in Albanien verschiedene Landnutzungen und deren Auswirkungen auf die Natur zu studieren. Gleichzeitig konnte ich mich mit der albanischen Gesellschaft und Kultur intensiv beschäftigen. Letzteres war überaus wichtig für das Gelingen dieser Arbeit. Es half mir sehr bei meinen Befragungen, bei der fast durchweg schwierigen Informationsbeschaffung und bei den Kontaktaufnahmen zu den albanischen Experten.
Das Thema selbst ergab sich als Essenz meiner Interessensschwerpunkte innerhalb des Studiums: Konzepte zur Nachhaltige Landnutzung/ ökologische Landwirtschaft, EU und Osteuropa, sowie Entwicklungszusammenarbeit. Während zu Beginn der Arbeit, Mitte 2002, fast keine Publikationen zum Thema erhältlich waren und somit Basisrecherchen notwendig waren, verbesserte sich diese Situation im Laufe der Zeit, so dass mittlerweile jüngere Literatur in die Arbeit einbezogen werden konnte. Dadurch wurden es allerdings teilweise nötig, eigene Ergebnisse der zeitaufwendigen Recherche in Albanien, durch nun publizierte Literaturangaben zu ersetzen, was die Beendigung der Arbeit verzögerte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 1
2 Problemstellung und Zielsetzung ... 2
3 Ausgangssituation ... 4
3.1 Lage, Bevölkerung und Geographie ... 4
3.2 Klima und Vegetation ... 8
3.3 Geologie und Böden ... 10
3.4 Politische und Ökonomische Entwicklung bis 2003 ... 12
3.5 Landwirtschaft Albaniens ... 15
3.5.1 Historische Entwicklung der landwirtschaftlichen Nutzung bis 1990 ... 15
3.5.2 Entwicklung der Landwirtschaft nach 1990 ... 18
3.5.3 Ernährungssituation ... 21
3.5.4 Landwirtschaftliche Produktion und Erträge ... 22
3.5.5 Durchschnittliche Produktpreise ... 26
3.5.6 Fachkräfte, Vermarktung, Betriebsausstattung, Bewässerung, Mineraldünger und chemischer Pflanzenschutz ... 27
3.5.7 Schlaggrößen, Pacht und Kauf von Ackerland ... 31
3.5.8 Exporte / Importe ... 32
3.6 Situation in den ländlichen Gebieten ... 36
3.7 Lebensmittelverarbeitende Industrie ... 37
3.8 Artenvielfalt und Umweltprobleme ... 38
3.9 Landwirtschafts- und Umweltpolitik ... 41
3.10 Internationale Zusammenarbeit ... 43
4 Methodik ... 45
5 Ergebnisse ... 51
5.1 Ergebnisse der Betriebserhebungen ... 51
5.1.1 Region I – Tropoja / Bergland (Nordalbanien) ... 51
5.1.2 Modellrechnungen Region I ... 53
5.1.3 Region II – Tirana / Hügelland (Mittelalbanien) ... 56
5.1.4 Modellrechnungen Region II ... 58
5.1.5 Region III – Korça / Hochebene (Südostalbanien) ... 61
5.1.6 Modellrechnungen Region III ... 63
5.1.7 Region IV – Fier / Küstenebene (Südwestalbanien) ... 66
5.1.8 Modellrechnungen Region IV ... 68
5.1.9 Bodenuntersuchungen ... 71
5.1.10 Vergleich weiterer Betriebsmerkmale ... 71
5.1.11 Stand der Bauern in der Gesellschaft ... 73
5.1.12 Vergleich der Wirtschaftsweise der befragten Höfe, mit ausgewählten Anforderungen der EU Richtlinie 2092/91 an einen ökologisch wirtschaftenden Betrieb ... 74
5.2 Gegenwärtige Situation der Landwirtschaft ... 77
5.2.1 Düngemittel- und Pflanzenschutzmitteleinsatz, Saatgutimport, Gentechnik ... 77
5.2.2 Bewässerung ... 81
5.2.3 Lebensmittelverarbeitende Industrie ... 82
5.2.4 Auswirkungen der gesellschaftlichen Veränderungen auf die Agrarumwelt ... 85
5.3 Ökologischer Landbau – Situation und Entwicklungsperspektive ... 87
5.3.1 Recherche beim Verband für Ökologische Landwirtschaft Albaniens (OAA) und beim Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL /Schweiz) ... 87
5.3.2 Recherche beim albanischen Ökohof „Aris Frucht“ ... 89
6 Diskussion ... 91
6.1 Betriebsbefragungen ... 91
6.1.1 Sozioökonomische Untersuchungen ... 91
6.1.2 Landwirtschaftliche Nutzflächen, Produktionsspektrum und Marktbeziehungen ... 92
6.1.3 Einsatz von chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ... 94
6.1.4 Einsatz von organischen Düngemitteln ... 96
6.1.5 Bodenuntersuchungen ... 96
6.1.6 Vergleich weiterer Betriebsmerkmale ... 97
6.1.7 Stand der Bauern in der Gesellschaft ... 98
6.1.8 Modellrechnungen ... 98
6.1.9 Vergleich der Wirtschaftsweise der befragten Höfe, mit ausgewählten Anforderungen der EWG Richtlinie 2092/91 an einen ökologisch wirtschaftenden Betrieb ... 99
6.2 Gegenwärtige Situation der Landwirtschaft ... 100
6.2.1 Düngemittel- und Pflanzenschutzmitteleinsatz, Saatgutimport ... 100
6.2.2 Bewässerung ... 101
6.2.3 Lebensmittelverarbeitende Industrie ... 103
6.2.4 Auswirkungen der gesellschaftlichen Veränderungen auf die Agrarumwelt ... 104
6.2.5 Gesamtsituation der Albanischen Landwirtschaft ... 105
6.3 Entwicklungsperspektiven durch den Ökologischen Landbau ... 109
6.4 Fazit und Ausblick ... 113
7 Zusammenfassung/ Summary ... 116
8 Literaturverzeichnis ... 120
9 Glossar ... 128
10 Anhang ... 130
1 Einleitung
Nachdem die albanische Landwirtschaft rund 46 Jahre als Kollektivlandwirtschaft, fast ohne internationalen Markt und dessen Arbeitsteilung gewirtschaftet hat, ist die heutige Situation völlig umgekehrt. Die landwirtschaftliche Ackerfläche (ca. 452.000 ha) wurde privatisiert, die Kollektive aufgelöst und im Zuge dessen entstanden ca. 467.000 Familienfarmen mit durchschnittlich 1,3 ha Nutzfläche, die meist Subsistenzwirtschaft betreiben. Die Produktivität dieser Landwirtschaft reicht nicht aus, um die Bedürfnisse des einheimischen Marktes zu decken. Die Versorgungslücke schließen Lebensmittel aus dem Ausland, hergestellt in hocheffizienten, teilweise subventionierten, industrialisierten und deshalb billiger produzierenden Landwirtschaften (INSTAT, 2002). Die einheimischen Bauern stehen heute der internationalen Konkurrenz (Albanien ist WTO Mitglied) direkt gegenüber.
Die Art der Produkterzeugung durch die meisten albanischen Bauern (extensive Produktion, kaum Einsatz von synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, wenig Beigabe von Zusatzstoffen bei der Verarbeitung, Tier- und Pflanzenproduktion zumeist in einem Betrieb, geringer Maschineneinsatz / energiesparende Produktion, meist geschlossene Stoffkreisläufe, überwiegend artgerechte Tierhaltung), die sich im derzeitigen Licht von Konkurrenzfähigkeit auf internationalen und nationalen Märkten als nachteilig erweist, könnte sich möglicherweise eignen als hervorragende Vorraussetzung für die Entwicklung des ökologischen Landbaus im Sinne der EWG Richtlinie 2092/91.
Doch warum gerade der ökologische Landbau als Perspektive, wo doch die albanischen Bauern gegenwärtig nur sehr wenig produzieren und ökologischer Landbau nach Erfahrungswerten oft mit Ertragseinbußen einhergeht? Dazu PRIEBE (1991): „Während Biobauern im industrialisierten Norden bewusst niedrigere Erträge in Kauf nehmen, versuchen ihre Kollegen in den Entwicklungsländern mit ökologisch vertretbaren Methoden sogar höhere Ernten zu erzielen.“ Neben diesen möglichen ökonomischen Verbesserungen für die Bauern stellt der Ökolandbau, nach Meinung des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNLV/NRW, www. 2004): „...die umweltfreundlichste und nachhaltigste Form der Landwirtschaft dar. Der Ökolandbau trägt aktiv dazu bei, Ökosysteme und die Artenvielfalt zu erhalten, den Boden zu schützen, das Wasser rein zu halten und die Klimabelastungen durch die Landwirtschaft zu senken“. Gerade an der nachhaltigen Weitergabe der genutzten agraren Ressourcen besteht größtes Interesse in Albanien, da Ackerboden dort stark an Familien gekoppelt ist und die Alten ihren Nachfahren die Felder zur weiteren Nutzung überlassen. Durch die ökologische Landbewirtschaftung kann, nach dieser Aussage des MUNLV/NRW, sichergestellt werden, dass in Albanien Boden, Wasser und Artenvielfalt nachhaltig weitergereicht werden und die Chancen der kommenden Generationen gewahrt bleiben.
Die Frage nach der Befriedigung der jetzigen und ggf. der zukünftigen Bedürfnisse der Bauern durch Einkommen aus der ökologischen Landwirtschaft kann durch diese Arbeit nur am Rand geklärt werden. In diesem Zusammenhang müssen betriebswirtschaftliche Rechnungen vorgenommen werden, für welche die Arbeit erste Grunddaten liefert. Hauptanliegen der vorliegenden Diplomarbeit ist demgegenüber vielmehr die Klärung der Frage, ob die albanischen Familienfarmen überhaupt in der Lage sind, unter den bei ihnen gegebenen Bedingungen ökologisch zu wirtschaften und dadurch die Bodenfruchtbarkeit ihrer Felder zu erhalten. Die Arbeit folgt der Definierung des Begriffs „Ökologische Landwirtschaft“ durch die EWG Richtlinie 2092/91 (vgl. Glossar). Neben der Beantwortung dieser Frage soll die Arbeit auch einen vollständigen Überblick zur Situation der albanischen Landwirtschaft liefern.
2 Problemstellung und Zielsetzung
Aufgrund der geringeren Erträge, der nicht zur Verfügung stehenden Investitionsmittel, der fehlenden Informations- bzw. Beratungsmöglichkeit vieler Neubauern und des niedrigen Inputs an Produktionsfaktoren ist die albanische Landwirtschaft lange nicht so konkurrenzfähig, wie bspw. die der EU Nachbarländer Italien oder Griechenland (UN/ECE, 2002). Als weiteres Problem kommt hinzu, dass die meisten albanischen Bauern es bisher gewohnt waren und teilweise auch gezwungen sind, fast alle Produkte für die eigene Ernährung auf ihren Flächen anzubauen, ohne Bezug zum Marktgeschehen (BEKA, 2003). Der Weg zu einer ertragreicheren und Einkommen sichernden Landwirtschaft wird in der Spezialisierung, der Mechanisierung und Intensivierung der Produktion gesehen (ANNUAL REPORT, 2002). Dies würde u.a. einen verstärkten mineralischen Düngemittel- und chemischen Pflanzenschutzmitteleinsatz, eine intensivere Bewässerung, eine gesteigerte Verarbeitung der einheimischen landwirtschaftlichen Erzeugnisse und mit Sicherheit eine sich verändernde Agrarumwelt bedeuten. Über all dem spiegelt sich in den Zielen des albanischen Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (MOAF, 1998) der Wunsch nach einer nachhaltigen Landwirtschaft wieder.
Die vorliegende Arbeit untersucht in diesem Zusammenhang, inwieweit die ökologische Landwirtschaft, welche als nachhaltigste Landbewirtschaftungsform bekannt ist (KÜNAST, 2002), in Albanien eingeführt ist. Des weiteren wird durch einen Vergleich bestimmt, wie übereinstimmend das Verhältnis des Wirtschaftens normaler albanischer Familienfarmen, zu Arbeitsvorschriften aus der EWG Richtlinie 2092/91 ist. Als letztes wird nachgewiesen, ob die albanischen Kleinbetriebe überhaupt in der Lage sind, unter den bei ihnen herrschenden Verhältnissen, vollständig ökologisch zu wirtschaften. Wichtigstes Kriterium hierfür ist der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Aus dem Arbeitsansatz ergeben sich folgende zwei Themenschwerpunkte.
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